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Distanzierungsversuch von “DF”

Bernd Krautchan sandte folgenden Screenshot zu:

Für ein größeres Bild: Bitte anklicken

Distanzierung "Die Freiheit"

+++ FEIGER ISLAMISTISCHER ANSCHLAG IN OSLO +++
Wir alle stehen in diesen schwierigen Stunden an der Seite des norwegischen Volkes. Schulter an Schulter werden wir die Freiheit Europas gegen alle Ideologien verteidigen.

Mit Abscheu und Entsetzen haben wir die feigen Anschläge in Oslo wahrgenommen. Erneut wird Europa vom Terror heimgesucht. Und alles weist darauf hin, dass auch für den Anschlag in Oslo eine islamistische Gruppe verantwortlich ist. Eine bisher unbekannte Gruppe “Helpers of the Global Jihad” hat sich zu dem Bombenattentat in Norwegens Hauptstadt bekannt. Sie kündigte sogar an, dies sei erst der Beginn einer Serie von Reaktionen auf die Wiederveröffentlichung der Mohammed-Karikaturen in norwegischen Zeitungen.

Die Bürgerrechtspartei DIE FREIHEIT verurteilt die Anschläge aufs Schärfste und wird zusammen mit ihren europäischen Partnerparteien weiter gegen die islamistische Bedrohung ankämpfen. Wir erwarten jetzt von allen islamischen Organisationen und Verbänden in Deutschland und Europa eine glaubhafte Distanzierung.

Dies stand am Abend des 22.07. um 21:12 Uhr auf der Website der Partei “DF”, als bereits klar war, dass es sich nicht um einen Islamistischen Anschlag handelt, sondern um einen Nationalistischen Anschlag islamfeindlicher und “multikulturkritischer” Prägung. Die Vehemenz, mit der die Partei “DF” zu diesem Zeitpunkt eine “glaubhafte Distanzierung”(was immer “DF” darunter verstehen mag) von der Tat abverlangt, ist interessant.

Sie ist nicht deshalb interessant, weil es falsch wäre, sofern es ein islamistischer Anschlag gewesen wäre, sondern deshalb, weil der selbe Text mittlerweile überarbeitet wurde. Denn nun ist die Partei “DF” in der Situation, sich selbst distanzieren zu müssen. Und diese “Distanzierung” sieht folgendermaßen aus:

Mit aller Deutlichkeit distanzieren wir uns von der ausgeübten Gewalt des offensichtlichen Rechtsextremisten Anders B. Gewalt darf kein Mittel in der politischen Auseinandersetzung sein, egal ob sie rechtsextremistisch, linksextremistisch oder durch andere Ideologien motiviert ist. Die Niederträchtigkeit, gezielt auch Kinder und Jugendliche zu töten, demaskiert den mutmaßlichen Täter in Norwegen als absoluten Menschenfeind.

Kurz: Die Partei “DF” distanziert sich notwendigerweise von der Gewalt, mit keinem einzigen Wort jedoch stellen Sie eine Distanz auf inhaltlicher Ebene her. Im Grunde kann sie es auch nicht, weil auf inhaltlicher Ebene keine Distanz existiert. Mehr noch. Die Partei “DF” distanziert sich davon, dass man diese inhaltliche Nähe benennt:

Deutlich distanzieren wir uns aber auch von indirekten Vorwürfen, wie sie der Rechtsextremismus-Experte Hajo Funke äußerte: Die norwegische Fortschrittspartei könne wie „jede Form von Rechtspopulismus […] die Hemmschwelle für solche vermutlichen Einzeltäter“ senken. Hier wird wieder einmal versucht, durch versteckte Vorwürfe den islamkritischen Parteien und Bewegungen Extremismus anzuhängen. Diese Gleichstellung von Rechtsextremismus und vermeintlichem Rechtspopulismus ist ein beliebtes Mittel der Diffamierung demokratischer Kräfte. So behauptete Funke im Rahmen des Parteiausschlussverfahrens der SPD gegen Thilo Sarrazin auch, dessen Thesen seien rassistisch.

Kurzform der “Ja, aber”-Distanzierung von der Distanzierung ist: 1. Rassismus hat mit Rassismus nichts zu tun. 2. Wir lehnen Gewalt als Mittel zur Durchsetzung Breiviks rassistischer Ziele ab.

Daher gibt es auch solche Diskussionen in der Partei “DF” nicht. Und im unmittelbaren Umfeld werden daher auch solche und solcheDiskussionen nicht geführt. Und würden sie geführt, dann wäre es ja nicht ernst gemeint.

Eine glaubhafte Distanzierung wäre angebracht.

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Rechtsextremismus im Jahre 2011

Dieser Film zeigt, dass der Rechtsextremismus Osteuropäischen Typs mittlerweile auch in den Westen vordringt.

Rechtsextremismus heute

Primäres Ziel scheint es hier zu sein, Antifaschisten durch Drohungen und Gewalt einzuschüchtern.

Tendenzen innerhalb der scheinbar “demokratischen Mitte”, die Gefahr des Rechtsextremismus zu marginalisieren oder gar zu leugnen, und zugleich sogar Teile des Rechten Diskurses zu Eigen zu machen, wirken dieser Entwicklung nicht gerade entgegen.

Die Gewaltbereitschaft des Rechtsextremismus ist kein isoliert zu betrachtendes Problem, sondern die Folge rechter Einstellungen auch innerhalb der Gesellschaft. Das surreale Verlangen nach z.B. “Volksgemeinschaft” und einem “positiven deutschen Nationalgefühl” unter “Ausschlus von Fremden” sowie Phobien wie “Volkstod”, “Überfremdung”, usw. sind es, die aus sich selbst heraus gewaltfördernd wirken, da sie in ihrer Konsequenz nicht ohne einen positiven Bezug auf die gewalttätigen Kapitel der deutschen Geschichte auskommen können.

Werden also die Ideologeme rechter Kombination “in die Mitte geholt” (wie z.B. in “Deutschland schafft sich ab”), und so ein gewichtiger Teil des rechtsextremen Diskurses in den Salon getragen, dann werden zugleich auch die Gewalttäter in den legitimierenden Schoß der Mitte verfrachtet. Ihr tun wird dann nicht vom Inhalt her als Problem angesehen, sondern nur noch von der Form her als “über die strenge geschlagen” eingeschätzt. Gewalt werde nicht befürwortet, aber die Opfer seien ja auch nicht ohne. Ein Signal also an alle jugendlich-rebellisch agierenden Gruppierungen, dass sie nach all den Demonstrationen gegen Moscheen, nach all den Umfragen zu Minaretten, usw. zumindest inhaltlich konform gehen. So können auch die sieben Brandanschläge auf Moscheen in der jüngsten Zeit – alleine in Berlin – eingeordnet werden.

Beim Pogrom von Rostock-Lichtenhagen wirkten Neonazis, was die “letzte Konsequenz” angeht, federführend. Sie stützten sich dabei inhaltlich auf den damals gegenwärtigen gesellschaftlichen Diskurs über eine “Asylantenschwemme”, dem der heutige sarrazinische Diskurs funktionell nicht unähnlich ist. Während also in den Zeitungen und von der Politik munter gegen die Opfer aufgehetzt wurde, war man sich in der Sache auch mit den Gewalttätern einig. Die Wahl der Mittel war es, die scheinheilig kritisiert wurde. Nicht das Ziel. Das wurde nämlich anschließend von der Politik konsequent weiter verfolgt. Natürlich “im Namen der Sicherheit”.

Man sollte also begreifen, was war, um zu begreifen, was ist. Um zu begreifen, was war, gibt es kaum besseres, als diesen Artikel des Spiegel von 1992.


Berliner Anschlagsserie und die „Integrationsdebatte“

In Berlin kommt es seit Monaten immer wieder zu Anschlägen auf Moscheen. Politiker sehen darin eine folge der „Integrations“-Debatte.

Sechs Anschläge sind hierbei gezählt, die Polizei geht jedoch von einer höheren Dunkelziffer aus. Vor einer Woche hieß es noch, es seien „Einzelfälle“.

Gerade die massive „Deutschland schafft sich ab“-Werbekampagne von Bild und Spiegel, die propagierte, der „Stolz, Deutscher zu sein“ solle als etwas erstrebenswertes betrachtet werden, und die Anwesenheit von Muslimen bzw. Menschen aus dem „Islamischen Kulturraum“ solle zugleich prinzipiell als Gefahr für das Land betrachtet werden, sowie hysterische Reaktionen, wenn sich Vertreter von Minderheitenorganisationen mahnend zu Wort melden, führen zwangsläufig dazu, dass rechtsorientierte Jugendliche eine gesellschaftliche Legitimation für Gewalttaten sehen.

So verwundert es auch nicht, dass das Opfer des rechtsextremen Mordes in Leipzig ein Christ war, kommt es schließlich aus einem mehrheitlich von Muslimen bewohnten Land, dem Irak. Diejenigen, die ein entsprechendes Ressentiment pflegen, fragen nicht danach, ob eine Personen wirklich Muslimisch ist. Wer Muslim ist, entscheidet der Täter. Werden Personen aufgrund der Physiognomie in die Kategorie „Orientalisch“ eingeordnet, spielt sich im Kopf das gesamte Muslimfeindliche Zuschreibungsprogramm ab. Ähnlich war es auch bezüglich eines rechtsextremen Mordes in Dresden, als der Täter die ägyptische Pharmazeutin unzutreffend als „Islamistin“ und „Terroristin“ beschimpfte, weil die Physiognomie, das Kopftuch oder beides aus Sicht des Täters bereits als „Beweis“ dafür ausreichte.

Anschläge auf symbolische Einrichtungen können ebenfalls auf das gesellschaftliche Klima zurückgeführt werden. Auch hierbei glauben Täter an einen gesellschaftlichen Rückhalt. Der Mechanismus ähnelt dem, der im Rahmen typisch übertriebener öffentlicher Diskurse rund um den Nahostkonflikt die Wahrscheinlichkeit antisemitischer Anschläge auf Synagogen steigen lässt. Aber auch rassistisch aufgeladene „Integrationsdebatten“ können eine solche Wirkung entfalten.

Daher ist es auch kein Wunder, wenn Moscheen auch folgendermaßen beschmiert werden:

In einem Fall wurde ein muslimisches Gebetshaus mit den Worten „Ihr Juden“ beschmiert.

Hier stellt sich schon die Frage, ob Apologeten der „Islamkritik“ wissen, was sie da tun.


Wiederholter Brandanschlag auf Berliner Moschee

Und täglich grüßt das Murmeltier.

Unbekannte hatten am Freitagmorgen versucht, die Sehitlik-Moschee in Brand zu setzen. Am Tatort wurde unter anderem eine Propangasflasche gefunden, die möglicherweise zur Explosion gebracht werden sollte. Die Flammen waren von einem Mitarbeiter der muslimischen Gemeinde nach 6 Uhr entdeckt worden und konnten schnell gelöscht werden. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Berlins größter Moscheebau war in den vergangenen Monaten wiederholt Ziel von Brandanschlägen, die bislang nur geringem Sachschaden verursachten.

via Zentralrat der Juden – Knobloch verurteilt Anschlag auf Sehitlik-Moschee – Berlin Aktuell – Berliner Morgenpost – Berlin.


Gewalt auf der Mavi Marmara war offenbar geplant

Ein wichtiger Beitrag zur Rekonstruktion dessen, was auf dem IHH-Schiff passierte, bestätigt grundsätzlich das, was ich bereits darlegte.

Neues Filmmaterial zu den Vorgängen auf der „Mavi Marmara“, dem türkischen Flaggschiff der „Solidaritätsflottille“, sorgt für Aufsehen. Nachdem sie zunächst nur einen Ausschnitt der von ihr gemachten Aufzeichnungen auf ihrer Internetseite veröffentlicht hatte, hat die amerikanische Organisation „Cultures of Resistance“ nun einen einstündigen Film ins Netz gestellt. Mit den Aufnahmen will die Organisation, deren Vertreter einschließlich der Mitbegründerin Iara Lee auf dem Schiff waren, Beweise für das angeblich besonders rücksichtslose Vorgehen der israelischen Soldaten liefern.

Doch spricht das Video, das nicht auf dem Oberdeck, wo das blutige Geschehen stattfand, sondern auf dem darunter liegenden Deck sowie im Schiffsinneren gedreht wurde, vielmehr für das Gegenteil. Es bestätigt das Bild, das sich aus einem neuen Bericht der israelischen Militäraufklärung von den blutigen Ereignissen auf See ergibt. Damit erhärtet sich der Verdacht, dass sich ein harter Kern türkischer IHH-Aktivisten auf die Enterung des Schiffs durch die Israelis vorbereitet und einen gewalttätigen Angriff auf die Soldaten geplant hatte.

In dem Video selbst sieht man später auch verletzte Menschen, von denen es ein oder zwei vielleicht nicht überlebt haben. Wer so etwas nicht sehen will: Die im Video gezeigten Vorgänge werden in diesem Artikel jedoch recht treffend beschrieben.

Wer es dennoch unbedingt sehen möchte:

ca. ab Minute 35:30 geht es los. Was am Oberdeck passierte, und das wäre eigentlich relevant, wird nicht gezeigt. Gezeigt wird aber, dass die Gewalt von Passagieren ausgeht. Weitere Videos habe ich hier gesammelt, einige davon zeigen, was am Oberdeck passierte. Dort ist auch noch ein Übersetzter Artikel von Ynet zu finden, der am Tag des Ereignisses erstellt wurde, der die Ereignisse aus Sicht der Soldaten beschreibt.

Was mir persönlich noch fehlt: Ab Minute 39:45 erzählt der Fotograf etwas auf Türkisch zu den roten Flecken, die zuvor an der Luke gefilmt wurden. Vielleicht kann mir das netterweise jemand übersetzen.

In dem Artikel ist auch noch eines recht interessant, was mir bisher gar nicht so auffiel:

Es herrscht weder Panik noch besondere Aufregung. Es hat gar den Anschein, als sei ein solches Szenario geprobt worden. Auch an Ersatz für fehlende Schutzmasken hat man offenbar gedacht. Händeringend sucht ein IHH-Aktivist, der mit einer Steinschleuder auf den israelischen Hubschrauber geschossen hatte, nach den deponierten Zwiebeln, deren ätherisches Öl bekanntlich die Wirkung von Tränengas mildert. Von den verwundeten israelischen Soldaten, die von der IHH festgehalten werden – davon unterrichtet auf besagtem Video ein westlicher Aktivist den Kameramann –, fehlt hier seltsamerweise jede Spur.

Um an das ätherische Öl zu kommen, braucht man vermutlich ein scharfes Messer. Davon waren ja ja massenweise an Bord.

Damit der Lesestoff auch nicht ausgeht, hier ein paar Lesetipps. Ein Artikel des selben Autoren, der sich etwas genauer mit der verantwortlichen IHH befasst. In erster Linie geht es hierbei um politische Ziele(Vernichtung Israels).

Nach dem Konflikt vor der Küste Gazas rücken Türken und Palästinenser zusammen. Ein Blick hinter die Kulissen der Menschenrechtsorganisation IHH, die die Hilfsflotte organisierte, zeigt eine islamistische Kadergruppe.

Und auf Quantara, die Rezension eines Buches über die Hamas des selben Autoren.

Ein besseres Verständnis der Hamas und des Nahostkonflikts bietet das informativ und unterhaltsam geschriebene Buch "Hamas – Der islamische Kampf um Palästina" des Historikers Joseph Croitoru. Jürgen Endres hat es gelesen.

Beim Perlentaucher gibt es eine Reihe weiterer Rezensionszusammenfassungen zum Buch(Mit Links zu den Quellen).

Das Buch selbst kann (in Teilen) bei Google Books gelesen werden.


Was war denn da vor Israel los?

Mindestens zehn Menschen sind gestorben. Was genau passierte, weiß z.Zt. noch niemand. Auf Al Jazira hieß es, IDF-Soldaten hätten unvermittelt das Feuer eröffnet. Ich habe jetzt erstmal 3 Videos.

Weitere kommen dann ggfs. im Kommentarbereich.


Die NPD Sachsen macht wieder “Politik”

Nazi So sieht die Politik der NPD aus, wenn gerade nicht unmittelbar Wahlen bevorstehen:

Dann ging alles ganz schnell: Ein junger Mann stieg aus dem Golf aus und ging langsam auf Peter zu. Kurz bevor er vor ihm stand, begann er, auf ihn zuzulaufen, sprang ihm gegen den Brustkorb und schlug ihm gezielt ins Gesicht. "Das war ’ne Sache von ein, zwei Sekunden", erinnert sich Peter. "Einmal durchgezogen, und das war’s." Während der Täter mit seinen Kameraden flüchtete, schleppte sich Peter schwerstverletzt in den Tankstellenshop. Erst als ihm die Verkäuferin einen Spiegel reichte, sah er das Ausmaß seiner Verletzungen. "In meiner Stirn war eine Delle. Aus Nase, Ohren und Mund lief Blut. Ich sah sogar Blut in meinen Augen."

"Ein Arzt sagte zu mir, ich könne jeden Augenblick sterben. Das werde ich nie vergessen." Erst am Sonntagmorgen retteten die Mediziner in einer Notoperation Peters Leben. Seitdem fixieren Titanplatten seine rechte, vordere Schädelseite. Eine lange OP-Narbe zieht sich einmal quer über seinen Vorderschädel. Weite Teile seines Hinterkopfes kann er nicht mehr spüren. "Das fühlt sich an, als ob man eine Badekappe tragen würde", beschreibt Peter das Gefühl, das ihn wohl Zeit seines Lebens begleiten wird. Hinzu kommen die psychischen Belastungen. Manche Gewaltopfer leiden auch noch Jahre nach der Tat an den Folgen.

Der mutmaßliche Täter ist schnell identifiziert (…) Der Lunzenauer, dem Kontakte ins Freefight-Milieu nachgesagt werden, gehört der militanten Neonazi-Szene an. In der Vergangenheit besuchte er immer wieder Veranstaltungen von NPD und "Freien Kräften".

Dass ausgerechnet der 15-Jährige der Gewaltattacke zum Opfer fiel, ist nicht allein dem Zufall geschuldet. Wenige Wochen zuvor erst wurde der Jugendliche, der sich auch gern alternativ kleidet, im Internet an den Pranger gestellt (…) Wer verbirgt sich hinter solchen Webseiten? Im Falle der besagten Website führt die Spur unter anderem direkt zur sächsischen NPD. Nach einem Bericht des Fachportals "Recherche Nord" soll der Eilenburger NPD-Funktionär Kai Rzehaczek für die Inhalte der Seite mitverantwortlich sein.

Allein zweimal traf es Michaels Pkw: "Mir wurden Nummernschilder geklaut und wiederholt die Seitenspiegel abgetreten", ärgert sich der junge Mann. Nachdem er am Samstagabend nach dem Übergriff seinen Freund im Krankenhaus besucht hatte, verfolgten ihn ein paar dubiose Gestalten im Auto von Rochlitz bis nach Hause. Kaum hatte er seinen Wagen auf dem Grundstück seines Elternhauses geparkt, versuchten ihn die Verfolger aus dem verriegelten Fahrzeug zu ziehen.

Gewalt gegen wehrlose. Gewalt überhaupt. In sämtlichen Facetten. Dafür steht die NPD. Und man sollte hierbei nicht vergessen, insbesondere hierfür steht sie:


“Deutsche Kartoffel”: Der “Kartoffelskandal” nun auch in der taz

Im Grunde eine Wiedergabe der Ereignisse rund um das Kartoffelgate, aber ebenfalls mit einem schönen Schlussabsatz:

"Wenn man irgendeine Moral aus der seltsamen Geschicht‘ ziehen kann, dann die, dass Dummheit und Borniertheit, die natürlichen Feinde der Kunst, im Internet einen unfassbar fruchtbaren Humus gefunden haben", so die FR in ihrem Fazit. Eventuell sollte man aber auch auf einen YouTube-Kommentator hören, der angesichts des sich auch dort aufschaukelnden K(r)ampfes um die Knolle einfach nur philosophisch blieb: "Jetzt hab ich voll Lust auf Kartoffeln bekommen."
Guten Appetit.

Hier der Artikel.

Und hier nochmal das lustige Video.

Siehe auch:
Die Deutsche Kartoffel und das “Gesunde Volksempfinden”
Kartoffelmassaker
Dem Nazi sein Gehirn…
Die Kartoffelwoche – heute: Musik von Jan Delay
Deutsche Kartoffel: Treffer, versenkt!


Die Deutsche Kartoffel und das “Gesunde Volksempfinden”

Ein Video:

Selbstverständlich ist der Clip ironisch gemeint und auch entsprechend gekennzeichnet, zumal er rassistische Klischees stark überzeichnet und damit spielt. Problematisch ist er – wie Gewaltrap allgemein – dennoch, da einfacher gestrickte Menschen derartige Inhalte ernst nehmen und verallgemeinern könnten. Klischees werden somit auch weitergetragen. Auch wenn der Inhalt eine Fiktion darstellt, wird er wohl insbesondere rechtsextremen Propagandisten sehr gefallen.

Besonders interessant sind daher auch die Reaktionen, die durch dieses Video herausgekitzelt wurden, welche nämlich exakt die Geisteshaltung offenbaren, mit der dieser Clip auf eher humoristische Weise spielt – jedoch mit anderem Vorzeichen:

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Bei PI-News ist man ebenfalls Humorbefreit, und einige glauben sogar, dass der Spot den multikulturellen Alltag beschreibt(Was allenfalls PImatisches, provinzielles, bürgerkriegshetzendes Wunschdenken ist):

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Man sieht: Den Rassisten reichen schon Fantasiefilmchen aus, um ihrer Wut Zunder zu geben. Es ist eine primär emotionale Angelegenheit.

PS: Aufmerksam wurde ich auf dieses Thema durch den Artikel “Solanum tuberosum germanicum”beim Politblogger.

Nachtrag: Dieser Blogeintrag hat es tatsächlich bis nach Aftermedia geschafft. Pawlow hatte also Recht.


Wie ein Salafist mit Frauen umzugehen pflegt

Bundesweit wurde ein Islamistisches Buch mit “pikantem” Inhalt beschlagnahmt.

Der Autor des seit einigen Monaten in deutscher Übersetzung vorliegenden Buches, ein gewisser “Abd ar-Rahman Asch-Schiha“, sagt – neben allerlei anderen Dingen, die ich hier nicht beleuchte, unter anderem:

Hervorhebungen von mir:

(…)dass eine Frau den Anweisungen und Befehlen ihres Mannes nicht Folge leistet. Die Lösung dieser höchst empfindlichen Situation erfolgt in Stufen, wie wir an dem obigen Vers erkennen können. Die Medizin oder Behandlung einer jeden Unpässlichkeit kann manchmal sehr bitter sein. Aber eine kranke Person wird das Medikament freudig einnehmen und die Bitterkeit der Medizin ertragen, um von seiner Krankheit geheilt zu werden.(…)

Eine Frau, die den Befehlen ihres Mannes nicht gehorcht, ist also zunächst einmal krank, und muss behandelt werden. Soso. Und zwar folgendermaßen:

(…)Der Islam verbietet hartes Schlagen als Bestrafung.

Also nur nicht-hartes Schlagen.

Diese Behandlung hat sich für zwei Sorten von Frauen als sehr wirkungsvoll erwiesen, wie
psychologisch  festgestellt wurde:

Der erste Typ: Kontrollierende oder führende Frauen. Das ist die Sorte Frau, die überprüfen, führen und die Angelegenheiten ihrer Ehemänner leiten wollen, indem sie sie herumschicken, ihnen Befehle erteilen und sie kommandieren.

Der zweite Typ: Unterwürfige Frauen. Diese Frauen genießen es, geschlagen zu werden.

Zum zweiten “Frauentyp” wird ein ominöser “G.A. Holdfield” aus seinem noch ominöseren Buch “Psychologie und Moral” zitiert(Ich ziehe nur den Kernsatz heraus, um den es vermutlich geht):

Eine Ehefrau von diesem Frauentyp findet ihren Gatten immer anziehender und anbetungswürdiger, je mehr er sie schlägt.

Ein bescheuerter Versuch der Legitimation. Wo kann man dieses dieses Buch bitte schön beziehen? Gibt es eine ISBN? Google Boox und Amazon kennen weder das Buch noch den Autoren.

Hier ist übrigens die Geschichte eines Mannes des zweiten Typus:

Auch krass, was Herr Asch-Schiha anschließend von sich gibt:

Die Frau darf nur in absoluter Privatsphäre geschlagen werden.  Eine Frau darf nicht vor den Kindern oder sonst irgendjemandem dieser Art geschlagen werden. Das Schlagen ist als Disziplinierung und Erziehung gedacht. Wie ein Vater zum Beispiel seinem Kind einen Klaps gibt, wenn es etwas Falsches getan hat. Ein Lehrer kann einem Schüler einen Klaps erteilen, wenn er etwas Falsches tut, wie die Hausaufgaben verweigern, zu spät in die Klasse oder Schule kommen, beim Test schummelt, vorlaut ist, usw. Das Schlagen ist hier als Erziehungsmaßnahme und Disziplinierung zu verstehen

Nun sagt §1631BGB im Absatz 2:

(2) Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.

Das gilt sowohl für die Schule als auch für zu Hause. Selbst dann also, wenn man seine Frau auf die gleiche Stufe wie sein zu erziehendes Kind stellt, was an sich schon eine Unverschämtheit ist, dann ist ein solches Vorgehen schlicht und ergreifend verboten. Es handelt sich um ganz gewöhnliche Körperverletzung, welche der Autor versucht zu propagieren.

Der Typ hat definitiv einen Vogel. Soviel steht fest.