Grundsätzliches zur Islamkritik

Tjo. Ich bin Agnostiker. Für mich bleibt die Gottesfrage offen, und niemand ist in der Lage, diese Frage abschließend zu beantworten. Wer daran glaubt, muss erst vom Gegenteil überzeugt werden, ansonsten ist das Aufzwingen des Atheismus vom Prinzip her nichts anderes, als Zwangs-Theismus, den man von Scharia-orientierten Staaten her kennt.

Nun ist es eine Sache, radikal-konservative Auslegungen des Ialam zu kritisieren. Das soll man tun, und das ist gut. Man beschränke sich hierbei jedoch bitte auf die jeweilige theologische Ausrichtung und auf die Kritikpunkte. Man kritisiert auch nicht die Haltung der Zeugen Jehovas gegenüber Bluttransfusionen, bezeichnet sie als Mörder, und nennt das dann "Christentumskritik". Dagegen würden sich sowohl die EKD als auch der Vatikan wenden. Man kann die "Deutschen Christen" ablehnen, aber man soll damit nicht die EKD meinen. Man kann Evangelikale Gotteskrieger und ihren heiligen Krieg gegen die Ungläubigen ablehnen, aber bitte: vom Papst wurden sie nicht gesegnet.

Man kann den Wahhabismus kritisieren oder ablehnen, aber Aleviten und Schiiten sind da bitteschön außen vor. Das sind andere. Man mag Schiiten kritisieren, aber auch da sind Aleviten außen vor. Man mag die Hamas kritisieren, aber was haben Kurden damit zu tun? Man mag die Taliban kritisieren, aber das hat nichts mit sunnitischen Türken zu tun.

Kritik an einer Religion kann niemals fruchten, wenn sie pauschal geschieht. Hierbei werden nämlich auch die liberalen Kräfte torpediert, die es aus liberaler Sicht zu stärken gilt. "Kollateralschaden" kann man das nicht mehr nennen, wenn diese Menschen in Mitleidenschaft gezogen werden. Es grenzt am Vorsatz. Ich meine damit nicht Seyran Ates oder ähnliche, sondern Organisationen wie beispielsweise http://www.huda.de – Was ist mit solchen islamischen Frauenorganisationen in Deutschland? Sind die tabu, nur weil es gläubige Moslems sind? In der taz gab es einen schönen Artikel genau zum Thema Feminismus, Frauenrechte und Islam:

http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/pseudofeminismus/

Es ist folgendermaßen: Man kann Aspekte einer Religion kritisieren. Man kann bestimmte Praktiken ablehnen, ggfs. untersagen. Man sollte hierbei jedoch von Zeit zu Zeit auch diejenigen, die etwas gegen bestimmte Kritik einzuwenden haben, einmal anhören, und auf sie eingehen. Damit wird keine Sau durchs Dorf gejagt. Das ist Religionskritikkritik. Der muss man sich ebenso stellen. Alles andere ist ein Monolog.

Kommentar verbloggt via Politcool

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3 responses to “Grundsätzliches zur Islamkritik

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