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Perspektive gesucht

Europa kriselt – zumindest in einem Teil Europas, und zwar einerseits aufgrund der Finanzkrise von 2008, andererseits aufgrund der Schuldenkrise im Euroraum.

In dieser Situation tauchen vereinzelt Stimmen nach einer Abschaffung des Euro(Sarrazin) und der Europäischen Union insgesamt(Nazis und andere VT-Fanatiker) auf. Beides steht selbstredend nirgends ernsthaft zur Debatte.

Die Konservativen auf der anderen Seite bestehen natürlich auf der Bewahrung eines verlässlichen Status Quo, was momentan per ESM und Fiskalpakt geschieht. Kostengünstiger als die erstgenannten “Alternativen” ist das sicherlich, kostet jedoch immer noch recht viel. Das anfänglich angedachte “Anarchistische” Konzept der FDP, betroffene Banken und Staaten einfach pleite gehen zu lassen, fand nirgends ausreichend Unterstützung. Weder in Deutschland, noch in europäischen Partnerländern. Weitere nennenswerte Alternativen sind bisher nicht bekannt, weshalb auch die wesentlichen Teile der Opposition den bekannten Maßnahmen zustimmten.

Das ist ein Teil der derzeitigen Problemlage europäischer Ebene, soll aber an dieser Stelle nicht bewertet werden. Mindestens ebenso problematisch ist die Tatsache, dass die Ebene auf der das Geld weitergereicht wird, namentlich die Europäische Ebene, unter einem Legitimationsdefizit leidet.

Dieses ist demokratischer Art und betrifft vor allem die Europäische Regierung, die Kommission. Sie verfügt praktisch allein über das Initiativrecht, wird jedoch von den einzelnen Staatsregierungen “eingesetzt”. Von 27 Kommissaren ist also einer – indirekt – von der Bevölkerung Deutschlands gewählt worden, einer von der Bevölkerung Frankreichs, einer von der Bevölkerung Italiens, usw. – Die demokratische Legitimation der Gesamtkommission ist der Bevölkerung daher nur schwerlich vermittelbar. Anders ist dies beim Parlament, das von der Gesamtbevölkerung gewählt wurde. Dieses verfügt jedoch nicht über ein Initiativrecht, sondern kann höchstens ein Veto gegen Gesetzesinitiativen der Kommission einlegen.

Dieses Missverhältnis zwischen tatsächlicher Macht und tatsächlicher Bürgervertretung begründet die Legitimationskrise, in der sich die EU derzeit befindet. Sehr eindrucksvoll zeigte sich dies im Fall des ACTA-Abkommens, insbesondere, was den Entstehungsprozess angeht, der weithin als undemokratisch empfunden wird. Zwar führt die Kommission dieses Empfinden auf ein Kommunikationsdefizit zurück, das ist jedoch nur ein Teil des Problems. Mangelhafte mediale Kommunikation der europäischen Perspektive ist tatsächlich ein schwerwiegendes Problem. Problematisch ist jedoch auch die Struktur als solche, die immer wieder zu Hinterzimmerpolitik führen wird.

Ein perspektivenreicherer Ansatz für eine Lösung der diesbezüglichen Problematik findet sich bei ZEIT-Online. Unter der Überschrift “So geht’s nicht weiter, Europa!” findet sich ein Plädoyer für eine stärkere Demokratisierung der EU. Hierbei werden auch sehr bedenkenswerte Vorschläge geliefert:

Eine echte parlamentarische oder präsidentielle europäische Demokratie, mit einer gemeinsamen Regierung, einem europäischen Finanzminister, einem womöglich direkt gewählten Präsidenten, der die Mitglieder seines Kabinetts, der bisherigen EU-Kommission, selbst auswählt – nach Kompetenz und nicht mehr nach nationalem Proporz.

Ein machtvolleres Parlament aus direkt gewählten Abgeordneten, die selbst Gesetze einbringen dürfen, die die europäische Regierung bestätigen müssen und sie kontrollieren – in Kooperation mit den nationalen Parlamenten. Und eine zweite Kammer, ein gewählter Senat oder ein europäischer Bundesrat nach Vorbild des deutschen, in dem die Regierungschefs der Mitgliedsländer – der jetzige Europäische Rat – sitzen und mitbestimmen.

Mit europäischen Parteien, die sich zusammenschließen aus den bestehenden konservativen, sozialdemokratischen, liberalen, grünen und sonstigen Parteifamilien. Und mit einer sich herausbildenden europäischen Öffentlichkeit und europaweiten Medien in den verschiedenen Sprachen.

Eine Wirtschafts-, Haushalts-, Steuer- und Sozialunion, mit unterschiedlichen Ausprägungen wie in den deutschen Bundesländern, aber klaren Vorgaben und  vereinheitlichten Standards.

Und schließlich eine Haftungs- und Transferunion nach dem Muster des deutschen Finanzausgleichs. Auch dort leisten die Länder untereinander und der Bund den Notleidenden Hilfe. Aber nach Maßgabe übergreifender Regeln und mit dem erklärten Ziel, diese Hilfen irgendwann überflüssig zu machen – festgehalten schon jetzt im Fiskalpakt.

Ich stimme nicht mit allen Details der Vorschläge zu 100% überein. Sie sind jedoch etwas, worauf eine konkrete Perspektive aufgebaut werden kann. Eine Perspektive fehlt in der gesamten EU-Debatte völlig.


Ein paar Links

Aus Zeitgründen tat sich hier in den letzten Tagen nichts, daher diesmal ein paar konzentrierte Lesetipps zu unterschiedlichen Dingen, die recht interessant waren:

Deutschenfeindlichkeit – Was ist das?

„Deutschenfeindlichkeit“ taucht in gewisser Regelmäßigkeit in Debatten um Rassismus auf. Doch der Begriff missachtet Machtverhältnisse von Minderheiten und Mehrheitsgesellschaft und ist ein Kampfbegriff aus der rechten Ecke.

Liebe geht durch den Stock

Schläge müssen weh tun: Kindererziehung mit dem Rohrstock hat in fundamentalchristlichen Kreisen Konjunktur – schließlich steht das so in der Bibel.

Das Schlagen von Kindern ist in Deutschland gesetzlich verboten.

(…)und so gibt es unter strenggläubigen Christen eine heimliche Kultur des Prügelns. Nicht nur mit der Hand, sondern mit der Rute. Denn: „Wer seine Rute schont, der hasst seinen Sohn; wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn bald“ heißt es in der Bibel (Sprüche 13,24). Und „Rute und Strafe gibt Weisheit; aber ein Knabe, sich selbst überlassen, macht seiner Mutter Schande.“ (Sprüche 29,15). Die Eltern, die diesen Worten folgen, gehören Glaubensgemeinschaften wie den evangelikalen Freikirchen und den Zeugen Jehovas an, welche die Bibel wörtlich nehmen, und in denen Zweifel am Wort Gottes als Einflüsterungen Satans gelten.

Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit schaden Deutschland

Es ist schon seltsam, wie ausgerechnet die Angehörigen der politischen Richtungen, die lange Jahre geleugnet haben, dass Deutschland seit den Anwerbeabkommen in den 1960er Jahren zum Einwanderungsland geworden ist, und damit Integrationsmaßnahmen verhindert haben, nun mit dem Schlachtwort Multi-Kulti das Versäumnis den politischen Gegnern in die Schuhe schieben wollen. Der Islam gehört nicht nur zu Deutschland seit 50 Jahren, Deutschland ist seitdem faktisch ein Einwanderungsland, das leugnet, eines zu sein und deswegen auch zu keiner vernünftigen Einwanderungs- und Integrationspolitik kommt.

Angesichts der vielbeachteten und viel kritisierten Rede Erdogans in der Köln-Arena vor einigen Jahren scheint der Gedanke gar nicht so abwegig zu sein, dass Politiker der Türkei durch Appelle Einfluss auf Türkischstämmige Zuwanderung üben könnten. Den realexistierenden Einfluss der türkischen Politik auf die Deutsche Gesellschaft (zumindest den türkeistämmigen Teil) kann man kritisch sehen, zumal es diverse Gesetze gibt, die derartiges eigentlich verhindern sollten, aber als Fakt kann man ihn nicht in Abrede stellen.

“Es ist gut, dass Özil für Deutschland spielt”

Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül wünscht sich von den Türken in Deutschland, dass sie Teil der deutschen Gesellschaft werden. Sie sollten Deutsch lernen, „und zwar fließend und ohne Akzent“, sagte er der Süddeutschen Zeitung.

(…)

Auf die Frage, ob die zunehmend negative Stimmung gegenüber Muslimen die Chancen der Türkei auf einen EU-Beitritt gefährde, sagte Gül: „Die EU mit einer halben Milliarde Menschen sollte sich nicht vor einem Land mit 60 bis 70 Millionen Bürgern fürchten.“ Gegnern einer EU-Mitgliedschaft warf er einen Mangel an Visionen vor. Die Türkei könne ohnehin nur Mitglied werden, „wenn sie das Niveau der EU-Staaten erreicht“. Es sei auch nicht auszuschließen, dass das türkische Volk am Ende die Vollmitgliedschaft ablehne.

Auch zur neuen Außenpolitik sagte Gül etwas:

Die Türkei brauche ein gutes Verhältnis zu ihren Nachbarn. Sein Land wolle „größtmöglichen Nutzen“ aus seiner geopolitischen Lage ziehen. Einen atomar bewaffneten Iran würde die Türkei als Bedrohung betrachten, sagte Gül. Der Konflikt mit Teheran aber müsse diplomatisch gelöst werden.

Hierbei vergaß er wohl das Argument, dass zukünftig mögliche EU-Außengrenzen im günstigsten Falle keine Konfliktregionen sein sollten.

Wenn Gutmenschen über Ausländer reden [2]

Wir reden viel über Integration. Was wir aber meinen, ist unsere Angst vor dem Fremden. Das sollten wir auch sagen, anstelle uns hinter neutralen Floskeln und neudeutschen Fachbegriffen zu verstecken.

(…) Nehmen wir mal das Wort „Ausländer“. Das hört man in den letzten Tagen wieder ab und zu.

Vorher kaum. Und das in einem Land, das seit Wochen ein Thema diskutiert, in dem Menschen, die früher Ausländer genannt wurden, die Hauptobjekte der allgemeinen Ereiferung sind. Aber jetzt mal ehrlich: „Ausländer“, das ist so 80er.

(…) „Menschen mit Migrationshintergrund“. Das ist schon ein ganz anderer Ausdruck.

Einer, der angetreten ist, um weniger zu verschweigen. Ein sperriger Begriff, eine Erfindung von Statistikern, die es leid waren, dass ihre Statistiken ihnen wegen des geänderten Staatsbürgerschaftsrechts keine Aussagen mehr darüber lieferten, ob die Schulversager und jugendlichen Straftäter nun richtige Deutsche waren oder andere. Ein Begriff, der die Bewohner des Landes subtil in zwei Gruppen teilt, ohne Ansehen der Nationalität. Die Staatsbürgerschaft kann man wechseln, der Migrationshintergrund ist angeboren.

(…)Sprache beeinflusst die Sicht auf die Welt. Umgekehrt wird ein diffuses Gefühl erst stark und mächtig, wenn es in Worte gekleidet, mit Nachbarn besprochen und durch Talkshows gereicht wird.

(…)Das Gefühl ist: Die stören hier, all diese Menschen, die anders aussehen, anders leben und anders reden. Die Worte sind: Kopftuchmädchen, muslimische Deutschverweigerer, islamische Unterwanderung. Worte, die einem diffusen Gefühl ein konkretes Ziel geben, konkrete Worte, die nichts zu verschweigen scheinen.

(…)

Wer die Debatte nicht den vermeintlichen Klartextrednern überlassen will, muss selbst klare Worte finden.

„Integration“ ist keins davon, zu vieldeutig, zu allgemein, ein Verschweigerwort. So, als ob das Fremde, das Unbekannte irgendwann verschwinden würde, wenn sich alle nur genügend integrieren.

Schlagwörter der Integrationsdebatte

Kernaussagen wurden bei Dybth herausgearbeitet.

Zugbegleiter unter Pseudonym

Um sich vor Übergriffen zu wehren, dürfen Bahnmitarbeiter falsche Namen benutzen. A.M Aylin Yildiz sitzt im ICE und häkelt. Nur daran, sagt die DB-Zugbegleiterin augenzwinkernd zu ihrem Kollegen Boris Rakitic (Namen geändert), könne er erkennen, woher sie stammt. Nach Dienstschluss unterhalten sich die beiden Bahnmitarbeiter über ihre Herkunft: Er kommt aus Bosnien, sie aus der Türkei. Yildiz’ Sprache verrät das nicht, ihr Hochdeutsch ist perfekt. „Nenn dich im Zug doch künftig Schmidt“, empfiehlt der Kollege. Solche Namensänderungen sind bei der Bahn jetzt ausdrücklich erlaubt. Per Rundschreiben kam die Mitteilung, dass auf den Namensschildern an den Dienstuniformen Pseudonyme stehen dürfen. Zu ihrem eigenen Schutz, erklärt eine Bahnsprecherin. Beschimpfungen, Beleidigungen, Androhung von Gewalt – „für viele unserer Mitarbeiter ist das leider oftmals der Arbeitsalltag“. Vor allem im Regionalverkehr lebten die Zugbegleiter gefährlich, weil dort die Übergriffe besonders zahlreich und zum Teil sehr brutal seien.

Radiobeitrag: Deutschland, deine Muslime – Zweibahnstraße Integration

Diskussionsleitung:
Annette Riedel
Diskussionsteilnehmer:
– Konrad Adam, Autor und freier Journalist
– Jörg Lau, Die Zeit
– Günter Piening, Beauftragter des Berliner Senats für Integration und Migration
– Naika Foroutan, Humboldt-Universität zu Berlin

Dauer: ca. 44 Minuten

Und zuletzt noch etwas zum auflockern:


Dokutip: “White Terror”

Die Filmbeschreibung:

Im Laufe der letzten fünf Jahre hat sich innerhalb der radikalen Gruppen der Rechtsextremisten eine bedeutende Wandlung vollzogen. Die Veteranen sind entweder zu alt für den politischen Kampf geworden oder inzwischen verstorben. Neue Ideologen tauchen überall in Europa, Nordamerika und Russland auf. Sie haben nicht immer einen kahl rasierten Schädel und sie haben Unternehmen, Vertriebsfirmen, Musikclubs, Zeitschriften, Verlage oder auch Internetseiten gegründet und alte Symbole durch neue ersetzt.
Als Ergebnis einer zunehmenden Globalisierung, der Auflösung klarer Grenzen und einer rasanten Verbreitung neuer Technologien mussten die USA und Schweden schockiert feststellen, dass ihre Jugend zu rassistischer Gewalt anstachelt, dass diese zunehmend die ganze westliche Welt, aber auch Russland und seine Nachbarländer angesteckt hat. Die über das Internet und eine zunehmende Zahl von Büchern, Pamphleten, Zeitschriften, CDs, Audio- und Videokassetten verbreitete rassistische Propaganda gewinnt eine ständig wachsende Zuhörerschaft. In diesem Zusammenhang scheint die neonazistische Ideologie neue Territorien erobert und einen fruchtbaren Boden für ihre Propaganda gefunden zu haben.
Für ihre Jugend ist die Vergangenheit virtuelle Geschichte, in der das Reale nicht von seiner Nachahmung unterschieden werden kann. Ihre Vorstellungen von der Zukunft sind düster und bedrohlich. Nahezu 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind die USA zur Hochburg des Neonazismus geworden.

Die Doku dauert ca. 1,5 Stunden und lässt sich –> hier ansehen.


Muslimisch – weiblich – deutsch! von Lamya Kaddor

Ein dreister Copypaste-Beitrag:

Quellen:
Das Parlament – Gläubig und demokratisch

Gläubig und demokratisch
Muslime in Deutschland
Ein unaufgeregtes Buch zu einer aufgeregten Debatte

Von Jeannette Goddar


Wenn eine weiß, was junge Muslime in Deutschland so denken, dann ist es wohl Lamya Kaddor. Woche für Woche hört sie pubertierenden Schülern zu. Die gebürtige Westfälin und Tochter syrischer Eltern ist eine der wenigen Islamkunde-Lehrerinnen in Deutschland. Damit unterrichtet sie jenes Fach, das in Nordrhein-Westfalen entwickelt wurde, um den Koranschulen die Interpretation der heiligen Schriften des Islam nicht allein zu überlassen. Wie ernst die Islamwissenschaftlerin diesen Lehrauftrag nimmt, hat sie schon mit zwei Büchern unter Beweis gestellt: Sie ist die Verfasserin des ersten "Koran für Kinder und Erwachsene" und des ersten deutschsprachigen Schulbuchs für den Islamunterricht namens "Saphir". Mehr lesen

Verlag C. H. Beck oHG – Muslimisch – weiblich – deutsch!

‚Lamya Kaddor gehört zu einer neuen Generation von deutschen Muslimen. In ihrem mutigen, sehr persönlichen Buch kritisiert sie das beklagenswerte Erscheinungsbild des Islam in Deutschland ebenso wie die Wagenburg-Mentalität der Nicht-Muslime. Ein längst überfälliges Plädoyer für einen zeitgemäßen Islam. Der Islam ist Teil der deutschen Gesellschaft. Nur wollen das viele nicht wahr haben – unsere selbsternannten Islamkritiker nicht und am wenigsten viele Muslime selbst. Die schweigende Mehrheit lässt es zu, dass bärtige Fundamentalisten sie in der Öffentlichkeit repräsentieren und dass Terror, Zwangsheirat und Ehrenmorde das Bild vom Islam bestimmen. Lamya Kaddor gibt den liberalen, aufgeklärten Muslimen in Deutschland endlich eine Stimme, vor allem den Frauen, die selbstbestimmt – mit oder ohne Schleier – leben wollen, ohne ihre Religion preiszugeben. Sie erzählt, wie sie in Deutschland als Tochter frommer arabischer Einwanderer groß geworden ist und mit welchen Herausforderungen sie als "Ausländerin" in der Schule und als junge gläubige Frau im Berufsleben fertig werden musste. Ein ebenso spannendes wie sympathisches Buch, das wachrütteln und die verschlafene Integrationsdebatte beleben wird.

Plädoyer einer deutschen Muslima für einen weltoffenen Islam.‘

Quelle: Unsere Demokratie


Wissenschaft: Die ersten Europäer waren Kannibalen

Ohne weitere Umschweife hier einige Links zu entsprechenden Pressemeldungen:

Ersten Europäer waren Kannibalen

First Europeans were cannibals, say Spanish archaeologists

Archäologen: Die ersten Europäer waren Kannibalen

First Europeans were cannibals with taste for children

In der deutschen Presse ist von diesem Thema bisher fast nichts bis fast gar nichts zu finden. Ich persönlich habe zumindest per Google überhaupt nichts aus Deutschland zum Thema gefunden. Die oben genannten Links sind alle aus dem Ausland. Besonders interessant sind zwei Zitate aus dem ersten Link. Aufgrund seiner Kürze zitiere den Inhalt hinter dem Link mal komplett(Hervorhebungen von mir):

Versteinigte Überreste prähistorischer Menschen – offenbar der ersten Europäer -, die in spanischen Atapuerca entdeckt wurden, zeigen, dass diese Kannibalen waren,"denen besonders das Fleisch von Kindern und Jugendlichen mundete", schreibt Le Figaro. "Hier liegt die erste Form von dokumentiertem Kannibalismus vor, was nicht heißen soll, dass es wirklich die erste war", unterstreicht einer der Leiter der Ausgrabungen. Die 800.000 Jahre alten Überreste stammen vom Homo Antecessor, der vor dem Neandertaler und dem Homo Sapiens lebte. Die Zeichen von Einstichen und von Zerlegung auf den Fossilien zeige, dass es sich "um einen gastronomischen und nicht rituellen Kannibalismus gehandelt habe", präzisiert die Zeitung.

Kurios, dass davon lediglich im Ausland die Rede ist.


Europawahl – die Piraten machen sich klar zum ändern

image Die Piratenpartiet hat Schweden geentert, und satte 7,1% aller Stimmen erbeutet. In Deutschland kommt sie immerhin auf 0,9% und erfüllt ihr selbstgestecktes Ziel, auf Anhieb über 0,5% zu kommen. In einer ersten öffentlichen Mitteilung der Piratenpartei nach der Wahl verkündet sie:

Nach einem Wahlkampf, den die etablierten Parteien routiniert gelangweilt führten, sind die Stimmen ausgezählt und die großen sowie die kleinen Sieger gekürt. Zum ersten Mal trat die Piratenpartei bundesweit an; mit beachtlichem Erfolg!

Mit 0,9% der Stimmen erreichte die Piratenpartei das beste Wahl-Ergebnis ihrer jungen Geschichte und konnte 229.117 Wähler für sich gewinnen.

In Deutschland, wo die Mitgliederzahl der Piratenpartei sich während des Wahlkampfes von 900 auf etwa 1200 steigerte, wurden 0.9% der abgegebenen Stimmen erreicht. Spitzenkandidat Andreas Popp freute sich über das Ergebnis: "Wir traten zum ersten Mal zu einer Europawahl an. Und obwohl wir bei vielen Wählern noch kaum bekannt waren, haben wir ein solches Ergebnis erzielt. Das zeigt uns, dass sich viele Bürger mit unseren Zielen identifizieren." Popp weiter: "Ganz besonders möchte ich allen Leuten danken, die uns unterstützt haben! Ohne sie wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Unser Minimalziel von 0,5% haben wir mehr als erreicht. Jetzt geht es erst richtig los."

Und ich glaube ihnen dies. Jährlich stehen ihnen nun 160.000€ Parteienfinanzierung zu, die sie ganz sicher nicht für die Organisation von LAN-Partys oder den Kauf von Killerspielen und DRM-geschützter Musik ausgeben.

Mehr lesen und mitdiskutieren kann man am besten vor Ort – auf deren Internetseite.

Für die Zulassung zur anstehenden Bundestagswahl braucht die Piratenpartei übrigens noch Unterstützungsunterschriften. Formulare gibt es hier: http://ich.waehlepiraten.de/

Die Piratenpartei ist basisdemokratisch, weitgehend Netzkulturell(das heißt: offen, direkt am Bürger, inhaltlich transparent sowie Papiersparend) organisiert, personell überwiegend jung und frech(im positiven Sinne), und trifft hiermit den Nerv vieler Junger Menschen. Nicht mit einer Obamamanischen Vision von einer “besseren Welt”, sondern mit dem pragmatischen – sie bezieht Position für die Rechte junger Digitalkonsumenten. Sie gehört hierbei zu den wenigen Parteien, die während des EU-Wahlkampfes insbesondere im Internet mit am besten aufgestellt war, und wird daher schon von den ersten mit Argwohn beäugt, und es wird bereits prophezeit, dass sie instrumentalisiert werden:

Schließlich aber, da kann man gewiss sein, wird es den Piraten im Internet so ergehen wie ihren Vorbildern in der Karibik. Denn wenn die Piraten im siebzehnten Jahrhundert ihre Verstecke verließen und gegen die alte Macht(Spanien) segelten, so taten sie das mit Kaperbriefen der Engländer oder Franzosen.

Sagt jedenfalls die Süddeutsche.

Hier ein interaktiver Wahlatlas, bei dem die Wahl der PIRATEN visuell dargestellt wird.


Europawahl 2009 – Ergebnisse und Trend (EU-Gemeinsam)

Europawahl Diagramm

Hier die Ergebnisse der Europawahl 2009 und die Entwicklung seit 1979 auf EU-Ebene. Siehe dazu auch hier.

Der Spiegel hat eine Interaktive Karte der Ergebnisse veröffentlicht. Der Anteil der Nichtwähler beruht auf einem Artikel von dasjournal.net, und stieg insgesamt weiter an.

Über den Politblogger kommt man an die genauen Ergebnisse der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten.


Europawahl 2009 – Ergebnisse und Trend

Europawahlen Diagramm

Hier die Entwicklung der Europawahlen in Deutschland von 1979 bis 2009.

Hier die genauen Wahlergebnisse für Deutschland und nach Wahlkreisen Aufgeschlüsselt für NRW.

Eine Interaktive Detailanalyse gibt es bei der ZEIT.


Europawahl 2009

Mal etwas zum Einstimmen…


EU-Profiler

Neben dem Wahl-O-Mat gibt es auch den EU-Profiler(Hier gefunden). Diesem scheinen ausgefeiltere Berechnungen zugrundezuliegen, jedoch fehlen dort massenweise Parteien. Der Profiler meinte jedenfalls, dass ich die SPD wählen werde. Wir werden sehen.

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Eine Entscheidung nehmen derartige “Wahlhilfen” zwar nicht ab, aber sie helfen ungemein, die Wahl derjenigen Parteien, mit deren Programm man sich genauer befassen sollte, etwas einzugrenzen.

Nebenbei: im EU-Inland gibt es laut den Ergebnissen des EU-Profiler gleich mehrere Parteien, denen ich viel lieber meine Stimme geben würde, als irgendeiner Partei aus Deutschland. Warum kann ich das eigentlich nicht?