Rassisten sind eine Gefahr, nicht Muslime!

Im folgenden ein Fullquote dieser PDF-Datei, veröffentlicht beim interkulturellen Rat. (via Musafira)

Die Autoren und Unterstützer stelle ich mal vorne dran:

Die Erklärung wurde erarbeitet von Günther Burkhardt (Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge PRO ASYL), Torsten Jäger (Geschäftsführer des Interkulturellen Rates in Deutschland) und Volker Roßocha (Leiter des Bereichs Migrations- und Antirassismuspolitik beim DGB-Bundesvorstand).

Die Erklärung wird getragen von:
Prof. Dr. Wolfgang Benz (Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin); Prof. Dr. Heiner Biele-feldt (Universität Nürnberg-Erlangen); Dr. Yaşar Bilgin und Dr. Jürgen Micksch (Moderatoren des Deut-schen Islamforums); Prof. Dr. Almut Sh. Bruckstein Çoruh (ha’atelier – werkstatt für philosophie und kunst); Prof. Dr. Micha Brumlik (Universität Frankfurt am Main); Annelie Buntenbach (Mitglied des Ge-schäftsführenden DGB-Bundesvorstandes); Roberto Ciulli (Künstlerischer Leiter des Theater an der Ruhr); Günter Grass (Nobelpreisträger für Literatur); Dr. Navid Kermani (Schriftsteller und Orientalist); Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel (Universität Tübingen); Prof. Dr. Claus Leggewie (Professor für Politikwis-senschaft und Buchautor); Prof. Dr. Dieter Oberndörfer (Rat für Migration); Prof. Dr. Birgit Rom-melspacher (Alice Salomon-Hochschule Berlin); Prof. Dr. Joachim Sartorius (Intendant der Berliner Festspiele); Dr. Bernd M. Scherer (Intendant Haus der Kulturen der Welt in Berlin); Dr. h.c. Fritz Schramma (Oberbürgermeister der Stadt Köln a.D.); Prof. Dr. Gesine Schwan (Mitgründerin der Hum-boldt-Viadrina School of Governance); Hilal Sezgin (Schriftstellerin und Journalistin); Prof. Klaus Staeck (Präsident der Berliner Akademie der Künste); Prof. Dr. Rita Süssmuth (Bundestagspräsidentin a.D.); Ilija Trojanow (Schriftsteller); Feridun Zaimoglu (Schriftsteller).

Erklärung zum Internationalen Tag gegen Rassismus

Das per Volksentscheid durchgesetzte Minarettverbot in der Schweiz und die Debatten um das Verbot der Gesichtsverschleierung in Frankreich und Italien haben deutsche Rechtsextreme ermutigt. Gruppierungen wie die NPD, pro Köln und pro NRW wollen die Erfolge der populistischen Kampagnen in Deutschland kopieren und davon auch bei den bevorstehen-den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen profitieren.

Dabei machen sie sich ablehnende Einstellungen gegenüber Muslimen zunutze, die nicht nur bei Menschen vorhanden sind, die Religionen generell kritisch gegenüberstehen, sondern übergreifend im liberalen und konservativen Lager sowie bei der politischen Linken. Verbreitete Ängste um die kulturelle Identität der Gesellschaft und vor Terrorismus sowie Sorgen um die Bewahrung emanzipatorischer Errungenschaften und Freiheitsrechte tragen hierzu bei.

Solche Befürchtungen und konkrete Konflikte im Zusammenleben von Muslimen und Nichtmuslimen müssen offen angesprochen und diskutiert werden. Dabei können unterschiedliche und kontroverse Positionen bezogen, begründet und vertreten werden. Allerdings dürfen Menschen- und Freiheitsrechte, die in Jahrhunderten erkämpft wurden, nicht eingeschränkt oder zur Disposition gestellt werden Das gilt für das Recht auf Selbstbestimmung der Frau ebenso wie für das Recht, seine Religion im Rahmen der grundgesetzlich garantierten Religionsfreiheit ungehindert leben und religiöse Bauwerke errichten zu können.

Die Bilder und die Sprache, mit denen in Internet-Blogs und in Schriften gegen den Islam und die Muslime agitiert wird, machen deutlich: Hier sind zumeist Rassisten und Rechtsextremisten am Werk. Mit Kampagnen gegen das Kopftuch oder den Bau von Moscheen und Mina-retten versuchen sie, Mehrheiten in der Bevölkerung zu gewinnen. In Wahrheit geht es Ihnen um etwas anderes: Sie sind auf der Suche nach Mehrheiten zur Veränderung der demokratischen Gesellschaft – ihnen dürfen wir nicht auf den Leim gehen.

Rechtsextremismus und Rassismus sind in jeder Erscheinungsform eine Gefahr für unsere Gesellschaft. Deshalb stellen wir uns populistischen und rassistischen Kampagnen entgegen, die auf dem Rücken von Muslimen die demokratische Ordnung unterwandern und Grundrechte beschneiden wollen.

Was tun?

• Zivilgesellschaftliche Organisationen und staatliche Stellen sollen Strukturen aufbauen bzw. fördern, die sachliche Informationen über den Islam und die Muslime aufbereiten und der Öffentlichkeit zugänglich machen.

• Die demokratischen Parteien müssen sich rassistischen Kampagnen entgegenstellen und darauf verzichten, zur Mobilisierung von Wählerstimmen Vorurteile und Stereotype gegenüber Muslimen zu bedienen.

• Antimuslimische Internet-Blogs, in denen anonyme Autoren Muslime rassistisch beleidigen und offen zur Gewalt auffordern, sind von den Behörden stärker als bisher in den Blick zu nehmen.

• Die Medien haben dafür Sorge zu tragen, dass sie mit ihrer Berichterstattung keine rassistischen Stereotype befördern und rassistischen und fremdenfeindlichen Positionen in ihren Leserbrief- und Kommentarseiten kein Forum bieten.

• Schulen, Universitäten und andere Bildungseinrichtungen sollen sich mit den Organisationsstrukturen und Argumentationsmustern von Rechtsextremisten und Rassisten aktiv auseinandersetzen.

• Zivilgesellschaftliche Organisationen müssen aktiv werden und Gesicht zeigen, wenn Rechtsextremisten und Rassisten durch Demonstrationen und Kundgebungen versuchen, ihre Positionen zu verbreiten und salonfähig zu machen.

 

Frankfurt am Main/Darmstadt/Berlin, den 19. März 2010


4 responses to “Rassisten sind eine Gefahr, nicht Muslime!

  • G.I. Joe

    Nach wiederholt rassistischen sowie Rechtsextremismus- und Rassismusverharmlosenden Kommentaren hat dieser User das Privileg, der erste zu sein, dessen Kommentar entfernt wurde. Dies ist ein Warnschuss. Weitere unsachliche und/oder tendenziöse Beiträge haben die Rückwirkende Löschung sämtlicher Kommentare zur Folge.

  • G.I. Joe

    Guter Witz. Ich habe NICHTS rassistisches geschrieben, Dir passt bloß meine Sicht der Dinge nicht. Na ja, dieses Blog ist sowieso ideologisch total verbohrt: Die „bösen“ Deutschen, die „guten“ Ausländer (vor allem „sooo liebenswerte Moslems“). Auf Propaganda-Beiträge und deutschfeindliche Polemik derart stehe ich nicht. Deshalb: Ich gehe freiwillig – und zwar gerne!

  • Christian

    Oh ja, dieser Blog ist ja so schrecklich deutschfeindlich, eine echte Propagandamaschine und grauselig polemisch :-))
    Zum Thema, in puncto Unterzeichner: Gut, dass sich auch akademische Kreise oeffentlich gegen die grassierende Islamophobie zu Wort melden. Gerade vor wenigen Wochen schrieb ich noch einem Brieffreund, dass die Akademiker viel zu selten zu gesellschaftlichen Themen das Wort ergreifen. Daher ist diese Erklaerung eine gewisse Relativierung meiner These. Besser spaet als gar nicht.
    Gruss
    Christian

  • G.I. Joe

    Nach dem kleinen, netten Chat mit NDM bleibe ich doch noch ein wenig😉

    Zum Thema: Wo ist denn diese angeblich „grassierende Islamophobie“? Ich sehe keine, sondern nur zu Recht besorgte Bürger, die sich gegen eine zunehmende Islamisierung der Gesellschaft und dreiste Forderungen (Riesenmoscheen mit hohen Minaretten) von moslemischen Mitbürgern positionieren. Das nennt man freie Meinungsäußerung und diese ist Teil der Demokratie. Seltsamerweise haben viele Linke ein gespaltenes Verhältnis zur Demokratie – sie ist nur dann erwünscht, wenn die eigene Meinung gerade öffentlich verbreitet wird.

    Übrigens: […]😉

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