Moral vs. PI

Bei PI-News gab es mal wieder einen antiziganistischen Artikel. Die entsprechend rassistischen Reaktionen gegen Sinti und Roma lasse ich mal raus, sind aber schon schlimm genug. Hier aber zwei relativ anständige Kommentare:

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Unterstützung bekam er nach erstem überfliegen von ein oder zwei Kommentaren.

Einige der intensiveren Reaktionen sind sehr eindeutig(und das sind wirklich nur einige dieser Art):

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Sogar unser Groupie macht mit:

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und schreibt:

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Zur Kollektivschuldabwehr gibt es einiges zu sagen. Interessant auch, dass jene, die einer solchen Abwehr frönen, in der Regel auch eine umgekehrte Kollektivschuld behaupten, z.B. in diesem Fall:

Was kann das deutsche oder sonst ein Volk dafür, wenn fahrende Romas “ausgerenzt” werden?
Die grenzen sich doch selbst aus.

Am Antiziganismus sind die Sinti und Roma also selbst schuld. Aha. Und vermutlich sind die Moslems demnach auch an Moslemfeindlichkeit schuld und die Juden am Antisemitismus.

Zum SteveHeilHitler72 zurück:

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Merke: Ein Jude ist bei PI willkommen, wenn er sich vollasi-miliert, also in Eintracht mit der Masse gegen alle anderen Minderheiten hetzt, ebenso wie es die Nazis nebenan lieben, wenn ein Hamasanhänger zusammen mit ihnen einen antisemitischen Einheitschor singt. Tut er das nicht, dann… Naja. Sieht man ja. Dann gibt’s eins auf die Zwölf. Dann treten die stolzen Germanen wieder in alle alt-eingeschliffenen Richtungen.

Warum “A.Tell” übrigens völlig recht hat, kann man einführend bei der Wikipedia unter dem Begriff “Porajmos” nachlesen. Dort steht unter anderem:

Die nationalsozialistische Bekämpfung der „Zigeuner“ (…) (Himmler-Erlass vom 8. Dezember 1938) mündete wie die ebenso rassistische nationalsozialistische „Endlösung der Judenfrage“ in einen Völkermord. Porajmos und Shoa stehen nach der Motivation der Täter, nach dem Ablauf der Ereignisse und nach den Methoden und Ergebnissen ihrer Realisierung nebeneinander. Während Porajmos allein den Genozid an den europäischen Roma bezeichnet und Shoa allein den Genozid an den europäischen Juden meint, umfasst in einer weiteren Definition von Holocaust dieser Begriff beide. Auch bei einer engeren Definition stellt die Forschung doch die Verfolgung der Sinti und Roma in den Zusammenhang des Holocaust (Wolfgang Benz).[1]

Zudem hier noch ein paar Worte zum Begriff “Zigeuner”:

„Mit dem Begriff „Zigeuner“ verbinden die meisten Menschen im günstigen Fall Klischeevorstellungen wie feurige „Zigeunermusik“, Lagerfeuerromantik und tanzende Frauen in langen bunten Röcken. Im Gegensatz zu diesen noch scheinbar harmlosen Klischees gegenüber Sinti und Roma stehen allerdings schwerwiegende und diskriminierende Assoziationen im Vordergrund. Auch heute assoziieren die meisten Menschen Handlungen wie Stehlen, Betteln und Betrügen oft mit „Zigeunern“. Sinti und Roma selbst, von wenigen Ausnahmen abgesehen, empfinden die Bezeichnung „Zigeuner“ nicht nur deshalb als diskriminierend, weil sie unter der gleichen Bezeichnung von den Nationalsozialisten verfolgt wurden, sondern auch, weil dieser Begriff diese eingängigen und negativen Klischeevorstellungen und Stereotypen nach sich zieht.

(…)

Das Wort „Zigeuner“ tritt in Deutschland zum ersten Mal im 15. Jahrhundert auf. Ihre unkonventionellen Lebensformen, ihre unbekannte Herkunft und Sprache führten zu zahlreichen Gesetzen gegen „Zigeuner“. Das gipfelte in der Zeit des Nationalsozialismus in einem für Sinti und Roma bisher nie gekannten Ausmaß an Erfassung, Verfolgung und Vernichtungsaktionen. Die gegen sie gerichtete Rassenpolitik legitimierte nicht nur Zwangssterilisationen, sondern auch die Deportationen in die Konzentrations- und Vernichtungslager.

Gerade vor dem Hintergrund dieser schrecklichen Geschichte setzten Sinti und Roma im Zuge der Bürgerrechtsbewegung der späten 1970er Jahren durch, dass die Bezeichnung „Zigeuner“ im öffentlichen Diskurs nicht mehr verwendet wird.

Die Bezeichnungen im Singular lauten Sinto bzw. Sintiza (für im deutschsprachigen Raum lebende) und Rom bzw. Romni (für im europäischen Raum lebende Angehörige der Volksgruppe. Die Sinti sind zwar die größte Gruppe im deutschen Sprachraum, aber nicht die einzige; es gibt hier auch andere Gruppen wie die Lalleri oder Litautikker; auch sie gehören zu den NS-Verfolgten.

PI ist und bleibt ein rassistischer Dreckhaufen.


7 responses to “Moral vs. PI

  • fareus

    „PI ist und bleibt ein rassistischer Dreckhaufen.“

    *zustimm*

  • LordPiccolo

    Na sollte doch keinen wundern. Vor Jahren als Beisicht und Brouhns bei der Deutschen Liga für Volk und Heimat waren, haben sie einen Kopfgeld für eine Roma-Familie ausgerufen gehabt -,-

  • Tweets that mention Moral vs. PI « Kruppzeuch -- Topsy.com

    […] This post was mentioned on Twitter by Zarathustra, NDM. NDM said: Moral vs. #PI « Kruppzeuch http://bit.ly/8X70LG #Antiziganismus #Antisemitismus […]

  • Peter

    „PI ist und bleibt ein rassistischer Dreckhaufen.“

    Zumindest gibt es da eine ganze Menge Rassisten, alle PI-Leser als Rassisten abzustempeln halte ich aber für ein Vorurteil.
    Siehe A.Tell oder diverse andere Kommentatoren.
    Meine Sache ist es nicht, ich lese lieber „Achgut“, was aber hier wohl auch nicht so gut ankommt.:-/

    • NDM

      Der Fisch stinkt bei PI vom Kopf her. Es ist kein Wunder, dass sich dort hauptsächlich Rassisten versammeln, wenn bei PI so viele rassistische „Artikel“ veröffentlicht werden. Deshalb bestätigt sich dort auch das, was in diesem Artikel steht:

      http://hpd.de/node/9344

      „Als Stiftung werden wir auch weiterhin mit unseren Kooperationspartnern dafür kämpfen, dass Ex-Muslime vor Verfolgung geschützt werden. Dies ist nicht nur aus humanitären Gründen notwendig, wir setzen damit auch ein deutliches, politisches Signal: Denn wer Islamkritik aus letztlich rassistischen Gründen betreibt, dem widerstrebt es, Ex-Muslimen Asyl zu gewähren. Solchen ‚Islamkritikern’ geht es nicht um die Emanzipation des Menschen von überkommenen Moralvorstellungen, sondern darum, alles ‚Fremdartige’ aus ihrem Dunstkreis verbannen. Mit einer solchen Form von xenophober Islamkritik haben wir als humanistisch-aufklärerische Stiftung nichts gemein! Unser Engagement gilt dem Menschen als Menschen – unabhängig davon, aus welchem Land oder welcher Kultur er ursprünglich stammt…“

      Sehr gut zu beobachten im Kommentarbereich hier:
      hxxp://www.pi-news.net/2009/11/petition-asyl-fuer-ex-muslime/

      Nun kritisiere ich zwar den bisweilen radikalatheistischen Kurs der GBS, delegitimiere ihn allerdings nicht, denn inhumane Motive kann man der Stiftung nicht unterstellen. Bei der PIschen Strömung ist es denkbar anders.

      Denen ist das Leben eines „nicht-europiden“ Menschen in aller Regel völlig gleichgültig. Im Gegenteil: Jede derartige Hinrichtung im Iran ist für sie ein Segen, denn derartiges lässt sich wunderbar ausschlachten und gegen hier lebende Moslems verwenden – aus eben diesen rassistischen Gründen.

  • Peter

    Hmm ja könnte wohl auf die meisten „Journalisten“ von PI zutreffen aber es sind auch mehrere Migranten und eine Jüdin dabei darum würde ich das auch nicht auf alle ausweiten, wobei ich mich schon frage warum die da überhaupt mitmachen.
    Viele Artikel dort sind wirklich übles Zeug und ich denke ich werde mich dort mal anmelden und denen meine Meinung geigen.

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