Schlagwort-Archive: hetze

Wo ist der Fehler?

In Fribourg(Schweiz) wurde einer Muslimin die Sozialleistung um 15% gekürzt, weil sie sich für ihren neuen Arbeitgeber nicht aussziehen ihr Kopftuch nicht ablegen wollte.

Nun kann man sich mit gutem Recht fragen, ob diese suggestive Illustration mit der Burka nur zufällig das erste Bild einer Fotostrecke ist, in der die Unterschiede zwischen den vielen Kleidungsstücken dargelegt wird…

Scrollt man auf der Seite aber etwas herab, räumen sich sämtliche Zweifel, es könne sich um einen dummen Zufall handeln, aus:

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Es wird ein Niqab(Gesichtsschleier) abgebildet – im Text geht es jedoch nur um das Kopftuch.

Der Pantoffelpunk hat die Funktion solcher Illustration gut beschrieben:

Unterstützung findet solch eine repressive Politik gegen die Schwächsten der Gesellschaft – hüben wie drüben – im Boulevard, denn wenn man den online-Bericht der Nachrichtenseite 20 Minuten Online aufruft, sieht man die Überschrift “Weniger Geld wegen Kopftuch“, die mit einem Super-Symbolfoto garniert wird, das einen abendländisch geprägten Leser nur zustimmen lassen kann: Klar, das muss dann sein.

Zur Erinnerung – SO sehen Kopftücher aus:

kopftuch_DW_Politik_386150g.jpg (480×320)

Sieht etwas weniger bedrohlich aus, oder? Bei aller Liebe… Man kann es wirklich übertreiben. Noch mehr: Diese Art des Journalismus kann man mit Recht als “Hetze” bezeichnen.

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16 Seiten über Henryk M. Broder und PI-News – und warum man ihm keinen Glauben schenken sollte

Ein paar kurze Auszüge aus der 16-Seitigen Leseprobe(PDF) zum Buch “Feindbild Moslem”, die sich in erster Linie mit Henryk M. Broder beschäftigt, hierbei auch sein Verhältnis zum rechtsextremen Blog “PI-News” beleuchtet. (Gefunden bei Heise)

Henryk M. Broder also hat vor einigen Jahren das Islam-
Keulen als neues Betätigungsfeld entdeckt. Es bekam ihm nicht schlecht.

Er verdient damit sicherlich nicht schlecht. Möglicherweise ging es ihm anfangs auch nur darum.

Das hat er weniger der Brillanz seiner Pamphlete zu verdanken als der Lautstärke, mit der er sie und sich vermarktet. Broder kommt mit recht wenig Material aus, um die drohende Islamisierung des Abendlandes zu belegen; und er hat sowenig Material, weil er zu bequem und vielleicht auch zu eitel ist, um sich ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen. Deshalb fällt er schon mal auf Fakes herein und verbreitet sie weiter – zum Beispiel die Ente von den Sparschweinen, die aus einigen britischen Banken verbannt worden seien, um muslimische Kunden nicht zu provozieren. Als man ihm nachgewiesen hatte, daß er mit einer Falschmeldung hausieren ging, pöbelte er los, die »islamophile Bloggerszene« sei vom gleichen Kaliber wie die »Scharen von Revisionisten«117, die das Tagebuch Anne Franks als Fälschung denunzieren, um so die Shoah zu leugnen. Dieser Vergleich war selbst für Broders Verhältnisse von überraschender Ekelhaftigkeit.

Nicht zu vergessen, dass er kürzlich ankündigte, sich für die Legalisierung der Holocaustleugnung einzusetzen, und und sich hierbei auch gegen die zukünftige Errichtung von Holocaustmahnmalen aussprach.

Er ist ein Fachmann für Krawall und damit auf jeden Fall unterhaltsamer als irgendein echter Experte mit Bedächtigkeit, guten Manieren und Interesse für andere Meinungen. Broder will nicht aufklären, sondern Horrorstorys in die Welt setzen:

Broder wird zitiert:

“Der Islam wächst in Österreich stetig(…). Nach derzeitigen Prognosen lösen die Muslime im Jahr 2010 die Protestanten als derzeit größte Religionsgemeinschaft nach dem Katholizismus ab.”

und seine mangelnde Fachkenntnis wird belegt:

In Österreich lebten 2006 etwa 400 000 Muslime, doch nur mehr 326 117 Protestanten

Auf Seite eins zurückgespult:

»Der Mann ist eine Faktenmaschine«, schwärmt PI-Leserin
»Makieken«

Die Leseprobe beschäftigt sich auch mit einem von Broders Lieblingsthemen – den Mohammedkarikaturen – und belegt, wie Broder übertreibt, Zahlen frisiert und pauschalisiert, den Islam mehr oder weniger als monolithischen Block darstellt, und den Islam als ganzen, und damit eben auch impliziert alle Moslems für die Taten einzelner oder einzelner Gruppierungen in Mithaftung nimmt.

Recht treffend wird daher schon vorangehend Broders allgemeines Wirken zum Thema Islam beschrieben:

Die Verwechslung von Ausnahme und Regel kehrt in Broders
antiislamischer Kampagne wieder. Denn der nachgeborene Kant versteht nicht nur vieles nicht, ihm fehlt meistens auch die Lust, sich um Verständnis zu bemühen

und der Auseinandersetzung mit den Übertreibungen bezüglich der Reaktion einiger auf die Mohammedkarikaturen folgend kommentiert:

Broder hat eine These, und weil er sie hat, hält er es für überflüssig, sie ordentlich zu belegen. Er phantasiert von »1,5 Milliarden Moslems in aller Welt, die chronisch zum Beleidigtsein und unvorhersehbaren Reaktionen neigen«, und wenn in Wirklichkeit kaum ein Muslim chronisch beleidigt ist, wenn Abermillionen tobender Irrer auf einige Hunderttausend zusammenschrumpfen, kümmert das Broder gar nicht. Denn was Wirklichkeit ist, entscheidet allein er.

Und noch treffender:

Seine Art, die Welt wahrzunehmen, ist der des islamistischen Mobs eng verwandt.

Jedoch wird Broder nicht undifferenziert als “das Böse” schlechthin dargestellt. Auch seine – wenn auch seltenen – differenzierten Beiträge werden hervorgehoben. Verwundert betrachtet man beispielsweise seine wohlwollende Haltung zum EU-Beitritt der Türkei – ebenso, wie man bei PI-News verwundert war:

Seine glühenden Verehrer bei Politically Incorrect stürzte Broders Plädoyer für den EU-Beitritt der Türkei in eine Verwirrung, die nur dann größer ausfiele, wenn ein Türke ihnen Immanuel Kant vorlesen würde. Die »Faktenmaschine« hatte plötzlich ausgedient, war ein Fall für den Schrotthaufen. Der Bild-Artikel, fand ein »Jack Black«, sei »Intellektuellengeschwätz. Wenn 10 Millionen Musel nach Deutschland kommen, kann Broder auf dem Schiff nach Amerika weiterdichten.« Der User läßt offen, ob er und seine Kameraden oder die »Musel« Broder deportieren werden. Zwar hatte der Autor sich in Bild nicht verdächtig gemacht, demnächst in die Kommunistische Plattform eintreten zu wollen, doch plötzlich erinnerten sich die PI-Nazis, aus welcher Ecke ihr gestürztes Idol stammt: »Er ist
bekennender Linker«, halluzinierte der User »Plebiszit«, »ein Internationalist und damit kein Deutscher, der sich um den Erhalt seiner Kultur und Heimat sorgt«. Also: ein Jud. Sie hatten es ja immer schon geahnt: »Broder ist auch nur ein Lohnschreiber«, greinte »Kim«; »[der] Mann ist aalglatt«, teilte »Taufbecken« mit. Und so räumten sie jeden Zweifel daran aus, daß PI-Gäste neben Hurra, wir kapitulieren! besonders gern die Werke von Joseph Goebbels durchblättern.

Zum rassistischen Blog “PI-News” gibt es im Buch wohl ein eigenes Kapitel…

Diese 16 Seiten über Brodaganda sind jedenfalls schon sehr lesenswert, und für Menschen, die eine Auseinandersetzung über den Islamismus zwar befürworten, aber im unter dem Deckmantel der “Islamkritik” grassierenden Mainstream-Rassismus ein brandgefährliches gesellschaftliches Problem sehen, sehr empfehlenswert. Für die anderen ebenfalls. Daher sollte auch die Frohe Botschaft über diese Leseprobe verbreitet werden. 🙂


„Schaudere beim Gedanken, als Moslem in Österreich zu leben“

Der österreichische Standard berichtet über einen Artikel von Billy Briggs in der “Live“, einem Magazin der “Daily Mail“.

FPOE

Er warnt vor einen Erstarken der Rechtsextremen in Österreich. Enge Verbindungen der rechtspopulistischen FPÖ mit Burschenschaften und der gewaltige Stimmanteil für rechte Parteien Jahr bei den Nationalratswahlen 2008 bringen ihn zu der Ansicht, es könnten bald wieder Hakenkreuzfahnen auf österreichischen Strassen wehen.

Haiders Erben nannte jüngst die “Zeit“ das Phänomen um den Kult rund um den im letzten Herbst verstorben Jörg Haider, der sich als Reformator in der rechten Meinungsbildung hervor tat.
Sein Rechtspopulismus kam das erste Mal im Nadelstreifenanzug daher und sein smartes Auftreten beeindruckte nicht nur Frauen.
Wie kein anderer hat er es verstanden, den Rechtspopulismus salonfähig zu machen, und als er verstarb standen Österreichs Uhren still.
Wehe dem, der ein schlechtes Wort über Haider verloren hätte! Still und leise verhielten sich alle Ausländer, Muslime und Kritiker. Problemlos wanderten die rechten Parteien nach Haiders Tod mit fast 30% der Wählerstimmen in das Parlament ein, Stimmen die auch von Migranten abgegeben wurden.

Was ist aus der Tatsache geworden, dass nun rechte Parteien das politische Geschehen Österreichs in nicht unerheblichem Maße mitbestimmen.
Nichts, wir haben uns daran gewöhnt, der Aufschrei war so kurz wie die Nationalwahlen selbst.
Das nächste Mal wird es sicher leichter für die FPÖ und BZÖ und wir werden wieder zusehen und schockiert tun.
„Die Alarmglocken sollten in ganz Europa schrillen“ heißt es dann weiter und wenn man das Geschehen auf Deutschland überträgt, denke ich sie sollten hier noch lauter schrillen als sonst wo in Europa.
Auch wenn die Biedermänner der Pro Bewegung noch am Anfang ihrer Karriere als Rechtspopulisten stehen, haben sie die Erfahrungen aus ihren Rechtsradikalen Zeiten mitgebracht und wissen genau, was sie nun zu vermeiden haben um dem Erfolg Beine zu machen.
Nicht ohne Stolz versuchen sie sich bei der FPÖ einzuschmeicheln, und wenn sie dieses Jahr auf ihrem Anti- Islamisierungs-Kongress einen Vertreter der FPÖ vorweisen könnten wie angekündigt, wird sich auch hier eine Welle der Einigkeit mit den Vertretern einer Rechtskräftig gewählten Partei breit machen.
Nicht das die Neonazis eine Chance hätten, in Deutschland eine repräsentative Mehrheit zu erlangen, doch die Wölfe im Schafspelz schlafen nicht, und sie spielen jetzt mit neuen Karten.
Dazu die Arbeitsstelle Neonazismus der Fachhochschule Düsseldorf .

Fast täglich kann man im Netz beobachten wie sich die Lage, grade für Muslime, zuspitzt und nie war „Islamkritik“ glaubhafter an den Mann zu bringen, wie jetzt.
Zu aller berechtigten Kritik gesellt sich immer der Mob, dem es zuvor nur an Glaubwürdigkeit fehlte, und schon kann die Hetze gegen Muslime beginnen.
Da nutzt es nicht, dass Giordano und Broder oder Kelek und Ates sich distanzieren, sie werden nur all zu gern zitiert.
Jeder Versuch von Muslimen, die Diskussion zu entschärfen, scheitert so schnell wie er begonnen hat.
Ratlosigkeit auf der Seite der Muslime. Was sollen wir denn tun, und wo ist der Aufschrei bei Deutschen? Ja dürfen wir euch denn gar nicht kritisieren?

Eines bringt diese Uneinigkeit im Verfahren der Islamkritik mit sich:
Sie stärkt den rechten Biedermännern den Rücken. Genau deshalb müssen die Alarmglocken genau so laut schrillen, wie bei der allgemeinen Massenhysterie gegen Islamismus!


Alois Mannichl: “Wir wurden vom Opfer zum Täter gemacht

image Auf PNP gibt es das Interview mit dem Passauer Polizeichef Alois Mannichl zu den Spekulationen um den wahrscheinlich rechtsextremen Mordanschlag in voller Länge.

Die Hetzkampagnen von rechten Internetseiten wie Altermedia und PI-News, die sich erstens in den Kommentarbereichen verschiedener Online-Zeitungen (insbesondere der WELT, der Süddeutschen und des Focus) niederschlugen, zweitens selbst nach deren Widerlegung weitergingen, entfalteten ihre Wirkung durch eine daran anknüpfende relativ breite mediale Beachtung.

Getreu dem Schema: ‘Wird ein Gerücht nur oft genug wiederholt, wandelt es sich zur Gewissheit’, welches schon Gustave LeBon in ‘Psychologie der Massen’ beschrieb, das auch bei Nationalsozialisten zur Standardlektüre gehörte, wurde also von rechtsextremer Seite versucht, massiv Einfluss auf Zeitungsleser sowie Redaktionen zu nehmen. Einige Journalisten sind hierbei eingeknickt. Alleine dies ist ein Grund, rechtsextremen einen ‘Erfolg’ zusprechen zu können, denn seit dem Mügelner Mob gab es derartige Propagandaerfolge nicht mehr.

Es scheint, als sei ein Teil der Strategien, auf die Nazis Anfang des Jahrtausends schwenkten, aufgegangen.


PI-Kruppzeuch ist überall unbeliebt

Politically_Incorrect

Vom fremdenfeindlichen Blog “PI-News” weiß man ja bereits, dass es seine speziellen Probleme mit der Verfassung, insbesondere Art.4 hat, und daher allgemein einen ähnlichen Ruf besitzt, wie beispielsweise Altermedia. Auf Abgeordnetenwatch.de tauchen immer wieder mal vermeintlich naive Fragen über den Islam auf, in denen gleichzeitig PI als Grundrechtsorientiert dargestellt wird. So wurde im Januar 2009 beispielsweise auch Volker Beck(Grüne) durch das PI-Kruppzeuch von der Seite angequatscht. Er (bzw. sein Büro) ließ sie dann prompt abblitzen.

Unterdessen scheint sich die Presse langsam auf die Agitation der Pipis einzustellen. DerWesten erkannte beispielsweise rechtzeitig, dass Gerüchte über einen beschlossenen Rücktritt der Duisburger Polizeiführung(Details im Artikel) von PI-News geschürt wurden. Zum anderen berichtete ebenfalls DerWesten darüber, dass PI-Jünger in Duisburg eine Pro-Palästinensische Demonstration störten – was im Kommentarbereich des Artikels sogleich das PI-Kruppzeuch auf den Plan rief, um das Hetzblog heldenhaft vor der pöhsen Linksgrünislamfaschistischen Medienhetze zu verteidigen.

Menschen, die eher zufällig und unvoreingenommen mal auf PI vorbeischauen, wenden sich wohl eher davon ab, wie beispielsweise der entsprechende Blogeintrag von "FreestyleYourMind” zeigt.

Und zu guter letzt: islam.de hat sich dem Themenkomplex einmal etwas ausführlicher gewidmet. Quintessenz dieses Textes für mich: Das Problem “Islamophobie"/Islamhass” lässt sich nicht allein auf einen Blog beschränken. Das Kruppzeuch von PI lässt sich aber prima als Brennpunkt bezeichnen.