“Antideutsche” vs. PIpifanten

Ich stelle einfach mal folgende These in den Raum:

Sogenannte “Antideutsche” leiten ihre Islamkritik von der Israelsolidarität ab. Bei den Rechten ist es umgekehrt: Sie leiten ihre Israelsolidarität von ihrem Hass auf Moslems ab. Für erstere ist die Solidarität zu Israel Motivation, für letztere ist sie Alibi.

Vielleicht mag jemand etwas dazu sagen.


4 responses to ““Antideutsche” vs. PIpifanten

  • LordPiccolo

    Ohne die Extremismustheorie ins Spiel zu bringen, versuche ich eine kurze und idealtypische Erklärung zu liefern. Bei den Antideutschen spielen verschiedene Faktoren eine Rolle

    1. Kritische Theorie: Die Antideutschen berufen sich auf Adorno und sein Axiom, dass etwas Vergleichbares wie Auschwitz nicht geschehen dürfe. Daher müsse man Israel bedingungslos unterstützen, da Israel nur durch den Holocaust zustande gekommen ist und seit der Gründung von seinen arabischen Nachbarn bedroht wird. Deswegen vermuten sie hinter jeder Israel-Kritik Antisemitismus.

    2. Leninscher Antiimperialismus: Gerade hier wird deutlich, dass die Antids in gewisser Weise Recht haben. Der leninsche Antiimperialismus suggerierte, dass man jegliche Antikoloniale Kräfte im Kampf gegen die Kolonialherren unterstützen müsste. Manche übertragen diese Denkart jedoch auf Organisationen wie Hamas und Hisbollah, sodass deren Kampf als ein gerechter Kampf gegen einen Aggressor wahrgenommen wird. Die Antids kritisieren berechtigt diese Denkart, da es falsch ist, rückständige Organisationen oder Regierungen (wie Iran) zu unterstützen.

    Man muss jedoch bedenken, dass die Antids nicht hauptsächlich den Islamismus und die Theokratie bei solchen Organisationen und Regierungen kritisieren, sondern wegen der

    3. Marxschen Religionskritik annehmen, dass der Islam die Araber daran verhindert, demokratische Regierungen und Organisationen auf die Beine zu stellen.

    Kurz gesagt, deine Anmerkung über die Antids ist berechtigt. Sie handeln aus Motivation und Überzeugung heraus. Die Rechtsextremisten hingegen nehmen Überzeugungen und Einstellungen die in der Gesellschaft existieren an und tragen diese in militanter Weise als ihre eigene Meinung hervor. Sie passen sich quasi an die Gesellschaft an. Der historische Faschismus hat die sozialdarwinistischen und rassistischen Einstellungen, die in der Gesellschaft existierten aufgenommen, als etwas Neues präsentiert und sich als Vertreter des kleinen Mannes hervorgehoben, der von den Eliten und von der Unterschicht missbraucht wurde. Die neuen „Faschisten“ tun genau dasselbe. Sie passen sich an und übernehmen die Einstellungen und Überzeugungen, die in der Gesellschaft existieren. Nach dem 11. September warfen sie ihren offenen Antisemitismus und Rassismus endgültig über Bord, ein Prozess die seit den 80er stattfand, und übernahmen den versteckten Antisemitismus gepaart mit heuchelnder Israelliebe, Moslemfeindlichkeit und Kulturrassismus, um sich der Gesellschaft als etwas Neues zu präsentieren und sich als Vertreter des kleinen Mannes hervorzuheben, der von den Eliten und von der Unterschicht missbraucht wird.

    summa summarum: Da es bei den Rechtspopulisten um geheuchelte Liebe handelt, wirst du niemals in den Zeitschriften der Antids eine Karikatur finden, der dem von Götz Wiedenroth ähnelt😉

    Vergib mir, dass alles so wirr formuliert ist. Leider muss ich grad 2 Hausarbeiten in schneller Eile durchjagen🙂

    • NDM

      Vielen Dank für diese Erklärung. Es ist in manchen Fällen wirklich schwierig, Aussagen eines Rechten Moslemhassers sauber von Positionen der AntiD oder anderer Lager zu trennen, wenn die Motivlage letzterer nicht wirklich klar ist.

      Punkt 1 und Punkt 2 waren mir wohl bekannt, den Aspekt der Marxschen Religionskritik hatte ich in diesem Zusammenhang jedoch noch gar nicht betrachtet. Ehrlich gesagt musste ich mich gerade schlaulesen, was damit überhaupt gemeint ist.😉
      In diesem Punkt erscheinen sie mir allerdings auch stark Islamfixiert – zumindest angesichts derjenigen Texte, die ich bisher gelesen hatte.

  • Harlykin

    Klo-Linke…

    Seit fast einem Monat hat sich auf dieser Seite nichts ereignet. Schade eigentlich. Aber leider wurden mir und werden immer noch von der deutschen Bürokratie Hürden gestellt, sodass ich fast an dem Punkt gelangt bin, auf den Flohmarkt Krempel zu verkau…

  • Franko

    Ich als Rechter (nicht radikal!) „hasse“ keine Moslems, jedoch sollten die hier lebenden Moslems die hier geltenden Werte und Gesetze achten. Dinge wie Zwangsheiraten, Ehrenmorde, Verschleierung, Hala-Essen etc. haben in Deutschland und Europa nichts verloren. Wer so leben will, soll nach Saudi Arabien, in den Iran oder sonstwo hin gehen. Israel stehe ich grundsätzlich neutral bis positiv gegenüber.

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