Irak: Steinmeier eröffnet erstes westliches Generalkonsulat

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Frank-Walter Steinmeier besuchte das erste westliche Generalkonsulat im Irak, genauer: in Erbil, dem Regierungssitz des kurdischen Nordirak, das – abgesehen vom Grenzgebiet zur Türkei -  weitgehend konfliktfrei ist. Nachvollziehbar ist die Sorge der Türkei schon, denn nicht wenige Irakische Kurden bezeichnen ihre Heimat nicht als “Nordirak”, sondern als “Südkurdistan”.

Weitere Konsulate hatten bisher nur der Iran und Russland eingerichtet.

„Ich habe den Eindruck, ich bin in einem anderen Land.“, sagte Steinmeier, nachdem er am Tag zuvor die Situation in Bagdad erlebte. In der Tat haben die Kurden im Norden Iraks Glück gehabt. Den Einmarsch der USA sahen sie überwiegend als Chance, als Befreiungsakt – nachden das Regime unter Saddam Hussein ihnen arg zugesetzt hatte. Zudem grenzt dieses Gebiet nach fast allen Seiten an Regionen, in denen ebenfalls Kurden leben, was sich auch auf die Sicherheitslage an den Grenzgebieten auswirkt.

Klick zum VergrößernDie daraus resultierende Kooperation mit den befreundeten Amerikanischen Militärs führte zu einer vergleichbar raschen Stabilisierung der Sicherheitslage. Die Ölquellen tun ihr übriges: Der Rubel rollt! Die Region befindet sich im relativen Aufschwung, zumal das Geld aufgrund der besseren Sicherheitslage nicht für immer wieder zerstörte Gebäude und Anlagen verbraucht werden muss. Im Gegensatz zu den südöstlicheren Regionen, die aufgrund von Konflikten weit schwerer zu managen sind. Auch und gerade für ausländische Investoren findet sich dort – im Gegensatz zum Nordirak – eine katastrophale Sicherheitslage vor – Das Risiko ist groß, daher sieht die deutsche Wirtschaft eine Zukunft zuerst im Norden Iraks.

Warum ausgerechnet das Verhältnis mit den Kurden aus dem Norden Iraks von gegenseitigem Verständnis geprägt ist, erklären sie selbst:

“Wir haben uns so lange eine direktere Verbindung zu Deutschland gewünscht”

“Wir, das sind außer Mamo noch viele Kurden, die lange an Rhein, Spree oder Elbe gelebt haben, teilweise Doppelstaatler sind und ihre Bindungen zu Deutschland aufrecht erhalten wollen. Einer von ihnen fühlt sich so sehr mit Köln verbunden, dass er seine Baufirma „Rhein-Construction“ genannt hat, den von ihm errichteten Einkaufstempel „Rhein-Mall“ und sogar seiner jüngsten Tochter den Namen „Rhein“ gab.”

Ungeachtet dessen, ob der Einmarsch der USA in den Irak gerecht war oder nicht(ich halte ihn zumindest für illegal), diplomatische Beziehungen aufzubauen ist generell der einzig gangbare Weg für die Zukunft.

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