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Das Leben

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Die “Jüdische Allgemeine” über den Islamhass

 

Marwa El-Sherbini wurde ermordet, weil sie erkennbar Muslimin war, weil sie keinen Platz hatte in jenem Deutschland, das die NPD will. Eine Partei, die auch der Mörder von Dresden gewählt hat. Dieser Prozess erinnert uns an eine traurige Wahrheit, die im Jubel der Feier des Mauerfalls untergegangen ist: Mit der Einheit kam auch die dramatische Zunahme rechtsradikaler Gewalt. Fast täglich gibt es Übergriffe auf Andersdenkende und Anderslebende. 143 Menschen wurden seither getötet, weil sie eine andere Hautfarbe oder Religion hatten, weil sie behindert, links, obdachlos, Punker oder schwul waren. Alltag. Selbst der brutale Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini hätte vermutlich kaum für große Schlagzeilen gesorgt – wäre da nicht die Angst vor dem Aufschrei der arabischen Welt gewesen. Was mir dagegen Angst macht, das sind Hass und Gewalt vor unserer Haustür. Mit jeder »national befreiten Zone« verlieren wir ein Stück Freiheit. Das Gericht hat Recht gesprochen. Die Freiheit und die Menschenwürde aber werden nicht allein im Gerichtssaal verteidigt, sondern auch auf jedem Spielplatz. Das ist unsere Sache. Wir sind das Volk.

Mehr findet sich in der Quelle(PDF). Lesenswert.

(Via Politblogger)


NPD-Wähler ermordet schwangere Ägypterin mit 18 Messerstichen – warum?

Anfangs war in den Medien verhaltene Stille zu “hören”, doch nun reagiert auch die Politik.

Die Geschichte:
Jemand ersticht eine Ägypterin im Rahmen eines Verfahrens wegen Beleidigung. Der Mörder war der angeklagte, die ermordete war die Klägerin. In der Klage ging es darum, dass er sie Antiislamisch beleidigt hatte. Zunächst wurde er verurteilt, doch nach dem Urteil Als sie nun im Prozess als Zeugin auftreten wollte, erstach sie der Täter mit 18 Stichen, stach auch auf ihren Mann ein, vor den Augen ihres Sohnes. Die herbeieilende Polizei schoss zunächst dem zweiten Opfer – dem Mann der ermordeten Marwa E. – ins Bein, da sie annahm, er sei der Angreifer gewesen.

Woher der Hass?

Nun, hierzu ein paar Gedankengänge als Diskussionsbeitrag…

Wirklich Aufmerksam auf dieses Thema wurde ich durch diesen Beitrag beim Migazin.

Im Prinzip konzentrieren sich alle rechtsextremen Internetseiten(DAS Vernetzungsinstrument der rechtsextremen Szene) mehr oder weniger linear auf die Stigmatisierung von Ausländern und Menschen, die dafür gehalten werden als etwas minderwertiges. Auch bei PI-News tut man das, wobei man sich dort den vordergründigen Anstrich des bürgerlichen gibt, und sich scheinheilig “Islamkritiker” nennt, wobei aber schon längst auch in konservative Kreise vorgedrungen sein dürfte, dass dies Blendwerk ist, denn eine Auseinandersetzung mit dem Islam findet dort etwa auf der Ebene statt, auf der sich der “Stürmer” mit der jüdischen Religion auseinandersetzte.

Auf allen diesen rechtsextremen Seiten herrscht Einigkeit in einem Punkt vor: Für “Fremde”(Unterschiedlich definiert, mal sind es Türken, mal Moslems) gibt es nichts schöneres, als Brutalität, Mord und Totschlag über unsere schöne, harmonische, friedliche und unbefleckte deutsche/europäische Heimat zu bringen, die ja ohne Vorderasiaten soooo viel friedlicher und harmonievoller wäre.

Nachdem die rechtsextremen die Mehrheit der Juden aus dem Land gejagt bzw. ermordet haben, hatten sie lange nur den diffusen "Ausländer" als Feindbild, befinden sich aber mittlerweile – aufgrund der  fortschreitenden europäischen Integration – in der Phase der Konkretisierung. "Franzecke" hört man nur noch selten, "Itakas" werden in rechtsextremen Kreisen nun wieder Italiener genannt, und sind ganz plötzlich alle blendend integriert, “der Russe” ist seit den 1990ern ebenfalls nicht mehr der böseste, usw. Der schlimmste Feind des rechtsextremen ist heute "der Türke" bzw. der "Asiate", also alles ab Bosporus ostwärts.

Kein Rechtsextremismus?

Wundert es denn nicht, dass die schillerndsten Islamfeinde, die FPÖ (Auf der rassistischen Seite "PI-News" beworben) nun mit der DVU zusammenarbeitet?
http://npd-blog.info/2009/07/08/dvu-arbeitet-kunftig-mit-der-fpo-zusammen-und-der-npd/

Oder dass sich nun herausstellte, dass der Täter in diesem Falle ein NPD-Sympathisant war?
http://npd-blog.info/2009/07/09/rassistischer-mord-in-dresden-warnung-vor-islamophobie-tater-war-offenbar-npd-sympathisant/

Aber nein, rechtsextreme sind natürlich alles Islamfreunde und Israelhasser. Dem ist schon lange nicht mehr unbedingt so. Es gibt solche, aber es gibt sie auch mit umgedrehtem Vorzeichen. So einfach ist dies nicht abzutun.

Mir schrieb mal auf einem anderen Portal jemand(SVP-Wähler), dass europäische Juden für die politische rechte kaum noch ein Feindbild sein können, um größere Massen für ihre “Sache” mitzuziehen. "Dank Hitler", wie er meinte. Weiter fuhr er fort: "Bei Moslems ist das heute anders."

Was wollen die?

Rechtsextreme möchten eine völkische Neuausrichtung der Politik in Europa. Fakt ist auch, dass sie dafür bereit sind, auf einen gewaltsamen Umbruch hinzuarbeiten. Menschen sind aber nur dann für einen gewaltsamen Umbruch bereit, wenn sie ein klares, erkennbares Feindbild haben, von dem sie glauben, dass dieser "Feind"(die fremde, böse, minderwertige Kultur/Religion) es auch auf einen selbst abgesehen habe, man selbst oder die Gesellschaft (auf Nazideutsch: “Volksgemeinschaft”) also mittelbar oder unmittelbar in Gefahr sei. Genau daher weht der Wind auch bei den radikalen Islamhassern, und nicht anders sind NPD, DVU, PI, Altermedia, Pro-Köln, BNP, FPÖ usw. einzuordnen. Sie alle versuchen, Gewaltbereitschaft oder zumindest Hass zu schüren, indem sie durch einige propagandistische Tricks, z.B. Wiederholung von Lügen und Gerüchten oder das gezielte unterschlagen von wesentlichen Fakten, apokalyptische Szenarien in die Köpfe der Menschen setzen. Die daraus resultierende, bewusst geschürte Stimmung würde ich persönlich als “Vorbürgerkriegsstimmung” bezeichnen. Welche wirtschaftspolitischen Forderungen die einzelnen Strömungen dabei stellen, ist erstmal unerheblich – im Rahmen der “rechten Volksfront”. Rassismus ist der Punkt, und heute sind sich alle rechten Lager beim Feindbild einig: “Der Moslem ist unser Unglück”. Lediglich Neonazis bezeichnen unsere pluralistische Gesellschaft teilweise noch als “Morgenthaus Rache”.

Kein Rassismus?

Der Moslem? – “naja, das kann ja kein Rassismus sein, der Islam ist ja nur eine Religion” würde der eine oder andere konservative beschwichtigend meinen – aber wie war es denn früher? Wurzelte der antisemitische Horror der Nazizeit nicht in einer theologisch begründeten Feindzähligkeit, der dann lediglich noch die Rassentheorie übergestülpt wurde? Gehörten Juden denn nicht auch zu den ersten Opfern der Kreuzzüge? Das Rad des Europäischen Antisemitismus drehte schon viele hunderte Jahre, aber es wurde immer wieder ausgebremst. Als die Nazis an die Macht kamen, motorisierten sie dieses Rad und bauten die Bremsen ab.

Der Grund hierfür: Der Gedanke der “Volksgemeinschaft” – ein philosophisches Konstrukt der Nationalsozialisten, nach dem “das Volk” als “Organismus” nur als kulturell und biologisch homogene Masse lebensfähig sei. Jede dauerhafte Anwesenheit “Rassefremder” oder “Kulturfremder” wurde nur so lange toleriert, solange die “Volksgemeinschaft” homogen bleibt, und “die Fremden” weniger Rechte haben und ausgegrenzt sind. So geschah es dann auch, dass Juden nach und nach entrechtet wurden. Begründet wurde dies immer wieder sowohl mit rassistischer Propaganda, aber auch mit angeblichen kulturellen Defiziten des Judentums.

Damals und heute – keine Parallelen?

Wo finden sich solche Gedanken in der heutigen Zeit wieder, in der der Anteil der Juden in Europa vergleichsweise gering ist? Heute steht dieser rechtsextremen Ideologie, der “Volksgemeinschaft”, die Anwesenheit erkennbarer Moscheen(damals: Synagogen) entgegen, sowie die Praxis der Religion. Heute ist das Kopftuch irgendwie “fremd”, damals war es die Kippa. Damals waren es jüdische Viertel(man sprach damals von “Parallelgesellschaft”), heute sind es Viertel mit muslimischer Mehrheit. Parallelen ließen sich sicher endlos fortsetzen. Ein Äquivalent zum Holocaust gibt es glücklicherweise nicht, und das wird die Gesellschaft mit Sicherheit auch zu verhindern wissen, denn eines weiß man sicher: Eine dritte Chance wird zumindest Deutschland nicht mehr bekommen.

Der wirklich einzige radikale Unterschied zwischen der Vor-Nazizeit und heute ist der, so scheint es mir, dass die rechtsextremen(außer den Neo-Nationalsozialisten) heute nicht mehr behaupten, eine Kultur sei genetisch veranlagt.

Erfreulich ist aber eines: Rechtsextreme haben es so schwer in der Gesellschaft, dass sie ins Internet ausweichen müssen, um ihrem Hass im Schutze der Anonymität freien Lauf lassen zu können.
Unerfreulich hierbei ist es, dass sie auf diesem Wege recht intensiv daran arbeiten, noch unpolitisierten Jugendlichen unterschiedliche Versatzstücke der rechtsextremen Ideologie nahezubringen, und hierbei offenbar auch Erfolge verzeichnen können. Dabei fischen PI-News, NPD, DVU, Altermedia usw. im selben Gewässer und zusätzlich in jeweils exklusiven Gewässern, und fordern Anhänger auf, den Menschen “die Wahrheit”(besser: das, was sie dafür halten) zu zeigen. Das heißt: Sie alle fordern dazu auf, das Web 2.0(dort halten sich besonders viele “formbare” Jugendliche auf) mit Propaganda zu füllen.

Jedoch führen diese von solchen Internetseiten vermittelten politischen “Sichtweisen”(ob man da von “sehen” sprechen kann?) die Menschen nicht zu einer demokratischen Kultur hin, sondern zu einer auf Ablehnung, Herabsetzung und völkischem Egoismus basierten Hasskultur, deren extremste Auswirkung sich heuer nicht nur, aber auch am 01.07.2009 in Dresden zeigte.

Ausführlichere Informationen zu diesem Mordfall:

http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/meldungen/mord-in-dresden-aus-antiislamischer-motivation/

http://npd-blog.info/2009/07/09/rassistischer-mord-in-dresden-warnung-vor-islamophobie-tater-war-offenbar-npd-sympathisant/

http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/marwa-e-ermordet-aus-rassismus-und-islamfeindlichkeit-1114

http://www.migazin.de/2009/07/08/muslime-als-zielobjekt-rassistischer-gewalt/

Und hier Informationen zu Hass im Internet(via Fareus):


Dokumentation: Anti-Islam-Kongress in Köln 2008/2009

An dieser Stelle ein Rückblick auf den Anti-Islam-Kongress im September 2008 mit Überleitung auf den zweiten Anlauf am 9. Mai 2009.

Während alle Medien von ca. 150 bis 400 Teilnehmern an der Kundgebung berichteten, ging PI-News so weit, ganz unwirsch von 1000(eintausend) Teilnehmern zu fabulieren:

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*hüstel*


Menschenrechte aus der Perspektive Amerikas

Amerika prangert Deutschland wegen Verstoßes gegen die Menschenrechte an!

Gegenstand der Rüge, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung von religiösen Minderheiten. Dabei kommt die Kopftuchdebatte in Deutschland besonders zur Sprache.

Das fortschrittlichste Land der Welt, spricht sich gegen eine Diskriminierung von Muslima aus, die wegen ihrer Kopfbedeckung im deutschen Alltag, wie auch im Berufsleben oft diskriminiert werden. Religiöse Rechte zu schützen, wird in Deutschland zum Instrument einer Islamdebatte, die in einer modernen Demokratie widersprüchlicher nicht sein kann. Man stellt sich hier lieber als Retter der Zivilisation dar und nimmt in Kauf, dass auch Muslima die das Kopftuch selbstbewusst tragen möchten, keine Chance auf eine ordentliche Religionsausübung haben.

Ein Beispiel für emanzipierten Umgang mit dem Kopftuch, die Neomuslima, wenn auch mir der Begriff neu ist und verständlicher Weise umstritten. Das Kopftuch als Selbstfindungsprozess, als eine Hilfestellung sich gegen äußere Einflüsse immun zu machen. Wofür sie Respekt verdient, denn in einer Zeit, wo es wichtiger scheint mehr abzulegen als anzulegen, muss es ein ungeheurer Akt der Selbstdisziplin sein, seine Schönheit nicht zur Schau zu stellen dafür aber den eigenen Kopf anzustrengen.

Wozu mir ein Zitat der Firstlady der Türkei einfällt in dem sie sagt:

„Das Kopftuch verdeckt mein Haar und nicht mein Gehirn!“

Jeder Frau in Deutschland steht es frei sich gegen Unterdrückung aufzulehnen. Dass es für viele Frauen nicht leicht ist sich gegen prügelnde unterdrückende Männer oder Familien auszusprechen ist Fakt, aber Fakt ist auch, dass eine Entscheidung, die sie nicht selber treffen darf, ihr nicht dabei hilft, sich zu wehren. Eine Regierung kann und darf die Rechte der Frauen schützen, sie darf ihr aber nicht eine mündige Entscheidung verbieten, wenn auch aus edlen Motiven heraus, denn genau das macht sie wieder unmündig!
Wenn die Muslima unterdrückt wird und Hilfe braucht, stehen ihr verschiedene Hilfsleistungen des Sozialstaates sowie auch Hilfsorganisationen zur Verfügung, selbst wenn sie nicht ausreichend Deutsch spricht. Das mag zynisch klingen in manch einem Ohr, doch es ist das Recht jeder mündigen Bürgerin sich zu bedecken oder es sein zu lassen und es ist ihre freie Entscheidung Hilfe anzunehmen. Indem die Regierung mit einem Verbot die Rechte der einen stärken möchte, nimmt sie der anderen das Recht auf Religionsfreiheit.

Frauennothilfe

Huda Netzwerk für Muslimische Frauen e.V.

AWO “Internationales Frauenhaus“


Familiendrama vs. “Ehrenmord”

Das Migazin beleuchtete die Google-Ergebnisse zu diesen beiden Themen, die eigentlich eines sind.

Familiendrama vs. Ehrenmord in der deutschen Presselandschaft.

Hierdurch wird klar, in welcher Hinsicht und in wie fern die Wahrnehmung innerhalb der Bevölkerung des Landes zu bestimmten Themen maßgeblich von den Gesetzmäßigkeiten der Presselandschaft bestimmt wird.


Studie: Islam und Gewalt

“Die Mehrheit der Muslime lehnen Gewalt als politisches Mittel stärker ab als Nicht-Muslime. Zudem wünschen sie die Etablierung der westlichen Werte. Laut einer umfassenden Studie des Gallup-Institutes lehnen etwa in London mehr Muslime Gewalt als politisches Mittel ab als Nicht-Muslime: 81 zu 72 Prozent. In Deutschland ist dieses Verhältnis 94 zu 75 Prozent.”

Quelle

Warum wundert mich dies nicht? Bei Jugendlichen und heranwachsenden mag man sicherlich hier und da etwas rauere Umgangsformen erkennen, aber mit dem Islam hat dies nun einmal nicht ursächlich zu tun, sondern in erster Linie mit Alltagsproblemen und -frustration. Aber Stefan Herre kommt bestimmt wieder mit seiner Taqiyya- und Gutmenschen-Verschwörungstheorie – falls er eine Veröffentlichung auf seinem Pipifanten-Blog überhaupt gestattet.

Denn:

PI-Partei hat immer Recht!

(Man denke sich bitte den Ährenkranz weg, und es passt!)

(via: Politically Correct)


Cem Özdemir redet über Türken

Eine Interessante Haltung. Das Thema gehört sowohl in die Türkei, als auch nach Deutschland.

Im Prinzip stellt er damit auch die Motivation der Grünen im Punkte Migrationspolitik dar, und als jemand, der dieses spezielle Thema besser versteht, als zum Beispiel Claudia Roth, kann er sich also zum Sprecher der türkischstämmigen Deutschen avancieren. Das erinnert mich irgendwo auch an Obama.


Interessant: Koscher und Halal speisen – Unterschiede und Gemeinsamkeiten.

Anlässlich dieses Themas auf Politischkorrekt wurden auf Politically Correct Islamische Speisevorschriften den Jüdischen Speisevorschriften gegenübergestellt. Interessant sind Gemeinsamkeiten bei der Fleischzubereitung, aber auch unterschiede bei Nahrung aus dem Meer.

Interessant wäre dann als drittes noch, warum es im Christentum keine derartigen Speisevorschriften gibt:

Erst der römische Bischof Eleuterius (auch Eleuter)( (175-189 n. Chr.) hob die jüdischen Speisevorschriften auf. Bis dahin wurden sie von den Christen noch befolgt. Er steht in dr Papstliste an 12. Stelle nach Petrus, aber damals gab es die Bezeichnung Papst noch nicht. Sonst weiß man über Eleuter fast nichts, und die Namensfolge in jener Zeit gilt als ungesichert.
Jesus zeigte zuerst, dass die Gesetze der Schriftgelehrten keine große Bedeutung haben, weil sie Menschengebote sind (Mk 7,7). Manchmal würden ihre Anweisungen sogar den Geboten Gottes widersprechen (Mk 7,8-13).
Danach erklärte er, dass der Mensch im religiösen Sinne nicht unrein wird, wenn er mit ungewaschenen Händen isst. Er würde vielmehr durch seine bösen Gedanken unrein (Mk 7,20-23). Damit wollte er den Pharisäern klar machen: Religiöse Gebräuche und gute Taten haben keinen Wert, wenn die Einstellung nicht stimmt.
Durch eine falsche Übersetzung von Mk 7,19 entsteht jedoch der Eindruck, Jesus hätte damit auch alle alttestamentlichen Speisevorschriften (3 Mo 11) für ungültig erklärt (Luther: „Damit erklärte er alle Speisen für rein"; Die Gute Nachricht: „Damit erklärte Jesus, dass alle Speisen vor Gott rein sind").
Im frühen Christentum bereits wurden so gut wie alle Schriften verfälscht, der eigenen Lehre angepasst, und sogar eigene Schriften für alt ausgegeben. Es gibt keinen wirklichen Hinweis darauf, dass Jesus den Verzehr von Schweinefleisch erlaubte.
Hätte Jesus dies tatsächlich getan, wäre er auf der Stelle von den Juden gesteinigt worden. Für die Juden war Schweinefleisch kein Nahrungsmittel.
Die Speisevorschriften in 3 Mo 11 hat Gott seinem Volk nicht gegeben, um sie einzuschränken, sondern um sie vor Schädlichem zu bewahren. Die medizinische Forschung hat beispielsweise die Richtigkeit des Schweinefleischverbotes bewiesen (Gefahr der Leberzirrhose, Trichinose, Furunkel, Abszesse, Pickel, Hautausschläge, vorzeitige Abnutzung der Gelenkknorpel und Bandscheiben, Arteriosklerose, Anfälligkeit für Grippe, Krebs). Gott weiß als unser Schöpfer und Arzt ( 2 Mo 15, 26) am besten, was für uns gesund ist und was nicht. Wer seine Ratschläge befolgt, wird vor manchem bewahrt.
Außerdem macht es in einer wüstenähnlichen Gegend keinen Sinn, Nahrungstiere zu halten, die ein Nahrungskonkurrent des Menschen sind. Was Schweine essen, kann auch der Mensch essen. Um 1 Kilo Schweinefleisch zu produzieren, muss ein Schwein etwa 10 Kilo Futter fressen. Das wäre als höchst unökonomisch in Landschaften mit schwacher Vegetation.
Dieses Argument gegen Schweinefleisch fiel in Europa weg. Vielleicht deswegen erlaubte man sich den "Genuss".

Alle Angaben ohne . (Quelle)

Zum Nachlesen der einzelnen Bibelstellen empfehle ich die Volxbibel. Sie ist zwar dem Original noch weniger ähnlich als der Rest, jedoch einigermaßen Locker-flockig geschrieben.


Die Lügen von PI-News: Frauenbeschneidungen im Islam?

Dass die paranoiden Pipifanten nun in wirklich jedem Verbrechen und in jeder Ungerechtigkeit der Welt den Islam als Ursache ausmachen, sollte mittlerweile bekannt sein. Allerdings stützen sie sich nicht mehr einzig auf wirre Verschwörungstheorien, sondern halten es für den typischen PI-Leser etwas einfacher. Etwa nach dem Motto “Dort leben viele Moslems, deshalb ist der Islam am Unrecht schuld.”  Recherche? Fehlanzeige. Im von PI-News verlinkten Artikel von Spiegel Online, gegen den(SPON) sich PI übrigens, wie gegen nahezu sämtliche anderen von PI zitierten Onlineangebote, verächtlich als “Mainstreammedien” bezeichnet, richtet, steht nichts, aber auch gar nichts über einen Islamischen Hintergrund von Frauenbeschneidungen. Dennoch ist dieses Wort irgendwie – hoppla – in den Artikel hineingerutscht, und siehe da: Man gibt dem Kommentarmob wieder einen Grund, gegen Moslems zu hetzen. Warheit oder Lüge interessiert bei PI-News nicht, der Zweck heiligt die Mittel.

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Laut Wikipediaeintrag zu Sierra Leone sind 20% der Einwohner Christen, laut Englischen Eintrag sind es 30%. Laut der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit sind jedoch etwa 90% der Frauen von der Beschneidungspraxis betroffen. Dämmert’s?

In Sierra Leone wird die weibliche Genitalverstümmelung
(FGM) in fast allen ethnischen Gruppen mit
Ausnahme der christlichen Krio in der Westregion
praktiziert. Auch wenn diese Zahlen vor Ort für übertrieben
gehalten werden, schätzen verschiedene Organisationen
den Anteil der verstümmelten Mädchen
und Frauen auf 90 %.

Die Krio machen etwa 10% der Einwohner in Sierra Leone aus. Laut englischem Wikipediaeintrag sind es nur 5,4%. Die Zahlen differieren also stark. Mit Grundkenntnissen in der Dreisatzlehre kommt man jedoch schon nach dem Überschlagen zum Schluss, dass ca.  50-70% der Christen in Sierra Leone ihren Frauen die Genitalien verstümmeln, und dass es mit berechtigter Wahrscheinlichkeitsvermutung eben auch Islamisch dominierte Regionen in Sierra Leone gibt, in denen genau dies nicht passiert.

Aber darum geht es den Pipimanen ja nicht, sondern hierum:

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Hier zur Kritik an Hartmut Krauss, von dort, wo er herkommt, und hier noch eine.

Einzig der User “ND” versucht sich an einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema, und wird direkt von mehreren Seiten abgewatscht. Beispiel:

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Das ist PIsskussionskultur in Reinform. Auf eine Frage nach Belegen für eine Behauptung wird schlicht der Spieß umgedreht und verlangt, man solle Belege für seine Behauptung, dass PI-News Unrecht habe, aufzeigen, um so einer Inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema zu entgehen. Man will eben nur hetzen, und nicht etwa wissen.