Archiv des Autors: bogo70

Das Herz von Jenin

Kinotip – ab 07.05.09 in Deutschland

http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/2224568?pageId=487872&moduleId=443668&categoryId=&goto=1&show=

Im Westjordanland wurde 2005 der 12 jährige Ahmed Khatib von israelischen Soldaten erschossen die im Glauben waren, die Spielzeugwaffe in seinen Händen wäre eine echte Kalaschnikow.
Der Junge hatte keine Überlebenschanche und ein Arzt im Krankenhaus trat an den Vater Ismael Khatib heran, mit der Frage ob er die Organe seines Sohnes spenden würde.
Er und seine Frau Abla stimmten nach Rücksprache mit ihrem Iman zu und die Organe wurden an sieben kranke Menschen verpflanzt. Zwei von ihnen ein Baby und eine Frau starben, doch fünf überlebten dank Ahmed’s Organen, darunter israelische Kinder.

Die Entscheidung der Eltern auch israelisches Leben zu retten, rief Reaktionen des Unverständnisses beider Seiten hervor.
Wer aber kann diesem Mann etwas vorwerfen, der bedächtig jedes seiner Worte wählt und mit einer großen Geste das vollbringt was die Regierungen nicht zu vollbringen im Stande sind.

Der Vater macht sich auf eine Reise um die überlebenden Kinder zu besuchen und seinen Sohn in ihnen zu sehen, drei von ihnen darf er besuchen die anderen wollen Anonym bleiben. Der Deutsche Regisseur Marcus Vetter und sein israelischer Kollege Leon Geller begleiten Ismael Khatib auf dieser Reise.
Nicht nur die Geschichte an sich ist erschütternd, der Umgang des Vaters mit seinem Verlust und die Vergebung die in jedem seiner Worte durchschimmert. Der Kampf mit dem Schmerz, der ihn nicht am Hass festhalten lässt und mit seiner umstrittenen Entscheidung einen Schritt hin zum Frieden sucht.

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23. Nisan (April), Weltkindertag in der Türkei

Wohl kaum einer wird wissen, dass erstmalig die Türkei einen Kindertag beging.

Im Jahre 1920 widmete Mustafa Kemal Atakürk den Tag seiner Präsidentschaftswahl den Kindern.

In der Türkei ist der Weltkindertag ein gesetzlicher Feiertag und wird ausschließlich Kindern gewidmet. Mit großen und kleinen Festen, sowie einem Medienprogramm, welches sich nur den Kindern verschreibt.

Auch in Deutschland feiern türkische Muslime diesen Tag und laden zu kleinen und großen Festen in die Moscheen, wo der Weltkindertag mit und für alle Kinder ausgerichtet wird, meist wie kleine Volks- oder Straßenfeste, mit Karussell, Spielen und türkischen Speisen.
Bei Interesse wird man in jeder Stadt, die über Moscheen verfügt, sicher das ein oder andere Fest zum Weltkindertag finden und diesen Tag, gemeinsam mit Muslimen, für alle Kinder feiern können.
Viele kündigen die Feste auch mit aushängenden Plakaten an Geschäften oder in Kindergarten und Schule an.

Die Daten für den Weltkindertag sind in den über 145 Ländern, die ihn begehen, nicht einheitlich.
In Deutschland wird der Weltkindertag am 20. September gefeiert, jedoch nicht als Feiertag, und in den neuen Bundesländern wird in vielen Städten der Weltkindertag aus Tradition weiter am 1. Juni gefeiert.

Im September 1954 wurde während einer Vollversammlung der Vereinten Nationen das erste Mal zur Ausrichtung eines Weltkindertags aufgerufen, womit die Staatengemeinschaften die UNICEF beauftragten.
Der Weltkindertag steht für Kinderrechte und zur Förderung der Freundschaft unter den jungen Erdenbewohnern, dafür verpflichteten sich die Vereinten Nationen das Kinderhilfswerk der UNICEF zu unterstützen.


Kirchenstaat und Fürstentum Germania, nur verwirrte Neuzeithippies oder angehende extremistische Parallelgesellschaft?

Das Fürstentum Germania – eigentlich hört es sich erst einmal ziemlich witzig an, was die Staatsgründer da planen.
Ein Staat der sich von der Bundesrepublik abspalten will, mit eigenen Gesetzen, einer eigenen Staatsordnung ohne Steuern und Geld, mit eigenen freien Schulen und im besonderem einem Zentrum für missbrauchte Kinder.
Der nächste Gedanke wenn man weiter liest, ist so eine Art Sehnsucht nach einem friedlichen Leben, ohne Sorgen und Nöte in einer Gemeinschaft, die sich gegenseitig behilflich ist und ohne Geld auskommen will, warum auch nicht denkt der geplagte deutsche Steuerzahler und dem Fürstentum liegen haufenweise Einbürgerungsanträge vor.
Ein freies Leben ohne die Zwänge die jedem Bundesbürger auferlegt sind und ohne politische Ambitionen.

Was man aber findet, wenn man sich ein wenig im Forum des Fürstentums umschaut, ist nicht unbedingt politisch desinteressiert zu nennen. Ein Video der Gruppe “Die Bandbreite“ aus Duisburg untermauert die Verschwörungstheorien der Betreiber des Forums zum „Fürstentum Germania“.
Eindeutiger Antiamerikanismus und Antiisraelismus in einem Videoclip der Gruppe, mit demWohlwollen der Betreiber im Forum anzuschauen und in einem Artikel der “Waz“ wie folgt kommentiert, von rinks nach lechts .
Der Auftritt der Gruppe fand in der Schweiz statt, einer Veranstaltung der “AZK (Anti Zensur Koalition)“ gegründet von Ivo Sasek dessen Lehren der evangelikalen Tradition zugerechnet werden.
Gottgleich soll der Bibelfeste Ivo Sasek seine Theorien vertreten und mit seiner Koalition scheint er nicht wenige Anhänger anzusprechen.
(Auf weiterführende Links verzichte ich an dieser Stelle. Wer suchet, der findet!)

redok berichtet über Verschwörungstheorien der Gründer des Fürstentums (gleich derer des Reichsbürger Horst Mahler, ein bekannter Holocaustleugner, der wegen der kontinuierlichen Leugnung in regelmäßigen Abständen ins Gefängnis wandert), die mit der nicht Anerkennung der BRD, eine “Kommisarische Reichsregierung“ bilden wollen, entsprechend der damaligen Gesetze des Nationalstaates von 1871 bis 1945.
In einem anderen Artikel berichtet redok über die Verbindung des Christoph Kastius (Fürstentum- Aktivist und Reichsbürger) zu einem der Gründer des „Fürstetums“, Fürstentum-Ritter Jo Conrad und damit auch zu Jessie Marsson, beide mit rechten Ansichten belastet.
Nach weiterer Recherche gelangt man zum “Reichsbürgelichen runden Tisch Berlin“, der wiederum Kontakte zu einem dubiosen “ Blutschwerter Stammtisch Berlin“ führt, wo Verabredungen zum „Reichsbürgerstammtisch“ getroffen werden.
Jessie Marson behauptet, in seiner Kindheit selbst missbraucht worden zu sein und er gründe das Zentrum für missbrauchte Kinder aufgrund dieser Erfahrung.
Propagiert wird in dem Forum des „Fürstentums“ auch die „Germanische Neue Medizin“ die in Medizinerkreisen als nicht ungefährlich und irreal eingestuft wird.
Alles in allem, recht zwiespältige Zeitgenossen und kaum vertrauenswürdig genug, hier für missbrauchte Kinder Hilfe zu finden.
Auch wenn nicht auf den ersten Blick als Rechtsextrem zu identifizieren, ist diese Gruppe in all ihren Facetten ein gefährlicher Mix aus rechts und linksextremen Einflüssen und Verschwörungstheoretikern mit einschlägigen religiösen Hier ein weiterer Artikel der „Mitteldeutschen Zeitung“.


„Schaudere beim Gedanken, als Moslem in Österreich zu leben“

Der österreichische Standard berichtet über einen Artikel von Billy Briggs in der “Live“, einem Magazin der “Daily Mail“.

FPOE

Er warnt vor einen Erstarken der Rechtsextremen in Österreich. Enge Verbindungen der rechtspopulistischen FPÖ mit Burschenschaften und der gewaltige Stimmanteil für rechte Parteien Jahr bei den Nationalratswahlen 2008 bringen ihn zu der Ansicht, es könnten bald wieder Hakenkreuzfahnen auf österreichischen Strassen wehen.

Haiders Erben nannte jüngst die “Zeit“ das Phänomen um den Kult rund um den im letzten Herbst verstorben Jörg Haider, der sich als Reformator in der rechten Meinungsbildung hervor tat.
Sein Rechtspopulismus kam das erste Mal im Nadelstreifenanzug daher und sein smartes Auftreten beeindruckte nicht nur Frauen.
Wie kein anderer hat er es verstanden, den Rechtspopulismus salonfähig zu machen, und als er verstarb standen Österreichs Uhren still.
Wehe dem, der ein schlechtes Wort über Haider verloren hätte! Still und leise verhielten sich alle Ausländer, Muslime und Kritiker. Problemlos wanderten die rechten Parteien nach Haiders Tod mit fast 30% der Wählerstimmen in das Parlament ein, Stimmen die auch von Migranten abgegeben wurden.

Was ist aus der Tatsache geworden, dass nun rechte Parteien das politische Geschehen Österreichs in nicht unerheblichem Maße mitbestimmen.
Nichts, wir haben uns daran gewöhnt, der Aufschrei war so kurz wie die Nationalwahlen selbst.
Das nächste Mal wird es sicher leichter für die FPÖ und BZÖ und wir werden wieder zusehen und schockiert tun.
„Die Alarmglocken sollten in ganz Europa schrillen“ heißt es dann weiter und wenn man das Geschehen auf Deutschland überträgt, denke ich sie sollten hier noch lauter schrillen als sonst wo in Europa.
Auch wenn die Biedermänner der Pro Bewegung noch am Anfang ihrer Karriere als Rechtspopulisten stehen, haben sie die Erfahrungen aus ihren Rechtsradikalen Zeiten mitgebracht und wissen genau, was sie nun zu vermeiden haben um dem Erfolg Beine zu machen.
Nicht ohne Stolz versuchen sie sich bei der FPÖ einzuschmeicheln, und wenn sie dieses Jahr auf ihrem Anti- Islamisierungs-Kongress einen Vertreter der FPÖ vorweisen könnten wie angekündigt, wird sich auch hier eine Welle der Einigkeit mit den Vertretern einer Rechtskräftig gewählten Partei breit machen.
Nicht das die Neonazis eine Chance hätten, in Deutschland eine repräsentative Mehrheit zu erlangen, doch die Wölfe im Schafspelz schlafen nicht, und sie spielen jetzt mit neuen Karten.
Dazu die Arbeitsstelle Neonazismus der Fachhochschule Düsseldorf .

Fast täglich kann man im Netz beobachten wie sich die Lage, grade für Muslime, zuspitzt und nie war „Islamkritik“ glaubhafter an den Mann zu bringen, wie jetzt.
Zu aller berechtigten Kritik gesellt sich immer der Mob, dem es zuvor nur an Glaubwürdigkeit fehlte, und schon kann die Hetze gegen Muslime beginnen.
Da nutzt es nicht, dass Giordano und Broder oder Kelek und Ates sich distanzieren, sie werden nur all zu gern zitiert.
Jeder Versuch von Muslimen, die Diskussion zu entschärfen, scheitert so schnell wie er begonnen hat.
Ratlosigkeit auf der Seite der Muslime. Was sollen wir denn tun, und wo ist der Aufschrei bei Deutschen? Ja dürfen wir euch denn gar nicht kritisieren?

Eines bringt diese Uneinigkeit im Verfahren der Islamkritik mit sich:
Sie stärkt den rechten Biedermännern den Rücken. Genau deshalb müssen die Alarmglocken genau so laut schrillen, wie bei der allgemeinen Massenhysterie gegen Islamismus!


Menschenrechte aus der Perspektive Amerikas

Amerika prangert Deutschland wegen Verstoßes gegen die Menschenrechte an!

Gegenstand der Rüge, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung von religiösen Minderheiten. Dabei kommt die Kopftuchdebatte in Deutschland besonders zur Sprache.

Das fortschrittlichste Land der Welt, spricht sich gegen eine Diskriminierung von Muslima aus, die wegen ihrer Kopfbedeckung im deutschen Alltag, wie auch im Berufsleben oft diskriminiert werden. Religiöse Rechte zu schützen, wird in Deutschland zum Instrument einer Islamdebatte, die in einer modernen Demokratie widersprüchlicher nicht sein kann. Man stellt sich hier lieber als Retter der Zivilisation dar und nimmt in Kauf, dass auch Muslima die das Kopftuch selbstbewusst tragen möchten, keine Chance auf eine ordentliche Religionsausübung haben.

Ein Beispiel für emanzipierten Umgang mit dem Kopftuch, die Neomuslima, wenn auch mir der Begriff neu ist und verständlicher Weise umstritten. Das Kopftuch als Selbstfindungsprozess, als eine Hilfestellung sich gegen äußere Einflüsse immun zu machen. Wofür sie Respekt verdient, denn in einer Zeit, wo es wichtiger scheint mehr abzulegen als anzulegen, muss es ein ungeheurer Akt der Selbstdisziplin sein, seine Schönheit nicht zur Schau zu stellen dafür aber den eigenen Kopf anzustrengen.

Wozu mir ein Zitat der Firstlady der Türkei einfällt in dem sie sagt:

„Das Kopftuch verdeckt mein Haar und nicht mein Gehirn!“

Jeder Frau in Deutschland steht es frei sich gegen Unterdrückung aufzulehnen. Dass es für viele Frauen nicht leicht ist sich gegen prügelnde unterdrückende Männer oder Familien auszusprechen ist Fakt, aber Fakt ist auch, dass eine Entscheidung, die sie nicht selber treffen darf, ihr nicht dabei hilft, sich zu wehren. Eine Regierung kann und darf die Rechte der Frauen schützen, sie darf ihr aber nicht eine mündige Entscheidung verbieten, wenn auch aus edlen Motiven heraus, denn genau das macht sie wieder unmündig!
Wenn die Muslima unterdrückt wird und Hilfe braucht, stehen ihr verschiedene Hilfsleistungen des Sozialstaates sowie auch Hilfsorganisationen zur Verfügung, selbst wenn sie nicht ausreichend Deutsch spricht. Das mag zynisch klingen in manch einem Ohr, doch es ist das Recht jeder mündigen Bürgerin sich zu bedecken oder es sein zu lassen und es ist ihre freie Entscheidung Hilfe anzunehmen. Indem die Regierung mit einem Verbot die Rechte der einen stärken möchte, nimmt sie der anderen das Recht auf Religionsfreiheit.

Frauennothilfe

Huda Netzwerk für Muslimische Frauen e.V.

AWO “Internationales Frauenhaus“


Wie weit Rechts steht die CDU?

2006 marschierte Schatzmeister des CDU-Ortsverbandes Pankow-Nord Bernhard Lasinski mit der NPD gegen Moscheebau in Berlin Pankow, er kam einem Ausschluss zuvor indem er selbst aus der CDU austrat, um 3 Jahre später klammheimlich wieder von der CDU aufgenommen zu werden. Ein weiterer Fall von Selbstjustiz: Jens_ Holger Schneider tritt im Juni 2007 aus der CDU aus, bevor man ihn rausschmeissen konnte, auch er marschierte bei einer NPD Demo. Ex CDU Mitglied Jörg Uckermann wollte einem Parteiausschluss zuvorkommen und trat gleichzeitig der rechtspopulistischen Pro Köln bei. Ein weiterer Nackenschlag: Gereon Breuer Nachwuchstalent der Jusos, verhinderte das Zustandekommen eines Bündnisses gegen Rechts und verabschiedete sich dann zur Pro Köln.
Was ist los in dieser CDU? Bei ihr treten CDU Mitglieder aus, um als NPD Mitläufer wieder einzusteigen oder Ex CDU Mitglieder treten der „Pro“-Bewegung bei um ihrer rechten Gesinnung die vermeintlich richtige Note zu verpassen. Andere wie Ex CDU Mitglied Henry Nitzsche treten aus, um eine eigene Rechtskonservative oder eher Rechtspopulistische Partei zu gründen. Nitzsche bewarb sich zudem als Ausländerbeauftragter um Ausländern den „Weg in die Heimat“ zu erleichtern wodurch er nicht nur Stimmen aus der NPD erzielte! Ein Schelm, wer nun glaubt, die Stimmen kamen aus der CDU! Wie glaubhaft kann so eine Regierung noch sein?
Ein Beispiel für den unkritischen Umgang mit der NPD gibt CDU Fraktionschef Roland Märtz, seine Fraktion werde nicht die Anträge der NPD übergehen. Die Befürchtung Barbara Schellers von den Grünen, die NPD könnte politische Normalität werden, wenn man der Partei ein Gesicht verleiht, kann man bei der CDU nicht teilen, begründen mag man es aber auch nicht.