Fremdenfeindlicher Karneval 1934, 2007 und 2010

1934 in Köln:

Karneval 1934 Köln

Karneval 1934 Köln

2007 in Düsseldorf:

Karneval 2007 Düsseldorf

2010 in Aachen:

Eine “lustig” zum Karneval verkleidete “PI-Gruppe” hat sich verkleidet, um die “politische Protestkultur” des Karneval “wiederzubeleben”. Sie war allerdings nie tot. Gemeint ist daher vielmehr: Das Herumreiten auf kulturelle Minderheiten.

– auffällig gekleideter “Pascha” läuft vorweg
– Seine zwei mit Niqab verkleideten Männer laufen diszipliniert hinter ihm her, einer von ihnen ist angekettet

image

So sehen Moslems aus? Nunja… Klischees sterben nie aus, und eignen sich hervorragend zur Stigmatisierung.

Der Filmer, wohl ebenfalls zu dieser Gruppe gehörend, filmt hierbei in erster Linie die Reaktionen von Passanten.

“Wie ein unter „You Tube“ veröffentlichtes Video der Gruppe belegt, kam die Verkleidung ähnlich gut an, wie in Nazideutschland die der „Juden“ im Karneval…”, schreibt Klarmann hierzu.

Warum im Videotitel “Burka” steht, lässt sich leicht erklären: Es sollen Assoziationen zu den Taliban hergestellt werden(in diesem Bereich werden Burkas getragen), damit also zu Terror, Gewalt und massiver Entrechtung. Diese PI-Gruppe spielt ganz eindeutig mit Ungenauigkeiten, um Ängste auszulösen und damit politischen Nutzen für ihre Xenophobe Ideologie zu ziehen.

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9 responses to “Fremdenfeindlicher Karneval 1934, 2007 und 2010

  • Todenbroder

    1. Ist auf die Schippe genommener Extremismus verwerflich ?
    Hass-Imame sind eine schreckliche Realität. Hass-Rabbiner gab es nie.

    2. Ist Burka/Nikab/Vollverschleierung eine schützenswerte kulturelle Errungenschaft ?
    Nein, ein Symbol einer unmenschlichen Gesellschaftsordnung und zudem implizite Rechtfertigung für sexuelle Gewalt.
    Doch, mein lieber kruppzeuch, DAS darf man veralbern.

    Du verwechselst Fremdenfeindlichkeit mit Verspottung von repressiven Vorstellungen.
    Und außerdem können viele säkulare Muslime dem nur zustimmen.

    Schlimmstenfalls lieferst Du radikalen Vogelscheuchen wie dem Pierre Stoff für ihre zu erleidende „Unterdrückung“.

    • NDM

      1. Das Motiv wurde schon seinerzeit aufgrund einer (vllt. unbeabsichtigten) Mehrdeutigkeit kritisiert. Wie wirkt denn dies:
      Christen
      Und selbstverständlich gibt und gab es auch Hass-Rabbiner und Hass-Priester.

      2. Sorry, aber da dies im PI-Umfeld passiert, sollte man auch die Motivation näher beleuchten. Und die kommt den eingangs gezeigten zwei Motiven am nächsten. Da geht es bekanntermaßen nie um Kritik, zumal der Niqab selbst unter stark konservativen islamischen Theologen sehr umstritten ist, was bei PI geflissentlich ausgeblendet wird. Vielmehr werden Ultraorthodoxe Religionsauslegungen im PI-Milieu als „authentisch Islamisch“ angesehen. Und darum geht es.

      Niqabs sind in Frankreich relativ stark verbreitet, dort also als Thema relevant. In Deutschland sind sie eine absolute Ausnahme, und es ist kaum zu erwarten, dass die Zahl auf ein politisch relevantes Niveau steigt – es ist also ein für den politischen Diskurs ein vorerst irelevantes Thema, das sich ausschließlich für populistische Agitation eignet. Was diese PI-Gruppe also tut ist eines: Aus der herrschenden Dominanzkultur heraus heraus auf eine der kleinsten Minderheiten einzudreschen, die in D existiert. Hier geht es nicht um Kritik am Niqab. Ich lehne ihn selbst, wie auch die Burka, ab – leite diese Ablehnung jedoch weder aus der rechten Dominanzkultur(„Oiropäische Leitkultur“) noch aus einer linken Position heraus ab, sondern aufgrund von Diskussionen, die ich innerhalb der Muslimischen Bevölkerung vernehme und mit Muslimen führe. Kritik, die diese Bezeichnung verdient, findet fachlich und diskursiv statt, und nicht plakativ und abgrenzend. Nochmal: Die Motvation ist ausschlaggebend. Dieser PI-Gruppe geht es schlicht und ergreifend darum, eines zu zeigen: „Islam=Böse“, „Wir gegen die“ – es werden Klischees bedient, mehr nicht.

      Ein Kommentar bei Klarmann bringt es auf den Punkt:

      Das Problem ist nicht der Karnevalsscherz als solcher, sondern der eindeutig rassistische Hintergrund.

  • Lasu

    am rande angemerkt, vor ca. 2 Jahren nahm der Norma auf Protesten ein Nonnen Kostüme aus dem Sortiment, man stelle sich vor was losgewesen wäre wenn jemand sich über ein Araber Kostüme beschwert hätte.

  • Todenbroder

    “ Und selbstverständlich gibt und gab es auch Hass-Rabbiner und Hass-Priester. “

    Nein, nicht in dem Sinne wie die islamischen Hassprediger, weder qualitativ noch quantitativ. Sorry, Augenwischerei und Relativismus.

    “ In Deutschland sind sie eine absolute Ausnahme (Nikabs) “

    Na und ? Auf dem Karneval wurden immer auch weltpolitische Themen behandelt.
    Deswegen ist es trotzdem für den politischen Diskurs relevant, weil es für freiheitsfeindliche Ideen steht.

    Ich lehne die Verschleierung schon aus einer „europäischen Dominanzkultur“ wie Du sie nennst, ab. Eine Gesellschaft nämlich, die die Freiheit und Gleichheit aller Menschen hochhält.
    Ich finde nicht dass man sich dieser Kultur schämen sollte, noch sie mit vormodernen Denkweisen relativieren sollte.

    “ “Islam=Böse”, “Wir gegen die” – es werden Klischees bedient, mehr nicht. “

    Auch wieder nicht wahr. Politischer Totalitär-Islam = Böse, so sehe ich das auch. Freiheit gegen unmenschliche Denkweisen. Säkulare Muslime sehen das auch so

    So wird ´n Schuh draus. Da ist es mir egal, was PI sagt oder tut.

    • NDM

      „Nein, nicht in dem Sinne wie die islamischen Hassprediger, weder qualitativ noch quantitativ. Sorry, Augenwischerei und Relativismus.“

      Aussagen in den Mund legen, die weder getätigt noch angedeutet wurden, und hiernach auf eine Motivation schließen. Das find ich jetzt nicht so ehrlich.

      Dennoch gibt es selbstverständlich christliche Hassprediger, die ihrer Gefolgschaft den Märtyrertod „versüßen“, sowie jüdische Hassprediger, die unter ihren Schülern Hass gegen nichtjüdisches Leben in Israel schüren. Das gibt es alles. Du hast selbst um diese Aussage gebeten, indem du meintest, sowas gebe es nicht. Mit dem Thema hatte es allerdings ebensowenig zu tun, wie Islamistische Hassprediger.

      „Auf dem Karneval wurden immer auch weltpolitische Themen behandelt.“

      Wurde ja in diesem Fall von der „PI-Gruppe“ – explizit – nicht getan. Es ging in der Erklärung ausdrücklich um Innenpolitik – um etwas, das praktisch keine quantitative Relevanz in der Innenpolitik hat.

      „Ich lehne die Verschleierung schon aus einer “europäischen Dominanzkultur” wie Du sie nennst, ab.“

      Nicht nur ich nenne sie so. Dieser Begriff stammt aus dem antirassistischen Diskurs und bringt eines auf den Punkt: Kulturzentristisch motivierte Ablehnung, also Herabsetzung, des Fremden(völlig egal worum es dabei geht), und damit die Überhöhung des Bekannten eigenen(Dominanzgebahren), ist extrem(!) empfänglich für Rassismus und zudem bereits im Kern dem Individuum gegenüber Freiheitsfeindlich. Vergleichbar mit der Nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ wird aus dieser Perspektive heraus die Kultur als kollektiv(das „Wir“) mit mehr oder weniger starr definierten Eigenschaften betrachtet, dem man entweder qua Geburt angehören kann, oder durch Assimilation beitreten kann. Da Assimilation in diesem Sinne jedoch praktisch unmöglich ist, und eine Teilassimilation aus dieser Position heraus nicht ausreicht, bleibt nur die Geburt als hinreichendes Zugehörigkeitskriterium übrig. Strukturell gesehen ist dies also dem Rassismus sehr ähnlich, und es führt zu sehr ähnlichen Perspektiven und Forderungen.

      Zudem finden sich in dieser Betrachtungsweise auch Widersprüche. Wenn man „unserer“ Kultur das Prädikat „freiheitlich“ anpappt, damit also das Recht des einzelnen auf eine frei gewählte Lebensgestaltung hoch hält, dann wird’s kurios. Denn dann fliegen schon einige aus diesem Kulturkreis heraus, denen diese Freiheit nicht ganz so wichtig ist, wie liberalen Strömungen:
      – stramme Nazis
      – Konservative
      – fromme religiöse Strömungen (aller Religionen)
      – stramme Kommunisten

      Wenn du von „Freiheit und Gleichheit der Menschen“ sprichst, sprichst du von einem urliberalen politischen Konzept, das in der Verfassung und in der allg. Erklärung der Menschenrechte festgeschrieben ist, jedoch in einem Spannungsverhältnis mit eben diesen genannten Strömungen steht, die ebenso (leider) zum kulturellen Inventar gehören. Demnach ist also „Freiheit und Gleichheit der Menschen“ nichts kulturell verbindliches, sondern lediglich eine verbindliche Aussage des Staatsapparates an die Bürger.

      „Ich finde nicht dass man sich dieser Kultur schämen sollte“

      Eben doch. Wenn man sich glaubhaft kritisch gegenüber anderen Kulturen äußern möchte, dann muss(!) man Unzulänglichkeiten im eigenen kulturellen Wirkkreis ebenso erkennen und kritisch analysieren. Wenn man seine eigene kulturelle oder politische Herkunft oder Position nicht selbst kritisch zu betrachten in der Lage ist, dann ist es ein schlechter Scherz, wenn man genau dies von anderen verlangt. Man wird dann mit einer solchen Forderung schlicht nicht für voll genommen.

      „Politischer Totalitär-Islam = Böse“

      Was du meinst, scheint bei der PI-Gruppe, und bei PI/Pro-NRW generell, nicht auf Gegenliebe zu stoßen. Das sind einfache Hetzer mit einem sehr schlichten Feindbild und einem konkreten Ziel. Es ist etwas naiv, zu glauben, dass diese Leute wirklich hehre Ziele verfolgen.

  • Todenbroder

    Was die christlichen/jüdischen Hassprediger angeht, so hat das mit dem Thema in der Tat nichts zu tun. Auf dem Umzug 2007 wurde islamistisch-militanter Fanatismus thematisiert. Und der war und ist ein großes Problem für Freiheit und Leben vieler Menschen.
    Es gibt kein jüdisches Pendant der 30er Jahre dazu und die beiden Umzüge sind deshalb so nicht vergleichbar.
    Säkulare oder gläubige, aber demokratisch gesinnte Muslime fühlen sich von so etwas nicht betroffen, weil sie nicht gemeint sind.
    Pierre Vogel und seine Kameraden fühlen sich betroffen, um die geht´s ja auch. Mehr wollte ich nicht sagen.

    2. „Europ. Dominanz“, „Kulturzentrismus“ usw.
    Es ist doch garnicht so kompliziert. Unser Gemeinwesen beruht auf der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, die sich hier im Laufe von Jahrhunderten und in blutigen Konflikten herausgebildet hat.
    Es wird das Recht des Einzelnen betont, eben nicht das der Gemeinschaft. Insofern passt auch Dein Einwurf der „Volksgemeinschaft“ überhaupt nicht.

    Die Feinde der FdGO zeichnen sich eben gerade dadurch aus dass sie das freie, bürgerlich-emanzipierte Indivduum hassen wie die Pest.
    Dieser Hass auf das Individuum ist der kleinste gemeinsame Nenner von faschistischen, stalinistischen und islamistischen Hardlinern.
    Sie alle beschwören die Gemeinschaft, sei es die Volksgemeinschaft, die Arbeitergemeinschaft oder die Glaubensgemeinschaft, die Ummah. Du bist nichts, deine Gemeinschaft ist alles.
    Die dekadenten, entarteten Individuen, die Kapitalisten, verjudeten Westler, die Ungläubigen sind deine und unsere Feinde !

    “ man Unzulänglichkeiten im eigenen kulturellen Wirkkreis ebenso erkennen und kritisch analysieren. “

    Aber das geht nur in einer freiheitlichen Kultur. genau das ist ihre Stärke. Der Zweifel ist die Triebfeder des Fortschritts. Aber das kommt nicht von Ungefähr. Die freiheitliche Ordnung hat sich entwickelt und ist natürlich kultureller Herkunft.

    Die “ verbindliche Aussage des Staatsapparates an die Bürger“ kommt nicht aus dem Nichts, sondern ist natürlich aus dem kulturellen Rahmen heraus entstanden.
    Die Freiheit ist inklusiv und jeder kann an ihr teilhaben und deswegen ist auch das Hinrücken zum Rassismus völlig absurd.
    Wer hier etwas anderes als die FdGO will, muss daran gehindert werden, egal wer.

    Und nochmal, was PI denkt, ist mir egal.
    Den politischen Islam, der auch die Burka als gesellschaftliches, freiheitsfeindliches Symbol zuzuordnen ist, lehne ich ab. und um den ging es auch beim Karneval.
    PI mag Türken und Araber aus rassistischen Gründen hassen und sich des Themas bemächtigen, Burka/Nikab bleibt dennoch eine Sache für sich.

  • Fremdenfeindlicher Karneval «

    […] bei Kruppzeuch Kategorien:Migranten in Deutschland Schlagwörter:Antiislamismus, Antisemitismus, Deutschland, […]

  • crassmedial

    haha..nee klar, ist nicht menschenverachtend. ist gesellschaftskritisch^^
    und ihr seid erwachsene menschen? bin kein moslem, bin 21 jahre alt und ganz ehrlich, wer nicht sieht, wie menschenverachtend diese aktion mit dem vergleich auf dem karneval und mit dem video ist, soll sich nicht wundern als rechts beschimpft zu werden. fuck fascism. es ist echt schade, das hitler nichtmal 100 jahre her ist, und viele bürger es anscheinend immernochnicht kapiert haben..

  • Kruppzeuch

    Fremdenfeindlicher Karneval 2010 (2)…

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