Wer bist du?

Ein Film mit vielen vernünftigen und zum Teil weisen Aussagen.
Die beste Aussage von allen war: "In erster Linie bin ich Ipek"

Ich hatte mich mal (vor etlichen Jahren) jemandem auf einer Kneipentour kennengelernt, und mich mit ihm unterhalten. Er sah mir danach aus, als sei sein Ursprung irgendwo im griechisch-türkischen Bereich zu verorten, und daher wollte ich mal nachhaken. Die Kommunikation war etwa so(sinngemäß wiedergegeben):

– Woher kommst du eigentlich?
– "Ich komme aus Marl"
– Ich meine, woher kommst du ursprünglich?"
– "Ich bin auch in Marl geboren."
– Und deine Eltern?
(Das Thema wurde ihm etwas unangenehm)
– "Die kommen aus der Türkei, aber was hat das mit mir zu tun?"
– Ich wollte wissen, wo du herkommst, was du bist.
– "Ich bin ein Mensch und Tätowierer. Hast du ein Tattoo?"

Damit wurde dann schnell klar, wie irrelevant solche Fragen über die Herkunft eigentlich sind. Das gilt auch für Fragen über die Religion. Fragen zur kollektiven Zugehörigkeit dienen eigentlich immer nur dazu, jemanden möglichst schnell in eine kollektive, möglichst “andere” Schublade zu stecken, ohne sich mit der Person selbst befassen zu müssen, obwohl einen möglicherweise sogar mehr verbindet, als trennt. Das Religionsverständnis und die Lebenseinstellung erschließen sich während der Kommunikation ganz von alleine, und die Information über die “Herkunft” ist in aller Regel nicht wesentlich, sondern schmückendes Detail.

(Video via Fareus)


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