„Schaudere beim Gedanken, als Moslem in Österreich zu leben“

Der österreichische Standard berichtet über einen Artikel von Billy Briggs in der “Live“, einem Magazin der “Daily Mail“.

FPOE

Er warnt vor einen Erstarken der Rechtsextremen in Österreich. Enge Verbindungen der rechtspopulistischen FPÖ mit Burschenschaften und der gewaltige Stimmanteil für rechte Parteien Jahr bei den Nationalratswahlen 2008 bringen ihn zu der Ansicht, es könnten bald wieder Hakenkreuzfahnen auf österreichischen Strassen wehen.

Haiders Erben nannte jüngst die “Zeit“ das Phänomen um den Kult rund um den im letzten Herbst verstorben Jörg Haider, der sich als Reformator in der rechten Meinungsbildung hervor tat.
Sein Rechtspopulismus kam das erste Mal im Nadelstreifenanzug daher und sein smartes Auftreten beeindruckte nicht nur Frauen.
Wie kein anderer hat er es verstanden, den Rechtspopulismus salonfähig zu machen, und als er verstarb standen Österreichs Uhren still.
Wehe dem, der ein schlechtes Wort über Haider verloren hätte! Still und leise verhielten sich alle Ausländer, Muslime und Kritiker. Problemlos wanderten die rechten Parteien nach Haiders Tod mit fast 30% der Wählerstimmen in das Parlament ein, Stimmen die auch von Migranten abgegeben wurden.

Was ist aus der Tatsache geworden, dass nun rechte Parteien das politische Geschehen Österreichs in nicht unerheblichem Maße mitbestimmen.
Nichts, wir haben uns daran gewöhnt, der Aufschrei war so kurz wie die Nationalwahlen selbst.
Das nächste Mal wird es sicher leichter für die FPÖ und BZÖ und wir werden wieder zusehen und schockiert tun.
„Die Alarmglocken sollten in ganz Europa schrillen“ heißt es dann weiter und wenn man das Geschehen auf Deutschland überträgt, denke ich sie sollten hier noch lauter schrillen als sonst wo in Europa.
Auch wenn die Biedermänner der Pro Bewegung noch am Anfang ihrer Karriere als Rechtspopulisten stehen, haben sie die Erfahrungen aus ihren Rechtsradikalen Zeiten mitgebracht und wissen genau, was sie nun zu vermeiden haben um dem Erfolg Beine zu machen.
Nicht ohne Stolz versuchen sie sich bei der FPÖ einzuschmeicheln, und wenn sie dieses Jahr auf ihrem Anti- Islamisierungs-Kongress einen Vertreter der FPÖ vorweisen könnten wie angekündigt, wird sich auch hier eine Welle der Einigkeit mit den Vertretern einer Rechtskräftig gewählten Partei breit machen.
Nicht das die Neonazis eine Chance hätten, in Deutschland eine repräsentative Mehrheit zu erlangen, doch die Wölfe im Schafspelz schlafen nicht, und sie spielen jetzt mit neuen Karten.
Dazu die Arbeitsstelle Neonazismus der Fachhochschule Düsseldorf .

Fast täglich kann man im Netz beobachten wie sich die Lage, grade für Muslime, zuspitzt und nie war „Islamkritik“ glaubhafter an den Mann zu bringen, wie jetzt.
Zu aller berechtigten Kritik gesellt sich immer der Mob, dem es zuvor nur an Glaubwürdigkeit fehlte, und schon kann die Hetze gegen Muslime beginnen.
Da nutzt es nicht, dass Giordano und Broder oder Kelek und Ates sich distanzieren, sie werden nur all zu gern zitiert.
Jeder Versuch von Muslimen, die Diskussion zu entschärfen, scheitert so schnell wie er begonnen hat.
Ratlosigkeit auf der Seite der Muslime. Was sollen wir denn tun, und wo ist der Aufschrei bei Deutschen? Ja dürfen wir euch denn gar nicht kritisieren?

Eines bringt diese Uneinigkeit im Verfahren der Islamkritik mit sich:
Sie stärkt den rechten Biedermännern den Rücken. Genau deshalb müssen die Alarmglocken genau so laut schrillen, wie bei der allgemeinen Massenhysterie gegen Islamismus!

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4 responses to “„Schaudere beim Gedanken, als Moslem in Österreich zu leben“

  • fareus

    Ein sehr guter Artikel, ich ärgere mich weil der letzte Satz nicht mir eingefallen ist.

    😛

    Gute Arbeit, ich schwöre lan.

  • sudasuda

    Natürlich, die bösen nazis – der abschaum der menschheit.
    übrigens, wie gehts den indianer, aborigines, tasmaniern (waren das nicht die engländer die diese volksgruppe komplett ausgerottet haben), den millionen stalinopfern, den millionen verschleppten sklaven, soll ich fortfahren?
    ach ja die apartheit in südafrika, is ja auch noch nicht so lange her, gell. und noch was, wer wirft bomben auf moslems? usa, israel, großbritanien. nur nicht vergessen. aber die nazis sind ja die einzigen bösen.

  • bogo70

    @sudasuda,
    Es geht um ihre Ideologie, wenn du dich recht erinnerst sind wegen dieser Ideologie Millionen von Menschen innerhalb kürzester Zeit gestorben.
    Das es viele Ungerechtigkeiten auf der Welt gibt, ist mir nicht entgangen doch würde ich deswegen nicht auf die Idee kommen, Nazis zu verteidigen.
    Wenn ich also diese Ideologie verurteile, dann mache ich das auch mit jeder anderen, die meinen Mitmenschen und mir schadet, nur passte das ganze Unrecht dieser Welt nicht in einen Artikel!

  • NDM

    Bemerkenswert ist ein Aspekt des Kommentars von sudasuda:

    BZÖ und FPÖ werden nicht vor dem Nazivorwurf verteidigt. Die Sache ist klarer: Nachdem beide „Parteien“ argumentativ angegriffen werden, werden Nazis insgesamt verteidigt/relativiert.

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