Geschichtsrevisionisten bei PI-News

Nur zwei Beispiele von heute:

Pantau

Merke: Die Kriegsdrohung Deutschlands und die darauf folgende Annektion des Sudetenlandes war eigentlich ganz okay, und überhaupt: Deutschland hat den 2. Weltkrieg ja gar nicht angefangen…

Kant

Dieser “Wendig” erschien im Grabert-Verlag. Ein paar Ausschnitte aus dem zugehörigen Wikipedia-Eintrag:

Der 1953 von Herbert Grabert als „Verlag der deutschen Hochschullehrer-Zeitung“ in Tübingen gegründete und 1974 umbenannte Grabert-Verlag gehört mitsamt seinem Tochterunternehmen, dem Hohenrain-Verlag, zu den größten und bekanntesten rechtsextremen Verlagen in der Bundesrepublik Deutschland. Die Verlagsleitung obliegt seit 1972 Wigbert Grabert, der den Verlag nach dem Tod Herbert Graberts 1978 auch als Eigentümer übernommen hat. Der "Grabert- und Hohenrain-Verlag" bietet umfangreiche Verlagsprogramme an, mit denen er die ganze Bandbreite von Themenfeldern bedient, die für den Rechtsextremismus von politisch-ideologischer Bedeutung sind. Mehrfach wurden Bücher aus den Verlagsprogrammen wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Verunglimpfung Verstorbener eingezogen und/oder von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert

Thematische Schwerpunkte waren und sind Verharmlosungen des Nationalsozialismus, insbesondere die Leugnung der Kriegsschuld und Relativierung der Judenvernichtung (Shoa).

1981 erschien das Buch Feuerzeichen – Die „Reichskristallnacht“ von Ingrid Weckert, die damals die von Michael Kühnen begründete Antizionistische Aktion in München leitete. In dem Pamphlet behauptete sie, die Reichspogromnacht am 9. November 1938 sei von jüdischer Seite angestiftet worden, um die Auswanderung der Juden nach Palästina zu fördern. Das Buch wurde von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften indiziert. Als ein weiteres Beispiel von vielen kann das 1994 erschienene geschichtsfälschende „Volkslexikon Drittes Reich“ genannt werden.

Dazu kommen zahlreiche Publikationen, die sich gegen die Globalisierung, den europäischen Einigungsprozess, sog. "Political Correctness", die Einwanderung nach Deutschland, die „Frankfurter Schule“, sowie das politische System Deutschlands und dessen Repräsentanten richten.

Einer noch:

image

Der Autor dieses Buches hat ebenfalls einen Wikipedia-Eintrag:

Seit einigen Jahren tritt Schultze-Rhonhof als Publizist u. a. mit Arbeiten zur Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges in Europa hervor. Im Kontext dieser publizistischen Tätigkeit trat er im Mai 2006 gemeinsam mit den umstrittenen Historikern Stefan Scheil und Walter Post auf einer Tagung der vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuften[1] Verleger Wigbert Grabert und Gert Sudholt auf. Nach einer Schulung des Südtiroler Schützenbundes, bei der Schultze-Rhonhof als Referent fungierte, leitete die Staatsanwaltschaft Bozen gegen die Teilnehmer Ermittlungen wegen des Verdachts auf Verletzung der Gesetze gegen die Einheit des italienischen Staates ein.[2]

Zu dem bei PI beworbenen Buch steht dort:

In seinem Buch Der Krieg, der viele Väter hatte, geht Schultze-Rhonhof davon aus, dass Adolf Hitler bis in den Herbst 1939 keinen Krieg riskieren wollte.[3] Er attestiert deshalb Polen mit der Ablehnung der deutschen „Verhandlungsangebote“ eine Mitschuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Auch Großbritannien, Frankreich, die USA und die Sowjetunion seien massiv am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs beteiligt gewesen, da sie letztlich Polen in den Krieg getrieben hätten. Zwar hätten die späteren Alliierten nach der Besetzung der Tschechoslowakei einen Kriegsgrund gegen Deutschland besessen, da der militärische Eingriff aber ausblieb, seien sie danach durch die „Friedenspflicht“ gebunden gewesen.[4] Obwohl er selbst angibt, dass er kein wissenschaftliches Buch geschrieben habe,[5] wirft er der deutschen Geschichtswissenschaft vor, im Falle der Analyse der Kriegsschuld mit einem „verengten Tunnelblick“ zu arbeiten. [6] Zudem behauptet er, dass amtliche Quellenbände wie die Akten zur deutschen auswärtigen Politik (ADAP) manipuliert worden seien[7] und die Geschichtswissenschaft und die deutschen Schulbuchverlage gezwungen seien, eine deutsche Alleinschuld am Zweiten Weltkrieg festzuschreiben.[8]

Das Buch ist insgesamt in vier Teile gegliedert und beginnt seine Darstellung mit der Ausgangslage des Ersten Weltkriegs und endet mit dem deutschen Angriff auf Polen, bzw. einer Beurteilung der Schuldfrage.

Im Anhang werden insgesamt 178 Quellen- und Literaturverweise angegeben. Hierbei überwiegen revisionistische und rechtsextremistische Autoren (wie z. B. Gerhard Baumfalk, Hans Bernhardt, Friedrich Grimm, David L. Hoggan, Erich Kern, Paul Rassinier, Jacques Benoist-Méchin, Annelies von Ribbentrop, Heinrich Schulze-Dirschau), umstrittene Historiker, die die Präventivkriegsthese vertreten (wie z. B. Stefan Scheil, Werner Maser, Ernst Topitsch) und Publizisten aus dem rechtskonservativen Milieu (wie z. B. Franz Uhle-Wettler, Heinz Nawratil, Heinz Magenheimer, Dirk Bavendamm). Schultze-Rhonhof blendet in seiner Arbeit die geschichtswissenschaftliche Standardliteratur zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs aus.[9] Eine Auseinandersetzung mit dem internationalen Forschungsstand erfolgt somit nicht. Lediglich einige Schulgeschichtsbücher dienen ihm als Referenzrahmen. Ansonsten baut er seine Argumentation auf einer selektiven Auseinandersetzung mit bereits publizierten Aktenreihen zur auswärtigen Politik der kriegführenden Staaten auf.[10] Auf ungedruckte Quellen wird in Einzelfällen zurückgegriffen. Eine Recherche zu den von Schultze-Rhonhof genutzten Quellen hat bei der Stichprobe, der Behauptung zwischen ‚1933 – 1938 wären 557.000 Juden aus Polen nach Deutschland geflüchtet‘ auf die unbelegten Aussagen eines ehemaligen NS-Pressesprechers als Primärreferenz verwiesen, die vorher an anderer Stelle ungeprüft übernommen wurde.[11]

Eine weitere Bewertung findet sich hier.

Alles in allem handelt es sich also um Lesestoff aus dem selbstreferenzierenden Nationalsozialismus-verharmlosenden und Holocaustleugnenden politischen Bereich, der da bei PI beworben wird, unsäglicherweise auch noch unterhalb einem offenen Brief an Charlotte Knobloch, welcher ebenfalls den Nationalsozialismus verharmlost:

Das einzige Mittel, muslimische Kinder von Antisemitismus und Demokratiefeindlichkeit abzuhalten, besteht darin, sie ihrer faschistischen, nazistischen Ideologie zu entfremden. So wie die Amerikaner einmal in Deutschland ein Entnazifizierungsprogramm durchgeführt haben, sollte es heute in ganz Europa Entislamisierungsprogramme geben.


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