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PI-News – 45 Minuten Dummfug

Eingestellt wurde der Artikel etwa um 18:40 Uhr, gemessen am ersten Kommentar.

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Vor 19:25 Uhr sah er noch so aus:

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Nach 19:25 Uhr dann so:

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Peinlich, peinlich – allerdings nichts neues. Wenn jemand schon bei solchen Kleinigkeiten Unsinn verzapft – kann man ihm dann überhaupt zutrauen komplexere Sachverhalte überblicken zu können? PI-News wirkt schlicht und ergreifend saublöd und saudumm, zumal PI-Blogger ja beabsichtigen, irgendwann einmal mit dem Begriff “Wahrheit” in Verbindung gebracht zu werden. FAIL. Das nimmt euch keiner ab, Jungs.

Dazu kommt natürlich, dass der Neuigkeitswert von PI-News gegen Null geht. Im Deutschlandradio steht all dies bereits(jedoch inhaltlich korrekt). PI-News ergänzt den Inhalt lediglich um ein “Finden wir doof”. Ganz ehrlich – Ein Twitter-Account würde hierfür voll und ganz ausreichen. Aber man kann ja keine Lügen unterbringen, wenn man einzig auf die Informationsquelle verlinkt. Nicht wahr?

Allenfalls die maximal(!) 0,06% der Gesellschaft, die eh nichts hinterfragen möchten, sondern lieber mit den Lippen an ihrem Lieblings-Propagandablatt hängen, und vorgekaute Meinungen verkonsumieren, nehmen PI-News noch für voll.

Und überhaupt: Wer zum Henker ist Kurt Hassemer?

(Dank an Christian)


Stefan! Where is my vote?

Bisher fand ich die #EnterDenRaab Aktion ja eher mittelmäßig bis unnötig, und sie hatte mich auch nicht weiter interessiert – bis ich den Stimmzettel des “Wahl-o-meter” gesehen hatte, der nicht einmal einem Mindestmaß des demokratischen Prinzips der chancengleichheit entspricht:

TV Total Wahlzettel

Nicht einmal "sonstige" kann man ankreuzen? Entschuldigung. Werter Herr Raab(hoffentlich lesen Sie das!), das ist keine lautere Art der Erziehung zur Demokratie.

Einige Sympathisanten der Piratenpartei hatten die Probe gemacht, und einen neuen Stimmzettel entworfen von dem sie 100 Exemplare vor dem Studio an Studiogäste verteilt hatten:

Demokratisierter TV Total Wahlzettel

Laut Piratig ist es auch gesichert, dass fünf solcher Stimmzettel zur Wahl abgegeben wurden.

Selbst wenn diese Fake-Zettel ungültig sind, und die Stimmen dann auch nicht gewertet werden, hat der Wähler *wenigstens* das Recht zu erfahren, wie viele ungültige Stimmen es denn gab. Diese Stimmen wurden in der Sendung jedoch mit keinem Wort erwähnt, was natürlich den Eindruck vermittelte, dass es derartige Stimmen nicht gab. Das Recht, über die Anzahl der Ungültigen Stimmen aufgeklärt zu werden, hat jedoch selbst der Wähler einer Kommunalwahl in Hintertupfingen oder Oer-Erkenschwick. Twitterish ausgedrückt: "#raab #epic #fail"

An was erinnert mich das ganze?

TV-Total Wahl-o-Meter Protest

"Where is my vote, Stefan?" – Ja, ich fühle mich tatsächlich an die Wahlen im Iran erinnert, auch wenn die TV Total-Wahlen natürlich keine amtlichen sind. Aber, und das ist der Punkt, sie nehmen natürlich Einfluss auf die Wähler. Dafür werden sie ja veranstaltet.

Es geht hierbei nicht einzig um die Piratenpartei. Es ist ja okay, wenn nur Vertreter der bisher im Bundestag vertretenen Parteien eingeladen werden. Es ist auch okay, wenn nur diese Parteien explizit auf einem Stimmzettel genannt werden. Es ist aber definitiv nicht okay, in einer Sendung mit einer exorbitant hohen Einschaltquote – kurz vor der Bundestagswahl – ein Wählervotum der Studiogäste zu erheben, das bezüglich der Wahlmöglichkeiten mit der eigentlichen Bundestagswahl nichts mehr gemeinsam hat. Es ist nicht okay, wenn diese Wähler nicht einmal in der Form von “Andere” die Möglichkeit haben, ihren Willen auszudrücken, wenn er von den Positionen der fünf Großparteien abweicht.

Dass dieses Thema von Sympathisanten und Mitgliedern der Piratenpartei aufgegriffen wird, ist zwar logisch, konsequent und passt zum Profil dieser Partei, es ist aber auch in der Sache selbst irrelevant, da dieses Thema auch andere Parteien in gleichem Maße betrifft. Beispielsweise hatte die Tierschutzpartei bei der U18-Wahl 5,2% der Stimmen abgegriffen, wäre damit also nach dem U18-Wählervotum ebenso wie die Piratenpartei – wenn auch knapp – im Bundestag. Diese auch auf den Fake-Stimmzettel zu bringen wäre daher zumindest nicht falsch gewesen – insbesondere als Zeichen dahingehend, dass es sich nicht alleinig um eine Aktion zum Wahlkampf handelt, sondern um eine ganz grundsätzliche Angelegenheit.

Ob es nun angebracht ist, den Fall bei der OSZE vorzutragen, damit sie das ganze unter die Lupe nimmt, wie es nun bei Piratig vorgeschlagen wird, vermag ich momentan allerdings noch nicht zu beurteilen.

Update:
Das dritte Bild habe ich mal aus Angst vor Abmahn-Terror ausgetauscht.