Deutsche Kartoffel: Treffer, versenkt!

Zur Deutschen Kartoffel dieser Beitrag auf FR-Online:

Zitate:

Der Film ist natürlich, selbst eine deutsche Kartoffel müsste das eigentlich erkennen, kein Werbespot der Firma Pfanni. Es ist schlicht die erfrischende HipHop-Parodie eines Studenten der Hochschule für Fernsehen und Film München. Auf dem Spotlight-Festival in Mannheim, einem internationalen Werbefilmwettbewerb, gewann der einminütige Spot einen Publikumspreis in Silber. Man kann das Filmchen also witzig finden.

Wenn man irgendeine Moral aus der seltsamen Geschicht´ ziehen kann, dann die, dass Dummheit und Borniertheit, die natürlichen Feinde der Kunst, im Internet einen unfassbar fruchtbaren Humus gefunden haben. Die Kunst aber auch. Denn mit der Breitenwirkung, die sein Festival-Beitrag nun hat, hätte der junge Student niemals rechnen können. Seiner Karriere dürfte es kaum abträglich sein.

Treffer, voll auf die Zwölf, versenkt. PI got pwnd. Es handelt sich hier schlicht um ein Musterbeispiel erfolgreichen viralen Marketings, das den Pawlowschen Reflex bei einigen Ewiggestrigen zu nutzen schaffte. Ob beabsichtigt oder nicht, sei mal nicht näher beleuchtet. In jedem Fall ging der Schnellschuss – wie eigentlich jeder – für PI und Aftermedia gehörig nach hinten los. 🙂

Sie haben überhaupt nicht kapiert, was “Kartoffel” eigentlich heißt, und wie der Begriff im Reallife benutzt wird, denn sie haben keinerlei Kontakte zu einschlägigen Strömungen bzw. kennen die Subkultur der HipHop/Rap-Szene nicht, maßen sich jedoch an, darüber zu urteilen. Wäre Eminem Deutscher, würde er sich sicher selbst so nennen, wie er hier beispielsweise:

Siehe auch:
Die Deutsche Kartoffel und das “Gesunde Volksempfinden”
Kartoffelmassaker
Dem Nazi sein Gehirn…
Die Kartoffelwoche – heute: Musik von Jan Delay

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10 responses to “Deutsche Kartoffel: Treffer, versenkt!

  • G.I. Joe

    Der einzige, der offenbar keine Ahnung vom „Reallife“ hat, bist Du, Kruppzeuch. Sonst würdest Du diesen naiven Scheiss von FR-Online nicht bejubeln. Geh mal raus in die Problemviertel unserer Großstädte und lern die „Kultur“ dort kennen… am besten nach Einbruch der Dämmerung. Hoffe, Du hast ’ne gute Krankenversicherung…

  • Mittagsgruß

    Es geht hier garnicht um die Begrifflichkeit an sich. Mit der Bezeichnung „Sch… Kartoffel“ werden Leute zusammengeschlagen/ausgeraubt. Deswegen ist der Clip zynisch.
    Muss man verdammt nochmal immer ein Nazi sein, um das so zu sehen ? Glaubst du dass so etwas, der Clip und deine Reaktion auf Leute die ihn scheiße finden, zur Bekämpfung von Rechtsradikalismus beiträgt ?

    • NDM

      Der Clip ist humorvoll-sarkastisch. Zynisch und 100% deutsch humorbefreit ist das deutschvölkische Dauerbeleidigtsein, das man bei AfterPImedia durch ein Brennglas zu Gesicht bekommt.

      „Muss man verdammt nochmal immer ein Nazi sein, um das so zu sehen ?“

      Nicht unbedingt, eine gewisse geistesverwandtheit lässt sich angesichts der doitschen Berufsempörung allerdings nicht von der Hand weisen. Die selben Leute, die am Stammtisch/Kameradschaftsabend lauthals über „Kanacken“/“Musel“/“Untermenschen“ lästern, ihnen die Post an den Hals wünschen, ertragen es nicht, wenn der von ihnen geworfene Bumerang zurückkommt, sie also den liebevoll charakterisierenden Spitznamen „Kartoffel“ bekommen.

      Das einzige Problem, das aus Sicht dieser PI/Aftermedia-Einheitsfront besteht, ist folgendes: Das „niedere Volk“ nimmt sich das Recht heraus Dinge zu tun, die das „höhere Volk“ für sein selbstverständliches Privileg hält. Es ist dieser Humus der blanken Doppelmoral, auf der Rechtsextremismus gedeiht. Die PIschen Volksgenossen sehen sich in deutschreligiösen Gefühlen verletzt, und reagieren ebenso stumpf wie Islamisten, die dänische Fahnen anzünden.

      • Nachmittagsgruß

        “ Zynisch und 100% deutsch humorbefreit „,

        “ angesichts der doitschen Berufsempörung “

        Du bist genauso ressentimentbeladen wie rechte Türkenhasser. Und du siehst das Böse nur und auschließlich im Rechtsradikalen, bzw. im Deutschen schlechthin. Doitsche Berufsempörung…
        Ist das dann sowas wie die muslimische Berufsempörung ? Na, na ? Erwischt. Genau die gleiche Denke wie deine großen, deine einzigen Feinde.

        Wenn Nazis mit einschlägigem Aussehen über zerstampfte Gammeldöner oder so in einem Clip ihre Hassfressen präsentieren würden, würdest du hier im Quadrat springen. Aber nur dann.

        • NDM

          Ich bin nicht ressentimentbeladen, sondern verwende die Sprache als Spiegel.

          • G.I. Joe

            Von wegen. Nachmittagsgruß hat (leider) völlig Recht: Diese Seite hier propagiert sehr einseitig den quasi von Natur aus „bösen Nazi-Deutschen“ und die „armen, diskriminierten Ausländer“. Eine Dazwischen kennst Du nicht. Sehr einseitiges Schwarz/Weiss-Denken, eigentlich genau das, was Du an PI & Co. kritisiert.

            Nur zu Klarstellung: Ja, ich bin Deutscher (nicht aktiver Katholik hinzu, also auch kein Moslem) und ich finde, hierzulande sollten UNSERE Werte gelten. Das hat nichts damit zu tun, dass ich etwas gegen anständige Ausländer (auch Moslems) habe. Jedoch muss man auch berechtigte(!) Kritik üben dürfen.

  • Agent K

    Mit solchen Klischees zu spielen halte ich für hochgefährlich. Ich will diesem Studenten ja gar nicht absprechen, dass er das Ganze ironisch gemeint hat, aber es gibt nunmal genügend geistig Minderbemittelte, die nicht über Satire und Ernst nachdenken und solche Filmchen für bare Münze nehmen.

    Und an diejenigen, die nun allen kritischen Stimmen am liebsten gleich ein Hakenkreuz auf die Stirn tätowieren wollen – es gibt auch noch andere Klischees….. Araber und Knoblauch, Türken und Kümmel…. wie fändet ihr es denn, wenn der Film darum gegangen wäre, anstatt um Deutsche und Kartoffeln?

    • NDM

      Ich copypaste hier mal einen schönen Kommentar aus einem anderen Forum…
      —-

      Ich glaub das Missverständnis ist hier, dass einige „zeigen“ mit „gutheißen“ verwechseln. Ist ja nicht das erste mal, dass sowas passiert. ^^

      Das Video zeigt einen Klischee-Hiphopper, der Hip-Hop- und Migranten-Klischees von sich gibt, die dann auf Pfanni-Werbung umgedeutet werden. An keiner einzigen Stelle wird Gewalt gegen Deutsche als positiv dargestellt, im Gegenteil, die Pointe ist, dass es garnicht um Gewalt gegen Deutsche geht, sondern um Kartoffelbrei im nicht metaphorischen Sinne.

      Das kann ich nur dann als Beleidigung gegen Deutsche auffassen, wenn ich
      a) oben genannte Migranten-Klischees akzeptiere (im Prinzip so, als wenn ich glaube, Kasachstan wäre voll von Borats)
      b) die Darstellung der Klischees als Gutheißen verstehe (Nicht alles, was in einem Film passiert, ist eine Handlungsanweisung an das Publikum)
      c) Die Pointe, die die Klischees negiert, ignoriere.

      Auf deutsch, der Film ist dann eine Beleidigung gegen Deutsche, wenn ich alles ignoriere, außer den Satz „Ich zerquetsch’ dich, du Kartoffel.“

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