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Fall Mannichl: Spekulationen widerlegt, Spekulationen gehen weiter.

Die polizeilichen Ermittlungsstellen sahen sich kurz nach dem Anschlag auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl gezwungen, von Rechtsextremisten ausgehenden Spekulationen nachzugehen, nach denen der Täter aus dem familiären Umfeld käme. Diese haben sich nun als Haltlos erwiesen (taz-Artikel, etwas kürzer). Ein Neonazi-Hintergrund ist noch immer am wahrscheinlichsten.

Dabei ist die Variante, dass es sich bei dem Täter um einen Neonazi handelt, immer noch die wahrscheinlichste; auch die Soko schließt das weiterhin nicht aus. Da es sich offenkundig nicht um eine Beziehungstat handelt, hatte Mannichl keinen Grund, die Worte des Angreifers zu erfinden: "Grüße vom nationalen Widerstand" richtete der demnach aus und sagte, "du trampelst nimmer auf den Gräbern unserer Kameraden herum." Die NPD und rechte „Kameradschaften“ hatten gegen den Polizeichef gehetzt, unter anderem, weil er bei einer Feier auf dem Grab eines Soldaten gestanden haben soll.

Aber es kann nicht sein, was nicht sein darf: Denn was sagen die Rechtsextremen nun? Nicht etwa “Mea culpa” oder betretenes Schweigen, sondern sie wiederholen ihre Behauptung, das Opfer lüge, oder er selbst oder seine Frau sei Täter/in. Am einfachsten ist für sie natürlich die Behauptung einer “Medienhetze” oder aber einer “Verschwörung”. Alle lügen sie natürlich, abgesehen von den Rechtsextremen. Die waren ja schließlich dabei und wissen genau, was passiert ist und was nicht. Dieser Eindruck entsteht jedenfalls, wenn man sie so schreiben liest.

Ein Auszug aus einem Eintrag auf Altermedia/Störtebecker-Netz:

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Es wird also zunächst behauptet, man habe Wochenlang ohne Anhaltspunkte im rechtsextremen Milieu nach dem Täter gesucht. Später im Artikel räumt man ein, dass es doch einen Anhaltspunkt gibt, die Aussage des Passauer Polizeichefs. Diese wird jedoch von rechtsextremen nicht als Anhaltspunkt anerkannt, und in erster Linie darauf stützt sich letztlich das gesamte rechtsextreme Bild zu diesem Fall.

Hier einige ausgewählte Kommentare von Altermedia:

Sympathie für den Täter…

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Wirres Zeug…

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[ironie]Es kann jeder gewesen sein, nur kein Nazi. Und bestimmt war er es selbst. Nazis sind schließlich die friedliebensten Menschen überhaupt, daher kann es kein “Kamerad” gewesen sein. Irgendjemand, aber Nazis tun derartiges einfach nicht, denn schließlich sind es Pazifisten.[/ironie] Und nochmals: Es wird in alle Richtungen ermittelt. Dennoch haben Nazis weiter zu mosern. Das werden sie wohl auch noch weiter tun, solange sie unter Verdacht stehen.

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Ein Propagandaopfer…

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Im Fall Mügeln hatte die schlichte Wiederholung von Lügen und Gerüchten in Internetforen und YouTube-Videos jedenfalls funktioniert. Irgendwann schlossen viele einen rechtsextremen Hintergrund der Hetzjagd eher aus und beschuldigten die Opfer(Gegen die dann ermittelt wurde – natürlich Freispruch.) Eines Tages kamen neue Erkenntnisse zutage, nur scherte es dann niemanden mehr, auch nicht die zuständigen Ermittlungsbehörden, denen Ermittlungspannen zugunsten von Rechtsextremen nachgesagt wurden:

Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5

Noch heute glauben viele, dass dort keine Nazis am Werk waren, und exakt die gleiche Methode wenden Nazis im Fall Mannichl an.