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Pro-NRW marschiert in Mönchengladbach

Einen Bericht  von der Pro-NRW-Demo kann man hier lesen:

Zum Bericht gehören Fotos von Pro-NRW, die das ganze Spektakel noch interessanter machen. Zwar heißt es im Bericht:

In der Folge wurden die imageschädlichen Vertreter der NPD abgedrängt und durften nur noch aus der Ferne zuschauen.

Allerdings scheint man bei Pro-NRW keine Probleme mit den Autonomen Nationalisten zu haben. So finden sich Personen auf der Pro-NRW Demonstration, die folgende Aussagen mit sich herumtragen:

Klick
Good night left side (Analogbild)
Klick
Fuck ZOG
“ZOG” ist eine Abkürzung für “Zionist occupied Government” und ist Ausdruck des Antisemitismus.
Klick image

Arbeit, Freiheit, Brot – Viel ist mir über dieses Worttrio nicht bekannt. Eine kurze Erklärung und ein Bild gibt es beim Spiegel:

„Arbeit, Freiheit und Brot!“ fordern die Nationalsozialisten auf einem Plakat zur Reichstagswahl am 20. Mai 1928. Im Dritten Reich versuchte man, eine Autarkie für Grundnahrungsmittel und in erster Linie für Getreide zu erreichen, um Versorgungskrisen vorzubeugen. Da dies nur durch einen verminderten Weizenverbrauch möglich war, wurde insbesondere das Roggenbrot propagiert.

Zu “Hammer und Schwert”, das auf beiden Bildern zu sehen ist, heißt es:

Die gekreuzten Hammer und Schwert sollen eine Volksgemeinschaft aus Soldaten und Arbeitern symbolisieren. Benutzt wurde das Symbol u.a. von den Gebrüdern Gregor und Otto Strasser, die den »nationalrevolutionären« Flügel in der NSDAP anführten. Ab 1929 war es Gaufeldzeichen der Hitlerjugend (HJ). In den 90er-Jahren wurde es in der Neonazi-Szene u.a. als »Symbol der Nationalen Revolution« gedeutet.

Klick für ein größeres Bild Der Typ mit diesem Button ist auch in dieser illustren Runde zu sehen(rechts). Das von ihm getragene T-Shirt “Nur die Gedanken sind heute noch frei” kann ausschließlich in einschlägigen Naziversänden erstanden werden. Auf ihm prangt auf der linken Seite das Etikett: “Nationale und Soziale Aktion”.

Auf der Pro-NRW Abschlusskundgebung (Hier links auf dem Bild) darf diese Person das Fronttransparent von Pro-NRW halten.

Von wegen also, Pro-NRW sei “Rechtskonservativ” und nicht NS-affin. Ralph Giordano hat recht, wenn er sagt, “Pro” sei die “zeitgenössische Variante des Nationalsozialismus”.


Eine wahre Geschichte

Ich bin kein Fußballfan, aber Raucher. Als ich heute Abend am Nachbarlichen Kiosk meinen Tabak holen wollte, jubelte mir der Kioskverkäufer mit deutschem Pass, konservativem Wahlverhalten, türkischem Namen und einem äußerst individuellen Gebrauch der Deutschen Sprache ein “Deutschlaand! Deu-eutsch-laand!” entgegen, und wollte das Geschäft rasch hinter sich bringen, um zurück in den Hinterraum zu kommen, wo er einen großen Flachbildschirm sein eigen nennt.

Ich bin gut mit ihm Bekannt. “Der spinnt mal wieder”, dachte ich mir, zeigte ihm einen Vogel, grinste freundlich, und wusste nun genau, dass wieder Fußball läuft. Das merkt man ihm nämlich an. “Fanatik” nennt er sich. Was den Fußball angeht, flippt er bei Länderspielen immer völlig aus. Er trägt ein Deutschland-Trikot und hängt sein “Duett” heraus, eine deutsche und eine türkische Fahne.

Es ist wie ein Ritual. Ganz gleich, ob die deutsche oder die türkische Mannschaft spielt: Das Deutschlandtrikot und sein “Duett”. Wenn man durch das Verkaufsfenster an ihm vorbeischaut, sieht man das Ambiente: ein Schmuckstück, auf dem “Masallah” steht, und einen halben Meter daneben ist ein Kalender der Ditib zu sehen, auf dem zwei türkische Fahnen abgebildet sind. In seinem Hinterzimmer hängt beim Fernseher ein Bild mit einer türkischen Fahne, auf der in filigran handgearbeiteten Lettern ein Gedicht in türkischer Sprache geschrieben steht. Rechts und links daneben hängen zwei weitere, schon etwas ausgeblichene Landschaftsbilder aus der Türkei. Und am Körper immer das Deutschland-Trikot. Ganz gleich, ob die Deutsche oder die türkische Mannschaft spielt: Dieses Setting gehört zu seinem persönlichen Fußballritual. Das ist wohl Ausdruck der “Kraft der zwei Herzen”, von der hier und dort die Rede ist.

Und am Ende des heutigen Spiels wird er wohl froh gewesen sein, dass “seine” Mannschaft gewonnen hat – ganz gleich, welche es war.