Archiv der Kategorie: Web 2.0

Pakistan sperrt Facebook

Ein pakistanisches Gericht hat angeordnet, das soziale Netzwerk Facebook vorerst zu blockieren. Grund: Ein Mohammed-Malwettbewerb.

(…)

Auslöser war eine Facebook-Gruppe, auf der Nutzer aufgerufen werden, am 20. Mai ein Bild des islamischen Religionsstifters Mohammed zu zeichnen. Eine pakistanische Anwaltsgruppe mit dem Namen „Islamic Lawyers Movement“ hatte vor Gericht die Sperrung verlangt, da der Wettbewerb „blasphemisch“ sei und die Gefühle von Muslimen verletze.

Hier kann man den Rest lesen.

Ernsthaft. Man beschreibe bitte exakt die Gefühle die da angeblich verletzt würden. Bis dies nicht erschöpfend erklärt ist, halte ich solche Sperrungsklagen nur für einen Islamistischen Aprilscherz.

Für einzig vergleichbar hielte ich es, wenn ein deutsches Gericht eine Website sperrt, weil die Deutschlandfahne verunglimpft wird.

Nachtrag: Link zur „Facebook-Gruppe geändert. Er zeigt nun auf eine Auswahl an freundlichen Bildern.

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Radio: Rechtsextremismus im Internet

Teilnehmer:

Johannes Radke (ZEIT ONLINE, Störungsmelder)
Dr. Rainer Erb (Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin)
Judith Porath, opferperspektive.de (Brandenburg)
Moderation: Dietmar Timm (Leiter DRadio Wissen)

Dauer: Etwa eine Stunde

Quelle: DRadio Wissen


Kampf um die Köpfe im Web 2.0

Repost eines Beitrags von Friedrich Klehr.

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Wie Rechtsextreme versuchen das „Volksnetzwerk” wer-kennt-wen zu unterwandern

Mit hoher Mitgliederzahl, niedriger Zugangsschwelle und einfacher Handhabung bietet die Plattform „wer-kennt-wen” rechtsextremen Agitatoren ein attraktives Umfeld, das von ihnen offensichtlich auch eifrig genutzt wird.

Jeder Nutzer hat bei wkw die Möglichkeit, mit wenigen Mausklicks eine neue Gruppe zu eröffnen, über die er als Gründer und Admin volle Kontrolle ausüben kann; d.h. er kann die Gruppe unsichtbar machen, entscheidet nach eigenem Gutdünken über Aufnahme oder Ausschluss der Mitglieder und kontrolliert über die Löschoption Inhalte und Diskussionsverlauf.

So entstehen am laufenden Band neue Diskussionsforen. Diese bilden ein undruchdringliches Labyrinth, in dem es auch für die Betreiber der Plattform praktisch unmöglich geworden ist, zu überblicken, was sich dort abspielt.

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Diagnose in der Psychatrie: Rechtsextremismus

In einem interessanten Artikel beleuchtet NZ-online eine mögliche Korrelation zwischen Rechtsextremismus und psychischen Störungen.

Es gebe zwar keine Statistiken darüber, aber Verhaltensauffälligkeiten gehen wohl oft mit rechtsextremen Einstellungsmustern einher. Eine Schlussfolgerung, dass bestimmte psychische Probleme automatisch zum Rechtsextremismus führen, würde ich da nun nicht in näheren Betracht ziehen, jedoch geht der Artikel im weiteren Verlauf auf etwas ganz anderes ein:

Die Jugendlichen suchen Informationen und Kontakte fast nur über das Internet. Die rechtsextreme Szene macht sich das zu eigen und versucht mit Musik, Videoclips und Mitmachportalen Jugendliche gezielt anzuwerben. Trotz ständiger Gegenmaßnahmen hat es 2007 so viele rechtsextreme Webseiten gegeben wie nie zuvor. Ganz bewusst setzen NPD und freie Kameradschaften dabei immer mehr jugendgerechte Lockangebote wie Videos als Handy-Version und beliebte Web-2.0-Angebote wie You Tube oder Schüler- bzw. StudiVZ ein. Mit Videoclips zum Runterladen, moderner Optik und Botschaften, die gerade unterhalb der Strafbarkeitsgrenze liegen, ermöglichen sie Jugendlichen eine schnelle und unkomplizierte Kontaktaufnahme, die darüber hinaus im Verborgenen abläuft.

Früher hätten die Eltern beim Telefonieren noch erfahren, mit wem sich ihre Kinder treffen, berichtet Kratz. Von diesen Beobachtungsmöglichkeiten seien die Väter und Mütter heute jedoch weit entfernt. Dieses Frühwarnsystem funktioniere heutzutage nicht mehr: «Noch vor einigen Jahren wussten die Eltern, wo und mit wem die Kinder ihre Zeit verbringen – das ist jetzt völlig anders.«

Genau da sehe ich schon seit langem den Knackpunkt. Rechtsextreme Ideologen suchen sich per Internet gezielt labile und beeinflussbare Persönlichkeiten unter den Jugendliche heraus, um sie zu “bearbeiten”. Die Ideologie selbst ist schließlich nicht aus sich selbst heraus verlockend. Über den Gemeinschaftsaspekt einer “Bewegung” jedoch lassen sich Außenseiter, Alleingelassene und Vernachlässigte anlocken und schließlich ideologisch vereinnahmen und personell einspannen. Die neuen Kommunikationstechniken unterstützen Neonazis und andere Extremisten hierbei. Unbeabsichtigt, jedoch in einem momentan kaum zu unterschätzenden Ausmaß.


4 Jahre PI-News

Fundstück


Geht es rechtsextremen Hassbloggern an den Kragen?

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