Amoklauf in Rheinland-Pfalz: Verbietet Killerspiele!

Nach dem verheerenden Amoklauf in Winnenden mehren sich verständlicherweise Stimmen nach politischen Konsequenzen.

image Eigentlich geht es nach jedem Amoklauf so. Er muss noch nicht einmal in relativer Nähe geschehen sein. Die Killerspiele und die Waffengesetze sind Schuld. Ich glaube das nicht. Ursachen liegen woanders.

 

Das vielerorts an Schulen vorherrschende Klima der unbedingten Höchstleistungserbringung oder sonstige Frustrationsgründe sollten hierbei ebenso beleuchtet werden, denn Killerspiele sind es nicht, die Amokläufer produzieren, auch wenn sie – wie auch Horrorfilme, Krimis oder Gotcha/SoftAir – als Ideengeber für die Praxis fungieren können. Eine aktuelle Studie meint, dass insbesondere Jungen an deutschen Schulen benachteiligt werden. Es mehren sich Gedanken, dass hier eine der Ursachen liegen könnte.

image Warum kommt aber niemand auf die Idee, Pornos zu verbieten, um Vergewaltigungen vorzubeugen, oder Alkohol vollständig zu verbieten, um Alkohol als Verkehrsunfallursache einzudämmen? Was ist mit Horrorfilmen? Splatterfilmen? Krimis?

Die Vorgehensweise des Jungen aus Winnenden erinnert schließlich auch an diverse Krimis und Filme(Autoentführung).

Für alle drei Industriezweige (Porno/Film/Alkohol) gibt es eine einigermaßen wirksame und finanzstarke Lobby. Entscheider in der Politik spielen nun einmal keine Killerspiele, aber schauen beim Saufen Pornos und Krimis – ohne auffällig zu werden!

Was das Thema “Killerspiele” angeht, gibt es zudem schon längst eine klare Lösung, die auch beim Zugriff auf Waffen gleich lautet: Elterliche Verantwortung! Nicht nur exzessives “Killer spielen” kann sich nachteilig auf die Entwicklung eines Kindes auswirken, sondern exzessives Spielen allgemein.

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Parents, update your System!

Während es für Waffen überall in Deutschland (auch im Privathaushalt!) Pflicht ist, sie effektiv vor einen ungewollten Zugriff zu schützen, ist dies bei Killerspielen zwar nicht unbedingt Pflicht, jedoch möglich und empfehlenswert.

Das aus vielen anderen Gründen(Performance, Hardwarehunger etc.) zurecht vielgescholtene Windows Vista, auf dem viele der “Killerspiele” laufen, verfügt über ein ausgefeiltes Jugendschutzsystem, mit dem Eltern ihren Kindern derartige Spiele, aber auch andere Software und Websites effektiv verbieten können, zudem die Nutzung des Computers (inkl. WWW) nachvollziehen und die Nutzung des Computers generell zeitlich einschränken können. Eltern, die sich ihrer Aufsichtspflicht bewusst sind, sollten diese Aufsichtsmöglichkeiten daher auch konsequent nutzen. Und es ist wirklich nicht schwer zu bedienen:

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Wenn Jugendliche also Killerspiele spielen oder Tauschbörsen nutzen, um sich Horrorfilme herunterzuladen, können Eltern heutzutage nicht mehr sagen “Ich kann es ihm ja nicht verbieten”. Sie können es wohl, wenn sie nur wollen. Schwieriger ist es vielmehr bei Killerfilmen im Privatfernsehen.

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4 responses to “Amoklauf in Rheinland-Pfalz: Verbietet Killerspiele!

  • Seb

    Ja, Killerspiele sind an allem Schuld! Drehen wir den Spieß doch mal um, seit es Killerspiele gibt, gab es keinen großen europäischen Krieg mehr. 😉

    http://sebmaster.wordpress.com/2009/03/13/ab-jetzt-herrscht-zucht-und-ordnung/

  • NB

    Ich bin kein Freund von sogen. Killerspielen, folglich würde mir auch nichts fehlen, selbst wenn man diese grundsätzlich verbieten würde. Sicher wird nicht jeder gleich Amokläufer, nur weil er solche Spiele spielt. Aber Zigaretten, Alkohol und Pornos sind auch bis zur Volljährigkeit verboten und jeder Verkäufer ist verpflichtet, dieses Gesetzt im Rahmen seiner Möglichkeiten durchzusetzen. Sonst macht er sich strafbar. Natürlich gibt es eine Reihe von Faktoren, die dazu beitragen, dass es zu solchen schrecklichen Ereignissen kommen kann. Und sicher ist es richtig, alle Faktoren kritisch zu beleuchten und gleichwertig zu behandeln. Aber ich bitte euch, folgendes einmal zu überdenken:

    Wenn es heißt die Spiele tragen Mitschuld, dann stehen sofort alle Befürworter auf der Matte und wehren sich dagegen…

    Wenn es heißt die Schule sei Mitschuld, dann stehen sofort alle Lehrer auf der Matte und wehren sich dagegen…

    Wenn es heißt der leichte Zugang zu Waffen sei Mitschuld, dann stehen sofort alle Waffenbesitzer auf der Matte und wehren sich dagegen…

    Und wann bitte, frage ich euch, soll sich dann etwas ändern?

    Richtig, nie.

    Bis nach dem nächsten Amoklauf die fast wortgleichen Diskussionen wieder losgehen. Muss das wirklich ewig so weiter gehen???

    Findet ihr das wirklich besser? Ich nicht, denn dieses starre Verteidigen unserer „Rechte“ und „Freiheiten“ hat schon viel zu vielen Kindern das Leben gekostet! Das Wort Rücksicht, insbesondere in Bezug auf die (viel schwächeren) Kinder und Jugendlichen, findet in dieser, wie auch in vielen vorangegangenen, Diskussionen zu diesem Thema, leider so gar keine Platz! Erwachsene sind immer die Stärkeren und haben immer die bessere Position, schon mal daran gedacht? Während wir mit unserem Machtkampf gegen die Politik und Schuldzuweisungen gegenüber den Eltern beschäftigt sind, vergessen wir die eigentlich Leidtragenden dieser Situation: Die Kinder und Jugendlichen, von denen wir immer und überall behaupten, dass sie unsere Zukunft sind. Und was bitte tun wir für diese Zukunft, wenn wir glauben unsere Rechte und Freiheiten könnten zu ihren Gunsten eingeschränkt werden? Wir verraten sie! Wie ein Alkoholiker, der für seinen nächsten Schluck notfalls seine Mutter verkaufen würde…

    Muss das wirklich sein?

    Wenn ihr gegen ein generelles Verbot von Killerspielen seid, o.k. kein Problem, aber warum bringt ihr eure Erfahrungen nicht ein und arbeitet aktiv an einer sinnvollen Lösung mit? Habt ihr vielleicht mal daran gedacht, dass auch die liebevollsten Eltern nicht alles wissen können, was ihr wisst? Oder seit ihr vielleicht Übermenschen und wisst auf jedem Gebiet alles, was es darüber zu wissen gibt?

    Nehmt Kinder, Eltern und Lehrer mit ihren Problemen ernst und bringt euer Expertenwissen ein um einen Lösungsvorschlag zu erarbeiten, der den Kindern und der Fangemeinde solcher Spiele gleichermaßen gerecht werden kann. Dann müssen wir in Zukunft vielleicht nicht mehr diese oder ähnliche unsäglichen Diskussionen führen.

    Und jetzt erzählt mir bitte nicht, dass so etwas nicht geht, denn dann würde ich euch fragen: Warum nicht?

  • NDM

    Natürlich sind alle dieser Faktoren mitschuld, und dem muss selbstverständlich entgegengewirkt werden, damit die Wahrscheinlichkeit eines solchen Falls in Zukunft geringer ist.

    In Stuttgart wurde vor wenigen Tagen eine LAN-Party samt Eltern-LAN abgesagt, weil dort das gewohnte Programm gefahren werden sollte.

    http://www.gulli.com/news/nach-winnenden-stuttgart-sagt-2009-03-24/

    Ich denke, dass insbesondere solche Eltern-LANs nicht abgesagt werden dürfen, denn genau dort soll Eltern genau die Kontrollkompetenz in neueren Betriebssystemen vermittelt werden, wie ich sie oben im letzten Teil nannte. Ich bin ja kein Vista-Freund, eher geschädigter. Aber im dem Punkt, Eltern die Aufsichtskontrolle über die Computernutzung zurückzugeben, ist es einfach klasse. Analog zur Kontrolle bei Videofilmen (FSK) nennt sich dies bei Computerspielen „USK“. Ich denke, da gibt es schon einen großen Aufklärungsbedarf, ebenso wie auch beim Thema „Internetzensur vs. Jugendschutz“ oder eben bei der Schulung von Waffenbesitzern dahingehend, dass *jeder* eine Waffe missbrauchen kann, dass also *jede* Waffe sicher verschlossen sein muss, und *jedes* Kind durch falsche Mediennutzung auf eine falsche Bahn geraten kann. Möglicherweise sollte mehr in diesbezügliche Bildung investiert werden.

    Wenn Eltern nicht hin und wieder selbst mitmachen, was ihre Kids alltäglich tun, können sie auch die daraus möglicherweise resultierenden Gefahren überhaupt nicht mehr einschätzen.

    Nichts ist schlimmer als Eltern, die ihrem Erziehungsauftrag und ihrer Aufsichtspflicht (womöglich aus Unwissen über mögliche Gefahren) nicht nachkommen. Das gilt für Spiele ebenso wie für Filme, das Fernsehen und das Internet. Sicher kann man hierfür Informationsveranstaltungen an Schulen für Elternabende starten. Und klar bringt dies etwas.

  • NB

    Die Idee mit den Informationsveranstaltungen finde ich sehr gut.

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