Lesetipp: Neues Kostüm – alte Nazis

Immer mehr Bürgerinnen und Bürger treten Rechtsextremisten entgegen. Polizei und Politik hingegen reagieren auf Ausschreitungen gegen Asylbewerber oder Nazigegner oft erstaunlich nachlässig. Die schwarz-gelbe Bundesregierung erschwert sogar den Kampf gegen Rechtsradikale.

Die Nazis haben nur das Kostüm gewechselt. Auf ihren gelegentlichen Demonstrationen wirken sie heute wie Kopien der sogenannten „Antifa“, des kapuzentragenden „schwarzen Blocks“ der gewaltbereiten „Autonomen“. Das zehn Jahre alte öffentliche Bild von Skinheads mit Springerstiefeln, Bomberjacken und Baseballschlägern wurde einer Retusche unterworfen. Es gibt sie zwar noch immer – aber sie sind Nachzügler eines Uniformwechsels. Ihre alerten Hintermänner produzieren professionelle Webseiten und propagandistische Videos. In sozialen Netzwerken wie Facebook, StudiVZ oder Myspace werden junge „User“ an NS-Ideen herangeführt. Unter den Augen von Polizei und Verfassungsschutz – aber meist ungestört – treten Bands mit Namen wie „Sonderzug nach Auschwitz“, „Weißer arischer Widerstand“, „Stahlgewitter“, „Landser“ und „Zillertaler Türkenjäger“ auf:

Rechtsextreme Gewalt hat in Deutschland seit 1990 laut Recherchen der Zeit und des Tagesspiegels mindestens 147 Todesopfer gefordert. Seltsamerweise werden von offizieller behördlicher Seite für diesen Zeitraum „nur“ 37 Tote gezählt: Auf alle Fälle sind es mehr Opfer, als auf das Konto der terroristischen RAF gingen, die das Land und seine Verfassungsorgane jahrelang in Atem hielt. Inzwischen werden jedes Jahr neue Rekordzahlen krimineller Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund registriert. Bereits 2001 etwa wurden 10054 rechtsextrem motivierte Straftaten gezählt. Seitdem springt die Kurve steil nach oben. 2008 hatte sich die Zahl mit 20422 bereits mehr als verdoppelt. Die aktuelle Zahl für 2010 liegt noch nicht vor – es werden nicht weniger sein.

Weiterlesen im Cicero…


One response to “Lesetipp: Neues Kostüm – alte Nazis

  • Moslemistan

    Die Bürger treten Neonazis immer öfter entgegen?
    Wollen Sie damit behaupten, diese seien mutiger als Polizisten, die für ihr vergleichsweise mickriges Gehalt ihr Leben riskieren sollen?
    Ich habe weissallah ekinen Grund, Polizisten irgendwie in Schutz zu nehmen, da ich als Muslim bisher überwiegend nur unangenehme Begegnungen mit deutscher Polizei aufgrund meiner Herkunft hatte, aber ist das fair, diese Leute so pauschal zu verurteilen?
    Wenn man als Polizist verpflichtet wird, auf einer angemeldeten Demonstration von Neofaschisten diesen Schutz zu gewähren wie allen anderen Bürgern und dann von „linken“ Gegendemonstranten angegriffen wird (die ihre Gewalt offenbar lieber gegen die sie statt gegen die Nazis anwenden), dann finde ich eine gewisse Zurückhaltung durchaus nachvollziehbar.

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