Schlagwort-Archive: Holocaust

I will survive


8. Mai – Tag der Befreiung

Rund jeder zweite Bundesbürger kennt die Bedeutung des 8. Mai nicht. Möglicherweise kann man dem auf etwas emotionalerer Ebene als bisher nachhelfen.

Erfreulich ist dennoch eine Entwicklung:

Für die überwältigende Mehrheit der Deutschen (85 Prozent) ist der 8. Mai auf Nachfrage eher ein Tag der Befreiung als ein Tag der Niederlage – letzteres sehen nur noch 7 Prozent. In den vergangenen 15 Jahren ist der Anteil der Bürger, die den 8. Mai als Tag der Befreiung sehen, laut der Umfrage deutlich angestiegen: 1995 lag der Wert bei 72 Prozent. Für 11 Prozent war es damals ein Tag der Niederlage.

An den Werten von 7 bzw. 11% lässt sich jedoch leider nicht die Zahl der für rechte Positionen empfänglichen Personen festmachen. Fremden- und Minderheitenfeindlichkeit, Chauvinismus und Sozialdarwinismus sind leider Quer durch sämtliche Gesellschaftsgruppen anzufinden und teils noch immer institutionell verankert.


Götz Wiedenroth, der antisemitische PI-News-Karikaturist

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Und das schlimme ist: Yahoo hat keine Probleme damit, diesen auch bei PI-News veröffentlichenden Antisemiten zu beauftragen.


Williamson nimmt Holocaustleugnung nicht zurück

Williamson “Williamson soll in einer Ecke schweigen”, sagt Bischof Bernard Fellay, generaloberer der umstrittenen Bruderschaft “Pius X”. Genau so klingt auch die “Entschuldigung” des Holocaustleugners Williamson. Sinngemäß: “Hätte ich mal lieber nichts gesagt”. Dies ist wohl das resultat der Beratungen mit dem Holocaustleugner David Irving.

Er soll nicht schweigen, sondern Klartext reden. Schwanger oder nicht schwanger? Holocaust oder nicht?

Der Vatikan jedenfalls lässt Williamson abblitzen. Die Entschuldigung erfülle nicht die Vorgaben des Vatikans. Dies zeigt die klare Kante des Vatikans, dass Holocaustleugnung inakzeptabel ist. Andererseits sind dem Vatikan auch die Hände gebunden, denn nach kanonischem Recht ist die Exkommunikation aufgrund der Holocaustleugnung nicht möglich. Im Sinne des Jüdisch-Christlichen Dialogs sollte dies meiner Haltung nach jedoch ermöglicht werden, indem sie zum Beispiel als Häresie geltend gemacht wird. Der Zentralrat der Juden in Deutschland, repräsentiert durch Charlotte Knobloch, fordert daher weitere Schritte.

Möglich wäre es, dass Williamson in Deutschland angeklagt, und per Europäischen Haftbefehl ausgeliefert wird, so Bundesjustizministerin Zypries:

Grundsätzlich fällt das Delikt unter die Regelung des europäischen Haftbefehls. Das heißt, Deutschland könnte einen solchen Haftbefehl ausstellen

Siehe auch: Williamson in London


Iran legt nach: Holocaustleugnung – na und?

Laut Tagesschau verteidigte Irans Parlamentspräsident Ali Laridschani die Leugnung des Holocausts durch den Iranischen Regierungssprecher.

Er sei "überrascht", wie sensibel auf dieses Thema reagiert werde. Schließlich sei es in westlichen Ländern sogar erlaubt, den Propheten Mohammed zu verunglimpfen.

Erstens ist er keinesfalls überrascht, denn exakt die gleiche Situation hatte er bereits erlebt, daher kann die Auslassung als kalkulierte Provokation bewertet werden, zweitens ist es beispielsweise auch erlaubt, den katholischen Papst, also den Stellvertreter Christi zu verunglimpfen. z.B. Hier:

Jesuswitze gibt es zudem haufenweise.

Es ist jedoch etwas anderes, wenn man den nachgewiesenen industriellen Massenmord an 6 Millionen Menschen leugnet, und den – sicherlich nicht nur jüdischen – hinterbliebenen, von denen nicht wenige noch leben – von höchster Ebene förmlich ins Gesicht spuckt.

Ich könnte als Mensch mit hohem staatlichen Amt auch behaupten, dass Palästinenser im Gaza-Streifen vor 60 Jahren aus Ägypten dort eingewandert sind, und das Westjordanland von Jordanien aus kolonisiert wurde. Ebenso erwiesenermaßen Quatsch, für den ich im Gaza-Streifen unter Garantie von irgendwem gelyncht werden würde. Ich tue es aus Respekt vor den Leidenden, die es gibt,  nicht.

Wenn derartiges auf politischer oder auf Lehramtsebene passiert, sollte all dies entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen. Es gibt in Österreich sicherlich noch Nachholbedarf, im Iran jedoch offensichtlich ebenso, und zwar auf Regierungsebene.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass es einige Iranische Politiker förmlich darauf anlegen, gänzlich nicht mehr ernst genommen zu werden.

Wo ist Chatami, wenn man ihn braucht?


Pius-Skandal: Eine protestantische Sicht

Ohne viele Kommentare hier eine schön beschriebene, sicher nicht allgemeingültige, aber schlüssige und mit dem Christentum versöhnende protestantische Sicht auf dieses Ereignis, das in der einen oder anderen Form sicherlich Geschichte schreiben wird.

Hinzu ein sehr wichtiger Artikel von gleicher Stelle: Solidarität mit den Opfern des Holocaust!


Iran zum Holocaust: “Eine große Lüge”

Via Redok erfuhr ich gerade – nicht zum ersten mal – dass Holocaustleugnung und Judenfeindschaft nichts speziell Christliches ist. Bei aller Abneigung gegenüber dem rassistischen Kruppzeuch von PI ist für mich folgendes nicht hinnehmbar:

Der Iranische Regierungssprecher Gholam Hossein Elham am 27. Januar 2009:

Der Holocaust ist ein Konzept, das von einer großen Lüge kommt und geschaffen wurde, um ein wurzelloses Regime im Herzen der islamischen Welt anzusiedeln.

Dass das Judentum, ebenso wie das Christentum auch, seine Wurzeln in eben genau dieser Region hat, möchte ich nicht näher erläutern, ebenso erläutere ich nicht näher, dass der Islam seine Wurzeln um Mekka hat. Meiner Haltung nach liegt auch dort das Herz der Islamischen Welt, und nicht etwa in Gaza. Diese Ungereimtheit in der Aussage ist auch nicht mein Punkt.

Was mich wundert ist, dass o.g. Nachricht nicht oder nur kaum in der deutschen Presselandschaft erschien(ich lasse mich gern korrigieren), während 1. Die Aussage Williamsons zurecht breit thematisiert wurde, und 2. der Iranische Satellit zeitlich recht nahe ebenfalls relativ breiten Einzug in die Presselandschaft erlangte.


Pius-Skandal: Merkel fordert Klartext vom Papst

Die skandalöse Rücknahme der Exkommunikation von vier Bischöfen der erzkonservativen Priesterbruderschaft St. Pius zieht weite Kreise. Nachdem Israel mit dem Abbruch der Beziehungen zum Vatikan drohte(bei der Drohung blieb es), und weitere Bischöfe auf Distanz zum Papst gehen, verlangt nun Angela Merkel klare Worte vom Papst.

In meinen Augen inkonsequent, denn deutsche Politiker beschränken sich hierbei lediglich darauf, dem Papst eine klarere Distanzierung zu Holocaustleugnung abzufordern. Zurecht, doch reicht dies nicht aus, denn die Piusbruderschaft(nun eben Teil der Katholischen Kirche) gibt solchen Holocaustleugnern nicht nur grundsätzlich einen Hort, sondern ist bereits in den Grundzügen Judenfeindlich und offen Islamfeindlich. Genau jene Religionsbezogene Judenfeindlichkeit(Gottesmordthese) war es jedoch, der lediglich die rassistische Komponente hinzugefügt werden musste, um einen erheblichen Teil der ideologischen Grundlagen für den Holocaust zu schaffen. Dass bei der Islamfeindlichkeit innerhalb der Bevölkerung bereits mehr oder weniger häufig Rassismus mitschwingt, beweisen Blicke in das Pipifanten-Blog, Aussagen von ProKölnern, und den sonstigen Doitschnationalen Kruppdingern(Grüne-Pest-Asyl, Patridiotisches Forum Süddeutschland, NPD, usw.).

Meine Forderung wäre also, die Exkommunikation der vier Bischhöfe wiederherzustellen. Möglicherweise treten sonst neben Prof. Jean-Pierre Wils noch weitere bekannte Theologen aus der Kirche aus.