“Selbst beim Islamismus gibt es große Unterschiede”

Drei Links zum von Claudia Dantschke gewonnenen Ingeborg-Drewitz-Preis:

Der taz gibt sie ein Interview.

Der Vorwärts bezeichnet sie als Geheimtipp.

Der humanistische Pressedienst verhält sich gewohnt neutral und lobt:

Ihr waches Auge für menschenfeindliche Tendenzen schließt Differenzierungen ein


8 responses to ““Selbst beim Islamismus gibt es große Unterschiede”

  • Lyli

    Ja, beim Neonazismus samt Dunstkreis auch. Was willst Du mit diesem Zitat sagen ?

  • Limited

    Ich finde es ja schon recht merkwürdig, welche Koraninterpretaionen von Pipifanten und Co. immer bemüht werden.

    Zu der Widersprüchlichkeit des Koran, zur nahezu unmöglichen Textexegese gibt es bei der FAZ einen interessanten Artikel:

    http://www.faz.net/s/Rub79A33397BE834406A5D2BFA87FD13913/Doc~E0958EF8362B74504B8674F27E0506AA8~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    • NDM

      Hervorragend und exakt auf den Punkt gebracht ist dieser Teil:

      Das, was aber am Koran unübersetzbar ist, ist in Wahrheit nichts anderes als das, was auch die Muslime und selbst die gebildetsten arabischen Muttersprachler nicht verstehen und über dessen Deutung sie streiten. Die dadurch bedingte Vielzahl von Auslegungen und möglichen Übersetzungen ist zugleich der natürliche Schutz des Korans vor allen einsinnigen Auslegungen. Nicht zuletzt die Vielzahl und die Unzulänglichkeit der Übersetzungen sind es, die das Bewusstsein wachhalten, dass wir es nur mit einer Übersetzung zu tun haben – ein Bewusstsein, das im Fall der Bibel jahrhundertelang nicht existiert hat und heute noch bei allen Evangelikalen und Bibeltreuen so schwach ausgebildet ist, dass sie sich, ohne mit der Wimper zu zucken, auf Übersetzungen berufen, als wären diese vom Herrgott selbst autorisiert. Sie tun damit dasselbe, was die Fundamentalisten und die sich in ihnen spiegelnden sogenannten Islamkritiker mit dem Koran zu tun versuchen.

      • Agent K

        „Sie tun damit dasselbe, was die Fundamentalisten und die sich in ihnen spiegelnden sogenannten Islamkritiker mit dem Koran zu tun versuchen.“

        >> Nicht ganz. Evangelikale benutzen ihre radikale Bibelauslegung nicht als Rechtfertigung für Terrorakte zur Bestrafung Andersgläubiger.

  • Limited

    Christentum und Islam sind sich dahingehend recht ähnlich, dass beide Relgionsgruppen eine universelle Wahrheit proklamieren, der auch universelle Geltung zu verschaffen ist.

    Und vor diesem Hintergrund gibt es eine Vielzahl von gewalttätigen Akten auch von fundamentalistischen Angehörigen der christlichen Religionen.

    Das reicht von der Ermordung von Ärzten die Abtreibungen vornehmen in den USA und auch der Oklahomabomber ist hier zu nennen, über ultanationalistische Gruppen in Russland, die behaupten sich auf dem Boden des orthodoxen Glaubens zu bewegen in Russland, die „Kaukasier“ jagen, bis hin zur Lord Resistance Army in Afrika und Todesschwadronen in Südamerika, die sich in der Kirche vorab Absolution für ihr „Gotteswerk“ erteilen lassen, bevor sie losziehen um Oppositionelle und Andersdenkende abzuschlachten.

    Jede fundamentalistische Glaubensinterpretation hat Anfälligkeiten für Gewaltsmißbrauch.

    Aber es ist schon bezeichnend, wie sich die Fundamentalisten von beiden Seiten in diesem Fall (Koran) auf eine einhellige Interpretation einigen können (ungeachtet jeder Validität) – Brüder im Geiste.

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