Radiobeiträge: Wie Israelkritisch darf man sein?

Es handelt sich hierbei um zwei Radiobeiträge, in denen je eine andere Position zum Thema dargestellt wird.

Weltweit wird die Politik Israels immer offener kritisiert. Auch in Deutschland regt sich Unmut. Allerdings eher zaghaft. Israelkritik bleibt immer noch hinter vorgehaltener Hand.

Und so ist es kein Wunder, dass in Freiburg kurzerhand eine geplante Ausstellung über das Schicksal der Palästinenser nach 1948 wieder abgesagt wurde: Zu tendenziös sei diese Ausstellung, hieß es – mit anderen Worten: Zu israelkritisch. Ein Grund für unsere Korrespondentin und Israelkennerin Bettina Marx, der Frage nachzugehen, warum man sich hier in Deutschland so schwer mit Israelkritik tut.

Währenddessen freut man sich in Deutschland über ein junges, liberales Judentum, das durch aufgeschlossene Rabbiner immer populärer wird. Vielleicht war es deswegen auch möglich, dass sich eine 31 Jahre junge Frau zur ersten Rabbinerin in Deutschland seit dem Holocaust ausbilden ließ.

Dauer: ca. 10 Minuten
Quelle: Deutsche Welle

Und noch eine zweite Sendung:

Dauer: ca. 5 Minuten
Quelle: SWR

Der Antisemitismusforscher Prof. Micha Brumlik über den Streit um Alfred Grosser als Redner bei der Gedenkfeier bei der Reichspogromnacht. Tobias Ignee im Gespräch mit Prof. Micha Brumlik, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. SWR2 Journal am Mittag vom 05.11.2010


4 responses to “Radiobeiträge: Wie Israelkritisch darf man sein?

  • Salome

    Ob wir Israel kritisieren oder nicht, es wird wohl immer ein Staat bleiben, der von weiten Teilen nicht als ein solcher anerkannt wird.
    Und mit dem Siegeszug des radikalen Islam weltweit wird sich das noch verstärken. Rechts- und linksradikale Judenhasser drücken ihm nun die Daumen, vll kriegt er das ja hin mit der lästigen Judenfrage.

  • Jens

    Man sollte Israel aber schon kritisieren dürfen, finde ich.

    „Interessante Suchanfrage führte auf meinen Blog: „kruppzeuch liebt amerika“. Mag sein“

    – *lach* etwa auch politisch?

    • NDM

      „Man sollte Israel aber schon kritisieren dürfen, finde ich.“

      Das klingt nach einer Forderung nach etwas, was man bisher nicht dürfte. Stimmt aber nicht. Kritik gibt es ständig. Gäbe es sie nicht, gäbe es auch keine Kritik an der Kritik.

      Israelkritik gibt es ebenso wie Gazakritik und Togokritik, und ist zunächst einmal legal.

      Israel wird jedoch von mehreren Strömungen auch als Staat, als Staatsvolk und damit in seiner Eigenschaft als politisch selbständiges Subjekt kritisiert. In England besteht Israelkritik zudem auch aus einem Boykott jüdischer Geschäfte. Eine damit vergleichbare Österreichkritik, die keine Unterschiede zwischen den Grünen und der FPÖ macht, sondern Österreich als Völkerrechtssubjekt kritisiert und zugleich dessen Bürger meint, gibt es nicht. Oder gar wirksame Boykottaufrufe gegen Österreichische Künstler oder Unternehmen – die nun wirklich keine Politik machen. Es gibt sie nicht. Ebenso keine Erzählung von Österreich als „Bestie“.

      Hier wird es anhand von Karikaturen klar:
      http://www.google.de/images?q=caricature+austria

      http://www.google.de/images?q=caricature+israel

      Manche „Israelkritik“ ist letztlich keine Kritik mehr gegenüber z.B. der jeweiligen Israelischen Regierung, sondern ein an die Emotionen appellierter Appell an die Gesellschaft in Deutschland, der zur grundsätzlichen Ablehnung bis hin zum Hass animieren soll. Und so manche „Kritik“ ist sehr offenkundig direkt antisemitisch motiviert.

      Daneben gibt es sicherlich auch Irrationales Gebahren bei manchen Leuten mit besonders ausgeprägtem Antisemitismusriecher.

      Zu den USA: In erster Linie kulturell (Religionsgedöns ausgenommen), wobei man von „der“ amerikanischen Kultur eh nicht sprechen kann. Aber LA ist sehr nett. Politisch gesehen müsste ich dort wohl als Kommunist durchgehen, wobei aus dortiger Sicht einzig die FDP eine nicht-sozialistische Partei ist.

  • Limited

    Spontan kommen mir Zweifel.

    Woran erkennt man legitime Israelkritik, woran legitime Islamkritik? (das soll keine Relativierung sein, aber die Auswüchse der Kritik in dem einen wie dem anderen Fall scheinen mir vergleichbar zu sein)

    In dem einen wie dem anderen Fall stellen sich radikale Kritikvertreter als Vertreter legitimer Meinungen dar, die allenfalls von ominösen gesellschaftlichen Tabus gehemmt werden.

    Daher mal eine Frage: Gibt es gute Kriterien, für gute Kritik?

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