Diagnose in der Psychatrie: Rechtsextremismus

In einem interessanten Artikel beleuchtet NZ-online eine mögliche Korrelation zwischen Rechtsextremismus und psychischen Störungen.

Es gebe zwar keine Statistiken darüber, aber Verhaltensauffälligkeiten gehen wohl oft mit rechtsextremen Einstellungsmustern einher. Eine Schlussfolgerung, dass bestimmte psychische Probleme automatisch zum Rechtsextremismus führen, würde ich da nun nicht in näheren Betracht ziehen, jedoch geht der Artikel im weiteren Verlauf auf etwas ganz anderes ein:

Die Jugendlichen suchen Informationen und Kontakte fast nur über das Internet. Die rechtsextreme Szene macht sich das zu eigen und versucht mit Musik, Videoclips und Mitmachportalen Jugendliche gezielt anzuwerben. Trotz ständiger Gegenmaßnahmen hat es 2007 so viele rechtsextreme Webseiten gegeben wie nie zuvor. Ganz bewusst setzen NPD und freie Kameradschaften dabei immer mehr jugendgerechte Lockangebote wie Videos als Handy-Version und beliebte Web-2.0-Angebote wie You Tube oder Schüler- bzw. StudiVZ ein. Mit Videoclips zum Runterladen, moderner Optik und Botschaften, die gerade unterhalb der Strafbarkeitsgrenze liegen, ermöglichen sie Jugendlichen eine schnelle und unkomplizierte Kontaktaufnahme, die darüber hinaus im Verborgenen abläuft.

Früher hätten die Eltern beim Telefonieren noch erfahren, mit wem sich ihre Kinder treffen, berichtet Kratz. Von diesen Beobachtungsmöglichkeiten seien die Väter und Mütter heute jedoch weit entfernt. Dieses Frühwarnsystem funktioniere heutzutage nicht mehr: «Noch vor einigen Jahren wussten die Eltern, wo und mit wem die Kinder ihre Zeit verbringen – das ist jetzt völlig anders.«

Genau da sehe ich schon seit langem den Knackpunkt. Rechtsextreme Ideologen suchen sich per Internet gezielt labile und beeinflussbare Persönlichkeiten unter den Jugendliche heraus, um sie zu “bearbeiten”. Die Ideologie selbst ist schließlich nicht aus sich selbst heraus verlockend. Über den Gemeinschaftsaspekt einer “Bewegung” jedoch lassen sich Außenseiter, Alleingelassene und Vernachlässigte anlocken und schließlich ideologisch vereinnahmen und personell einspannen. Die neuen Kommunikationstechniken unterstützen Neonazis und andere Extremisten hierbei. Unbeabsichtigt, jedoch in einem momentan kaum zu unterschätzenden Ausmaß.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s