Archiv der Kategorie: Internetsperren

Anonymous goes Iran.

Anonymous operation Iran

Na das ist doch mal was. Es sei erinnert an:

Operation Egypt

Operation Egypt

und Operation Tunisia:

Operation Tunesia
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Löschen statt/vor Sperren – wat denn nu?

Ein kleiner Zusammenschnitt – Vertreter der Regierungskoalition sind sich nicht wirklich darin einig, ob nun energisch gelöscht wird, oder ob man lieber doch sperrt.


Pakistan sperrt Facebook

Ein pakistanisches Gericht hat angeordnet, das soziale Netzwerk Facebook vorerst zu blockieren. Grund: Ein Mohammed-Malwettbewerb.

(…)

Auslöser war eine Facebook-Gruppe, auf der Nutzer aufgerufen werden, am 20. Mai ein Bild des islamischen Religionsstifters Mohammed zu zeichnen. Eine pakistanische Anwaltsgruppe mit dem Namen „Islamic Lawyers Movement“ hatte vor Gericht die Sperrung verlangt, da der Wettbewerb „blasphemisch“ sei und die Gefühle von Muslimen verletze.

Hier kann man den Rest lesen.

Ernsthaft. Man beschreibe bitte exakt die Gefühle die da angeblich verletzt würden. Bis dies nicht erschöpfend erklärt ist, halte ich solche Sperrungsklagen nur für einen Islamistischen Aprilscherz.

Für einzig vergleichbar hielte ich es, wenn ein deutsches Gericht eine Website sperrt, weil die Deutschlandfahne verunglimpft wird.

Nachtrag: Link zur „Facebook-Gruppe geändert. Er zeigt nun auf eine Auswahl an freundlichen Bildern.


Radiobeitrag: ACTA

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/02/13/drk_20100213_1420_ffe90685.mp3%20

Eine ganz fiese Nummer.


Alice Schwarzer und zu Guttenberg für Netzzensur

Hoppla. Eigentlich wollte ich einen eigenen Blogpost zum Thema schreiben, allerdings kam mir zwischen dem Onlinestellen des folgenden Videos und dem jetzigen Schreiben dazwischen, dass meine Ubuntu-Installation aus irgendeinem Grund völlig selbständig Suizid beging.

Weiter geht’s daher bei Netzpolitik.


Was war denn am 6. Januar bei PI-News los?

Normalerweise kommen maximal 10 Besucher pro Tag über sämtliche Suchanfragen, die “Pi News” enthalten, zum Kruppzeuch-Blog. Die Regel sind eher 5-6, trotz der netten Platzierung bei Google, also kaum relevant. Gestern waren es jedoch weit mehr. Dazu Screenshots einiger Suchanfragen, die evtl. ansatzweise erklären könnten, was los war.

Aus den Statistiken:

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Das freut mich ja schon irgendwie, aber was war denn bei den Hassenden los? Any Hint?


Löschen statt Sperren – und es geht…

Das rassistische Internetportal “Altermedia” trauert. Nein, es ist nicht schon wieder ein Mensch gestorben – das kümmert den Axel nicht. Es ist weniger: Eine Nationalsozialistische Internetseite wurde gelöscht.

 

An sich hatte ich es selbst auch einmal erfolgreich getan: Ich hatte den Jugendschutz-Beauftragten eines Internetproviders anonym angeschrieben, dass er ein nationalsozialistisches Angebot nach dem Schema “Autonome Nationalisten” hostet. Es dauerte keinen Tag, bis eine Rückmeldung kam, dass sie entfernt wurde, und der entsprechende Account gesperrt wurde. Vergleichbares funktionierte nun wohl auch in einem weiteren Fall:

Das Staatsfeindliche Internetportal “Altermedia” beklagt sich nämlich heute:

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Och, jetzt hat es auch ein Naziportal aus “Mittelsachsen” erwischt! Das arme Portal auch: “wobei nicht auf den ersten Blick erkennbar war, dass es sich um eine klassische Nazi-Seite handelte.”

So leicht kommt man eben nicht mehr davon. Natürlich war es auf einem Blick erkennbar. Es ist durchaus dem Hick-Hack mit der Piratenpartei zwischen “Websperre”, “Löschen statt Sperren” und “Löschen vor Sperren” zu verdanken, dass sich nun mehr Aktivität in dieser Hinsicht zeigt. Denn Einigkeit besteht in einem Punkt: “Müll->Eimer”. Es geht ganz einfach um die Durchsetzung geltender Gesetze.

Wieviele Kinderschändungs-Seiten mittlerweile gelöscht wurden, ist nicht klar, aber mindestens eine Naziseite kann sich nun in diese Liste einreihen:

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Was mit dem Rest der Verfügung ist, wird die Welt wohl nie erfahren – handelt es sich dabei etwa um die entsprechenden Belege? Zu dumm, dass Altermedia dem “Weltnetz” vorenthält, welche Grafiken und Äußerungen die Löschung ermöglichen…

In diesem Fall war es noch einfach – der Nazi-Server steht in Deutschland. Schwieriger, aber mittelfristig nicht unmöglich wird es bei rassistischen Sites, die im Ausland stehen.


Piratenwelt: Die Zukunft der Piratenpartei

Anlässlich des Interviews der Piratenpartei mit der rechtsaußen-Postille “Junge Freiheit” ist in Teilen der Piratenpartei eine teils heftige Diskussion über den Umgang mit anderen politischen Strömungen entbrannt. Ein Beitrag zur Diskussion fiel hierbei ganz besonders aus:

Piratenwelt

Hier ist Tom Hurry vom ZDF. Wir befinden uns hier im Foyer des Congress Center Berlin, gerade geht der Parteitag 2021 der Piratenpartei zu Ende. Nach ihrem sensationellen Wahlerfolg setzen hier die Piraten die Segel für die Koalitionsverhandlungen mit der immer noch größten Partei, der Bürgerbewegung "Mensch im Markt", in der ja vor nunmehr vier Jahren CDU, FDP und Teile der SPD aufgegangen sind. Wird es den Piraten und der Bürgerbewegung gelingen, den 77jährigen Oskar Lafontaine und seine erstarkte Linkspartei von der Macht fernzuhalten?

Gerade eben hören wir die letzten Takte der Parteihymne "Fünfzehn Mann auf des toten Manns Kiste" aus der großen Halle herüberwehen, gesungen aus rauen Piratenkehlen.

Aus ganz Deutschland sind sie hier zusammengeströmt, Laptops aus allen Bundesländern und Netzwerken, wuchtige XXL-Kaliber stöpseln sich an elegante Notebooks in den Trendfarben, ernst wirkende Programmierer-Tools stehen Seit an Seit mit zierlichen Palms. Alle aber vereint ein Gedanke: die gemeinsame Piraterie. Wir gehen vorbei an den Nebenhallen der zahlreichen Parteigliederungen, die in den letzten Jahren ihren Startup erlebt haben. Da ist die LAN-Party zahlreicher Clans der Parteijugend. Wir sehen die Totenkopffahnen des Clans "Fear and Honour" neben den gebeamten John-Drake-Porträts des Clans "God – Guts – Guns". Die reizenden Girls vom Clan "Depp’s Darlings" haben ihr "Treasure Island" aufgebaut, eine Bar mit fantasievollen Drinks, die sie den hart arbeitenden Bildschirm-Piraten an den PCs servieren. Die Party geht in den dritten Tag. Nimmermüde übt sich hier der Parteinachwuchs und erlernt sein anspruchsvolles politisches Handwerk.

Aber auch im nächsten Raum herrscht Betriebsamkeit an den PCs. Der Seniorenclan "Holzbein" hackt, surft, zockt und gamet. Blitzende Augen unter dem Silberhaar, heisere Aufschreie vor den Bildschirmen lassen die Leidenschaft und das Engagement dieser älteren Piraten erkennen, die genau wie der Nachwuchs sich der aufstrebenden Sache der Freibeuterei verschrieben haben.

Gerade zieht ein Trupp der "Pirate-Moms" vorbei, junge Piratenmütter mit ihren Allerkleinsten von der Babygruppe "Bloody Young". Als Frauen sind die Moms immer noch eine kleine Minderheit unter den Tausenden von Männern hier im Center. Aber man spürt die Begeisterung in den Gesichtern der Piraten-Nesthäkchen, die in ihren Kinderwagen vor den Notebooks abgestellt werden und ihre ersten Web-Erfahrungen machen. Keck tragen schon die Kleinen ihre Augenklappe, während sie mit dem unbedeckten Auge wissbegierig in die neue Welt blinzeln. Wenn man die winzigen Babyhändchen sieht, die munter auf die Tastatur patschen, versteht man die großen Zukunftshoffnungen der jungen Piratenpartei.

Doch nun haben wir uns endlich zu Kevin Blass durchgefunden, dem trotz seiner immerhin schon 28 Jahre jugendlich wirkenden Chef der Piratenpartei, der soeben mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt worden ist.

Herr Blass, gestatten Sie einige Fragen. Ihr Parteivize Sydney Castorp hat der umstrittenen Zeitschrift „Der rechte Stürmer“ ein Interview gegeben. Wie sehen Sie das?
Zunächst mal ahoj. Syd kann ich da nichts vorwerfen. Auch ich hab die Zeitschrift nicht gekannt, ich hielt sie für ein Sportmagazin oder so etwas. Man muss ja nicht jede Zeitschrift kennen. Offline-Medien sind eh von gestern.

Wie sieht die Piratenpartei die dramatische Wirtschaftslage? Hat der Kapitalismus noch eine Zukunft?
Nur online, sozusagen. Schauen Sie sich das überzeugende Standing des webgestützten Trading an in den letzten zehn Jahren. Wir Piraten schauen nicht auf die alten Industrien, das sind Bugs. Wir Piraten fördern das Leben, Arbeiten und Chillen im Web. Nur schnelles Saugen hilft. Und zwar jedem. Das ist unsere Definition von Bürgerrecht. Hier muss massiv investiert werde, alle staatlichen Beschränkungen müssen fallen.

Wie sehen Sie das Problem der sozialen Kluft? Die Linkspartei beklagt, dass immer mehr Menschen unter der Armutsgrenze leben.
Auch hier ist unsere Antwort eindeutig: Im Hartz-4-Regelsatz muss full supply mit PCs und sonstigem Equipment drin sein, mit allen Features und bitte aktuell, das sind wir diesen Leuten schuldig, keine Frage. Ansonsten sind solche sozialen Fragen nicht so unser Thema. An ideologischen Debatten haben wir kein Interesse. Bei uns zählt der gesunde Menschenverstand. Und sonst nichts.

Auch die Bildung war ja ein Thema im Wahlkampf. Was ist für Sie in den Koalitionsverhandlungen wichtig?
Wir Piraten stellen uns dieser Challenge. Der ganze Diskurs über Schulformen ist allerdings für die Fische. Die Unterrichtsmethoden müssen entrümpelt werden, Altes muss über Bord. Wir brauchen einen vernünftigen Mix. Viel mehr Medienerziehung, daneben Lernen am PC und v. a. Online-Lernen zuhause. Hier muss klar Schiff gemacht und eine volle Breitseite gegeben werden. Die Einsparungen bei den Lehrern finanzieren dann die technische Aufrüstung. Und noch eins, in aller Bescheidenheit: Wenn überhaupt noch so ein Fach wie Geschichte, dann muss der Schwerpunkt auf unterdrückten Freiheitsbewegungen in der Karibik und am Horn von Afrika liegen.

Ah, verstehe. Eine letzte Frage: Mehrere NATO-Staaten haben ihre Truppen aus Afghanistan abgezogen. Die USA und Deutschland kämpfen weiter. Die Linkspartei bezeichnet den Krieg als völkerrechtswidrig und sinnlos und weist auf die steigenden Opferzahlen unter Soldaten und Zivilisten hin. Wie positioniert sich hier die Piratenpartei?
Hier sind wir kompromisslos, hier wackeln wir nicht. Wir fordern klipp und klar für alle deutschen Soldaten am Hindukusch schnellen Internetaccess, und zwar zu Lande, zu Wasser und in der Luft! Auch in Schützenpanzern und Kampfhubschraubern! Über den Einsatz als solchen haben wir uns noch keine abschließende Meinung gebildet. Wir sind ja eine junge Bewegung.

Herr Blass, vielen Dank für dieses Gespräch. Und damit geben wir zurück ins Funkhaus.

Humorvoll wie bezeichnend zugleich, warnt er schließlich vor einem inhaltlichen Stillstand in der Piratenpartei.

Mehr Piratensatire:

Sensation: Neues Logo der Piratenpartei geleakt


Wahlkampf 2.0 – CDU Wahlplakate remixed

Gefunden bei:
http://www.studivz.net/wahlzentrale

Resultat einer Posse bei:
http://netzpolitik.org/2009/wahlwerbung-remixen-sollte-legal-sein/


HR-Info – Zensur und Politik im Internet

Löschen statt sperren

HR-Info hat heute eine insgesamt interessante Beitragsreihe zum Thema Zensur im Internet und Politik im Internet ausgestrahlt. Zu Wort kommen hierbei:

 

1. Markus Beckedahl (www.netzpolitik.org und Netzpolitik-TV)

Heftige Reaktionen auf "Zensursula"

Stopp-Schilder im Internet: Was für Ministerin Ursula von der Leyen und die Bundesregierung ein entscheidender Schritt ist im Kampf gegen Kinderpornografie, ruft bei denjenigen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, Unverständnis hervor – und heftige Reaktionen: Die Ministerin muss sich Vergleiche mit den Herrschern totalitärer Staaten wie China oder Saudi-Arabien gefallen lassen. Jan Eggers ist der Frage nachgegangen: Weshalb hat Ursula von der Leyen die Internet-Generation derart heftig gegen sich aufgebracht?

Link zum Radiobeitrag
(MP3-Version)

2. Thorsten Wirth (Piratenpartei HessenProfilauf Abgeordnetenwatch)

Wieviel Kontrolle braucht das Internet?

Braucht das Internet keine Regulierung? Das fragt hr-iNFO den Spitzenkandidaten der Piratenpartei in Hessen, Thorsten Wirth. Die Piraten treten für freien Zugang zu allen Internet-Angeboten ein und warnen vor Zensur. Wirth ist davon überzeugt, dass es in Zukunft einen gesellschaftlichen Konsens geben werde, dass das Netz frei und ohne Zensur bleibt.

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(MP3-Version)

3. Stefan Niggemeier (www.bildblog.de und www.stefan-niggemeier.de/blog/)

Wie politisch ist die neue soziale Bewegung im Netz?

Politische Blogs im Internet erfreuen sich größter Beliebtheit. Das Netz ist für knapp die Hälfte der User mittlerweile die erste Adresse, wenn es darum geht, sich politisch zu informieren. Diesen Umstand nutzen auch Blogs, deren Inhalte zumindest fragwürdig erscheinen – zum Beispiel der Blog "Politically-Incorrect", kurz pi-news.net, eigenen Angaben zufolge Deutschlands meistgenutzter politischer Blog. Wie der einzuorden ist, fragt hr-iNFO den Medienjournalisten und Blogger Stefan Niggemeier.

Link zum Radiobeitrag
(MP3-Version)

4. Sabine Müller (HR-Info)

Warum sich Obama wie Goethes Zauberlehrling fühlt

US-Präsident Barack Obama liebt die neuen Medien und nutzt sie so virtuos wie kein anderer Politiker. Aber auch seine Gegner wissen, wie sie Twitter, Youtube, Blogs und Foren für ihre Zwecke einspannen – und das bekommt die Politik schmerzhaft zu spüren. Denn immer öfter hat sie mit den wildesten Verschwörungstheorien zu tun. Sabine Müller mit Beobachtungen aus den USA.

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