Integration: CDU/CSU-Politik gefährdet friedliches Zusammenleben

Schon seit etlichen Jahren ist bekannt, dass es die Union – gelinde gesagt – nicht für eine gute Idee hält, der Türkei einen Platz in der EU zu gönnen. Die diesbezügliche Politik der Unionsparteien scheint jedoch eine ganz andere Qualität zu haben, als eine reine Ablehnung der EU-Integration. Wenn man betrachtet, auf welche Art und Weise, mit welchen Themen und mit welcher Vehemenz die Union auf vielen Ebenen Politik gegen alles Türkische macht – sei es in der Außen- in der Sicherheitspolitik, aber auch in weiteren Bereichen, dann kann man durchaus mal ins Grübeln kommen, ob wir noch immer in den frühen 1960ern leben.

Michael Thuman hat einen lesenswerten Artikel zum Thema CDU/CSU-Integration verfasst, der sich diesem Thema widmet, und kommt zu einem bemerkenswerten Schluss, dem sich – möglicherweise – eine Mehrheit der betroffenen anschließen kann:

"Nur lässt sich vielleicht das wahre Hindernis für die Integration der Türken in Deutschland benennen. Es heißt nicht Tayyip Erdogan, sondern CDU/CSU.”

Ich jedenfalls schließe mich dem an, auch ohne ausgewiesener Erdogan-Fan zu sein.

Link: Der Artikel

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5 responses to “Integration: CDU/CSU-Politik gefährdet friedliches Zusammenleben

  • bogo70

    Ich finde die Arroganz mit der man hier im Westen einem Ministerpräsidenten begegnet so ziemlich das letzte.
    Als sei Erdogan das Übel in Person wirkt er, seine türkischen Bürger und die türkischen Migranten, wie ein rotes Tuch auf den Westen. Man gefällt sich in der Rolle des Überheblichen und findet es besonders schick alles was nur nach Islam riechen könnte für Unterbemittelt zu erklären.
    Ich frage mich woher diese Überheblichkeit kommt, 60 Jahre und ein wenig Wohlstand haben diese Menschen zu unhöflichen, seelen und charakterlosen Grobianen werden lassen.
    Selbst ich als Nichtmuslim und nicht mal türkischer Migrant, fühle mich beleidigt durch diese Verhalten.
    Denn wer weiss, wen diese Demokraten demnächst für nicht Gleichwertig halten.

    • NDM

      Bitte nicht „Der Westen“, sondern „die Konservativen“(auf allen Seiten). Begriffe wie „Der Westen“ und „Freiheit“ stehen für mich anscheinend für etwas völlig anderes als das, was die CDU darunter versteht. Freiheit bedeutet nämlich nicht, Frei von gegenseitiger Anerkennung nebeneinander zu leben, sondern Freiheit und Frieden durch gegenseitige Anerkennung miteinander zu leben. Das schließt natürlich Kritik nicht aus. Aber erst dann, wenn man weiß, was den anderen stört, kann man lernen, unnötiges Konfliktpotenzial früh zu erkennen und zu umschiffen. Die Sache ist in diesem Artikel aber genau die, dass sich die Politik der Union(CDU/CSU) eben genau gegen die gegenseitige Anerkennung als Voraussetzung für friedliche, gedeihliche und konstruktive Auseinandersetzung unter den Menschen richtet, und IMO eine Konfrontation anstrebt. Was sie innenpolitisch jedoch nicht vermitteln kann(Beispiel Koch), zieht sie einfach in der Außenpolitik durch.

  • bogo70

    Ein wenig unfair ausgedrückt, da hast du Recht.
    Ich rede von Politik und wenn ich der Westen schreibe, ist der politische Umgang der westlichen mit den islamischen Ländern gemeint. Schröder hat und hatte ein Händchen für internationale Beziehungen und ist den politischen Größen auch mit dem nötigen Respekt begegnet, so wie er heute noch Putin, Erdogan oder auch die Scheichs behandelt um gute Geschäfte zu machen, er weiss wie man sich Freunde macht.
    Bush, Merkel und Sarkozy haben es oft an Respekt fehlen lassen.
    Obama, ist noch zu früh etwas zu ihm zu sagen.
    Mir ist bewußt das es ganz ohne Kritik nicht geht, aber wo sie angebracht ist oder nicht, muss ein guter Politiker wissen und grade in dieser schwierigen Beziehung zu der Türkei, die ganz sicher nicht so unwichtig ist, wie man es uns Glauben machen will.
    Die CDU muss wissen, dass sie sich und Deutschland schadet, wenn sie einer aufstrebenden Republik, deren Zukunft sich grade erst eröffnet, in solcher Weise vor den Kopf stösst.
    Auch wenn die Türkei noch an dem Beitritt festhält, heisst es nicht das sie ohne die EU nichts hinbekommt. Die Türkei holt jetzt schon die Kohle aus dem Feuer, die Staatspleite der Bulgaren liegt mehr den Türken auf der Tasche als der EU, für eine priviligierte Freundschaft ganz schön viel verlangt.

    Ist natürlich bisschen viel, dass in ein paar Sätzen nieder zu schreiben.
    Aber wie gesagt, pauschalisieren ist nicht mein Ding es ging nur um Politik und das war mit der Westen gemeint, sorry.

    • NDM

      „Die CDU muss wissen, dass sie sich und Deutschland schadet, wenn sie einer aufstrebenden Republik, deren Zukunft sich grade erst eröffnet, in solcher Weise vor den Kopf stösst.“

      Auch und gerade deshalb, weil sich viele eben doch noch stark mit der türkischen Republik identifizieren. Das ist der Punkt. Außenpolitik ist bezüglich der Türkei eben automatisch auch Innenpolitik. Das war es, worauf ich hinauswollte.

      Es ist einerseits eine Kritik an konservative Politiker in Deutschland, dass sie die Realität einfach nicht erfassen, aber andererseits auch gleichermaßen eine Kritik an in Deutschland lebende konservative Türkischer Herkunft – denn sie erfassen die Realität oftmals ebenfalls nicht. Im engeren Sinne sind sie – zumindest ihre Kinder – nämlich weniger Türken, sondern mehr Deutsche. Auch wenn es Konservative auf beiden Seiten nicht wahr haben möchten.

  • bogo70

    Siehste und die CDU pennt weiter, dass hätten sie längst auch haben können.War nur eine Frage der Zeit, dass sich Russland und die Türkei lieber gemeinsam entwickeln statt auf den zögerlichen Westen zu warten.

    http://de.rian.ru/world/20090516/121618779.html

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