Emnid-Studie: Mehrheit der Deutschen sieht Muslime negativ

Die Studie ergab, dass sich 40 Prozent der Westdeutschen und 50 Prozent der Ostdeutschen durch fremde Kulturen bedroht fühlen. Weniger als fünf Prozent der Deutschen, aber mehr als 20 Prozent der Dänen, Franzosen und Niederländer halten der Studie zufolge den Islam für tolerant. Obwohl ihre Länder heftige Konflikte mit ihrer muslimischen Minderheit erlebten, hat eine klare Mehrheit dort ein positives Bild von Muslimen. In den alten Bundesländern denken dagegen nur 34 Prozent positiv über Muslime, in Ostdeutschland 26 Prozent.

via Emnid-Studie: Mehrheit der Deutschen sieht Muslime negativ | Gesellschaft | ZEIT ONLINE.

-> Ausführliche Beschreibung der Studie(PDF)

Nachtrag:

DerWesten berichtet auch, und nennt einige Gründe:

– Ein wichtiger Grund sind persönliche Erfahrungen mit Muslimen.

– Ein anderer Grund sind historische Prägungen.
Für die Niederlande, so Pollack, sei Toleranz fester Baustein der nationalen Identität. Die Kolonialmacht Frankreich hat seit Jahrhunderten Erfahrungen mit multikulturellen Fragen. Gut ausgebildete Nachfahren muslimischer Einwanderer aus Nordafrika seien hier seit Jahrzehnten im Alltag präsent. Ihr Vorteil: Sie können die französische Sprache bereits aus den Herkunftsländern im Maghreb – „das ist anders als bei den Türken in Deutschland“.

– Als dritten Grund haben die Forscher den Vorsprung in der Integrationsdebatte ausgemacht – nach den brennenden Banlieues von Paris, nach dem dänischen Karikaturenstreit und den Morden an dem islamkritischen Politiker Pim Fortuyn und dem Regisseur Theo van Gogh in den Niederlanden. „Hier sind die Debatten aufgrund dieser Ereignisse früher angelaufen“, sagt Pollack, und ist überzeugt: Aus einer integrationspolitischen Krise kann ein Land lernen – zum Beispiel, genauer hinzuschauen.

Eine weitere Sache, die nicht minder besorgniserregend ist:

Etwas ratlos stehen die Forscher vor der hohen Ablehnung von Juden – fast 30 Prozent der Deutschen bekennen sich dazu.


One response to “Emnid-Studie: Mehrheit der Deutschen sieht Muslime negativ

  • NDM

    Ich hab dort auch einen Kommentar geschrieben, den ich auch hier festhalten möchte:

    „Die meisten Deutschen sähen kaum positive Seiten des Islam“ heißt es im Artikel.

    Schon rein rechnerisch sehen die meisten Deutschen vom Islam mangels eigenen Kontakt überhaupt nichts. Weder positives noch negatives. Sie stützen sich daher allein auf Erzählungen.

    Das Problem bei solchen Erzählungen ist die besonders Vereinfachte Art des gesellschaftlichen Narrativs, was wohl etwas speziell Deutsches sein muss. Erzählt wird, was man irgendwo mal aufgeschnappt hat und Emotionen hervorruft, und das sind nun einmal alle Formen von Negativschlagzeilen. Positives ist suspekt. Hier spielt auch die Deutsche Lust, das gute des eigenen im bösen des anderen zu verorten, eine große Rolle.

    Die Tatsache, dass Muslime besonders stark abgelehnt werden, resultiert zudem auch daraus, dass schon rein medial nur noch Muslime als „Anders“ dargestellt werden – geradezu exotisierend sogar. Naja, und von der Mächtigsten Zeitung Deutschlands, der Bild, werden Muslime bisweilen sogar als „Wertlose Menschen“ dargestellt.

    „Die meisten Deutschen sähen kaum positive Seiten des Islam“ – Hier sollte man die Deutschen in den Blick nehmen. Wie bei allen gruppenbezogenen Ablehnungsemotionen liegt schlicht eine kognitive Fehlschaltung vor. Es wird nicht mehr der Mensch als Mensch gesehen, er wird in eine Gruppe eingeordnet, die durch das gesellschaftliche Narrativ auf negative Eigenschaften reduziert wird. Da ist es unerheblich, ob der einzelne Mensch diese Eigenschaften teilt oder nicht.

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