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“Ist jetzt das gute Image des Nationalsozialismus futsch?”

Das Faktenmagazin Postillon schreibt:

Nachdem Nazis jahrzehntelang als freundliche, zuvorkommende und sympathische Zeitgenossen galten, lassen die zehn Morde des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) erste Zweifel an der bislang als harmlos eingestuften Ideologie aufkommen.
„Dass Islamisten gefährlich sind und Linksextremisten Autos anzünden, war uns bekannt“, erklärte Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) heute bei einer Pressekonferenz. „Aber dass ausgerechnet Nazis imstande sind, Gewalttaten bis hin zum Mord zu verüben, damit konnte nun wirklich niemand rechnen.“

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Die ernsthaften Hintergründe dazu gibt es hier. Saubande.

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Radiobeitrag über PI-News und Moslemfeindlichkeit

Aus: “HR2 – Kultur, der Tag”


Radiobeitrag: „Auch Islamkritiker sind frauenfeindlich“

Der Titel stammt nicht von mir, sondern vom Deutschlandradio.

Hier die Sendung. Hörenswert:

MP3-Direktlink.
Dauer: ca. 9 Minuten


Warum sollen die’s besser haben?

Näheres hier


Merkel International

Leitkultur Interessant, wie die gegenwärtige AusgrenzungsIntegrationsdebatte international aufgenommen wird. Interessant, aber auch verständlich:

In zehn Tagen einmal rund um die Erde. Angela Merkels Bemerkung vor dem Deutschlandtag der Jungen Union Mitte Oktober, dass "Multikulti gescheitert" sei, machte Weltkarriere. Erst stand es nur in der BILD-Zeitung, dann plötzlich in der New York Times und dann im Miami Herald. Je provinzieller das Blatt, desto gröber die Interpretation. Natürlich fiel unter den Tisch, dass Merkel auch gesagt hatte, der Islam gehöre zu Deutschland. Stattdessen gibt es einen Ausflug in die Geschichte, Parallelen zum Dritten Reich und was sonst so an Assoziationen den Lokalredakteuren in Florida in den Sinn kam.

Doch in Florida war die Geschichte nicht zu Ende. Denn die amerikanische Presse liest die ganze Welt – zumindest jener Teil, der Englisch kann. So entsetzten sich Vatan in Istanbul, Gulf News in den Vereinigten Arabischen Emiraten, India Times, China Daily und viele andere. Sie waren sich einig, dass Merkel von vorgestern sei, dass sie das 21. Jahrhundert mit seinen Arbeitsmigranten, Flüchtlingen, Aus- und Zuwanderern, die globalen Städte von London bis Dubai, kurz: die moderne Welt, nicht verstehe.

Die Lehre aus dem globalen PR-Desaster der Kanzlerin ist zweierlei. Erstens: Es gibt nirgendwo in Deutschland ein Bierzelt, wo man ungeniert vom Leder ziehen und sicher sein kann, dass Birma nicht mithört. Zweitens: Die Weltöffentlichkeit ist extrem hellhörig und empfindlich gegenüber jeder Art westlicher Hoffart. Merkels Äußerungen komplettieren ein ohnehin düsteres Bild des Westens, an dem andere westliche Führer Schuld tragen. Das behindert zunehmend westliche Politik.

Zuletzt im April bescheinigte eine globale BBC-Umfrage der Bundesrepublik, dass sie bei vielen Menschen in der Welt ein vorzügliches Image genießt. Das Land profitiert davon erheblich, wie die jüngste Auszeichnung mit einem Sitz im UN-Sicherheitsrat zeigt.

Doch, auch das lehren solche Umfragen, ist Image ein flüchtig Ding. In Frankreich, das früher ein prächtiges Bild in der Welt abgab, weiß man darum nur allzu gut. Eine Serie von schlechten Nachrichten aus Deutschland, wie die schier endlose Sarrazin-Debatte und Merkels Multikulti-Beerdigung erster Klasse, kann den Eindruck schnell zerstören. Horst Seehofer könnte geneigt sein zu sagen: "Was kümmert’s mich, wenn der Stammtisch mich liebt?" Eine Kanzlerin, die der bayerischen Provinz nacheiferte, hätte ihren Job verfehlt.

Es ist eine Sache, angesichts der exportorientierten Wirtschaftsausrichtung besorgt zu sein um das Image des Landes, um die Aufrechterhaltung der beruhigenden Maskerade, die Gesellschaft dieses Landes habe schon die richtigen Lehren aus ihrer Geschichte gezogen.

Das Problem ist hierbei jedoch nicht, dass Merkel das Bedürfnis des Stammtisches stillen wollte, sich als Deutsche überlegen zu fühlen. Besser sie befriedigt dieses Bedürfnis, als dass eine Partei es aufgreift, die über keinen sozialen Flügel als Korrektiv verfügt. Im Zentrum der Kritik sollte daher nicht der “Ausrutscher” Merkels sein, der keiner war, sondern die Geisteshaltung, die zum Bedürfnis führt, dem Merkel nachkam.

imageEin Problem ist auch der (insbesondere provinzielle) Deutsche Stammtisch, der einem rückwärtsgewandten Gesellschaftsbild nacheifert. Eines von Nationaler Homogenität, von Völkisch-Landsmannschaftlicher Brauchtumspflege – von Vereinsmeierei im Trachtenverein mit Dirndl, Lederhose und Tralala, vom Ersatz-Wehrsport des Schützenvereins, vom Dackelzuchtverein und vom Kleinkariertgärtnerverein, der vorschreibt, wann und wie das Hissen von Schwarz-Rot-Gold Verpflichtend ist.

Dieser Stammtisch und sein “Brauchtum”, die institutionalisierte Parallelgesellschaft, führt zu Problemen. Und dieser Stammtisch ruft sehr schnell nach dem Staat, wenn Erzählungen um sich greifen, die ihn verunsichern.


Auf den Punkt gebracht.

“Nerv mich doch!” ist die Überschrift.

Ich bin eigentlich kein Freund von ständigen Lesetipps und Gedankenempfehlungen. Angesichts des Schrotts, der seit Sarrazin durch die Feuilletons gleitet, kann man es leid sein, selbst zu lesen, geschweige denn irgendetwas zu schreiben. Und dann noch diese unselige Leitkultur, die niemand kennt, beschreiben, bebildern oder sonstwie definieren kann. Was soll das? Warum ist meine Realität eine so fundamental andere, als die veröffentlichte? Ich lebe in einer ehemaligen Zechensiedlung, der Inbegriff dessen, um das es sich doch in der ganzen Diskussion dreht! Ich weiß, wovon ich rede!

Genau dahin bringt der folgende wundervolle Text, und diese Leseempfehlung ist wirklich wärmstens ans Herz gelegt:

Die neue Leitkulturdebatte erinnert an einen Satz von Methusalix, dem greisen Gallier aus den Asterix-Heften: "Ich habe nichts gegen Fremde, aber diese Fremden sind nicht von hier." Was ist unsere Kultur? Bowlen, Bier und Bibelkreis? Oder eher Bohlen (ironisch, selbstredend), Bionade und Bali? Golf, Gucci, Genitalpiercing? Porsche, Polo, Psychotherapie? Tee, Tanzgruppe, transzendentale Meditation?

Merkel erklärt Multikulti für gescheitert" titeln die Zeitungen und für mich klingt das, als habe Angela Merkel gerade den Sommer verlängert, den Winter abgesagt oder die Wiedereinführung der Kinderlähmung beschlossen. Kann die Kanzlerin die Wirklichkeit in die Schranken weisen? Die Realität ist gescheitert, wir brauchen eine andere.

Und –> hier <- geht’s weiter.


Deutschland rückt kräftig nach rechts

Fremdenfeindlichkeit ist “Mainstream” geworden.

Spiegel-Online schreibt:

Sie würden den Vorwurf weit von sich weisen, doch viele Deutsche haben ausländerfeindliche und chauvinistische Einstellungen. Eine alarmierende Rechtsextremismus-Studie macht klar: Die Radikalen in der Mitte der Gesellschaft sind zum Risiko für die Volksparteien geworden.

Die Studie zeigt, dass Ausländerfeindliche Einstellungen massiv zunehmen. Dem Vorurteil “Ausländer kommen, um den Sozialstaat auszunutzen” stimmen beispielsweise mehr als 30% der Deutschen zu. Ähnliches gilt für andere Aussagen, die eher dem rechtsextremen Diskurs entspringen.

Ca. 60% im Westen und 75% im Osten meinen sogar, dass Muslimen die Religionsausübung stark eingeschränkt werden solle.

Ca. ein Viertel der Deutschen findet, dass es eine starke Partei geben solle, die die “Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert”.

65 Jahre nach dem Nationalsozialismus wünscht sich zudem jeder zehnte einen Führer und für jeden zehnten ist eine Diktatur auch die bessere Staatsform.

Auf das Problem derartiger Einstellungen weist die Studie auch gleich hin:

Argumente (…) haben nur wenig Chancen gegen die Logik des Ressentiments: Erst werden Migrant/innen von den gesellschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten systematisch ausgeschlossen, um ihnen dann die Folgen einer verfehlten Integrationspolitik anzulasten. In beiden Verhaltensweisen kommt dasselbe Ressentiment zum Tragen – und damit zeigen sich die historisch tieferen Wurzeln des kulturalistisch-biologistisch begründeten Rassismus, der in der öffentlichen Auseinandersetzung um Integration gegenwärtig zum Ausdruck kommt.

Hier gibt es die ganze Studie zum nachlesen und schmökern. Es werden viele Facetten des Themenkomplexes sehr ausführlich beschrieben und auch weitere Themen behandelt, zum Beispiel ist eine Auseinandersetzung mit Begriffssdefinitionen zum Rechtsextremismus enthalten. Insgesamt sind es mehr als 150 Seiten. Interessant ist hierbei auch folgende Grafik:

Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland


Wer bist du?

Ein Film mit vielen vernünftigen und zum Teil weisen Aussagen.
Die beste Aussage von allen war: "In erster Linie bin ich Ipek"

Ich hatte mich mal (vor etlichen Jahren) jemandem auf einer Kneipentour kennengelernt, und mich mit ihm unterhalten. Er sah mir danach aus, als sei sein Ursprung irgendwo im griechisch-türkischen Bereich zu verorten, und daher wollte ich mal nachhaken. Die Kommunikation war etwa so(sinngemäß wiedergegeben):

– Woher kommst du eigentlich?
– "Ich komme aus Marl"
– Ich meine, woher kommst du ursprünglich?"
– "Ich bin auch in Marl geboren."
– Und deine Eltern?
(Das Thema wurde ihm etwas unangenehm)
– "Die kommen aus der Türkei, aber was hat das mit mir zu tun?"
– Ich wollte wissen, wo du herkommst, was du bist.
– "Ich bin ein Mensch und Tätowierer. Hast du ein Tattoo?"

Damit wurde dann schnell klar, wie irrelevant solche Fragen über die Herkunft eigentlich sind. Das gilt auch für Fragen über die Religion. Fragen zur kollektiven Zugehörigkeit dienen eigentlich immer nur dazu, jemanden möglichst schnell in eine kollektive, möglichst “andere” Schublade zu stecken, ohne sich mit der Person selbst befassen zu müssen, obwohl einen möglicherweise sogar mehr verbindet, als trennt. Das Religionsverständnis und die Lebenseinstellung erschließen sich während der Kommunikation ganz von alleine, und die Information über die “Herkunft” ist in aller Regel nicht wesentlich, sondern schmückendes Detail.

(Video via Fareus)


Video: ProNRW und ProKöln – Stimmungsmache von Rechts


Pro-NRW und NPD-Demonstration

Ich sag nichts weiter, als das hier: