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Stimmen aus dem deutschen Untergrund

Ihr Applaus, Herr Sarrazin!

Die Muslime wollen uns umbringen, der Islam macht dumm, der Präsident der Türken heißt Christian Wulff: ISLAM-HASSER fühlen sich bestätigt, seit die sogenannte Integrationsdebatte läuft. Stimmen aus dem deutschen Untergrund

Der Zwischenruf aus Berlin von HANS-ULRICH JÖRGES

Wo der Schweinehund knurrt, lautete der Titel meiner Kolumne vor zwei Wochen. “Niemals seit der Judenverfolgung wurden Menschen in Deutschland so pauschal, so grobschlächtig und so verletzend ausschließlich nach ihrem Glauben beurteilt und herabgewürdigt“, schrieb ich über den Umgang mit den Muslimen. Diese Kolumne (www.stern.de/integration) hat viele Zuschriften ausgelöst, die einen schockierenden Eindruck vermitteln von der Stimmung nach Thilo Sarrazin. Also schweige ich diese Woche und lasse einige Verfasser zu Wort kommen. Keiner von ihnen scheint sich übrigens darüber im Klaren gewesen zu sein, wie sehr er den Titel meiner Kolumne bestätigt hat.

„Die meisten Deutschen wollen nun mal keine Nachbarn, deren Bibel, der Koran, sie Dutzende Male dazu auffordert, alle Ungläubigen, also uns, die christlichen, jüdischen oder atheistischen Deutschen, gnadenlos umzubringen.“

„Der Islam erklärt seit Anbeginn alle Nicht-Moslems für minderwertig und tötbar.“

„Lesen und verstehen Sie den Islam – nicht den kleinen, dummen oder von mir aus intelligenten Muslim – nein, das faschistische, menschenverachtende Buch des Koran. Auch Sie sind doch nur ein Untermensch, den man töten müsste, wenn er nicht konvertiert.“

„Für mich sind Sie ein Verräter am eigenen Volk.“

„Jetzt reiht er sich ein in die Riege der dummen oder verbrecherischen Moslemversteher!“

„Am besten, Sie verpissen sich in die Türkei. Oder in ein anderes Islamistenland. Zusammen mit Ihrem Busenfreund Wulff. Ein dreifaches Hoch auf Dr. Thilo Sarrazin!!!!!“

„Widerlicher Vaterlandsverräter. Die Moslems werden deinen Fladenbrotkopf auch absäbeln. Alle gläubigen Moslems, die nach dem Koran leben, sind potenzielle Mörder.”

„Aber nichts für ungut. sollten Sie mal unter kriminellen und tötenden Migranten-kindern leiden, dann können Sie Ihren Kommentar ja mal modifizieren.“

„Sie werden wohl auch erst wach, wenn der Rotweingürtel brennt.“

„Wie bei Stalin. Wir groß muss der Gulag eigentlich sein, damit Herr Jörges ein entspanntes Leben führen kann?“

„Wie ja auch die bisherigen ,Politiker’ und ‚Politikerinnen‘, türkischstämmig, in den Parteien deutlich zu verstehen geben: Sie vertreten nur türkische Interessen.“

„Lesen Sie den Koran… und Sie werden wissen: Es gibt keine Integration!“

„Man ist, als nicht ganz so gut situierter Mensch, der sich keine Stadtrandlage mit Mauer ums Grundstück leisten kann, immer wieder bestürzt, wie blauäugig gebildete Menschen wie Sie mit der Islamischen Ideologie verfahren und in typischer Appeaser-Manier versuchen, gewaltbereite Islamisten von der großen Masse der angeblich so friedlichen Moslems abzutrennen. Mit Verlaub, das ist genauso unsinnig, wie zu behaupten, man müsse zwischen guten und schlechten Nazis unterscheiden, um diese Ideologie … zu verteidigen.“

„Ich hoffe, die Zelten ändern sich und Leute wie Sie verlieren an Einfluss und wie andere vielleicht auch ihren Job.”

„Wir können Herrn Sarrazin nicht dankbar genug sein, dass er sich dafür opferte, dass die innere Mauer der politischen Korrektheit, mit der Sie und Ihre Kollegen mit DDR-Methoden die Menschen über Jahrzehnte umzingelten und in Schach hielten, durchbrochen Wurde. (…) Ja: Die Luft der Freiheit weht. Endlich!“

„Sagt Ihnen das ,arabische Modell‘ im deutschen Gebrauchtwagenhandel etwas? In meinem Bekanntenkrei wundert sich nur jeder, wie die vielen fliegenden Autohändler von diesen Schrottkisten leben können, dabei sogar Rollen von Euroscheinen in der Hosentasche haben.“

„Jetzt wird Tacheles geredet und hoffentlich bald einmal Tacheles getan! Erbdummheit? Tja, ob Sie’s nun glauben oder nicht, aber die entwickelt sich zwangsläufig, wenn, wie bei den Mohammedanern statistisch erwiesen, beinahe jeder Zweite mit einem Familienmitglied verheiratet ist. (…) Islam macht dumm.“

„Ich werde das Gefühl nicht los, dass vielleicht – wie in die europäische Wirtschaft – auch arabisches öl-Geld in deutsche Medien, Kirchen, Institutionen etc. geflossen ist.”

„Und dann auch noch Wulff … Natürlich kann man den Eindruck bekommen, er wäre nur der Präsident der Türken.“

„Das Fluten Deutschlands mit muslimisch osmanischen Fremdlingen raubt den autochthonen Deutschen ihre nationale Identität, sie werden kulturell entkernt und letztlich zu den künftigen Indianern Europas gemacht.“

Das alles wird man doch noch mal sagen dürfen…Oder, Herr Sarrazin?


Hier ist der Artikel, auf den sich die inhaltsbestätigenden Reaktionen beziehen. Auch zu diesem Artikel, der lediglich die Leserbriefe kommentarlos abdruckt, gab es PIsche Reaktionen. Einige davon gibt es hier bei Dybth zu lesen. Es geht bei PI & co. offensichtlich um nichts anderes, als um die Kultivierung von Verdummung und Hass.


Islamhass in Europa heute – Parallelen zum Antisemitismus damals?

Sündenfall: Dieser Film stammt eigentlich von den sicher auch unter Islamkritikkritikern kritisierten Leuten rund um Pierre Vogel (EZP). Jedoch ruft er nicht zum Konvertieren auf, sondern zeigt etwas völlig anderes:

Dieser Film setzt nichts gleich, sondern zeigt einige propagandistische Parallelen zwischen dem Islamhass heute und dem alten Antisemitismus auf. Islamophobie ist von rechtsaußen tief in die Mitte der Gesellschaft vorgedrungen, und zeigt sich zunehmend eliminatorisch, was sich zum einen am Mord an Marwa S. im Landgericht Dresden zeigte, auch an den vielen Einzelgewalttaten, die direkt gegen Moslems gerichtet waren, (weil sie Moslems sind!) zum anderen jedoch besonders deutlich am Minarettverbot in der Schweiz.

Er überspitzt ein wenig, ohne einen Holocaust-Vergleich vorzunehmen(das wäre unpassend), jedoch aus gutem Grund: Er drückt sehr drastisch real bestehende Ängste von Teilen der deutschen Bevölkerung Islamischen Glaubens aus.

Siehe auch:

NPD-Wähler ermordet schwangere Ägypterin mit 18 Messerstichen – warum?
Schweiz 2009 – das Ende der Religionsfreiheit?
Hagen Rether 2007: “Wehe uns, wenn hier demnächst die Moscheen brennen…”

Extern:
Raus aus der Opferrolle (WOZ Schweiz)


Die “Jüdische Allgemeine” über den Islamhass

 

Marwa El-Sherbini wurde ermordet, weil sie erkennbar Muslimin war, weil sie keinen Platz hatte in jenem Deutschland, das die NPD will. Eine Partei, die auch der Mörder von Dresden gewählt hat. Dieser Prozess erinnert uns an eine traurige Wahrheit, die im Jubel der Feier des Mauerfalls untergegangen ist: Mit der Einheit kam auch die dramatische Zunahme rechtsradikaler Gewalt. Fast täglich gibt es Übergriffe auf Andersdenkende und Anderslebende. 143 Menschen wurden seither getötet, weil sie eine andere Hautfarbe oder Religion hatten, weil sie behindert, links, obdachlos, Punker oder schwul waren. Alltag. Selbst der brutale Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini hätte vermutlich kaum für große Schlagzeilen gesorgt – wäre da nicht die Angst vor dem Aufschrei der arabischen Welt gewesen. Was mir dagegen Angst macht, das sind Hass und Gewalt vor unserer Haustür. Mit jeder »national befreiten Zone« verlieren wir ein Stück Freiheit. Das Gericht hat Recht gesprochen. Die Freiheit und die Menschenwürde aber werden nicht allein im Gerichtssaal verteidigt, sondern auch auf jedem Spielplatz. Das ist unsere Sache. Wir sind das Volk.

Mehr findet sich in der Quelle(PDF). Lesenswert.

(Via Politblogger)


16 Seiten über Henryk M. Broder und PI-News – und warum man ihm keinen Glauben schenken sollte

Ein paar kurze Auszüge aus der 16-Seitigen Leseprobe(PDF) zum Buch “Feindbild Moslem”, die sich in erster Linie mit Henryk M. Broder beschäftigt, hierbei auch sein Verhältnis zum rechtsextremen Blog “PI-News” beleuchtet. (Gefunden bei Heise)

Henryk M. Broder also hat vor einigen Jahren das Islam-
Keulen als neues Betätigungsfeld entdeckt. Es bekam ihm nicht schlecht.

Er verdient damit sicherlich nicht schlecht. Möglicherweise ging es ihm anfangs auch nur darum.

Das hat er weniger der Brillanz seiner Pamphlete zu verdanken als der Lautstärke, mit der er sie und sich vermarktet. Broder kommt mit recht wenig Material aus, um die drohende Islamisierung des Abendlandes zu belegen; und er hat sowenig Material, weil er zu bequem und vielleicht auch zu eitel ist, um sich ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen. Deshalb fällt er schon mal auf Fakes herein und verbreitet sie weiter – zum Beispiel die Ente von den Sparschweinen, die aus einigen britischen Banken verbannt worden seien, um muslimische Kunden nicht zu provozieren. Als man ihm nachgewiesen hatte, daß er mit einer Falschmeldung hausieren ging, pöbelte er los, die »islamophile Bloggerszene« sei vom gleichen Kaliber wie die »Scharen von Revisionisten«117, die das Tagebuch Anne Franks als Fälschung denunzieren, um so die Shoah zu leugnen. Dieser Vergleich war selbst für Broders Verhältnisse von überraschender Ekelhaftigkeit.

Nicht zu vergessen, dass er kürzlich ankündigte, sich für die Legalisierung der Holocaustleugnung einzusetzen, und und sich hierbei auch gegen die zukünftige Errichtung von Holocaustmahnmalen aussprach.

Er ist ein Fachmann für Krawall und damit auf jeden Fall unterhaltsamer als irgendein echter Experte mit Bedächtigkeit, guten Manieren und Interesse für andere Meinungen. Broder will nicht aufklären, sondern Horrorstorys in die Welt setzen:

Broder wird zitiert:

“Der Islam wächst in Österreich stetig(…). Nach derzeitigen Prognosen lösen die Muslime im Jahr 2010 die Protestanten als derzeit größte Religionsgemeinschaft nach dem Katholizismus ab.”

und seine mangelnde Fachkenntnis wird belegt:

In Österreich lebten 2006 etwa 400 000 Muslime, doch nur mehr 326 117 Protestanten

Auf Seite eins zurückgespult:

»Der Mann ist eine Faktenmaschine«, schwärmt PI-Leserin
»Makieken«

Die Leseprobe beschäftigt sich auch mit einem von Broders Lieblingsthemen – den Mohammedkarikaturen – und belegt, wie Broder übertreibt, Zahlen frisiert und pauschalisiert, den Islam mehr oder weniger als monolithischen Block darstellt, und den Islam als ganzen, und damit eben auch impliziert alle Moslems für die Taten einzelner oder einzelner Gruppierungen in Mithaftung nimmt.

Recht treffend wird daher schon vorangehend Broders allgemeines Wirken zum Thema Islam beschrieben:

Die Verwechslung von Ausnahme und Regel kehrt in Broders
antiislamischer Kampagne wieder. Denn der nachgeborene Kant versteht nicht nur vieles nicht, ihm fehlt meistens auch die Lust, sich um Verständnis zu bemühen

und der Auseinandersetzung mit den Übertreibungen bezüglich der Reaktion einiger auf die Mohammedkarikaturen folgend kommentiert:

Broder hat eine These, und weil er sie hat, hält er es für überflüssig, sie ordentlich zu belegen. Er phantasiert von »1,5 Milliarden Moslems in aller Welt, die chronisch zum Beleidigtsein und unvorhersehbaren Reaktionen neigen«, und wenn in Wirklichkeit kaum ein Muslim chronisch beleidigt ist, wenn Abermillionen tobender Irrer auf einige Hunderttausend zusammenschrumpfen, kümmert das Broder gar nicht. Denn was Wirklichkeit ist, entscheidet allein er.

Und noch treffender:

Seine Art, die Welt wahrzunehmen, ist der des islamistischen Mobs eng verwandt.

Jedoch wird Broder nicht undifferenziert als “das Böse” schlechthin dargestellt. Auch seine – wenn auch seltenen – differenzierten Beiträge werden hervorgehoben. Verwundert betrachtet man beispielsweise seine wohlwollende Haltung zum EU-Beitritt der Türkei – ebenso, wie man bei PI-News verwundert war:

Seine glühenden Verehrer bei Politically Incorrect stürzte Broders Plädoyer für den EU-Beitritt der Türkei in eine Verwirrung, die nur dann größer ausfiele, wenn ein Türke ihnen Immanuel Kant vorlesen würde. Die »Faktenmaschine« hatte plötzlich ausgedient, war ein Fall für den Schrotthaufen. Der Bild-Artikel, fand ein »Jack Black«, sei »Intellektuellengeschwätz. Wenn 10 Millionen Musel nach Deutschland kommen, kann Broder auf dem Schiff nach Amerika weiterdichten.« Der User läßt offen, ob er und seine Kameraden oder die »Musel« Broder deportieren werden. Zwar hatte der Autor sich in Bild nicht verdächtig gemacht, demnächst in die Kommunistische Plattform eintreten zu wollen, doch plötzlich erinnerten sich die PI-Nazis, aus welcher Ecke ihr gestürztes Idol stammt: »Er ist
bekennender Linker«, halluzinierte der User »Plebiszit«, »ein Internationalist und damit kein Deutscher, der sich um den Erhalt seiner Kultur und Heimat sorgt«. Also: ein Jud. Sie hatten es ja immer schon geahnt: »Broder ist auch nur ein Lohnschreiber«, greinte »Kim«; »[der] Mann ist aalglatt«, teilte »Taufbecken« mit. Und so räumten sie jeden Zweifel daran aus, daß PI-Gäste neben Hurra, wir kapitulieren! besonders gern die Werke von Joseph Goebbels durchblättern.

Zum rassistischen Blog “PI-News” gibt es im Buch wohl ein eigenes Kapitel…

Diese 16 Seiten über Brodaganda sind jedenfalls schon sehr lesenswert, und für Menschen, die eine Auseinandersetzung über den Islamismus zwar befürworten, aber im unter dem Deckmantel der “Islamkritik” grassierenden Mainstream-Rassismus ein brandgefährliches gesellschaftliches Problem sehen, sehr empfehlenswert. Für die anderen ebenfalls. Daher sollte auch die Frohe Botschaft über diese Leseprobe verbreitet werden. 🙂


NPD-Wähler ermordet schwangere Ägypterin mit 18 Messerstichen – warum?

Anfangs war in den Medien verhaltene Stille zu “hören”, doch nun reagiert auch die Politik.

Die Geschichte:
Jemand ersticht eine Ägypterin im Rahmen eines Verfahrens wegen Beleidigung. Der Mörder war der angeklagte, die ermordete war die Klägerin. In der Klage ging es darum, dass er sie Antiislamisch beleidigt hatte. Zunächst wurde er verurteilt, doch nach dem Urteil Als sie nun im Prozess als Zeugin auftreten wollte, erstach sie der Täter mit 18 Stichen, stach auch auf ihren Mann ein, vor den Augen ihres Sohnes. Die herbeieilende Polizei schoss zunächst dem zweiten Opfer – dem Mann der ermordeten Marwa E. – ins Bein, da sie annahm, er sei der Angreifer gewesen.

Woher der Hass?

Nun, hierzu ein paar Gedankengänge als Diskussionsbeitrag…

Wirklich Aufmerksam auf dieses Thema wurde ich durch diesen Beitrag beim Migazin.

Im Prinzip konzentrieren sich alle rechtsextremen Internetseiten(DAS Vernetzungsinstrument der rechtsextremen Szene) mehr oder weniger linear auf die Stigmatisierung von Ausländern und Menschen, die dafür gehalten werden als etwas minderwertiges. Auch bei PI-News tut man das, wobei man sich dort den vordergründigen Anstrich des bürgerlichen gibt, und sich scheinheilig “Islamkritiker” nennt, wobei aber schon längst auch in konservative Kreise vorgedrungen sein dürfte, dass dies Blendwerk ist, denn eine Auseinandersetzung mit dem Islam findet dort etwa auf der Ebene statt, auf der sich der “Stürmer” mit der jüdischen Religion auseinandersetzte.

Auf allen diesen rechtsextremen Seiten herrscht Einigkeit in einem Punkt vor: Für “Fremde”(Unterschiedlich definiert, mal sind es Türken, mal Moslems) gibt es nichts schöneres, als Brutalität, Mord und Totschlag über unsere schöne, harmonische, friedliche und unbefleckte deutsche/europäische Heimat zu bringen, die ja ohne Vorderasiaten soooo viel friedlicher und harmonievoller wäre.

Nachdem die rechtsextremen die Mehrheit der Juden aus dem Land gejagt bzw. ermordet haben, hatten sie lange nur den diffusen "Ausländer" als Feindbild, befinden sich aber mittlerweile – aufgrund der  fortschreitenden europäischen Integration – in der Phase der Konkretisierung. "Franzecke" hört man nur noch selten, "Itakas" werden in rechtsextremen Kreisen nun wieder Italiener genannt, und sind ganz plötzlich alle blendend integriert, “der Russe” ist seit den 1990ern ebenfalls nicht mehr der böseste, usw. Der schlimmste Feind des rechtsextremen ist heute "der Türke" bzw. der "Asiate", also alles ab Bosporus ostwärts.

Kein Rechtsextremismus?

Wundert es denn nicht, dass die schillerndsten Islamfeinde, die FPÖ (Auf der rassistischen Seite "PI-News" beworben) nun mit der DVU zusammenarbeitet?
http://npd-blog.info/2009/07/08/dvu-arbeitet-kunftig-mit-der-fpo-zusammen-und-der-npd/

Oder dass sich nun herausstellte, dass der Täter in diesem Falle ein NPD-Sympathisant war?
http://npd-blog.info/2009/07/09/rassistischer-mord-in-dresden-warnung-vor-islamophobie-tater-war-offenbar-npd-sympathisant/

Aber nein, rechtsextreme sind natürlich alles Islamfreunde und Israelhasser. Dem ist schon lange nicht mehr unbedingt so. Es gibt solche, aber es gibt sie auch mit umgedrehtem Vorzeichen. So einfach ist dies nicht abzutun.

Mir schrieb mal auf einem anderen Portal jemand(SVP-Wähler), dass europäische Juden für die politische rechte kaum noch ein Feindbild sein können, um größere Massen für ihre “Sache” mitzuziehen. "Dank Hitler", wie er meinte. Weiter fuhr er fort: "Bei Moslems ist das heute anders."

Was wollen die?

Rechtsextreme möchten eine völkische Neuausrichtung der Politik in Europa. Fakt ist auch, dass sie dafür bereit sind, auf einen gewaltsamen Umbruch hinzuarbeiten. Menschen sind aber nur dann für einen gewaltsamen Umbruch bereit, wenn sie ein klares, erkennbares Feindbild haben, von dem sie glauben, dass dieser "Feind"(die fremde, böse, minderwertige Kultur/Religion) es auch auf einen selbst abgesehen habe, man selbst oder die Gesellschaft (auf Nazideutsch: “Volksgemeinschaft”) also mittelbar oder unmittelbar in Gefahr sei. Genau daher weht der Wind auch bei den radikalen Islamhassern, und nicht anders sind NPD, DVU, PI, Altermedia, Pro-Köln, BNP, FPÖ usw. einzuordnen. Sie alle versuchen, Gewaltbereitschaft oder zumindest Hass zu schüren, indem sie durch einige propagandistische Tricks, z.B. Wiederholung von Lügen und Gerüchten oder das gezielte unterschlagen von wesentlichen Fakten, apokalyptische Szenarien in die Köpfe der Menschen setzen. Die daraus resultierende, bewusst geschürte Stimmung würde ich persönlich als “Vorbürgerkriegsstimmung” bezeichnen. Welche wirtschaftspolitischen Forderungen die einzelnen Strömungen dabei stellen, ist erstmal unerheblich – im Rahmen der “rechten Volksfront”. Rassismus ist der Punkt, und heute sind sich alle rechten Lager beim Feindbild einig: “Der Moslem ist unser Unglück”. Lediglich Neonazis bezeichnen unsere pluralistische Gesellschaft teilweise noch als “Morgenthaus Rache”.

Kein Rassismus?

Der Moslem? – “naja, das kann ja kein Rassismus sein, der Islam ist ja nur eine Religion” würde der eine oder andere konservative beschwichtigend meinen – aber wie war es denn früher? Wurzelte der antisemitische Horror der Nazizeit nicht in einer theologisch begründeten Feindzähligkeit, der dann lediglich noch die Rassentheorie übergestülpt wurde? Gehörten Juden denn nicht auch zu den ersten Opfern der Kreuzzüge? Das Rad des Europäischen Antisemitismus drehte schon viele hunderte Jahre, aber es wurde immer wieder ausgebremst. Als die Nazis an die Macht kamen, motorisierten sie dieses Rad und bauten die Bremsen ab.

Der Grund hierfür: Der Gedanke der “Volksgemeinschaft” – ein philosophisches Konstrukt der Nationalsozialisten, nach dem “das Volk” als “Organismus” nur als kulturell und biologisch homogene Masse lebensfähig sei. Jede dauerhafte Anwesenheit “Rassefremder” oder “Kulturfremder” wurde nur so lange toleriert, solange die “Volksgemeinschaft” homogen bleibt, und “die Fremden” weniger Rechte haben und ausgegrenzt sind. So geschah es dann auch, dass Juden nach und nach entrechtet wurden. Begründet wurde dies immer wieder sowohl mit rassistischer Propaganda, aber auch mit angeblichen kulturellen Defiziten des Judentums.

Damals und heute – keine Parallelen?

Wo finden sich solche Gedanken in der heutigen Zeit wieder, in der der Anteil der Juden in Europa vergleichsweise gering ist? Heute steht dieser rechtsextremen Ideologie, der “Volksgemeinschaft”, die Anwesenheit erkennbarer Moscheen(damals: Synagogen) entgegen, sowie die Praxis der Religion. Heute ist das Kopftuch irgendwie “fremd”, damals war es die Kippa. Damals waren es jüdische Viertel(man sprach damals von “Parallelgesellschaft”), heute sind es Viertel mit muslimischer Mehrheit. Parallelen ließen sich sicher endlos fortsetzen. Ein Äquivalent zum Holocaust gibt es glücklicherweise nicht, und das wird die Gesellschaft mit Sicherheit auch zu verhindern wissen, denn eines weiß man sicher: Eine dritte Chance wird zumindest Deutschland nicht mehr bekommen.

Der wirklich einzige radikale Unterschied zwischen der Vor-Nazizeit und heute ist der, so scheint es mir, dass die rechtsextremen(außer den Neo-Nationalsozialisten) heute nicht mehr behaupten, eine Kultur sei genetisch veranlagt.

Erfreulich ist aber eines: Rechtsextreme haben es so schwer in der Gesellschaft, dass sie ins Internet ausweichen müssen, um ihrem Hass im Schutze der Anonymität freien Lauf lassen zu können.
Unerfreulich hierbei ist es, dass sie auf diesem Wege recht intensiv daran arbeiten, noch unpolitisierten Jugendlichen unterschiedliche Versatzstücke der rechtsextremen Ideologie nahezubringen, und hierbei offenbar auch Erfolge verzeichnen können. Dabei fischen PI-News, NPD, DVU, Altermedia usw. im selben Gewässer und zusätzlich in jeweils exklusiven Gewässern, und fordern Anhänger auf, den Menschen “die Wahrheit”(besser: das, was sie dafür halten) zu zeigen. Das heißt: Sie alle fordern dazu auf, das Web 2.0(dort halten sich besonders viele “formbare” Jugendliche auf) mit Propaganda zu füllen.

Jedoch führen diese von solchen Internetseiten vermittelten politischen “Sichtweisen”(ob man da von “sehen” sprechen kann?) die Menschen nicht zu einer demokratischen Kultur hin, sondern zu einer auf Ablehnung, Herabsetzung und völkischem Egoismus basierten Hasskultur, deren extremste Auswirkung sich heuer nicht nur, aber auch am 01.07.2009 in Dresden zeigte.

Ausführlichere Informationen zu diesem Mordfall:

http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/meldungen/mord-in-dresden-aus-antiislamischer-motivation/

http://npd-blog.info/2009/07/09/rassistischer-mord-in-dresden-warnung-vor-islamophobie-tater-war-offenbar-npd-sympathisant/

http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/marwa-e-ermordet-aus-rassismus-und-islamfeindlichkeit-1114

http://www.migazin.de/2009/07/08/muslime-als-zielobjekt-rassistischer-gewalt/

Und hier Informationen zu Hass im Internet(via Fareus):