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Radiobeitrag: Die „Sarrazinierung“ der NPD

Quelle: Deutschlandfunk(Script) (mp3)
Länge: ca. 5 Minuten

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Erklärung eines Pro-NRW Aussteigers

Hier die Ausstiegsbegründung. Ich wollte sie zunächst komplett kopieren, es erscheint mir jedoch sinnvoller, sie zusammenzukürzen, da sich vieles wiederholt. Am Ende des Textes erlaube ich mir darüberhinaus eine grobe Einschätzung, was Pro-NRW angeht.

Politisch gehe ich nicht mit ihm konform, zumal er eine Organisation gegründet hat, die in ihrer Ausrichtung starke Ähnlichkeiten mit Pro-NRW aufweist. Interessant ist die Erklärung dennoch. Hervorhebungen durch Fettschrift sind von mir.

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WDR-Radiobeitrag zum NRW-Verfassungsschutzbericht 2009

http://www.wdr.de/mediathek/media/audio/2010/03/22/20100322_wb_verfassungsschutz.mp3%20

Rassisten sind eine Gefahr, nicht Muslime!

Im folgenden ein Fullquote dieser PDF-Datei, veröffentlicht beim interkulturellen Rat. (via Musafira)

Die Autoren und Unterstützer stelle ich mal vorne dran:

Die Erklärung wurde erarbeitet von Günther Burkhardt (Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge PRO ASYL), Torsten Jäger (Geschäftsführer des Interkulturellen Rates in Deutschland) und Volker Roßocha (Leiter des Bereichs Migrations- und Antirassismuspolitik beim DGB-Bundesvorstand).

Die Erklärung wird getragen von:
Prof. Dr. Wolfgang Benz (Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin); Prof. Dr. Heiner Biele-feldt (Universität Nürnberg-Erlangen); Dr. Yaşar Bilgin und Dr. Jürgen Micksch (Moderatoren des Deut-schen Islamforums); Prof. Dr. Almut Sh. Bruckstein Çoruh (ha’atelier – werkstatt für philosophie und kunst); Prof. Dr. Micha Brumlik (Universität Frankfurt am Main); Annelie Buntenbach (Mitglied des Ge-schäftsführenden DGB-Bundesvorstandes); Roberto Ciulli (Künstlerischer Leiter des Theater an der Ruhr); Günter Grass (Nobelpreisträger für Literatur); Dr. Navid Kermani (Schriftsteller und Orientalist); Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel (Universität Tübingen); Prof. Dr. Claus Leggewie (Professor für Politikwis-senschaft und Buchautor); Prof. Dr. Dieter Oberndörfer (Rat für Migration); Prof. Dr. Birgit Rom-melspacher (Alice Salomon-Hochschule Berlin); Prof. Dr. Joachim Sartorius (Intendant der Berliner Festspiele); Dr. Bernd M. Scherer (Intendant Haus der Kulturen der Welt in Berlin); Dr. h.c. Fritz Schramma (Oberbürgermeister der Stadt Köln a.D.); Prof. Dr. Gesine Schwan (Mitgründerin der Hum-boldt-Viadrina School of Governance); Hilal Sezgin (Schriftstellerin und Journalistin); Prof. Klaus Staeck (Präsident der Berliner Akademie der Künste); Prof. Dr. Rita Süssmuth (Bundestagspräsidentin a.D.); Ilija Trojanow (Schriftsteller); Feridun Zaimoglu (Schriftsteller).

Erklärung zum Internationalen Tag gegen Rassismus

Das per Volksentscheid durchgesetzte Minarettverbot in der Schweiz und die Debatten um das Verbot der Gesichtsverschleierung in Frankreich und Italien haben deutsche Rechtsextreme ermutigt. Gruppierungen wie die NPD, pro Köln und pro NRW wollen die Erfolge der populistischen Kampagnen in Deutschland kopieren und davon auch bei den bevorstehen-den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen profitieren.

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Monitor-Beitrag über Pro-NRW – Februar 2010

Die Einleitung:

Nicht mehr einfach, Rechtskonservative, Rechte, Rechtspopulisten auseinanderzuhalten, sie treten als Bürgerfreunde auf, finden volksnahe Themen, distanzieren sich von tumben Glatzköpfen und plumpen Hassparolen. Wir zeigen Ihnen jetzt salonfähige Rechte, die zum Sprung auf den Landtag in NRW ansetzen. Norbert Hahn und Ralph Hötte haben sich Weggefährten und Freunde der Partei Pro NRW sehr genau angesehen und deren Hintergrund recherchiert. Sie haben im Trüben gefischt.

Schön, dass objektiv über die Hintergründe dieses Parteiprojekts berichtet wird.

Nachtrag:

– Eine weitere Einschätzung von Alexander Häusler als Video

– Hier haben einige PIler im Monitor-Forum auf >6 Seiten ihre eMail-Adressen hinterlassen. Zum Beispiel ein gewisser „Domme123“, dessen Mailadresse mit „Domme1488“ beginnt, mit seinem „klugen“ Kommentar:

linke Meinungsmache in den Medien, Gott sei Dank wachen Tag für Tag immer mehr Bürger auf! Liebe ARD Journalisten, mal ganz ehrlich, nennen Sie solch einen Beitrag ernsthaft objektive Berichterstattung?? Tzzzzzzzzzzz…..lächerlich!

Flashback: Pro-Köln und Pro-NRW vor 7-12 Jahren

Der NPD-Blog: DVU streckt Fühler in Richtung “Pro”-Gruppen aus

(CC-Beitrag von redok)

Die rechtsextreme Deutsche Volksunion (DVU) hat offenbar Fühler zu den rechten “Pro”-Gruppen ausgestreckt. In einem Video erklärt der als DVU-Unterstützer bekannte schwedische Millionär Patrik Brinkmann, er sei in Beratungen mit der pro Köln-Funktionärin Judith Wolter.

Hintergrund der Kontakte ist das Bemühen rechtsextremer Gruppierungen, nach dem Vorbild der Schweizer Volksabstimmung über das Verbot von Minaretten ähnliche Kampagnen in Deutschland gegen “den Islam” zu starten. Brinkmann spricht in einem auf der DVU-Webseite verbreiteten Video von “Opfern türkischer Zwangsheiraten”, denen er helfen wolle; “Konvertiten – Christen, die von einem Islam gejagt werden”, müsse “Schutz gewährleistet werden”. Er “bespreche deshalb gerade” mit Wolter die Errichtung eines Frauenhauses für verfolgte junge Frauen.

Offenbar um die feministische Glaubwürdigkeit des Schweden-Millionärs zu erhöhen, wird im Abspann des vorweihnachtlichen DVU-Videos eingeblendet, seine Mutter sei 1945 in den Trümmern des zerstörten Berlin geboren worden. Brinkmanns Botschaft: “Ich möchte meinem Mutterland dienen!”

Judith Wolter also.
Na da wächst ja zusammen, was zusammen gehört.

Ich nutze im folgenden Links von einem Internet-Archiv(“Wayback-Machine”), das z.T. etwas langsam ist. Wenn man einen der Links anklickt, kann es also auch mit einer schnellen Internetanbindung schon mal eine Minute dauern, bis sich die Seite aufbaut. Manchmal erscheint eine Fehlermeldung, dann muss man es eine Weile später nochmals versuchen(kann minuten bis Stunden dauern)

Wenn man also nun durch die Zeitschleife dieser Wayback-Machine geht, und in das Jahr 2002 zurückkehrt, finden sich zwei „interessante“ Texte des Kölner „PDST“, für die sich offenbar genau diese Dame verantwortlich zeichnete. Hierzu das Impressum:
http://web.archive.org/web/20020810132158/www.pro-koeln-online.de/impressu1.htm

Ich zitiere im folgenden nur das, was ich persönlich als typisch rechtsaußen identifiziere:

http://web.archive.org/web/20020603070022/http://www.pro-koeln-online.de/manifest.htm

Das interessanteste zur „Völkerfreiheit“:

Hauptfeind der Völkerfreiheit sind jene internationalen Banken und Großkonzerne, die, von ihrer derzeit noch sicheren Basis an der amerikanischen Ostküste aus global operierend, im 20. Jahrhundert mehrere Kriege angezettelt und Millionen Menschen in den Tod getrieben haben. Ihre Macht soll im 21. Jahrhundert gebrochen werden! Die PLATTFORM DEMOKRATISCHER STUDENTEN erklärt sich solidarisch mit allen Völkern, die im Kampf um nationale Befreiung stehen!

Das interessanteste zur Demokratie:

Jedermann, der die allgemeinen Gesetze achtet, soll das Recht auf freie Meinungsäußerung haben. Das muß auch für die Verteidiger von politischen Verhältnissen gelten, die wir als rückständig oder ungerecht empfinden – denn wer will sich anmaßen, zu richten darüber, welche politische Meinung „zulässig“ und welche „unzulässig“ sein soll? Freiheit ist immer auch die Freiheit des Andersdenkenden.

Das interessanteste zur sozialen Gerechtigkeit(gut, das gibt’s auch bei Marxens Anhängern):

Längst hat der Kapitalismus seine ehedem progressive Rolle in der Geschichte ausgespielt. In Deutschland üben internationale Banken und Konzerne, frei von jeder demokratischen Kontrolle, mehr Macht aus als irgend eine der im Bundestag vertretenen Fraktionen. Es gilt, das Primat der Politik vor der Wirtschaft wiederherzustellen und dafür zu sorgen, daß jedermann den ihm zustehenden Anteil am volkswirtschaftlichen Ertrag erhält.

(…)

Die auf deutschem Boden operierenden internationalen Banken und Großkonzerne dagegen sind in öffentlich-rechtliches Eigentum zu überführen.

Sehr interessant ist das Plädoyer für ein Scharia-konformes Finanzwesen:

Die Börsenspekulation wird abgeschafft. Wer für wirtschaftliche Unternehmungen in Deutschland Kredite braucht, muß sie sich von öffentlich-rechtlichen Geldinstituten holen, deren Gewinne in die Staatskasse fließen.

Das interessanteste zur Ökologie:

Der Staat hat die natürlichen Lebensgrundlagen des Volkes zu sichern.

Nächster Text zum Krieg Israel-Hisbollah im Libanon, unter der Überschrift „Solidarität mit Palästina!“(wieder nur das interessante herausgenommen):

http://web.archive.org/web/20020603070022/www.pro-koeln-online.de/pdst.htm

Noch immer führt Israel Krieg gegen das palästinensische Volk. Seit Wochen sterben auf beiden Seiten in den Autonomiegebieten Menschen, einerseits durch die Angriffe des israelischen Militärs, andererseits durch die Selbstmordattentate verzweifelter Palästinenser.

(…)

Ursache der Eskalation ist ein Rachefeldzug Ariel Scharons gegen die Bevölkerung Palästinas. Israelische Soldaten sind in bis dahin autonome Palästinenser-Gebiete einmarschiert und haben Zivilisten zu ihren Geiseln gemacht, Panzer haben Häuser niedergewalzt, Soldaten haben lebenswichtige Wasser- und Stromleitungen, Krankenhäuser, Schulen, Kirchen und Moscheen zerstört. Frauen und Kinder waren wieder einmal die Opfer des Krieges.

Der amerikanische „Krieg gegen den Terror“ scheint die israelische Regierung zu ihrem rigorosen Vorgehen ermuntert zu haben. Sie glaubte wohl, im Windschatten der Supermacht ihre Ziele erreichen, sie im militärischen Handstreich durchsetzen zu können.

Später auch grundsätzliches:

(…) eine verantwortungslose Polit-Schickeria will die 1990 gerade erst neu erworbene politische Souveränität der Deutschen auf dem Altar der westeuropäischen Integration opfern. Unsere Währung, ein wesentliches Instrument politischer und wirtschaftlicher Steuerung, hat sie bereits im Interesse fremder Länder aufgegeben. Filz und Korruption beherrschen die politische Szene. Amerikanismus prägt den Kultur- und Medienbetrieb. Presse und Fernsehen marschieren im Gleichschritt der „political correctness“.

Die Wayback-Maschine kann aber noch mehr:

http://web.archive.org/web/20020509235057/http://www.pro-koeln-online.de/index.html

Die pro-Köln-Vertreter Manfred Rouhs und Markus Beisicht, die mit Le Pen persönlich bekannt sind

Am Wochenende 29./30. Juni 2002 wird auf dem Heumarkt im Herzen von Köln das SIGNAL Pressefest 2002 stattfinden, bei dem nonkonforme politische Redner und Musiker auftreten. Pro Köln begrüßt die vom Pressefest ausgehende Bereicherung des kulturellen Lebens der Domstadt.

Dort wird auf eine Website zum SIGNAL-Pressefest 2002 verlinkt, auf der Namen fallen wie zum Beispiel:

Dr. Alfred Mechtersheimer“ und „Harald Neubauer“ sowie Bandnamen wie „Eskil„, „Nordwind“ und „Von Thronstahl„.

1998:
Peter Dehoust„, „Frank Rennicke

1999:
Generalleutnant a.D. Dr. Franz Uhle-Wettler„, „Franz Schönhuber„, „Frank Rennicke„, „Dr. Gert Sudholt„, „Jürgen Schützinger„,

Im Jahr 2000 fallen beim „Pressefest“ von Manfred Rouhs weitere interessante Namen:

Dr. Klaus Sojka„, „Peter Dehoust“ und „Dr. Claus Nordbruch“ (nachweislich auch bei der FPÖ nicht unbeliebt). Musikalisch konnte der Pro-Köln-Mitgründer ‘Szenegrößen’ wie „Frank Rennicke“ und „Jens B.“(Sturmwehr) ‚präsentieren‘.

2001:
Friedrich Löffler„, „Alexander Jacob„(in D praktisch unbekannt), „Prof. Dr. Michael Nier„, „Frank Rennicke„, „Jens B.“(Sturmwehr), „Nordwind

Weiteres:
Bis ende 2003 wurde das Internetforum von „Signal“(heute: “Nation24”) als Pro-Köln-Forum ausgegeben.

http://web.archive.org/web/20031004110035/http://forum.signal-online.de/discus/

Hier kann man(sofern die Wayback-Machine gerade funktioniert, oder die betreffende Seite archiviert ist) stöbern, und schauen, was das Herz der „nonkonformen politische Szene“ in dieser Zeit begehrte.

Der aktuellste Link ist wohl folgender:
http://web.archive.org/web/20031204220513/http://forum.signal-online.de/discus/

Interessant oder eher amüsant ist zum Beispiel eine Nachricht an Manfred Rouhs:

Was Ihre Ausführungen im WDR-Film angeht,frage ich
an wo ich betreffende Single Seite für Nationale
Deutsche finden kann,da die Suchmaschinen von
Google und Yahoo für mich leider kein verwertbares
Ergebnis erbrachten.
Im voraus schon besten Dank!
Kameradschaftlichst

Viel Spaß beim weiterstöbern. Ein sehr erhellendes Forum, das viel über die Denkweisen der sich selbst als “rechtspopulisten” verharmlosenden “Bürgerbewegung Pro-NRW” preisgibt.


Die Aussagen Sarrazins führen zur Gründung der “Vereinigten Migrantenpartei Deutschland”

Tja… mal ein Copy’n Pase-Beitrag, der nichts weiter bezeichnet, als die Unfähigkeit sämtlicher etablierten(von Linkspartei bis DVU) und Kleinparteien(u.a. Piratenpartei), sich ernsthaft für die Belange von Migranten einzusetzen:

Die volksverhetzenden Aussagen von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin haben weitreichende politische Folgen: Die auf investigative Sachbücher spezialisierten Bestsellerautoren Marita Vollborn und Vlad Georgescu haben gemeinsam mit dem ehemaligen Ausländerbeauftragten der Stadt Duderstadt, Mohammed Esmail, in der Nacht zum 2.10.2010 die Vereinigte Migrantenpartei Deutschland gegründet. Die gemäß Parteiengesetz öffentliche konstituierende Sitzung wird in der kommenden Woche stattfinden, der genaue Termin wird samt Einladung rechtzeitig und öffentlich angekündigt.

"Die politisch geduldeten verbalen Verunglimpfungen von Jürgen Rüttgers und Thilo Sarrazin haben uns gezeigt, dass Migranten hierzulande keine politische Gegenstimme haben", erklärt Georgescu, und: "Die Vereinigte Migrantenpartei Deutschland bietet ab heute die Möglichkeit, die Interessen aller Bundesbürger mit ausländischen Wurzeln zu vertreten".

Die Vereinigte Migrantenpartei Deutschland ist eine demokratische Partei, die das Grundgesetz derBundesrepublik explizit anerkennt und für die Völkerverständigung innerhalb der Bundesrepublik eintritt. Die Partei wird sich darum bemühen, alle Bundesbürger mit Migrationshintergrund zu gewinnen: Die Zweitstimme auf den Bundesdeutschen Wahlscheinen wird ab sofort Migranten die Möglichkeit geben, gegen das von Rüttgers und Sarrazin propagierte Image aktiv und demokratisch anzukämpfen. Darüber hinaus sind auch Bundesbürger ohne Migrationshintergrund eingeladen, Mitglieder der Partei zu werden.

Sehr viele der 5,6 Mio. Migranten mit deutschem Pass sind bestens ausgebildet und besetzen wichtige Stellen der Gesellschaft, und jene, die nicht diese Chance hatten, tragen durch ihre Arbeit ebenfalls zum Aufbau des Landes bei. Dieses Potenzial wird die Vereinigte Migrantenpartei nutzen.

Die Vereinigte Migrantenpartei wird auf der konstituierenden Sitzung ein einfaches, sehr transparentes und extrem praktikables Parteiprogramm vorstellen.

Es braucht nur einen einzigen Tropfen, der das Fass…

http://www.presseportal.de/pm/31336/1486363/lifegen_de_ltd


Fundstück – Sieg Fail!

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Keine weiteren Worte


NPD-Wähler ermordet schwangere Ägypterin mit 18 Messerstichen – warum?

Anfangs war in den Medien verhaltene Stille zu “hören”, doch nun reagiert auch die Politik.

Die Geschichte:
Jemand ersticht eine Ägypterin im Rahmen eines Verfahrens wegen Beleidigung. Der Mörder war der angeklagte, die ermordete war die Klägerin. In der Klage ging es darum, dass er sie Antiislamisch beleidigt hatte. Zunächst wurde er verurteilt, doch nach dem Urteil Als sie nun im Prozess als Zeugin auftreten wollte, erstach sie der Täter mit 18 Stichen, stach auch auf ihren Mann ein, vor den Augen ihres Sohnes. Die herbeieilende Polizei schoss zunächst dem zweiten Opfer – dem Mann der ermordeten Marwa E. – ins Bein, da sie annahm, er sei der Angreifer gewesen.

Woher der Hass?

Nun, hierzu ein paar Gedankengänge als Diskussionsbeitrag…

Wirklich Aufmerksam auf dieses Thema wurde ich durch diesen Beitrag beim Migazin.

Im Prinzip konzentrieren sich alle rechtsextremen Internetseiten(DAS Vernetzungsinstrument der rechtsextremen Szene) mehr oder weniger linear auf die Stigmatisierung von Ausländern und Menschen, die dafür gehalten werden als etwas minderwertiges. Auch bei PI-News tut man das, wobei man sich dort den vordergründigen Anstrich des bürgerlichen gibt, und sich scheinheilig “Islamkritiker” nennt, wobei aber schon längst auch in konservative Kreise vorgedrungen sein dürfte, dass dies Blendwerk ist, denn eine Auseinandersetzung mit dem Islam findet dort etwa auf der Ebene statt, auf der sich der “Stürmer” mit der jüdischen Religion auseinandersetzte.

Auf allen diesen rechtsextremen Seiten herrscht Einigkeit in einem Punkt vor: Für “Fremde”(Unterschiedlich definiert, mal sind es Türken, mal Moslems) gibt es nichts schöneres, als Brutalität, Mord und Totschlag über unsere schöne, harmonische, friedliche und unbefleckte deutsche/europäische Heimat zu bringen, die ja ohne Vorderasiaten soooo viel friedlicher und harmonievoller wäre.

Nachdem die rechtsextremen die Mehrheit der Juden aus dem Land gejagt bzw. ermordet haben, hatten sie lange nur den diffusen "Ausländer" als Feindbild, befinden sich aber mittlerweile – aufgrund der  fortschreitenden europäischen Integration – in der Phase der Konkretisierung. "Franzecke" hört man nur noch selten, "Itakas" werden in rechtsextremen Kreisen nun wieder Italiener genannt, und sind ganz plötzlich alle blendend integriert, “der Russe” ist seit den 1990ern ebenfalls nicht mehr der böseste, usw. Der schlimmste Feind des rechtsextremen ist heute "der Türke" bzw. der "Asiate", also alles ab Bosporus ostwärts.

Kein Rechtsextremismus?

Wundert es denn nicht, dass die schillerndsten Islamfeinde, die FPÖ (Auf der rassistischen Seite "PI-News" beworben) nun mit der DVU zusammenarbeitet?
http://npd-blog.info/2009/07/08/dvu-arbeitet-kunftig-mit-der-fpo-zusammen-und-der-npd/

Oder dass sich nun herausstellte, dass der Täter in diesem Falle ein NPD-Sympathisant war?
http://npd-blog.info/2009/07/09/rassistischer-mord-in-dresden-warnung-vor-islamophobie-tater-war-offenbar-npd-sympathisant/

Aber nein, rechtsextreme sind natürlich alles Islamfreunde und Israelhasser. Dem ist schon lange nicht mehr unbedingt so. Es gibt solche, aber es gibt sie auch mit umgedrehtem Vorzeichen. So einfach ist dies nicht abzutun.

Mir schrieb mal auf einem anderen Portal jemand(SVP-Wähler), dass europäische Juden für die politische rechte kaum noch ein Feindbild sein können, um größere Massen für ihre “Sache” mitzuziehen. "Dank Hitler", wie er meinte. Weiter fuhr er fort: "Bei Moslems ist das heute anders."

Was wollen die?

Rechtsextreme möchten eine völkische Neuausrichtung der Politik in Europa. Fakt ist auch, dass sie dafür bereit sind, auf einen gewaltsamen Umbruch hinzuarbeiten. Menschen sind aber nur dann für einen gewaltsamen Umbruch bereit, wenn sie ein klares, erkennbares Feindbild haben, von dem sie glauben, dass dieser "Feind"(die fremde, böse, minderwertige Kultur/Religion) es auch auf einen selbst abgesehen habe, man selbst oder die Gesellschaft (auf Nazideutsch: “Volksgemeinschaft”) also mittelbar oder unmittelbar in Gefahr sei. Genau daher weht der Wind auch bei den radikalen Islamhassern, und nicht anders sind NPD, DVU, PI, Altermedia, Pro-Köln, BNP, FPÖ usw. einzuordnen. Sie alle versuchen, Gewaltbereitschaft oder zumindest Hass zu schüren, indem sie durch einige propagandistische Tricks, z.B. Wiederholung von Lügen und Gerüchten oder das gezielte unterschlagen von wesentlichen Fakten, apokalyptische Szenarien in die Köpfe der Menschen setzen. Die daraus resultierende, bewusst geschürte Stimmung würde ich persönlich als “Vorbürgerkriegsstimmung” bezeichnen. Welche wirtschaftspolitischen Forderungen die einzelnen Strömungen dabei stellen, ist erstmal unerheblich – im Rahmen der “rechten Volksfront”. Rassismus ist der Punkt, und heute sind sich alle rechten Lager beim Feindbild einig: “Der Moslem ist unser Unglück”. Lediglich Neonazis bezeichnen unsere pluralistische Gesellschaft teilweise noch als “Morgenthaus Rache”.

Kein Rassismus?

Der Moslem? – “naja, das kann ja kein Rassismus sein, der Islam ist ja nur eine Religion” würde der eine oder andere konservative beschwichtigend meinen – aber wie war es denn früher? Wurzelte der antisemitische Horror der Nazizeit nicht in einer theologisch begründeten Feindzähligkeit, der dann lediglich noch die Rassentheorie übergestülpt wurde? Gehörten Juden denn nicht auch zu den ersten Opfern der Kreuzzüge? Das Rad des Europäischen Antisemitismus drehte schon viele hunderte Jahre, aber es wurde immer wieder ausgebremst. Als die Nazis an die Macht kamen, motorisierten sie dieses Rad und bauten die Bremsen ab.

Der Grund hierfür: Der Gedanke der “Volksgemeinschaft” – ein philosophisches Konstrukt der Nationalsozialisten, nach dem “das Volk” als “Organismus” nur als kulturell und biologisch homogene Masse lebensfähig sei. Jede dauerhafte Anwesenheit “Rassefremder” oder “Kulturfremder” wurde nur so lange toleriert, solange die “Volksgemeinschaft” homogen bleibt, und “die Fremden” weniger Rechte haben und ausgegrenzt sind. So geschah es dann auch, dass Juden nach und nach entrechtet wurden. Begründet wurde dies immer wieder sowohl mit rassistischer Propaganda, aber auch mit angeblichen kulturellen Defiziten des Judentums.

Damals und heute – keine Parallelen?

Wo finden sich solche Gedanken in der heutigen Zeit wieder, in der der Anteil der Juden in Europa vergleichsweise gering ist? Heute steht dieser rechtsextremen Ideologie, der “Volksgemeinschaft”, die Anwesenheit erkennbarer Moscheen(damals: Synagogen) entgegen, sowie die Praxis der Religion. Heute ist das Kopftuch irgendwie “fremd”, damals war es die Kippa. Damals waren es jüdische Viertel(man sprach damals von “Parallelgesellschaft”), heute sind es Viertel mit muslimischer Mehrheit. Parallelen ließen sich sicher endlos fortsetzen. Ein Äquivalent zum Holocaust gibt es glücklicherweise nicht, und das wird die Gesellschaft mit Sicherheit auch zu verhindern wissen, denn eines weiß man sicher: Eine dritte Chance wird zumindest Deutschland nicht mehr bekommen.

Der wirklich einzige radikale Unterschied zwischen der Vor-Nazizeit und heute ist der, so scheint es mir, dass die rechtsextremen(außer den Neo-Nationalsozialisten) heute nicht mehr behaupten, eine Kultur sei genetisch veranlagt.

Erfreulich ist aber eines: Rechtsextreme haben es so schwer in der Gesellschaft, dass sie ins Internet ausweichen müssen, um ihrem Hass im Schutze der Anonymität freien Lauf lassen zu können.
Unerfreulich hierbei ist es, dass sie auf diesem Wege recht intensiv daran arbeiten, noch unpolitisierten Jugendlichen unterschiedliche Versatzstücke der rechtsextremen Ideologie nahezubringen, und hierbei offenbar auch Erfolge verzeichnen können. Dabei fischen PI-News, NPD, DVU, Altermedia usw. im selben Gewässer und zusätzlich in jeweils exklusiven Gewässern, und fordern Anhänger auf, den Menschen “die Wahrheit”(besser: das, was sie dafür halten) zu zeigen. Das heißt: Sie alle fordern dazu auf, das Web 2.0(dort halten sich besonders viele “formbare” Jugendliche auf) mit Propaganda zu füllen.

Jedoch führen diese von solchen Internetseiten vermittelten politischen “Sichtweisen”(ob man da von “sehen” sprechen kann?) die Menschen nicht zu einer demokratischen Kultur hin, sondern zu einer auf Ablehnung, Herabsetzung und völkischem Egoismus basierten Hasskultur, deren extremste Auswirkung sich heuer nicht nur, aber auch am 01.07.2009 in Dresden zeigte.

Ausführlichere Informationen zu diesem Mordfall:

http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/meldungen/mord-in-dresden-aus-antiislamischer-motivation/

http://npd-blog.info/2009/07/09/rassistischer-mord-in-dresden-warnung-vor-islamophobie-tater-war-offenbar-npd-sympathisant/

http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/marwa-e-ermordet-aus-rassismus-und-islamfeindlichkeit-1114

http://www.migazin.de/2009/07/08/muslime-als-zielobjekt-rassistischer-gewalt/

Und hier Informationen zu Hass im Internet(via Fareus):


Neonazi-Kongress verhindert

Kartenbild

In Dahlewitz(Südlich von Berlin, siehe Karte) wurde der Vertrag für einen Neonazi-Kongress gekündigt, nachdem die Leitung des Hotels, in dem er stattfinden sollte, über die Details des Kongresses informiert wurde.

 

Folgende Personen waren laut Märkische Allgemeine zu diesem Kongress eingeladen:

  • – Andreas Molau, „DVU-Bundessprecher und stellvertretender niedersächsischer NPD-Landesvorsitzender“

  • – Walter Post, Buchautor des geschichtsrevisionistischen Grabert-Verlages und Referent bei der Waffen-SS-treuen HIAG

  • – Mario Kandil, Mitarbeiter der Reihe Deutsche Geschichte (Druffel-Verlag)

  • – Dimitrij Grieb, Autor der National-Zeitung

  • – Mitarbeiter des FPÖ-Europaabgeordneten Andreas Mölzer

  • – Karl Richter, Stadtrat der NPD-Vorfeldorganisation Bürgerinitiative Ausländerstopp in München

  • – DVU-Bundesvize und Landeschef in Sachsen-Anhalt Ingo Knop

  • – Patrik Brinkmann, Mitgründer der rechtsextremen Kontinent-Europa Stiftung

  • – Harald Neubauer, Mitherausgeber von Nation & Europa“.

NPD, DVU, FPÖ, SS-Liebhaber und rechtsextreme Autoren. Auf derartigen Konferenzen kommt immer wieder die Creme de la Creme des Faschismus zusammen. Neben offen angekündigten “Anti-Islamisierungs-Kongressen” gibt es immer wieder mal heimlich geplante Kongresse.