Mügelner Nationalismus und Antisemitismus im Fußball

Bericht des Spiegel(Fettschrift von mir):

Zu einem Spielabbruch kam es am Samstag in der Leipziger Bezirksklasse Staffel 2. Die Spieler von Roter Stern Leipzig weigerten sich, die Partie bei Mügeln-Ablaß in der zweiten Hälfte beim Spielstand von 2:0 für das Heimteam fortzusetzen, da sie sich von Teilen des Publikums antisemitisch beschimpft sahen. Nach Auskunft von Roter Stern hatten Zuschauer, die der Mügelner Anhängerschaft zuzurechnen seien, schon vor dem Anpfiff antisemitische und nationalistische Gesten gezeigt.

Die Polizei war wegen der Brisanz der Partie präsent, konnte die Aktionen der mutmaßlich rechtsradikalen Zuschauer aber nicht verhindern. Die Polizei Mügeln wollte zu den Vorfällen keine nähere Auskunft geben. "Der Einsatz läuft noch", hieß es auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Bereits am 24. Oktober 2009 war es bei der Partie von Roter Stern in Brandis zu Ausschreitungen gekommen. Damals griffen Neonazis RSL-Fans mit Eisenstangen an und verletzten zwei von ihnen schwer. Der Schiedsrichter hatte die Partie bereits nach zwei Minuten abgebrochen.

Der MDR schreibt:

Allerdings war die Partie in der 28. Minute schon einmal unterbrochen worden. Grund war ein Polizeieinsatz im RSL-Fanblock. Der genaue Anlass ist jedoch noch unklar. Nach Angaben Fröbischs wurde den Spielern gesagt, die Beamten hätten nur die Personalien eines Zeugen feststellen wollen. Es sei aber auch vom "Verdacht einer Straftat" die Rede gewesen. Bei den antisemitischen Gesängen ist die Polizei laut Fröbisch deshalb nicht eingeschritten, weil alles gefilmt worden sei. Die Beamten hätten gesagt, die Aufnahmen würden später ausgewertet. Nach ihren Informationen wurde eine Person wegen eines Hitlergrußes festgenommen.

Die Polizei hat für Sonnabend eine Presseerklärung angekündigt.

Jan Greschner vom SV Mügeln-Ablaß zeigt hierbei nicht gerad Entschlossenheit, wenn es darum geht, sich intensiver mit der Problematik des Faschismus in den eigenen Reihen zu befassen. Zwar distanziert er sich deutlich von den Geschehnissen, übt sich(PDF) dann jedoch in der…

– Externalisierung des Problems: “…nationalsozialistischen Gesängen der besagten, vom Verein abzugrenzenden Gruppe…”

– und der Schuldumkehr: “…,dass die Spieler des SVMA sowohl im Hinspiel, als auch während des heutigen Rückspiels als Nazis bezeichnet wurden.“

Darauf folgend schreibt er, an den RSL gerichtet: “Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!”

So geht das nicht. Der SV-Mügeln-Ablaß hat mit Nachdruck auf seine Fans einzuwirken, und ihnen keine vorschnellen, kostenlosen Ablassbriefe zu erteilen.

Aktuelle Informationen zum Thema dürfte es auf dem Twitter-Channel des Leipziger Fußballclubs geben:

http://twitter.com/rsl99

Mügeln… Mügeln!? Da war doch was… Die Mügelner VolksDorfgemeinschaft. Es wird Zeit, sich noch einmal in Erinnerung zu rufen, was für eine Stadt Mügeln eigentlich ist.

 

 

 

Mügeln hat seine Nazis offenbar noch immer nicht in die Schranken gewiesen.

Bei diesem Thema bin ich auch unweigerlich an einen Text von Bonjourtristesse erinnert: “Wir sind eine starke Gemeinschaft”. In wie weit wirklich zutrifft, was dort beschrieben ist, kann ich nicht sagen. Die Thesen sind allerdings durchaus interessant.


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