Schädlinge entwickeln Resistenz gegen Monsanto-Genbaumwolle

Die Taz berichtet von einem Schädling, der eine Resistenz gegen Giftproduzierende Genbaumwolle der Firma Monsanto entwickelt hat:

Die betroffene Sorte Bollgard produziert aufgrund gentechnischer Veränderungen einen speziellen Giftstoff, der unter anderem die gefürchtete Rosarote Baumwollkapselraupe abtöten soll. Doch in vier von neun Bezirken des Bundesstaates Gujarat ist die Raupe seit vergangenem Jahr resistent gegen dieses Gift. Das geht aus einem Bericht von Monsanto und dem zentralen Institut für Baumwollforschung hervor, der der zuständigen Gentechnikkommission seit Kurzem vorliegt.

(…)

Seit acht Jahren wird die Bollgard-Baumwolle in Indien angebaut. Wie auch bei dem in Deutschland umstrittenen Genmais MON 810 handelt es sich um eine sogenannte Bt-Pflanze: Aufgrund eines eingebauten Gens, das ursprünglich aus Bakterien der Gattung Bacillus thuringiensis (Bt) stammt, produziert sie einen bakterientypischen Giftstoff. Bisher starb die Rosarote Baumwollkapselraupe nach Fressen dieses Gifts.

Eine Lösung für das jetzt entstandene Bollgard-Problem will Monsanto bereits parat haben: Bollgard II. Diese in den USA seit 2002 verkaufte Baumwollsorte ist eine Weiterentwicklung, die nicht nur das Bollgard-Gift produziert, sondern noch einen weiteren, ähnlichen Stoff. Mit dieser neueren Variante sei das Resistenzproblem in Indien gelöst, glaubt Monsanto-Sprecher Andreas Thierfelder: "Diese Sorte bietet nicht nur eine breitere Wirksamkeit, durch den zusätzlichen Giftstoff sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Resistenzen auftreten."

Das grundsätzliche Problem ist technisch dem Antibiotika-Problem ähnlich, jedoch nicht durch Entwicklung *noch* giftigerer Pflanzen lösbar. Hierdurch wird die Lage im Gegenteil sogar noch verschärft. Zu erwarten ist, dass der Bollgard-resistente Schädling auch gegen das zweite Gift Resistenzen entwickelt.

Monsanto steuert mit der Entwicklung dieser gentechnisch veränderten Pflanzen die Evolution einer in freier Wildbahn vorkommenden Spezies. Die Folgen dieses Geschäftsmodells sind noch nicht absehbar.

Die – neben dem z.Zt. unwahrscheinlichen Verbot von derartigen Pflanzen – sinnvollste Methode, um solchen Multiresistenzen vorzubeugen, ist meiner Meinung nach eine verbindlich vorgeschriebene Anbaumethode. Sie muss sicher ausschließen, dass eine Resistenz, die ja immer zunächst bei einzelnen Tieren auftritt, zu einem evolutionären Vorteil für eben diese wird.


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