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Konserven in der Krise

Es gibt Zeiten, in denen es kaum etwas interessanteres gibt, als Lesetipps 🙂

Sehr lesenswertes über den deutschen Konservatismus hat der NPD-Blog jüngst wieder in den Vordergrund gestellt.

Um den deutschen Konservatismus steht es schlecht, obwohl er sich mit den Jahren als durchaus wandelbar erwiesen hat. Eine wirklich konservative Partei gibt es nicht mehr und seine letzten wackeren Vertreter werden immer radikaler.

Von Volker Weiss

Hier entlang, und etwas Zeit mitbringen. Die historische Entwicklung des Konservatismus bis heute und der Unterschied zwischen eben ihm und dem, was sich heute als “rechts-konservativ” bzw. “Nationalkonservativ” bezeichnet, wird durch diesen Text recht deutlich.


Was die Deutschen für die Integrationsdebatte aus ihrer Geschichte lernen können

Ich nehme mal ein paar Absätze von Zafer Senocak heraus. Am besten, man liest den gBeitrag zur Integrationspolitik in seiner Gänze.

In jeder Ecke stößt man hierzulande auf ein Geschichtsthema: Die traumatische Erfahrung des Nationalsozialismus, des Krieges, des Völkermords an den europäischen Juden, aber auch das Leid der deutschen Bevölkerung durch Krieg, Flucht und Vertreibung haben sich tief ins Gedächtnis eingegraben. Deshalb wirkt nichts unglaubwürdiger als ein geschichtsloses und damit gesichtsloses Deutschland. Die Einwanderungsfrage aber wird von all dem ferngehalten. Integrationsgipfel, Islamkonferenz, Debatten und Veranstaltungen zum Thema – der gesamte Politikentwurf wird so lanciert, als ginge es lediglich um die Integration Nichtdeutscher in die deutsche Gesellschaft.

Die Sprache der Integrationsdebatten ist jedenfalls bezeichnend. Sie ist voller Fallstricke, wenn es um Identitätsfragen geht, um Heimat oder Loyalität. So wurde in den Debatten um die doppelte Staatsbürgerschaft immer wieder der Begriff der Loyalität bemüht, der in der wilhelminischen Epoche von konservativen Historikern und Politikern herangezogen wurde, um zu belegen, dass deutsche und jüdische Identität unvereinbar seien: Aus der Sicht des Historikers Heinrich von Treitschke war die Einheit von Staat und Volk in Gefahr. Wer sich heute gegen Doppelidentitäten sperrt, gerät in die Tradition eines nebulösen Staatsverständnisses, der den Weg der Deutschen in die Demokratie lange blockiert hat. Die Oberhoheit über das Angstpotenzial haben diese Begriffe ohnehin: Angst vor Verlust der Identität, vor Fremden, vor Unbekannten.

In der Geschichtsschreibung ging es oft um die Konstruktion von nationaler Identität. Moderne Geschichtswissenschaft hat sich davon zwar entfernt, aber sie riskiert nach wie vor zu wenig die vergleichende Wahrnehmung. Wir brauchen eine vergleichende Geschichtswissenschaft – ähnlich der vergleichenden Literaturwissenschaft. Dabei können auch literarische Texte mit ihren biografischen Konnotationen eine eher emotionsleere Wahrnehmung der Vergangenheit ergänzen und neue Perspektiven eröffnen. Gerade die Erfahrungen des 20. Jahrhunderts, die Völkermorde, Vertreibungen und nationalistischen Exzesse teilen die Europäer miteinander, die Deutschen teilen sie auch mit den Türken.

Deutsche und Türken verbindet etwas. Beide stammen aus großen Mischkulturen, die im 20. Jahrhundert gewaltsam zerschlagen wurden. Ein bitterer Erfahrungshintergrund, den man gemeinsam erörtern kann. So lassen sich Unterschiede und Ähnlichkeiten genauer benennen, jenseits der Sphäre vager Urteile und Vorurteile aufheben. An den Tischen der deutschen Integrationspolitik sollte es also nicht nur um Türken, den Islam und all das gehen, was der Durchschnittsdeutsche als fremd empfindet, sondern auch um das, was er als das Eigene wahrnimmt. Um die eigene Geschichte, den eigenen Identitätswandel. In diesem Wandel steckt nicht nur die Sehnsucht nach Anerkennung, sondern auch die Verunsicherung hinsichtlich einer Zukunft, in der nichts mehr so sein wird wie heute und hoffentlich manches anders als gestern.


Wissenschaft: Die ersten Europäer waren Kannibalen

Ohne weitere Umschweife hier einige Links zu entsprechenden Pressemeldungen:

Ersten Europäer waren Kannibalen

First Europeans were cannibals, say Spanish archaeologists

Archäologen: Die ersten Europäer waren Kannibalen

First Europeans were cannibals with taste for children

In der deutschen Presse ist von diesem Thema bisher fast nichts bis fast gar nichts zu finden. Ich persönlich habe zumindest per Google überhaupt nichts aus Deutschland zum Thema gefunden. Die oben genannten Links sind alle aus dem Ausland. Besonders interessant sind zwei Zitate aus dem ersten Link. Aufgrund seiner Kürze zitiere den Inhalt hinter dem Link mal komplett(Hervorhebungen von mir):

Versteinigte Überreste prähistorischer Menschen – offenbar der ersten Europäer -, die in spanischen Atapuerca entdeckt wurden, zeigen, dass diese Kannibalen waren,"denen besonders das Fleisch von Kindern und Jugendlichen mundete", schreibt Le Figaro. "Hier liegt die erste Form von dokumentiertem Kannibalismus vor, was nicht heißen soll, dass es wirklich die erste war", unterstreicht einer der Leiter der Ausgrabungen. Die 800.000 Jahre alten Überreste stammen vom Homo Antecessor, der vor dem Neandertaler und dem Homo Sapiens lebte. Die Zeichen von Einstichen und von Zerlegung auf den Fossilien zeige, dass es sich "um einen gastronomischen und nicht rituellen Kannibalismus gehandelt habe", präzisiert die Zeitung.

Kurios, dass davon lediglich im Ausland die Rede ist.