Wie PImatische Agitprop funktioniert

Es ist ja keine Neuigkeit, dass sich die PInesen gerne Methoden bedienen, die sich bei Radikalinskis unterschiedlicher Coleur mehr oder weniger bewährt hat. Als Beispiel sei hier gezeigt, wie der aggressive Mob gezielt auf Kritiker angesetzt wird.

In der Süddeutschen erschien gestern Abend ein Artikel, der sich kritisch mit den Pseudo-„Islamkritikern“ beschäftigte, und zwar mit einer Agitationsmethode, die man ansonsten nur von Nazis kennt: die Anwendung der Wortergreifungsstrategie auf öffentlichen Veranstaltungen.

Kiwitt und seine Mitstreiter sind gekommen, um Stunk zu machen. Von insgesamt 23 Zuhörern gehören an diesem Abend in der Pfarrgemeinde sieben zu den Islamkritikern. Dass sie eine Einheit bilden, ist für den Referenten und die anderen Gäste nicht zu erkennen. Die Gruppe hat sich unauffällig im Raum verteilt. Lediglich der Tenor ihrer Fragen verrät sie, der Tonfall ist aggressiv. Die anderen Besucher auf der Veranstaltung in der St.-Korbinian-Gemeinde sind empört über die Fragen der Gruppe, weil das Thema des Abends nichts mit der von ihnen erzwungenen Debatte um Terrorismus zu tun hat. Mitarbeiter der Pfarrgemeinde versuchen, die Debatte zu drehen, doch die Gruppe lässt sich nicht bremsen.

Das ist jedoch nicht alles. Ca. um 23 Uhr wurde der SZ-Artikel über die radikale Kampftruppe bei PI verlinkt. Resultat hierbei ist in der Regel das, was man hier nachlesen kann. Zu später Stunde kommen zwar relativ wenige Kommentarschreiber zur Süddeutschen, um ihrem islamophoben Sprachdurchfall freien Lauf zu lassen, aber am Morgen stehen sie auf, lesen PI und wissen sofort, wer und wo das Böse ist. Also stehen sie stramm, melden sich bei der Süddeutschen an und kommentieren fleißig im Einheitschor, teils per copy ’n paste. Dass es nicht sachlich zugehen kann, wenn eine Seite versucht, Masse vorzutäuschen, versteht sich ganz von selbst. Vielmehr haben die PImaten mit ihrer Agitation sogar den Artikel selbst inhaltlich bestätigt, auf virtueller Ebene. In diesem Fall lässt sich zudem konstatieren: Die Stammleserschaft der Süddeutschen hat die PImaten recht gut im Griff. Letztere wiederum schmoren, eben bis auf ein paar einzelne ausdauernde, bei PI im eigenen Saft. Auffallend ist im Kommentarbereich der Süddeutschen gewesen, dass einige der PImosen liebend gern auf das Mittelalter zurückgreifen, wenn es um Islambashing geht, sich demgegenüber jedoch jede Bezugnahme auf die Geschichte verbitten, wenn hierbei z.B. das Christentum kritisch beleuchtet wird. Auch interessant ist, dass sich hierbei die eifrigsten Christentums- und Deutschlandverteidiger überhaupt nicht der pluralität bewusst sind, was die Deutung der Bibel angeht, sondern einzig von dem ausgehen, was sie selbst über die Bibel gelernt haben, und dies auf das gesamte Christentum übertragen. Dass es (idR evangelikale) christliche Strömungen gibt, die auch das alte Testament wortgenau nehmen, leugnen sie. Das ist der selbe Fehler, den diese Leute auch bezüglich der jüdischen Religion und dem Islam machen, jedoch mit anderem Vorzeichen. Je nach dem, von welcher Ideologischen Ecke sie ihre Informationen beziehen.

Interessant ist allerdings auch, dass diese Menschen sich selbst „Kritiker“ nennen, jedoch oftmals keinerlei Kritik an ihren eigenen Positionen zulassen, Kritik teils sogar mit aggressivem Tonfall begegnen, um sie verstummen zu lassen.

Einen sehr interessanten Kommentar mit einer sehr interessanten Abschlussfrage möchte ich hier einmal copypasten:

Hallo zusammen,

Ich bin einigermaßen begeistert.

Zunächsteinmal liegt der hier geäußerten Islamkritik zugrunde, von einzelnen Fällen (so extrem sie sein mögen) auf die Gesamtheit zu schließen. Ob das so einfach zulässig ist, wird von Kritikerseite selten hinterfragt, sondern als völlig legitim angesehen. Argumentativ liegt hier schon ein erheblicher Schwachpunkt. Für jeden einzelnen Kritikpunkt müsste schon nachgewiesen werden, ob es tatsächlich „am Islam“ liegt, oder ob hier nicht andere Variablen stärker reinspielen.

Z.B. Ehrenmorde: sind diese im Islam als solchem begründet (es wird schon schwer, entsprechendes im Koran zu finden, viel Spaß dabei) oder sind es archaische gesellschaftliche Aspekte, die hier einen traurigen Ausdruck finden ?
Dazu wäre natürlich interessant zu untersuchen, ob die Herkunft, bildungsstand, sozialer Stand der Täter differenzierter betrachten lassen. Eine solche Studie ist mir nicht bekannt.

Z.B. Terrorismus: Terrorismus ist kein islamisches Phänomen und wird es auch nicht werden. Terrorismus wird es geben, solange es „Freiheitskämpfe“ gibt (Ob jemand Terrorist oder Freiheitskämpfer ist, liegt alleine an der Perspektive). Vermutlich bedarf es für Terrorismus nicht einmal tatsächlicher unterdrückung, sondern lediglich des Gefühls einer solchen.

Letzlich bleibt aber doch die Frage: selbst wenn die Unterstellungen wahr wären: was folgt denn daraus als praktische Handlungsoptionen ? Was wäre denn der Umgang mit hier lebenden Muslimen, was der mit nicht hier lebenden ?

Ist hierauf wirklich neugierig:
Hend.

Tatsächlich zielt radikale Kritik bzw. „Kritik“ immer auf die Erzeugung eines Handlungsbedarfs ab. Welchen Handlungsbedarf „Islamkritiker“ sehen, lassen sie jedoch in der Regel völlig offen(so auch in diesem Forum), und überlassen entsprechende Ideen dem Leser bzw. dem Stammtisch. Sich auszumalen, welcher Tendenz die angepeilte „Lösung“ der aufgeworfenen Frage dann folgt, dürfte angesichts der Aggressiv durchgeprügelten demagogischen „Argumente“ wohl nicht schwer fallen – die emotionale Grundlage des vorschwebenden Handlungsbedarfs wird jedenfalls bereits durch die „Argumentations“linie und ihrer Aggressiven darlegung der pauschalisierten Agitation gegen „den“ Islam erkennbar.

Beispiel gefällig? Hier:

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