Lesetipp: “Islam, Kultur, Politik”

Es handelt sich um ein Dossier, das im Bundestag , öffentlichen Bibliotheken, evangelischen und katholischen Akademien und in Moscheen ausliegen wird.

Direktlink zum PDF, es sind 40 Seiten zu verschiedenen Themen.

Die Frankfurter schreibt in einem Absatz etwas zu den Schwierigkeiten, die sich bei der Suche nach Kooperationspartnern ergaben:

Olaf Zimmermann hat in diesem Zusammenhang von einer eigentümlichen Schwierigkeit berichtet. Bei der Suche nach „unbedenklichen“ Kooperationspartnern auf muslimischer Seite habe sich der Kulturrat irgendwann an den Verfassungsschutz gewandt, aber keine befriedigende Antwort erhalten: „Da mussten wir uns einfach auf unseren Instinkt verlassen.“ Doch erweist sich der Präsident des Verfassungsschutzes als durchaus auf der Hut und warnt uns vor „islamkritischen“ Hasspredigern. Denn sie, so Heinz Fromm in seinem Dossierbeitrag, „nutzen ebenso wir die Islamisten eine Strategie der Ausgrenzung und Feindbilderzeugung“.

Besser lässt es sich nicht sagen. Den Fundamentalisten auf beiden Seiten keine Chance!

Fromms Dossierbeitrag befindet sich auf Seite 33. Ein Absatz daraus:

Bei vielen persönlichen Begegnungen mit Perso-
nen des öffentlichen Lebens oder auch mit Medien-
vertretern habe ich den Eindruck gewonnen, dass
wir die erwähnte Trennschärfe zwischen Religion
und Extremismus ganz gut in die deutsche Öffent-
lichkeit transportiert und dort verankert haben.
Unser Blick richtet sich nicht auf die Religion oder
Gläubige als ein homogenes Ganzes. Dieser Blick
auf die „umma“ – die Gemeinschaft aller Gläubi-
gen – wäre der, den Islamisten haben. Sogenannte
Islamgegner in Europa teilen im Übrigen diese
Sicht, indem sie die Identität der Muslime auf ihre
Religion reduzieren. Daraus leiten sie verallgemei-
nernde Eigenschaften und Befürchtungen gegen-
über diesem Teil der Bevölkerung oder Muslimen
insgesamt ab. Islamophobe nutzen somit ebenso
wie Islamisten eine Strategie der Ausgrenzung und
Feindbilderzeugung. Die vereinfachende Beschrei-
bung eines Islams, der für alle Muslime mehr oder
weniger das Gleiche bedeute und überdies deren
bestimmendes Identitätsmerkmal sei, wird jedoch
der komplexen Lebenswirklichkeit, insbesondere
der Muslime in Europa, in keiner Weise gerecht.
Ihre Religionspraxis ist ähnlich unterschiedlich wie
in anderen Religionen und wird selbstverständlich
auch von kulturellen und gesellschaftlichen Fak-
toren beeinflusst.

Das Dossier ist im ganzen sehr interessantes Schmökermaterial.


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