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Ein Weg zur Verständigung

Es ist nicht so, dass nur bestimmte Personengruppen Vorurteile hegen. Vorurteile gibt es überall.

In Wien ging man daher den Weg, die “Muslim Jewish Conference” ins Leben zu rufen. Es ist eine Art “JuMuDia” in einem größeren, internationalen Stil.

Die Idee zur „Muslim Jewish Conference“ wurde im Rahmen der Harvard Conference geboren, dort traf der Jude Sichrovsky auf einen muslimischen Studenten aus Pakistan. „Wir haben zwölf Stunden am Stück diskutiert, dieses persönliche Erlebnis hat mich sehr geprägt.“ Aus dem Treffen sei eine Freundschaft entstanden, die nun seit drei Jahren bestehe. „Ich war überrascht wie schnell sich die Vorurteile in Luft aufgelöst haben. Diese Erfahrung möchte ich auf der Konferenz auch anderen Menschen ermöglichen.“

In kleinerem, regionalen Stil gibt es immer wieder auch andere solcher Veranstaltungen. So wie diese hier:

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Lesetipp: Die Deutschen und ihre Muslime

Ein ausgewogener Kommentar von Wilhelm Heitmeyer(also nicht irgendwer) bringt vieles auf den Punkt:

Zu lange hat man in Deutschland die Probleme der Integration geleugnet: Vor allem konservative Politiker wollten nicht wahrhaben, dass wir ein Einwanderungsland sind. Deshalb ist viel versäumt worden – vor allem die gezielte Förderung der Migrantenkinder. Diesen Versäumnissen folgt jetzt öffentlicher Druck. Ihn entfachen Leute wie Thilo Sarrazin, indem sie unakzeptabel verallgemeinern. Was weiß Herr Sarrazin schon über türkische Gemüsehändler? Während die früh morgens auf dem kalten Großmarkt schuften, sitzt er im warmen Zuhause und später in der Bundesbank.

Ohne Frage gibt es manchen Nachholbedarf. Ich halte aber wenig davon, so zu tun, als sei Integration bisher überhaupt nicht gelungen. Damit wird man den Bemühungen beider Seiten nicht gerecht. Nur ein Beispiel: In Deutschland gibt es so viele türkische Realschüler und Abiturienten wie nie zuvor. Richtig ist, dass es noch mehr werden müssen. Umso fataler, dass selbst gut ausgebildete Migranten ausgebremst werden. Erwiesenermaßen kommt Mehmet, der eine Bewerbung verschickt, bei gleicher Qualifikation seltener zum Zug als Peter. Das muss uns Sorgen machen.

Hier kann man weiterlesen. Ich kann ihm so weit in allem zustimmen und gehe noch ein Stück weiter als er: Das undifferenzierte und aggressiv-fremdenfeindliche Gebahren von Strömungen wie PI-News und Pro-Köln befeuert Islamismus in Deutschland. Ob dies Dummheit oder volle Absicht ist, vermag ich jedoch noch nicht zu beurteilen.