Lesetipp: Die Islamfeinde und die Medien

Die Überschrift:

Warum die deutschen Medien die Anti-Islambewegung hofieren

Der Catcher:

In Deutschland ist in den letzten Jahren eine gut vernetzte anti-islamische Bewegung entstanden, die in den Medien überaus erfolgreich ist. Wie ist das zu erklären und wie kann man den Gefahren begegnen? Von Stefan Weidner

Ein Absatz aus der Mitte herausgegriffen:

Der Kernsatz dieser Glaubenslehre lässt sich auf eine denkbar einfache Formel bringen: Der Islam war nie gut, ist nicht gut und kann nicht gut sein. Gerade diese Unzugänglichkeit für Argumente ist es, die unter vielen Intellektuellen und Verantwortlichen in den Medien den Kultstatus der Bewegung ausmacht. Es tut gut, endlich einmal eine klare Meinung haben zu dürfen, nicht ständig differenzieren und lavieren zu müssen. Am Widerspruch, der ihr hier und da noch entgegenschlägt, wächst sie nur, und wenn es ein begründeter Widerspruch ist, erhöht sie die Lautstärke und wächst damit erst recht.

Und zwei weitere Absätze, die ich für wichtig halte:

Eine Islamkritik aber, die nicht pauschal wäre, verlöre sogleich ihren Gegenstand – den eingebildeten Islam an und für sich – und damit ihre Fähigkeit, ein sich aus vielen Quellen und fast allen politischen Lagern speisendes, diffuses Unbehagen zielgerichtet zu bündeln.

Um der anti-islamischen Bewegung entgegenzutreten, bleibt vorerst kein anderes Mittel, als der Bewegung ihre eigenen Strategien abzuschauen. Keine Toleranz den Intoleranten, predigen die Islamgegner. Es empfiehlt sich gegenwärtig, sie absolut beim Wort zu nehmen und ihnen nichts, aber auch gar nichts durchgehen zu lassen.

-> Und hier geht’s weiter.


14 responses to “Lesetipp: Die Islamfeinde und die Medien

  • Limited

    Danke für den Hinweis, ein interessanter Artikel.

    Die wesentliche Frage:

    Wenn man aber mit der Anti-Islambewegung nicht verhandeln kann, weil sie keine satisfaktionsfähigen politischen Ziele kennt; wenn man mit ihr nicht argumentieren kann, weil sie von Unterscheidungen nichts wissen will; wenn man sie nicht beschwichtigen kann, weil sie ihre Empörung als Empörung ausleben will und jede Beschwichtigung als Appeasement-Politik geißelt, wie sollen die Nachdenklicheren unter unseren Zeitgenossen sich ihr gegenüber noch verhalten?

    läßt sich in meinen Augen allerdings kaum mit einem abstrakten Appell in Hinsicht auf Intoleranz gegen Intoleranz beantworten.

    Zum einen ist das paradox (was die Anti-Islamisierer in ihrem Wahn allerdings nicht stört), zum anderen ist das zuwenig um einer Spaltung entgegenzuwirken.

    Es müssen irgendwie intelligentere und fantasievollere Antworten auf diese Form des modernen Jakobinertums gefunden werden.

  • Salome

    Mich würde mal interessieren, über wen hier eigentlich geredet wird ?
    @NDM und Limited, ich glaube ihr macht euch was vor, wenn ihr meint, der größte Teil der Kritiker des Islam seien rechtsradikale „Islamfeinde“.

    Die wirklich rechte Gefahr wird umso größer, je mehr man die Bedenken der Menschen ignoriert.
    Und die haben ja Augen und Ohren. Allein das Internet (youtube und co.) ist voll mit unglaublich widerwärtiger Gehirnwäsche und Hass im Namen des Islam.

    „Keine Toleranz den Intoleranten“ kann ich absolut unterschreiben. Alles, was das Spektrum der FdGO verlässt, sollte nicht damit rechnen dürfen, toleriert zu werden. Hier wird doch ein Popanz aufgebaut.

    • NDM

      „Die wirklich rechte Gefahr wird umso größer, je mehr man die Bedenken der Menschen ignoriert.“

      Mache ich den Eindruck, als ignoriere ich reale Ängste?

      Ist evtl. dieser Blogpost für diesen Eindruck ausschlaggebend?
      https://kruppzeuch.wordpress.com/2010/04/11/zu-necla-kelek/
      Oder dieser hier?
      https://kruppzeuch.wordpress.com/2010/01/20/wie-ein-salafist-mit-frauen-umzugehen-pflegt/

      Bedenken gibt es vielerlei. Es gibt auch verbreitete Bedenken gegenüber „jüdische Einflüsse“(aka „Israel-Lobby“) in Deutschland. Sollte die Politik diese nun ernst nehmen und versuchen, diese „Einflüsse“ einzudämmen? Wenn ja, wie? Wenn nein, wie sollte man mit diesen „Bedenken“ umgehen?

      Es gibt angesichts der Wirtschaftskrise geschürte bedenken dahingehend, dass das Sozialsystem bald nicht mehr alle, die es brauchen, versorgen kann. Sollte man nun den Druck auf gegenwärtige Sozialempfänger ausweiten oder gar einige Gruppen, (z.B. Blauäugige) ausgliedern? Forderungen und Bedenken gibt es viele, manche sind berechtigt, andere basieren auf Gerüchten.

      „Hier wird doch ein Popanz aufgebaut.“

      Schön, wenn es so wäre. Schon einmal nach Österreich geschaut? Das ist kein Popanz, sondern die Rennaisance eines modernisierten NS.

      Das Internet ist voll mit Zeugs, insbesondere YouTube ist voll von Zeugs. Schon einmal den Inhaltsfilter für Deutschland umgangen? YouTube ist voll von beliebter NS-Propaganda, nicht nur in Österreich frei zugänglich.

      Hier: http://www.hidemyass.com/ <— Damit kann der Filter von YouTube umgangen werden, um sich Österreichische Verhältnisse anzusehen. Der Suchbegriff "Deutsches Reich" dürfte ein netter Einstiegspunkt sein. Glaubst du, dass die Leute, die deratiges ins Internet setzen, in den letzten 2 Jahren ihre Ansichten geändert haben? Sie haben lediglich gelernt, ihre Ansichten so zu formulieren, dass sie mit den Gesetzen in Einklang stehen. Es bleiben jedoch weiterhin die selben Ansichten und Ziele.

      Wenn man sich etwas durchklickt, kommen Kommentare wie:

      Da  hast du Recht der Gedanke der EU wurde von den Zionisten impliziert, erstens um die großartigen europäischen Kulturen zu zerstören, deshlab Drängen sie auch auf den Beitritt der Türkei und andere die nicht zu userem Kulurkreis gehören. Der andere Grund speziell der Alliiertenkanzler Adenauer förderte es in der BRD-GmbH damit die Bürger sich mit der Teilung Deutschlands abfinden.

      Und nein, solche Aussagen sind dort nicht selten, sondern lediglich nicht sofort sichtbar.

      Dass es auch Islamistische Hasspropaganda gibt, ist kein Geheimnis. Sammle Nachweise und und wende dich an die Familienministerin, die sich im Rahmen des Jugendschutzes diesbezüglich an YouTube wenden kann. Bezüglich antisemitischen Äußerungen wende dich zusätzlich an den Zentralrat der Juden. Ich gehöre zu den letzten, die dagegen etwas einzuwenden haben.

    • Limited

      Ich weiß nicht, ob der größte Teil der Islamkritiker rechtsradikale oder rechtsextreme Islamfeinde sind.

      Allerdings denke ich läßt sich belegen, dass eine nicht geringe Zahl der auserkorenen oder selbsternannten Islamkritiker von rechtsradikalem- oder rechtsextremen Vorstellung ausgehen. Davor sollte man meiner Meinung nach auch die Augen nicht verschließen.

      „Keine Toleranz den Intoleranten“ kann ich absolut unterschreiben.

      Pardon, aber das ist ein Paradox und als Floskel in der politischen Auseinandersetzung in meinen Augen Schwachsinn.

      Wenn man so vorgeht, wird man selbst intolerant und damit genauso wie diejenigen Intoleranten, gegen die man angehen will.

      Überspitzt – man übernimmt die Geisteshaltung des Feindes und wird so wie er.

  • Salome

    Ich fragte mich nur, wer mit den „Islamfeinden“ des Herrn Weidner gemeint ist. Er liefert keine Definitionen und wirft dadurch mit einem pauschalisierenden Schlagwort um sich.
    Ich kann mir vorstellen dass sich eine große Mehrheit dadurch verärgert fühlt und DAS ist gefährlich.

    @Limited

    “ Wenn man so vorgeht, wird man selbst intolerant und damit genauso wie diejenigen Intoleranten, gegen die man angehen will. “

    Man wird nicht zum Nazi oder Fundamentalisten, wenn man deren Rechtsvorstellungen unterbindet, das ist doch vollkommener Quatsch.
    Obendrein hieße das auf lange Sicht Selbstdemontage.

    • NDM

      Ich fragte mich nur, wer mit den „Islamfeinden“ des Herrn Weidner gemeint ist. Er liefert keine Definitionen und wirft dadurch mit einem pauschalisierenden Schlagwort um sich. Ich kann mir vorstellen dass sich eine große Mehrheit dadurch verärgert fühlt und DAS ist gefährlich.

      Achso, okay. Ich dachte mir, dass aus dem Generellen Zusammenhang mit vergangenen Blogposts bereits klar war, mit welcher Sorte ich selbst die Äußerungen des Autors verbinde. Mea culpa. Das stelle ich hiermit noch einmal, hoffentlich einigermaßen verständlich, klar.

      • Salome

        Ick meinte aber, was sich der werte Herr Stefan -„droht uns der Aufklärungsfaschismus ?“-
        Weidner unter „Islamfeinden“ vorstellt. Deinen Standpunkt kenne ich.

  • Limited

    Man wird nicht zum Nazi oder Fundamentalisten, wenn man deren Rechtsvorstellungen unterbindet, das ist doch vollkommener Quatsch.
    Obendrein hieße das auf lange Sicht Selbstdemontage.
    Antworten

    Wenn man Intoleranz mit Intoleranz bekämpft, dann wird man selbst intolerant. Was daran Quatsch sein soll, vermag ich nicht zu erkennen.

    Und es wäre in der Tat Selbstdemontage. Deswegen sollte man auch Wilders und Co. und die Schar von Islamophoben und extremen Islamkritikern nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die sind nämlich schon zu einem guten Teil fundamentalistisch angefixt.

    Ihr Fundament heißt eben Islam=Böse. Besser wird es dadurch nicht.

    • Salome

      Wer also Neonazis verbietet, öffentlich „Tod den Juden, brennt die Synagogen nieder“ zu rufen, ist damit selbst auf einer Stufe mit diesen Leuten ?

      • Limited

        Diese Verbote gründen auf dem Rechtssystem und erhalten daher ihre Legitimation.

        Mit Intoleranz hat das erst einmal nichts zu tun.

        Toleranz ist zudem ein zentraler Freiheitswert. Wäre doch schade so etwas einfach aufzugeben, wenn es andere Wege (s.o.) gibt.

  • Salome

    @Limited
    Ja, und wo ist dann das Problem ?
    Es geht ja gerade darum, diese Leute zu stoppen, wo sie die hiesige Rechtsordnung verlassen. An der Stelle dürfen Nazis, Islamisten usw. keine Toleranz, „keine Toleranz den Intoleranten“. Es ergibt sich jawohl von selbst, dass „keine Toleranz“ ggü. rechtsfeindlicher Agitation gemeint ist.

    Toleranz ist übr. ein ziemlich ungenauer Begriff, es gibt klar definierte Rechte, die der einzelne Mensch hier hat und die er durchsetzen darf.

  • Limited

    Es geht ja gerade darum, diese Leute zu stoppen, wo sie die hiesige Rechtsordnung verlassen. An der Stelle dürfen Nazis, Islamisten usw. keine Toleranz, „keine Toleranz den Intoleranten“. Es ergibt sich jawohl von selbst, dass „keine Toleranz“ ggü. rechtsfeindlicher Agitation gemeint ist.

    Das ist mir zu verschwurbelt. Es gibt den Rechtsstaat mit sanktionierten Rechten und Pflichten. Das hat aber nichts mit Toleranz/Intoleranz zu tun.

    Auf dem Boden des Rechtsstaats kann man (und sollte man) jederzeit gegen Intoleranz vorgehen.

    Der Aufruf intolerant gegen Intoleranz zu werden enthält hingegen willkürliche und subjektive Konnotationen und kann darauf hinauslaufen ebenso intolerant zu werden, wie diejenige, die man so lauthals bekämpfen will. Zum Ausdruck kommt dies z.B. wenn Vergleiche z.B. aus Saudi-Arabien herangezogen werden um zu begründen in Deutschland ebenso intolerant gegen Angehörige religiöser Minderheiten vorzugehen.

    Das ist das alte Spiel: Auge um Auge, Zahn um Zahn, das im Endeffekt daraufhinausläuft dass es jede Menge Augen- und Zahnlose gibt und sich nichts verbessert hat.

    • Salome

      Es ist gar nicht so kompliziert: Wer sich auf diesem Boden etwas anderes als die FdGO wünscht, wird daran gehindert.

      Im Grunde hat das mit Toleranz/Intoleranz gar nichts zu tun. Rechtskonforme Gepflogenheiten zu tolerieren, darum geht es mir ja überhaupt nicht, das dürfte klar sein.

      Und Saudi-Arabien wird u.a. in der Burkadebatte herangezogen, um ein Beispiel dafür zu bringen, was für eine (antisäkulare, vormoderne) Staats- und Gesellschaftsauffassung hinter der Burka steckt. Ablehnung von Ku-Klux-Klan-Uniformen oder SS-Uniformen kann man auch mit realen Beispielen untermauern.

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