Was auch nicht schlimm ist…

Auf dem humanistischen Portal “Wissenrockt” wird ein junger Österreicher zu seinem Austritt aus der Islamischen Religion interviewt. Ich zitiere hier einmal einige für mich interessantesten Abschnitte:

Natürlich die Einleitung:

“Ich will einfach zeigen, dass es möglich ist.” Cahit Kaya, Grafiker aus Wien, trat heute aus der Gemeinschaft muslimischer Gläubiger aus. Was aus der Sicht islamischer Theologen eigentlich nicht möglich ist, konnte sich Cahit Kaya zumindestens von staatlicher Seite durch einen kurzen Behördengang dokumentieren lassen. Er ist außerdem Vorsitzender des Zentralrats der Ex-Muslime in Österreich, der vor kurzem gegründet worden ist. In Deutschland gibt es den Zentralrat bereits seit 2007, welcher auch die Gründung in Österreich unterstützt hat. Cahit Kaya ist nun für die österreicher Behörden kein Muslim mehr, er ist ein Ex-Muslim. Aus diesem Anlass haben wir ein kurzes Interview mit Cahit Kaya geführt.

Zu den Kosten:

wissenrockt.de: Hat es was gekostet?
Kaya: Der Austritt selber ist in Österreich kostenlos. Wer aber ein amtliches Dokument als Bestätigung haben will, muss dafür 2,10 Euro bezahlen. Der Ablauf ist im Grunde der selbe wie ein Austritt aus jeder anderen Kirche. Gut dokumentiert sind diese Schritte und Anlaufstellen unter www.kirchenaustritt.at nachzulesen. Da der Islam mit dem Christentum rechtlich gleich gestellt ist, findet sich dort ein guter Leitfaden.

Zum Radikalismus(was genau so für sämtliche Religionen gilt):

wissenrockt.de: Was meinen deine Eltern zu diesem Schritt?
Kaya: Meine Eltern sind nicht wirklich religiös. Zwar beschäftigt sich mein Vater mit solchen Themen, aber er hält auch nicht viel vom radikalen Islam. Und der radikale Islam beginnt für mich schon dort, wo Ungläubige missioniert werden sollen und berechtigte Kritik auf Ablehnung stößt. Wenn diese beispielsweise Menschenrechtsverletzungen betreffen – auch jemanden dazu zu nötigen, einer Religion angehören zu müssen ist ein Verstoß, wie auch das Verhindern eines Austrittes. Aber in der Verwandschaft gibt es durchaus radikale Muslime. Allah behüte weltoffene Menschen davor!

Zur Perspektive:

wissenrockt.de: Ex-Muslim zu sein ist ja nun erstmal nur eine Zustandsbeschreibung. Gibt es für dich eine Alternative zum Islam?
Kaya: Ja, denn auch der Zentralrat der Ex-Muslime will kein rein atheistischer Verein sein. Wir möchten auf einer humanistischen Grundlage Hilfestellungen anbieten. Dabei wollen wir niemanden ausgrenzen und die Fehler des Islam und anderer Religionen wiederholen. Also ist uns Toleranz sehr wichtig, auch gegenüber Gläubigen. Wenn Glauben jemandem Stabilität gibt, dann wollen wir niemanden davon abbringen. Kritisch sind wir nur gegenüber streng religiösen Menschen, die uns offen angreifen oder vereinnahmen, wie es die IGGIÖ nunmal tut. Und wenn man überhaupt eine Ideologie brauchen sollte, dann eine humanistische. Der ZdE will einfach konfessionsfrei, humanistisch und laizistisch sein.

Grundsätzlich ist es in Europa kein Problem, seine Religion abzulegen oder zu wechseln. Wer Sanktionen dafür fordert, sollte sich darauf gefasst machen, ins Fadenkreuz des Verfassungsschutzes und ggfs. der Justiz zu kommen. Zurecht. Völlig unabhängig davon, um welche Religion es sich handelt.


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