Berliner Anschlagsserie und die „Integrationsdebatte“

In Berlin kommt es seit Monaten immer wieder zu Anschlägen auf Moscheen. Politiker sehen darin eine folge der „Integrations“-Debatte.

Sechs Anschläge sind hierbei gezählt, die Polizei geht jedoch von einer höheren Dunkelziffer aus. Vor einer Woche hieß es noch, es seien „Einzelfälle“.

Gerade die massive „Deutschland schafft sich ab“-Werbekampagne von Bild und Spiegel, die propagierte, der „Stolz, Deutscher zu sein“ solle als etwas erstrebenswertes betrachtet werden, und die Anwesenheit von Muslimen bzw. Menschen aus dem „Islamischen Kulturraum“ solle zugleich prinzipiell als Gefahr für das Land betrachtet werden, sowie hysterische Reaktionen, wenn sich Vertreter von Minderheitenorganisationen mahnend zu Wort melden, führen zwangsläufig dazu, dass rechtsorientierte Jugendliche eine gesellschaftliche Legitimation für Gewalttaten sehen.

So verwundert es auch nicht, dass das Opfer des rechtsextremen Mordes in Leipzig ein Christ war, kommt es schließlich aus einem mehrheitlich von Muslimen bewohnten Land, dem Irak. Diejenigen, die ein entsprechendes Ressentiment pflegen, fragen nicht danach, ob eine Personen wirklich Muslimisch ist. Wer Muslim ist, entscheidet der Täter. Werden Personen aufgrund der Physiognomie in die Kategorie „Orientalisch“ eingeordnet, spielt sich im Kopf das gesamte Muslimfeindliche Zuschreibungsprogramm ab. Ähnlich war es auch bezüglich eines rechtsextremen Mordes in Dresden, als der Täter die ägyptische Pharmazeutin unzutreffend als „Islamistin“ und „Terroristin“ beschimpfte, weil die Physiognomie, das Kopftuch oder beides aus Sicht des Täters bereits als „Beweis“ dafür ausreichte.

Anschläge auf symbolische Einrichtungen können ebenfalls auf das gesellschaftliche Klima zurückgeführt werden. Auch hierbei glauben Täter an einen gesellschaftlichen Rückhalt. Der Mechanismus ähnelt dem, der im Rahmen typisch übertriebener öffentlicher Diskurse rund um den Nahostkonflikt die Wahrscheinlichkeit antisemitischer Anschläge auf Synagogen steigen lässt. Aber auch rassistisch aufgeladene „Integrationsdebatten“ können eine solche Wirkung entfalten.

Daher ist es auch kein Wunder, wenn Moscheen auch folgendermaßen beschmiert werden:

In einem Fall wurde ein muslimisches Gebetshaus mit den Worten „Ihr Juden“ beschmiert.

Hier stellt sich schon die Frage, ob Apologeten der „Islamkritik“ wissen, was sie da tun.


6 responses to “Berliner Anschlagsserie und die „Integrationsdebatte“

  • trueblue

    Ein Witz : Wie nennt man ein Arschloch mit Stuhlgangsresten? Ein Verona POoth Loch.

    Und wie nennt man ein Arschloch mit Überheblichkeit? Ein Gensch-loch.

    Hans Dietrich Genscher ist echt ein A-loch.

    • Mario

      Hat deine Mutter während der Schwangerschaft zuviel gesoffen? Wo kommt Verona Poth in dem Artikel vor, wo Genscher?

      Zum Artikel: Leider wurden auch schon Synagogen von Muslimen angegriffen.

      Sind nach Ihrer Logik an solchen Angriffen die Antizionisten schuld?

      Ich meine die Hetzen ja gegen Zionisten und manche Dödel halten alle Juden für Zionisten.

      Über eine Antwort darauf würde ich mich freuen.

      • Mario

        Die Frage zum Artikel ging übrigens, wie könnte es auch anderst sein, an den Autor desselbigen.

        Sind Antizionisten schuld wenn einer Synagoge was passiert?

      • NDM

        Was ist an

        Der Mechanismus ähnelt dem, der im Rahmen typisch übertriebener öffentlicher Diskurse rund um den Nahostkonflikt die Wahrscheinlichkeit antisemitischer Anschläge auf Synagogen steigen lässt.

        undeutlich geschrieben?

  • bogo70

    Sorry, dass muss jetzt mal sein.

    Dummheit an die Macht

  • trueblue

    Nein, nein, ich bin für Völkerverständigung und gegen Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus. Ich rede nur davon, dass so alte selbstherrliche Säcke wie Genscher so tun, als sei die Welt heute ein Superort ohne Konflikte, und sie alleine haben dafür gesorgt. Das denkt nämlich Genscher von sich, und ich mag nicht, wie die Leute (auch junge) ihm dauernd applaudieren bei jedem Satz, den er sagt.

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