Henryk M. Broder – “Sind Muslime die Juden von heute?” (Episode 2)

Vor einiger Zeit hatte ich einen etwas ausführlicheren Blogpost zu einem unsäglichen Auslass von Henryk M. Broder geschrieben. Broder versuchte vergeblich, die Praktik von Herrn Benz und dem Zentrum für Antisemitismusforschung, die aktuell grassierende Islamfeindlichkeit mit älteren Formen des Antisemitismus zu vergleichen, zu dämonisieren. Bis heute konnte jedoch noch niemand Herrn Benz dahingehend widerlegen, dass gewisse Parallelen zwischen dem alten Antisemitismus und dem aktuellen Islamhass tatsächlich existieren. Warum dies nicht geschah, zeigt ein anderer Artikel. Auf der anderen Seite nämlich war jemand fleißig, ganz konkrete Beispiele für die genannten Parallelen zusammenzusuchen, und sie sind erschreckend deutlich.

Der Artikel ist länger(aber sehr lesenswert), daher greife ich nur das für mich wesentliche heraus, nämlich die Schlussfolgerung, die ich so auch unterschreiben kann:

Erstens: Von elementarer Bedeutung ist natürlich die Frage nach den Ursachen der konstatierten Analogien. Die Antwort verweist auf den äußerst erschreckenden Tatbestand, dass antisemitische Stereotype, Theoreme und Argumentationsmuster nie wirklich ernsthaft aufgearbeitet und zurückgewiesen wurden, so dass sie nahezu problemlos auf eine andere Opfergruppe transferierbar bzw. duplizierbar sind.

Zweitens: Die Feststellung der bereits auf den ersten Blick überraschenden Tiefe vergleichbarer Ausgrenzungsmechanismen verdeutlicht, dass der Antisemitismus in dieser Gesellschaft weiterhin voll präsent und tief verwurzelt ist sowie generationenübergreifend internalisiert wurde.

Drittens: Der Antisemitismus des Kaiserreichs war in seiner Intensität und Verbreitung um ein Vielfaches größer dimensioniert als die heutige Islamfeindlichkeit. Durch einen legitimen Vergleich darf dieser posthum nicht in einem milderen Licht erscheinen oder dadurch gar entlastet werden.

Viertens: Da es sich bei vielen islamfeindlichen Topoi ursprünglich um antisemitische Muster handelt, ist die Gefahr groß, dass diese, stoßen sie nicht zügig in unserer Gesellschaft auf entschiedenen Widerstand, auch das antisemitische Potenzial verstärken.

Fünftens: Eine didaktische Aufarbeitung des Vergleichs kann nicht zuletzt dabei helfen, antisemitische Tendenzen von Teilen muslimischer Jugendlicher reflektieren und aufarbeiten zu lassen sowie zurückzuweisen.

(Gefunden bei Arne Hoffmann)

Siehe auch:
Henryk M. Broder – “Sind Muslime die Juden von heute?”

“Mir schlägt ein unglaublicher Hass entgegen”

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s