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Henryk M. Broder – “Sind Muslime die Juden von heute?”

Henryk M. Broder lässt sich wieder in der WELT aus, und lässt wie erwartet keinen Stein auf dem anderen.

Unter der Überschrift “Sind Muslime die Juden von heute?” verfasste er eine Replik auf einen Artikel in der Süddeutschen von Wolfgang Benz, die sich in Polemik erschöpft. Im Schulunterricht hätte es danach wohl geheißen: “Thema verfehlt, setz, sechsen!”

Muslime sind ganz sicher nicht die Juden von heute – das behauptet so überspitzt auch niemand ernsthaft, der wirklich noch alle Tassen im Schrank hat. Juden sind die Juden von heute, und Muslime sind die Muslime von heute.

Broder unterstellt jedoch schon mit seiner suggestiven Überschrift Herrn Benz eine relativierende Gleichsetzung. Nun schreibt Benz jedoch von Parallelen, und Parallelen berühren sich bekanntlich nicht, er beschäftigt sich auch nicht mit Juden und Moslems, sondern mit Islamfeindlichkeit und Antisemitismus. Es geht um die Frage, was beide Formen der Fremdenfeindlichkeit gemeinsam haben – und das ist zum Beispiel die Stoßrichtung: Das pure Ressentiment. Weder der Ursprung ist gleich, noch das ideologische Fernziel. Das hat auch nie jemand ernsthaft behauptet. Broder übt sich also im Schattenboxen, wenn er eine solche Gleichsetzung zu bekämpfen behauptet.

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Grundsätzliches zur Islamkritik

Tjo. Ich bin Agnostiker. Für mich bleibt die Gottesfrage offen, und niemand ist in der Lage, diese Frage abschließend zu beantworten. Wer daran glaubt, muss erst vom Gegenteil überzeugt werden, ansonsten ist das Aufzwingen des Atheismus vom Prinzip her nichts anderes, als Zwangs-Theismus, den man von Scharia-orientierten Staaten her kennt.

Nun ist es eine Sache, radikal-konservative Auslegungen des Ialam zu kritisieren. Das soll man tun, und das ist gut. Man beschränke sich hierbei jedoch bitte auf die jeweilige theologische Ausrichtung und auf die Kritikpunkte. Man kritisiert auch nicht die Haltung der Zeugen Jehovas gegenüber Bluttransfusionen, bezeichnet sie als Mörder, und nennt das dann "Christentumskritik". Dagegen würden sich sowohl die EKD als auch der Vatikan wenden. Man kann die "Deutschen Christen" ablehnen, aber man soll damit nicht die EKD meinen. Man kann Evangelikale Gotteskrieger und ihren heiligen Krieg gegen die Ungläubigen ablehnen, aber bitte: vom Papst wurden sie nicht gesegnet.

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Islamhass in Europa heute – Parallelen zum Antisemitismus damals?

Sündenfall: Dieser Film stammt eigentlich von den sicher auch unter Islamkritikkritikern kritisierten Leuten rund um Pierre Vogel (EZP). Jedoch ruft er nicht zum Konvertieren auf, sondern zeigt etwas völlig anderes:

Dieser Film setzt nichts gleich, sondern zeigt einige propagandistische Parallelen zwischen dem Islamhass heute und dem alten Antisemitismus auf. Islamophobie ist von rechtsaußen tief in die Mitte der Gesellschaft vorgedrungen, und zeigt sich zunehmend eliminatorisch, was sich zum einen am Mord an Marwa S. im Landgericht Dresden zeigte, auch an den vielen Einzelgewalttaten, die direkt gegen Moslems gerichtet waren, (weil sie Moslems sind!) zum anderen jedoch besonders deutlich am Minarettverbot in der Schweiz.

Er überspitzt ein wenig, ohne einen Holocaust-Vergleich vorzunehmen(das wäre unpassend), jedoch aus gutem Grund: Er drückt sehr drastisch real bestehende Ängste von Teilen der deutschen Bevölkerung Islamischen Glaubens aus.

Siehe auch:

NPD-Wähler ermordet schwangere Ägypterin mit 18 Messerstichen – warum?
Schweiz 2009 – das Ende der Religionsfreiheit?
Hagen Rether 2007: “Wehe uns, wenn hier demnächst die Moscheen brennen…”

Extern:
Raus aus der Opferrolle (WOZ Schweiz)


Eine PIskussion bei PI-News

Hier ist mal beispielhaft die Debattenkultur bei PI-News dargestellt. Etwas länger, und wenig kommentiert.

Der Blogeintrag: "Islamkritiker schuld am Mord von Dresden

Zuerst ein kritischer Kommentar…

#63 Aladin   (10. Nov 2009 17:05) 

“Islamkritiker schuld am Mord von Dresden”

Indirekt schon, denn en Islamkritikern geht es darum, einen Generalverdacht gegen Muslime zu verbreiten, den Vorwurf, der Islam schlechthin sei eine Gewaltideologie und so juden-, frauen-, homosexuellen- und demokratiefeindlich, dass die Integration seiner Anhänger in westliche Gesellschaften scheitern müsse.

Man griffe zu kurz, interpretierte man Euch nur als extreme Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 oder den Mord am niederländischen Filmemacher Theo van Gogh im Jahr 2004. Die islamfeindliche Propaganda wurzelt tiefer. Sie radikalisiert die populistische und extremistische Rhetorik der achtziger und neunziger Jahre gegen eine befürchtete Überfremdung. Sahen die Agitatoren damals in Fremden, vor allem in Asylbewerbern, lästige Schmarotzer und Kriminelle, erscheint die proklamierte Gefahr heute größer: Deutschen und Europäern drohe, so der Kernbegriff der Propaganda, eine “Islamisierung“, eine Fremdherrschaft, die vom Abendland wenig übrig lassen würde.
Die rhetorischen Muster folgen extremistischen Traditionen.
Rechtspopulistische Propaganda, das hat der Politikwissenschaftler Oliver Geden gezeigt, speist sich aus einer Basiserzählung. Danach sei eine schweigende Mehrheit der eingesessenen Bevölkerung zwei Bedrohungen ausgesetzt: Einer von außen durch Minderheiten, Fremde und Abweichende und einer von oben durch die Eliten, “die Politiker”(Euer Sprachgebrauch:Linksgrüne und die sogenannten etablierten Parteien), die sich von den Interessen des Volkes abgewandt und mit den Minderheiten verbündet hätten. Die pauschale Islamkritik bedient sich dieser Vorlage. Dazu kommen weitere im rechten Spektrum gängige Motive: Fremdenfeindlichkeit(Barack Obama wird unterschwellig und auch direkt wegen seiner Hautfarbe angefeindet), das Szenario kulturellen Niedergangs, für das sich der Liberalismus, “die Achtundsechziger” oder die “Überfremdung” verantwortlich machen lassen, sowie die Selbstinszenierung der Populisten als Tabubrecher, als Kämpfer gegen eine Diktatur der politisch Korrekten.

Amen!

Amen!

Vergleiche hierzu: Der Urfaschismus.

Die hierdurch ausgelöste PIskussion bei PI-News veranschaulicht ziemlich Aufschlussreich, wie das PI-Kruppzeuch so denkt(Wird etwas länger). Kurz: “Wer nicht mit uns ist, ist automatisch gegen uns und hat sowieso erstmal unrecht”.

Die PIskussionsstrategie ist ganz leicht durchschaut: Jedem kritischen Kommentar folgen zehn, die den Kritiker direkt angreifen, und zwar mit allerlei Desinformation, Verschwörungskrimskrams, Unterstellungen und Beleidigungen gespickt. Ausführlich auf jede Unwahrheit einzugehen, ist dem “Gegner”, auf diese Weise “behandelt”, unmöglich. So bleiben die Lügen unwidersprochen stehen. Ich werde hier aus Zeitgründen auch nur Ansätze leisten.

Nun geht’s los. 🙂

#84 Hausener Bub   (10. Nov 2009 17:28)  

@ #61 Aladin (10. Nov 2009 17:05)

So mein Lieber, Dein Antifa-Gefasel darf nicht unwidersprochen bleiben !

Ich kann mich auch sehr kurz fassen, denn wenn Du daherkommst und etwas von einer “rechtsextremistischen Basiserzählung in Sachen Angst vor angeblicher Überfremdung” -Presswurst also- erzählst, dann enttarnst Du Dich im Angesicht der Realitäten in Deutschland als labernder Kulturrelativist und dexiophober Narr.

Dort wo ich wohne, in Frankfurt am Main/Hausen, gibt es kein italienisches Restaurant mehr, keinen Jogoslawen und auch die ersten Japaner ziehen weg.

Das ist so, weil mittlerweile die dritte Moschee in diesem kleinen Stadtteil gebaut wird und man nur noch bärtige Männer in Schlafanzügen und Sandalen, Kopftuchfrauen, kleine Mädchen mit Kopftüchern sowie Burkafrauen sieht.

Die islamische Monokultur, die nichts anderes neben sich duldet auf lange Sicht, hat das Regiment übernommen und marschiert. Es gibt entsprechend Halal-Döner und algerische Pizza ohne Schweinssalami. Die am häufigsten gehörte Sprache in Frankfurt-Hausen auf der Straße ist arabisch bzw. arabesk.

Erzähl Du Fuzzi mir was von “angeblicher Überfremdung” und ich frage Dich: ab wann tritt denn eine reale Überfremdung gemeinhin ein ? Erst dann wenn die letzten Deutschen und auch ihre italienischen, spanischen, japanischen etc. Freunde zum Wegzug aufgefordert werden ? Hatten wir schon Du Schlaumeier und zwar in Form einer lauten und unverschämten Aufforderung durch die ungenügend Deutsch sprechende, iranischstämmige “Integrationsdezernentin” Eskandari-Grünberg von den Grünen und einer schrillen CDU-Oberbürgermeisterin Roth.

Jetzt geh’ weiter in Dein Loch bei Deiner Antifa-Krabbelgruppe und nimm’ Deine “Wissenschaftler, Pädagogen, Soziologen, Kulturanthropologen” und sonstigen parasitären Schwätzer gleich mit.

#89 Aladin   (10. Nov 2009 17:34)  

#81 Hausener Bub (10. Nov 2009 17:28)

Mein lieber Bub:)
Ich habe mit “Antifa” nichts am Hut, immer diese §187, wenn einem die Argumente ausgehen.
Ich bin aus dem Maghreb und ein Nachfahre des Propheten ;)

#92 Tom62   (10. Nov 2009 17:37)  

#61 Aladin (10. Nov 2009 17:05)

“(Islamkritiker schuld am Mord von Dresden) … Indirekt schon, denn en Islamkritikern geht es darum, einen Generalverdacht gegen Muslime zu verbreiten, den Vorwurf, der Islam schlechthin sei eine Gewaltideologie und so juden-, frauen-, homosexuellen- und demokratiefeindlich, dass die Integration seiner Anhänger in westliche Gesellschaften scheitern müsse. “

Inwiefern Sie von einer sachlich begründeten Islamkritik auf eine Menschenfeindlichkeit schließen, vermag sich mir nicht zu erschließen. Ich gehe doch richtig in der Annahme, daß auch Sie Muslime für Menschen halten? Falls ja, sehr schön, danke. Man sollte eine sachliche Kritik an einem religionspolitischen System mit den entsprechenden Auswirkungen nicht mit einem Haß auf Menschen in einen Topf werfen wollen.

“Man griffe zu kurz, interpretierte man Euch nur als extreme Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 oder den Mord am niederländischen Filmemacher Theo van Gogh im Jahr 2004. Die islamfeindliche Propaganda wurzelt tiefer. Sie radikalisiert die populistische und extremistische Rhetorik der achtziger und neunziger Jahre gegen eine befürchtete Überfremdung.”

Tut mir herzlich leid, daß ich Ihr propagandistisches und entsprechend populistisches Muster respektive entsprechend vereinfachtes Weltbild nicht bedienen kann. Ich arbeite täglich mit Leuten aus i. d. Regel vier sehr unterschiedlichen Nationen zusammen (eine davon Afghanistan) und wir verstehen uns alle prächtig. Meine (und nicht nur meine) Kritik am Islam, aber eben auch an den diversen Islamverbänden rührt nicht aus einer wie auch immer gearteten “Fremdenfeindlichkeit”, die Sie uns hier nur allzu gerne unterstellen, sondern (neben meiner Beschäftigung mit der Materie, mit Religion nebst dem Nahostkonflikt) u. a. aus verlogenen, antisemitischen und menschenverachtenden Parolen wie “Kindermörder Israel”, “Juden ins Gas”, “itzbach al jahud” (”schlachtet die Juden ab”) und anderen “menschenfreundlichen” Ergüssen mehr, die Ihre liebenswerten von diversen Moslemvereinen angestachelten “Schützlinge” mithilfe meist linksradikaler und auch einiger “rechter” Gruppen um NPD & Co., auch deutschen Straßen skandierten.

Dies hat mich u. a. dazu bewogen, von den Linken (für die ich bis dahin noch eine gewisse Sympathie hegte) gänzlich Abstand zu nehmen, so daß ich mich mit Grausen von ihnen abzuwenden veranlaßt sah, und das vermögen auch die pseudo-wissenschaftlichen Erklärungs- und Verallgemeinerungsversuche eines “alladin” (”allahdieners?”) nicht einfach vom Tisch zu wischen.

Sachlich begründet ist bei PI-News nur äußerst selten etwas. Vielmehr ergeht sich das ganze Thema darin, alles, wirklich alles, was irgendwie auch nur entfernt nach “Islam”, “Türken” oder “Araber” aussieht, zu diskreditieren.

#94 Crisp   (10. Nov 2009 17:39)  

Aladin (10. Nov 2009 17:34)

Politikwissenschaftler Oliver Geden

Nicht so ernst nehmen, du musst vielleicht noch für die Uni lernen, da musst du den simplifizierenden Saft natürlich drauf haben. Aber für’s Leben reicht das dann allerdings nicht mehr.

#95 Hausener Bub   (10. Nov 2009 17:41)  

#86 Aladin (10. Nov 2009 17:34)

Du kommst also von dort, wo kein Bus mit aufgepumpten Reifen pünktlich fährt und regelmäßig die Rasierer ausverkauft sind, wenn einer Eurer Propheten-Brüder vor der marokkanischen Polizei stiften geht ?

Bleib’ Du bei Berber, Kuskus und Semel und ich bleibe dabei mich zu wehren, wenn mir meine Heimat und Kultur unter dem Arsch weggezogen wird.

#99 Alastor2262   (10. Nov 2009 17:46)  

#86 Aladin (10. Nov 2009 17:34) #81 Hausener Bub (10. Nov 2009 17:28)

Mein lieber Bub:)
Ich habe mit “Antifa” nichts am Hut, immer diese §187, wenn einem die Argumente ausgehen.
Ich bin aus dem Maghreb und ein Nachfahre des Propheten

Ja ja, der Prophet hat sehr oft einen fahren lassen.

#103 arjuna   (10. Nov 2009 17:52)  

#61 @aladin,

“…Sahen die Agitatoren damals in Fremden, vor allem in Asylbewerbern, lästige Schmarotzer und Kriminelle, erscheint die proklamierte Gefahr heute größer: Deutschen und Europäern drohe, so der Kernbegriff der Propaganda, eine “Islamisierung“, eine Fremdherrschaft, die vom Abendland wenig übrig lassen würde….”

Das was Sie als “Propaganda” bezeichnen ist eine reele Gefahr. Und ja, die damaligen Asylgesetze luden neben wahrhaft Bedürfigen auch viele “Schmarotzer” aus aller Welt förmlich dazu ein, sich am deutschen Wohlfahrtsstaat zu bereichern – reine Wirtschaftsflüchtlinge.
Und ja, ich habe Angst vor Überfremdung; es ist ein Naturrecht eines indigenen Volkes, seine spezifische Kultur, Sprache und sein politisches System zu bewahren und sich gegenüber imperialistischen fremden Einflüssen zu schützen! Leute wie Sie reden immer von “Vielfalt” und “Multikulti” ohne die schlichte Tatsache zur Kenntnis zur nehmen, dass Multikulti Vielfalt zerstört! Jede vorhandene Kultur hat das natürliche Recht und die Pflicht sich auf seinen gewachsenen Raum zu behaupten! Nur dadurch wird Vielfalt bewahrt. Multikultiralismus führt langfristig zu einem gesichtslosen Einheitsbrei, angeführt von der dominantersten Kultur!

“…das hat der Politikwissenschaftler Oliver Geden gezeigt, speist sich aus einer Basiserzählung. Danach sei eine schweigende Mehrheit der eingesessenen Bevölkerung zwei Bedrohungen ausgesetzt: Einer von außen durch Minderheiten, Fremde und Abweichende und einer von oben durch die Eliten, “die Politiker”… “

Wie schon vorher alles richtig. Nur in der Bewertung dieser Thesen stehen wir uns gegenüber. Das was Sie und der “Wissenschaftler” als “Propaganda” bezeichnen können wir hier durch zahllose Fakten belegen. Die Maßstäbe die Sie zu dieser Bewertung heranziehen entspringen einer Ideologie, deren grundlegende Prämissen bereits philosphisch widerlegt werden können. Ganz zu schweigen von empirischen Daten die dagegen sprechen….
Die Gründe und Ursachen die sie aufzählen sind also richtig – aber ihre Wertung zeugt von mythischen bzw.ideolgischen Denken. Diese nicht hinterfragten Mythen lauten in etwa: “Alle Religionen sind gleich” und “Migranten = Bereicherung”
Aber ihre Mythen kollidieren immer mehr an den tatsächlichen Sachverhalten der Realität, was ein weiteres Zeugnis dafür ist, dass ihre Mythen oder Prämissen falsch sind! Oder wie sonst ist es zu erklären, dass europaweit eine islamkritische Szene sich entwickelt. Laut Ihrer Ideologie (Migranten=Bereicherung) müssten wir doch schon längst die positiven Einflüsse zu spüren bekommen? Aber ja, wir leiden eben unter Realitätsverlust….

Einen Teil habe ich blaugeschlagen. Mehr zur Ideologie des Ethnopluralismus – es ist eine Form des Rassismus. Und daraus folgt letztlich alles gesagte.

#109 felixhenn   (10. Nov 2009 17:58)  

#61 Aladin (10. Nov 2009 17:05)

Lieber Aladin, leider fehlt Dir so jedes Verständnis für Zahlen und Progressionen. Wenn 40% einer Bevölkerungsgruppe, die 5% (muss sogar höher gewichtet werden, da überproportional arbeitsfähige Männer)der Gesamtbevölkerung ausmacht, ohne Erwerbseinkommen sind, ist das eine Gefahr als wenn man irrsinnigerweise mit 180 Km/h auf der Autobahn in falscher Richtung fährt. Wenn man noch berücksichtigt, dass selbst Steuern zahlen nicht den völligen Eigenbedarf deckt (es wird ja immer neu Verschuldet) und dann noch berücksichtigt, dass viele türkische Nichterwerbstätige auch noch Teile der Transferleistungen in die Türkei schicken, ist das Ganze kein Pulverfass mehr. Das ist eine Atombombe im freien Fall.

Und jetzt betrachten wir uns doch einmal alle konkreten Auswirkungen: Noch vor 30 Jahren wurden alle Arztkosten, Zahnarztkosten, Medikamente von den Krankenlassen übernommen und voll bezahlt. Egal welche Medizin der Arzt für nötig hielt, kein Problem. Kuren, kein Problem. Jede Gesundheitsmaßnahme null Zuzahlung. Und jetzt, wo wir weit weniger Ärzte haben als zuvor, viele Dörfer haben keinen Arzt mehr, wo früher zwei Ärzte Millionäre geworden sind, und wo wir die höchsten Krankenkassenbeiträge in der deutschen Geschichte haben, jetzt kann kaum noch was von der Kasse übernommen werden. Woran mag das wohl liegen?

Oder betrachten wir uns die Rentenversicherungen. Wer wird denn den lieben guten Gutmenschen mal ihre Rente zahlen? Etwa die heutigen Bildungsverweigerer? Wovon denn? Von dem Geld, das die Eltern in die Türkei geschafft haben?

Leute, lernt mal ein wenig Mathematik. Um ein Wirtschaftssystem braucht es keinen 50% Hammer, den es so eh nie gibt, nicht einmal in der Weltwirtschaftskrise 1929, es braucht lediglich eine 2-3% Störung um ein System auszuhebeln. Es ist mir unverständlich, dass Merkel und Lafontaine sich als Physiker so weit von den Zahlen verabschiedet haben, dass sie das nicht bemerken.

Schöner Zahlenumgang. Ohne die Richtigkeit der Zahlen zu bewerten: Wenn 40% von 5% – also 2% der Bevölkerung erwerbslos sind, dann ist das also also eine Atombombe im freien Fall. Die Argumentation beginnt also völlig bescheuert. Auch der Rest ist geistloser Müll. Nächster.

#117 Kairos   (10. Nov 2009 18:15)  

Yepp, wir sind schuld. Schuld ist doch immer der Überbringer der schlechten Nachricht, insbesondere in D.

@Aladin: Es ist natürlich leicht, einige auf PI wiederkehrende Inhalte als “extremistisches Denkmuster” zu deuten, indem man der auf PI immer noch anhaltenden Diskussion, ob unsere Politiker sich verräterisch verhalten oder einfach inkompetent sind, andichtet, sie sei eine einheitliche Verschwörungstheorie.

Die von dir beschriebenen Muster sind aber sehr unscharf gezeichnet.

Markenzeichen des Extremismus sind:

1. Unterdrückung von Andersdenkenden (Islam 1, Linke 1, PI 0 – vgl. z.B: die Diskussion mit “dous” unter “Politiker redet Klartext”

2. Gleichgeschaltetes Meinungbild und Unfähigkeit Kritik zu ertragen (Islam 2, Linke 2, PI 0 – vgl. nur als Beispiel den User “Plapperstorch” der sich oft sehr kritisch über die Kommentare des “PI Mainstreams” äußert, ohne dass man ihn “disst”

3. Neigung zur Gewalt (Islam 3, Linke 3, PI – meines Wissens nach werden hier keine Gewaltphantasien verbreitet, sondern davor gewarnt)

4. Behauptung von Totalideologien (Islam 4, Links 4, PI 0 – niemand von UNS behauptet, es gäbe unüberbrückbare Gräben zwischen den Fronten, wir schlagen nur eine Grundlage im Geiste des GG vor, ohne die es keine sachliche Diskussion geben kann).

Ich könnte noch lange so weiter machen…

Es hilft doch nicht immer wieder zu warnen nicht in eine oberflächliche Verallgemeinerung zu verfallen. Was nützt mir ein “integrierter” oder “moderater” Muslim, wenn er mit mir auf dem Scheiterhaufen steht, sobald seine weniger moderaten Glaubensbrüder das sagen haben?

1. Andersdenkende werden bei PI-News konsequent gesperrt, 2. man zeigt ihnen, dass ordentliche Kritik nicht ertragen wird, 3. droht man andersdenkenden in der PI-News-Sekte mitunter Gewalt an. Aladin wird es auch nicht mehr lange machen. 4. Da ist wohl der erste PIler, der nicht behauptet, der Islam sei eine Ideologie. Sogar der Führer(Stefan H.) spricht von einer Ideologie, sogar von einer “Gewaltideologie”.

#119 pinetop   (10. Nov 2009 18:17)  

@ Aladin,
ich fürchte Sie sind das Opfer eines recht einfach gestrickten Weltbildes.

Das unreflektierte Zusammenfügen von Fremdenfeindlichkeit, Antiliberalismus, Islamkritik und 68er-Verachtung kann nur zu einem pauschalen Fehlurteil führen.

Den Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit muss ich für meine Person und die Mehrheit der PI-Kommentatoren entschieden zurückweisen. Sind es doch gerade ehemalige Moslems wie
z. B. Frau Minadi, Frau Kelek oder Frau James, die unsere Anerkennung erhalten.
Ich hatte in den 80er Jahren freundschaftliche Kontakte zu eritreischen Flüchtlingen. Meine islamfeindliche Haltung entwickelte sich nach dem Todesurteil gegen Salman Rushdie. Und ich sehe leider keinen Anlaß, meine islamfeindliche Einstellung zu revidieren.

Es ist gerade mein Liberalismus und mein Eintreten für die demokratisch legitimierte Herrschaft und den säkularen Staat,die meine islamfeindliche Einstellung begründen. Eine theokratische Ordnung, die Glaubensabtrünnige mit dem Tod bestraft, kann ich nur als eine grausame Herrschaftsform der Vormoderne verstehen.

Ich glaube auch allen Grund zu haben, für die 68er ein gewisses Maß an Verachtung zu haben. Ich kann mich erinnern, dass die damalige rebellische Jugend gegen alte Traditionen ankämpfte (was ich auch immer begrüsste), die aber in den frühen 70er Jahren für die parlamentarische Ordnung und eine marktwirtschaftliche Wirtschaftverfassung nur Hass empfand. Von diesen Auffassungen distanzieren sich heute fast alle damaligen Aktivisten. Ihre damalige Bourgeoisieverachtung – wahrscheinlich genährt durch etliche Filme von Chabrol – könnte man in gewissen Grenzen teilen, wären sie nicht heute selbst Vertreter eines bräsigen und autoritären Establishments. Heute erliegen sie einer anderen Ideologie, die der Entfaltung von Emanzipation und Menschenrechten alles andere als förderlich ist: Der Multikulturalismus. Das naive Anerkennen fremder Kulturen ist das arrogante Verweigern individueller Menschenrechte für Angehörige eben dieser Kulturen. Die Multikulturalisten sind genau genommen die Rassisten der Gegenwart.

Dazu nur eines: “Nicht alle Juden sind schlecht, ich kenne auch einen guten”. Und zum Rest – naja. in den USA wird auch die Todesstrafe von ganz oben verhängt, und sogar von vielen unterstützt, und es gibt dort Extremistische Abtreibungsgegner, die aufgrund ihrer Ideologie Abtreibungsärzte ermorden. Ein Grund, die Amerikanische Kultur als ganzes zu hassen? Wie wär’s denn mal mit Kritik an der Justiz, und mal damit, genau hinzusehen, ob die Menschen, die hier leben, nicht *gerade aufgrund* unserer Rechtsordnung hier leben? Aber am Ende kommt wieder die alte Leier – die “pöhse MuKu-Ideologie”. Führt wahrscheinlich zum Volkstod, was?

#138 biggy   (10. Nov 2009 18:55)  

@63 Aladin

“Indirekt schon, denn en Islamkritikern geht es darum, einen Generalverdacht gegen Muslime zu verbreiten, den Vorwurf, der Islam schlechthin sei eine Gewaltideologie und so juden-, frauen-, homosexuellen- und demokratiefeindlich, dass die Integration seiner Anhänger in westliche Gesellschaften scheitern müsse.”

Der Islam ist also Deiner Meinung nach nicht:judenfeindlich? Auch nicht frauenfeindlich, homosexuellenfeindlich, demokratiefeindlich?
Dann will Ahmadinedschad nicht Israel vernichten, wie er es wiederholt verkündet hat – den Frauen geht es prima in den vom Islam regierten Ländern? Es gibt dort keine Zwangsheiraten, keine Ehrenmorde – alles nur Einbildung?
Homosexuelle leben unbeschwert in diesen Ländern, werden weder diskriminiert noch verfolgt?
Und überall dort herrscht Demokratie und Freiheit?
Oder glaubst Du, der Islam in den arabischen Ländern ist ein anderer als der hiesige?
Und wenn Du das glauben solltest, dann erkläre es uns – wir glauben das nämlich nicht! Erst recht nicht, wenn Muslime bei ihren Demos hier in unserem Land laut gegen Juden hetzen, wenn unsere Regierung jetzt über ein Gesetz gegen Zwangsverheiratungen nachdenkt, wenn “Ehrenmord” ein gelaufiger Begriff bei uns geworden ist, wenn Frauenhäuser voll sind mit muslimischen Frauen!

Dein pseudowissenschaftliches Gerede von “rechtspopulistischer Propaganda” hält leider den Fakten nicht stand – was ist denn über “linkspopulistische Propaganda” zu erfahren?

Ich fordere Dich auf, mal etwas tiefer in die Materie einzusteigen, den Koran zu lesen, Dich in muslimischen blogs umzugucken, Dich mit insidern wie Frau Ates, Frau Hirsi Ali, Frau Cileli, Frau Kelek, auch mit Frau Mina Ahadi (übrigens eine “Linke”) zu beschäftigen, bevor Du hier mit pseudowissenschaftlich verbrämten Thesen uns Vorurteile, Unkenntnis, “extremistische Thesen” unterstellst.
Auch Giordano, zweifellos nicht in “Verdacht”, rechtsextrem zu sein, wäre eine gute Hilfe, Deine Vorurteile abzubauen – denn bei Dir da sitzen sie fest – die Vorurteile!

Ahmadinejad ist nicht der Islam, der Antisemitismus in Islamischen Ländern ist ein Import aus Europa, Kind des Christentums sozusagen(was ihn nicht besser macht), Ehrenmorde haben im Islam keine Grundlage und Zwangsverheiratungen meines Wissens nach auch nicht.

#139 Zahal   (10. Nov 2009 19:05)  

#63 Aladin (10. Nov 2009 17:05)
Islamkritiker schuld am Mord von Dresden

Indirekt schon, denn en Islamkritikern geht es darum, einen Generalverdacht gegen Muslime zu verbreiten, den Vorwurf, der Islam schlechthin sei eine Gewaltideologie und so juden-, frauen-, homosexuellen- und demokratiefeindlich, dass die Integration seiner Anhänger in westliche Gesellschaften scheitern müsse.

______________________________________

Nun leider ist sie das auch, das zeigt die Geschichte, das zeigt Griechenland, der Balkan, der gesamte vordere und mittlere Orient, das zeigt, wie der Islam sich gewaltsam verbreitet hat, das zeigt, welch weltbeherrschende Ideologoie er verbreitet. Ist nicht Neues, nur werden wir uns diesmal wehren.

“Man griffe zu kurz, interpretierte man Euch nur als extreme Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 oder den Mord am niederländischen Filmemacher Theo van Gogh im Jahr 2004. Die islamfeindliche Propaganda wurzelt tiefer. Sie radikalisiert die populistische und extremistische Rhetorik der achtziger und neunziger Jahre gegen eine befürchtete Überfremdung.”

Totaler Quatsch, ich weiss, dap es in diesen Jahren überhaupt keine Debatten gab, weder gegen Muslime, noch gegen Überfremdung, man nahm die muslischen Zuwanderer als etwas hin, das es gab. Mehr nicht.

“Sahen die Agitatoren damals in Fremden, vor allem in Asylbewerbern, lästige Schmarotzer und Kriminelle, erscheint die proklamierte Gefahr heute größer: Deutschen und Europäern drohe, so der Kernbegriff der Propaganda, eine “Islamisierung“, eine Fremdherrschaft, die vom Abendland wenig übrig lassen würde.”

Man biegt sich die Dinge so, wie man sie gerne hätte, deshalb sind sie trotzdem nicht wahr, denn schon Anfang der sechziger Jahre gab es Zuwanderung, zuerst die Italiener, dann Griechen, Spanier, Jugoslawen aber all diese Probleme gab es nicht, sie begannen erst nach den ersten “Forderungen” und nachdem die westliche Welt aufgefordert wurde, zu erkennen, “Islam ist Frieden” weltweit aber immer mehr von den wirklichen “Friedensabsichten” Selbstmordattentäter, Dschihad, Kampf gegen “Ungläubige”, Fatwas gegen Apologeten, die Liste wäre unendlich, ans Tageslicht kamen.

Reden sie bitte keinen Blech…..

Nur kurz: Türken standen schon in den 80ern und davor  schwerwiegenden Vorurteilen gegenüber. Neonazis hatten den sogenannten “Anti-Türken-Test”(Beschlagnahmt am 31.07.1987) in die Spielzimmer der Kinder gebracht. Das machte genauso die Runde, wie heute die Landser-“Balladen”. Es gab damals nur kein Medium, in dem man derartige Hetze völlig anonym in aller Öffentlichkeit völlig ungestraft verbreiten kann, anders als heute mit dem Internet. Der Zweck ist aber der gleiche: Minderheitenfeindlichkeit in den vorpolitischen Raum zu bringen. Nichts anderes macht PI-News.

#143 Aladin   (10. Nov 2009 19:13)  

#95 Hausener Bub (10. Nov 2009 17:41)

Ja ja, immer diese Vorurteile, damit bestätigst Du nur meinen ersten Kommentar.

Guckst Du hier–>

http://www.youtube.com/watch?v=l4PYoTV_jMQ&feature=related

PS: Ich spreche außer Deutsch und Französisch auch Arabisch(Darija) ;-)
Ich bin wahrlich ein Genie, in ein paar Jahren vielleicht sogar Bundeskanzler :-)

Düsseldorf Helau :-)

#144 plapperstorch   (10. Nov 2009 19:15)  

Da hat der Aladin einen Knochen in den Ring geworfen und alle beißen drauf rum.

Zum Vogel: Man sollte neben seiner Demo eine Leinwand aufbauen und seine Ergüsse zur Stellung der Frau im Islam und anderen Schwachsinn zeigen.

Knochen klingt passend. 🙂

Weiter geht’s 😀

#146 Zahal   (10. Nov 2009 19:21)  

#89 Aladin (10. Nov 2009 17:34)
#81 Hausener Bub (10. Nov 2009 17:28)

Mein lieber Bub:)
Ich habe mit “Antifa” nichts am Hut, immer diese §187, wenn einem die Argumente ausgehen.
Ich bin aus dem Maghreb und ein Nachfahre des Propheten
________________________

Georg W. Bush und wieviel andere Nicks noch ? Ein Judenhasser, ein Mohammedaner. Ein Christenhasser, der es sich aber in Europa bequem gemacht hat.

Zu Mahgreb kann ich noch einiges beisteuern, vor allen Dingen, wie dort Christen und Juden behandelt wurden………die meisten aus dem Mahgreb sind zwangsislamisierte Christen und Juden, Euer Prophet ist ein Kinderschänder, ein Verbrecher, ein Wahnsinniger und wie alle Wahnsinnigen (siehe Hitler) wird er die Zeit nicht überdauern……

Zu Deutschland kann ich eine Geschichte erzählen… Darüber, wie man mit “fremden” Religionen umgeht. Erst werden sie Integriert, dann angefeindet, dann vernichtet.

#148 kein dhimmi   (10. Nov 2009 19:23)  

wenn es so schlimm in europa ist, duerfen die mohamedaner gerne wieder gehen. ich bin diese permantenten forderungen und unterstellungen der wuestennomaden einfach nur leid.
@ aladin: toll, ein abkømmling von mohamed. super! geh wieder in deine wueste.
@ alle mohamedaner: wien ist ueberall

Das hatten die Nazis auch schon zu den Juden gesagt, die sich diskriminiert fühlten.

#151 Aladin   (10. Nov 2009 19:30)  

#144 plapperstorch (10. Nov 2009 19:15)

“Da hat der Aladin einen Knochen in den Ring geworfen und alle beißen drauf rum.”

;-)

Ich meine mich zu erinnern, dass Sie Jurist sind.Ich schätze Persönlichkeiten, die nicht von schlichtem Geist sind, insbesondere dann, wenn sie den genauen Unterschied zwischen dem § 211 und dem § 212 kennen.

So, ich muss wieder in die Bibliothek.

#170 johannwi   (10. Nov 2009 20:29)  

#63 Aladin (10. Nov 2009 17:05)
Deine Ausführungen entbehren jeglicher Grundlage. Wenn die Islamkritik eine Form “rechtspopulistischer Propaganda” sein soll, dann hätte es diese ja auch schon vor “2001″ in dieser Form geben müssen. Seit den 80er Jahren kamen zig Millionen Menschen nach Deutschland (”Asyl”, Ostmitteleuropa, Jugoslawien-Krieg, Afrika, Asien, “DDR”Bürger usw.), aber nennenswerte “Rechtspopulismus” mit Islamkritik gab es nicht.
Erst seit “2001″, Madridt, van Gogh etc. rückt die Befassung mit dem Islam in den Fokus. Erst mit der verstärkten Zuwanderung bwz. dem demographischen Anwachsen muslimischer Bevölkerungsteile stellen sich immer mehr Menschen Fragen zu dieser Religion. Und immer mehr fällt die Unvereinbarkeit des Islam mit unseren Werten fest.
Der Islam ist eben, so wie wir in hier oft erleben, frauen-, juden- und schwulenfeindlich. Das ist kein Verdacht, sondern gelebte Praxis. Gäbe es nur wenige Muslime hier, wie vor einigen Jahrzehnten, wäre das kein Problem. Es ist aber nicht mehr so.
Und genau deshalb gibt es immer mehr Islamkritik und Islamkritiker.

Das gab es alles schon früher – zum Beispiel 1979… Die Ablehnung, die dem Islam bzw. Moslems entgegenschlägt, zeigt sich auch in diesem Spiegel-Artikel von 1973. Seitdem hat sich viel geändert. Wenn jemand Aussagen wie diese hier von sich gibt, wird er heute völlig zurecht dem Extremismus zugeordnet, und nur sekundär dem Islam. (Merke: Alle Nazis sind Deutsche – nicht alle Deutschen sind deswegen Nazis. Analog dazu: Alle Islamisten sind Moslems – nicht alle Moslems sind deshalb Islamisten) Es gab nie weniger Kritik als heute – nur haben sich einige fremdenhass-erfüllten Stammtisch-Radikalinskis, die alle Islamischen und Islamistischen Strömungen zusammen mit Türken, Arabern und Persern(die müssen nicht zwingend Moslems sein) in einen Topf werfen, und einmal kräftig umrühren, mittlerweile auf PI-News vernetzt, weil ihnen Aftermedia dann wohl doch ein wenig zu Deutsch war.

#185 Rudi Ratlos   (10. Nov 2009 21:36)  

@Aladin

Husch husch, reibe deine Wunderlampe, auf das die Dich erleuchtet!

Leute, glaubt ihr wirklich, daß dieser Provokateur hier diskutieren möchte?
Der hat seinen Beitrag vorher gut geschliffen ausgearbeitet und dann hier plaziert.
Wahrscheinlich ist er auf Suche von Argumenten der Islamgegner. Wer weiß, wozu er die braucht.

Vielleicht gibt es Menschen, die sich wirklich frei raus artikulieren können, und einfach mal ihre Meinung sagen möchten?

#186 Rudi Ratlos   (10. Nov 2009 21:40)  

Aladin = lobotomium?

Nicht, daß ich Verschwörungstheorien hege…
;) Aber beide stammen wohl aus derselben Samenspende. :-D

Lobotomium? Lobotomium!

#199 epistemology   (10. Nov 2009 22:25)  

(…)

@ Aladin
Durch deine Aussagen hast du dich für die Weltmeisterschaft der geistigen Flachwichser hervorragend qualifiziert. Als Magrebhiner hättest du doch von den Franzosen den aufrechten Gang lernen können. Aber nein, du ziehst es vor, islamischen Schwachsinn zu kultivieren. Es geht hier nicht um irgendeine Art von Überfremdung. Mir ist jede Kultur willkommen. Cyrano, der die Leitartikel von Riposte laique schreibt, hat es auf den Punkt gebracht. “Wenn man in ein Land geht, das nicht das eigene ist und dort den Ureinwohnern die eigenen Sitten, Gebräuche und Werte bis hin zur Sprache aufzwingen will, dann ist man kein Migrant, sondern ein Kolonialist.” Genau so verhaltet ihr Musels euch. Wir Europäer finden eure Lebensweise zum Kotzen. Also verhaltet euch entsprechend. Der Islam hat weder wissenschaftlich, noch technologisch noch kulturell irgendetwas zur Weiterentwicklung der Menschheit beigetragen. Ihr habt immer nur andere Kulturen ausgenutzt, ob es die indische, die südost-asiatische, die afrikanischen Kulturen, die europäische oder die chinesische Kultur waren, im Schmarotzen seid ihr Weltmeister.

Ich glaube, da verwechselt jemand etwas…

#202 Rudi Ratlos   (10. Nov 2009 22:29)  

#199

Unser Aladin wird morgen dem Biervogel Bericht erstatten und Biervogel hat dann was für seine Rede.

*gähn*

Das erinnert an den hier, der auch mal schrieb: “Die Juden sind nicht mehr unser Problem (…) Hitler sei Dank” – Die Moslems seien das heutige Problem.

Jetzt erzähl mir keiner mehr, die glauben nicht auch an Marsmännchen. Ich frage mich wirklich, warum sich diese Leute “Islamkritiker” schimpfen. Das sind oftmals ganz einfache rechtsextreme oder auch Ethnopluralisten[2] ohne es zu wissen. In der Masse der Flachpfeiffen gehen sie jedoch selbst fast schon unter.

Fertig. 🙂

Ich habe nur wenig zu den Kommentaren geschrieben. Vielmehr ging es darum, aufzuzeigen, auf welche Weise kontroverse PIskussionen ablaufen. Auf Stammtisch-Niveau: “Alle auf einen”

Ein altes Sprichwort sagt: “Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.”


“Pro”-Köln bleibt in den Verfassungsschutzberichten

Die selbsternannte “Bürgerbewegung “Pro”-Köln darf nach einem Bericht des Evangelischen Pressedienstes weiter in den Verfassungsschutzberichten 2007 und 2008 stehen. Unter dem Aktenzeichen “22 K 3117/08” wurde in einer mündlichen Verhandlung klar gemacht, dass Anhaltspunkte für den Verdacht von Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung vorliegen. Hierbei wird ein älteres Urteil (Aktenzeichen: 22 K 1286/06) bestätigt, das aufgrund einer ebenfalls vergeblichen Klage gegen das Erscheinen von “Pro”-Köln in den Verfassungsschutzberichten 2005 und 2006 gefällt wurde.

Ebenso wie die ältere Entscheidung, ist auch diese unanfechtbar.

Innenminister Wolf erklärte dazu:

Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts zeigt erneut, dass pro Köln auch weiterhin beobachtet werden muss, um auf Gefahren für die verfassungsgemäße Ordnung frühzeitig reagieren zu können

Mehr Informationen zum Thema:

– “Köln ganz rechts" zu Pro-Köln, Pro-NRW und Pro-Deutschland
– Die Rolle der bekennenden Neonazis in der Islamfeindlichen Szene
– der KStA zu zweifelhaften Personen
Pro-Köln und Israel
Der Hass auf Muslims hat sich in Deutschland wie eine Epidemie breitgemacht
– Buchvorstellung “Feindbild Moslem
– Buchvorstellung “Islamfeindlichkeit – wenn die Grenzen der Kritik verschwimmen


Mina Ahadi: Der Islam ist meiner Meinung nach nicht reformierbar

…sagt sie in einem Interview mit dem WDR.

Demgegenüber heißt es beim Politblogger:

In Dubai spielt sich derzeit höchst Ungewöhnliches ab: Mutti wird Mufti – sozusagen. Als erstes islamisches Land überhaupt will das kleine, aber steinreiche Emirat erstmals Frauen zu staatlich anerkannten Muftis ernennen. Dubais Großmufti Ahmed al-Haddad hatte im Februar eine entsprechende Fatwa erlassen. Sechs Frauen hätten sich daraufhin für die im nächsten Jahr beginnende Ausbildung gemeldet und seien auch zugelassen worden, sagte Haddad nun der Tageszeitung The National.

Herr al-Haddad ist übrigens Vater von fünf Töchtern.

Wir halten fest:
Der Islam ist ebenso reformierbar, wie das Christentum.

Damit ist Ahadi nicht grundsätzlich bezüglich ihrer Kritik widerlegt. Für mich wird hierbei nur klar, dass der “Clash of Cultures” auch progressive Entwicklungen zur Folge hat, haben muss, zwangsläufig, ohne Zwang. Ahadi hat hierfür sicherlich auch etwas beigetragen. (PI-News übrigens nicht! Denn solche Meldungen wie diese scheut man dort, wie das Tageslicht.)


16 Seiten über Henryk M. Broder und PI-News – und warum man ihm keinen Glauben schenken sollte

Ein paar kurze Auszüge aus der 16-Seitigen Leseprobe(PDF) zum Buch “Feindbild Moslem”, die sich in erster Linie mit Henryk M. Broder beschäftigt, hierbei auch sein Verhältnis zum rechtsextremen Blog “PI-News” beleuchtet. (Gefunden bei Heise)

Henryk M. Broder also hat vor einigen Jahren das Islam-
Keulen als neues Betätigungsfeld entdeckt. Es bekam ihm nicht schlecht.

Er verdient damit sicherlich nicht schlecht. Möglicherweise ging es ihm anfangs auch nur darum.

Das hat er weniger der Brillanz seiner Pamphlete zu verdanken als der Lautstärke, mit der er sie und sich vermarktet. Broder kommt mit recht wenig Material aus, um die drohende Islamisierung des Abendlandes zu belegen; und er hat sowenig Material, weil er zu bequem und vielleicht auch zu eitel ist, um sich ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen. Deshalb fällt er schon mal auf Fakes herein und verbreitet sie weiter – zum Beispiel die Ente von den Sparschweinen, die aus einigen britischen Banken verbannt worden seien, um muslimische Kunden nicht zu provozieren. Als man ihm nachgewiesen hatte, daß er mit einer Falschmeldung hausieren ging, pöbelte er los, die »islamophile Bloggerszene« sei vom gleichen Kaliber wie die »Scharen von Revisionisten«117, die das Tagebuch Anne Franks als Fälschung denunzieren, um so die Shoah zu leugnen. Dieser Vergleich war selbst für Broders Verhältnisse von überraschender Ekelhaftigkeit.

Nicht zu vergessen, dass er kürzlich ankündigte, sich für die Legalisierung der Holocaustleugnung einzusetzen, und und sich hierbei auch gegen die zukünftige Errichtung von Holocaustmahnmalen aussprach.

Er ist ein Fachmann für Krawall und damit auf jeden Fall unterhaltsamer als irgendein echter Experte mit Bedächtigkeit, guten Manieren und Interesse für andere Meinungen. Broder will nicht aufklären, sondern Horrorstorys in die Welt setzen:

Broder wird zitiert:

“Der Islam wächst in Österreich stetig(…). Nach derzeitigen Prognosen lösen die Muslime im Jahr 2010 die Protestanten als derzeit größte Religionsgemeinschaft nach dem Katholizismus ab.”

und seine mangelnde Fachkenntnis wird belegt:

In Österreich lebten 2006 etwa 400 000 Muslime, doch nur mehr 326 117 Protestanten

Auf Seite eins zurückgespult:

»Der Mann ist eine Faktenmaschine«, schwärmt PI-Leserin
»Makieken«

Die Leseprobe beschäftigt sich auch mit einem von Broders Lieblingsthemen – den Mohammedkarikaturen – und belegt, wie Broder übertreibt, Zahlen frisiert und pauschalisiert, den Islam mehr oder weniger als monolithischen Block darstellt, und den Islam als ganzen, und damit eben auch impliziert alle Moslems für die Taten einzelner oder einzelner Gruppierungen in Mithaftung nimmt.

Recht treffend wird daher schon vorangehend Broders allgemeines Wirken zum Thema Islam beschrieben:

Die Verwechslung von Ausnahme und Regel kehrt in Broders
antiislamischer Kampagne wieder. Denn der nachgeborene Kant versteht nicht nur vieles nicht, ihm fehlt meistens auch die Lust, sich um Verständnis zu bemühen

und der Auseinandersetzung mit den Übertreibungen bezüglich der Reaktion einiger auf die Mohammedkarikaturen folgend kommentiert:

Broder hat eine These, und weil er sie hat, hält er es für überflüssig, sie ordentlich zu belegen. Er phantasiert von »1,5 Milliarden Moslems in aller Welt, die chronisch zum Beleidigtsein und unvorhersehbaren Reaktionen neigen«, und wenn in Wirklichkeit kaum ein Muslim chronisch beleidigt ist, wenn Abermillionen tobender Irrer auf einige Hunderttausend zusammenschrumpfen, kümmert das Broder gar nicht. Denn was Wirklichkeit ist, entscheidet allein er.

Und noch treffender:

Seine Art, die Welt wahrzunehmen, ist der des islamistischen Mobs eng verwandt.

Jedoch wird Broder nicht undifferenziert als “das Böse” schlechthin dargestellt. Auch seine – wenn auch seltenen – differenzierten Beiträge werden hervorgehoben. Verwundert betrachtet man beispielsweise seine wohlwollende Haltung zum EU-Beitritt der Türkei – ebenso, wie man bei PI-News verwundert war:

Seine glühenden Verehrer bei Politically Incorrect stürzte Broders Plädoyer für den EU-Beitritt der Türkei in eine Verwirrung, die nur dann größer ausfiele, wenn ein Türke ihnen Immanuel Kant vorlesen würde. Die »Faktenmaschine« hatte plötzlich ausgedient, war ein Fall für den Schrotthaufen. Der Bild-Artikel, fand ein »Jack Black«, sei »Intellektuellengeschwätz. Wenn 10 Millionen Musel nach Deutschland kommen, kann Broder auf dem Schiff nach Amerika weiterdichten.« Der User läßt offen, ob er und seine Kameraden oder die »Musel« Broder deportieren werden. Zwar hatte der Autor sich in Bild nicht verdächtig gemacht, demnächst in die Kommunistische Plattform eintreten zu wollen, doch plötzlich erinnerten sich die PI-Nazis, aus welcher Ecke ihr gestürztes Idol stammt: »Er ist
bekennender Linker«, halluzinierte der User »Plebiszit«, »ein Internationalist und damit kein Deutscher, der sich um den Erhalt seiner Kultur und Heimat sorgt«. Also: ein Jud. Sie hatten es ja immer schon geahnt: »Broder ist auch nur ein Lohnschreiber«, greinte »Kim«; »[der] Mann ist aalglatt«, teilte »Taufbecken« mit. Und so räumten sie jeden Zweifel daran aus, daß PI-Gäste neben Hurra, wir kapitulieren! besonders gern die Werke von Joseph Goebbels durchblättern.

Zum rassistischen Blog “PI-News” gibt es im Buch wohl ein eigenes Kapitel…

Diese 16 Seiten über Brodaganda sind jedenfalls schon sehr lesenswert, und für Menschen, die eine Auseinandersetzung über den Islamismus zwar befürworten, aber im unter dem Deckmantel der “Islamkritik” grassierenden Mainstream-Rassismus ein brandgefährliches gesellschaftliches Problem sehen, sehr empfehlenswert. Für die anderen ebenfalls. Daher sollte auch die Frohe Botschaft über diese Leseprobe verbreitet werden. 🙂


PI-News und Lubbe – Kritik der Islam”kritik”

image PI-News hat sich durch die Gleichsetzung des Mörders von Marwa S. mit Marinus van der Lubbe derbst ins eigene Knie geschossen, und hierbei die Geisteshaltung mindestens eines der Autoren sowie einer Vielzahl der Kommentierer (von den Lesern selbst kommt ja nichts) offenbart.

Ein sehr treffender Kommentar hierzu, der überraschenderweise durch die Zensur von PI-News gelangte, dem ich beinahe vollständig zustimme, ist der von “lobotomium”. Aussagen, denen ich nicht zustimme, sind graugelegt, Hinweise auf weitere kritische Stellen beherzige ich natürlich:

Warum dieser unsägliche Vergleich: van der Lubbe/Alex W. nicht nur schädlich, sondern auch verwerflich war, das habe ich — jedenfalls was meine Sicht der Dinge angeht — in einem anderen Thread schon ausfürhlich begründet.

Da Sie hier aber, mit einer inhaltlichen Verknüpfung zu diesem Artikel, die gleiche Frage stellen, kann ich meine Antwort auch noch einmal hier posten. Daß PI sich der Kritik gestellt und Konsequenzen gezogen hat, finde ich im Gegensatz zu Ihnen übrigens sehr begrüßenswert.

1. Es ist bis heute umstritten, ob Marinus van der Lubbe das Feuer im Reichstag überhaupt gelegt hat (ungeachtet vermeintlicher Belege, die hier angeführt werden, daß der Sachverhalt “aufgeklärt” sei). Im Fall von Alex W. dürften dagegen keinerlei Zweifel bestehen, daß er Frau El-Sherbini tatsächlich ermordet hat: es waren genug Zeugen anwesend; außerdem hat er die Tat selbst gestanden. Aus Gründen der juristischen Etikette mag es geboten sein, solange von einem “mutmaßlichen” Mörder zu sprechen, bis das Urteil gesprochen worden ist. Das ändert aber an den Tatsachen nicht das geringste.
2. Es ist völlig abwegig, in Bezug auf Alex W. von einem “politischen Verfahren” zu sprechen, bei dem das Urteil schon von vorneherein feststehe. Die Nazis wußten schon vor dem Prozeß gegen van der Lubbe, daß sie ihn hinrichten würden; sie haben deshalb extra das Gesetz geändert, so daß van der Lubbe, rückwirkend, mit dem Tode bestraft werden konnte – wodurch sie nicht zuletzt gegen den ehernen Grundsatz des Strafrechts verstoßen haben: nulla poena sine lege, der bei uns Verfassungsrang hat(Art. 103 Abs. 2 GG).
Alex W. dagegen bekommt ein ordentliches Verfahren vor einem ordentlichen deutschen Gericht. Man mag sich darüber streiten, ob es glücklich ist, daß der Prozeß in Dresden stattfindet und nicht in einer anderen Stadt, aber die Unrechtsjustiz der Nazis mit dem Justizsystem der BRD gleichsetzen zu wollen ist nicht nur lächerlich, sondern durchaus empörend. Daß der ägyptische Botschafter zu der Verhandlung erscheint, mag einem mißfallen, ein solches Vorgehen ist aber nicht unüblich und wird mitunter auch von deutschen Diplomaten praktiziert, sofern deutsche beim Verfahren beteilgt sind/waren; i.ü. dürfte dies auf die Entscheidung des Gerichtes keinen Einfluß haben.
3. Marinus van der Lubbe war nach allen Schilderungen, die es von ihm gibt, zum Tatzeitpunkt nicht schuldfähig. Selbst wenn er die Tat, die man ihm zur Laste legte, begangen haben sollte, so hätte er doch nicht deswegen bestraft werden dürfen. In dem Verfahren gegen Alex W. wird dessen Schuldfähigkeit dagegen eine nicht unerhebliche Rolle spielen, und ich kann Ihnen versichern: falls sich zeigen sollte, daß Alex W. zum Tatzeitpunkt nur vermindert oder gar nicht schuldfähig war, so wird das Gericht auch so entscheiden; ein anderes Urteil könnte sonst von einer höheren Instanz niemals Bestand haben.
4. Marinus van der Lubbe ist vor seinem Scheinprozeß von den Nazis mißhandelt und gefoltert worden. Das kann man von Alex W. nicht behaupten.
5. Marinus van der Lubbe wurde zur Last gelegt, ein Gebäude in Brand gesteckt zu haben. Alex W. dagegen hat eine unschuldige, junge Frau brutal ermordet.
6. Der Reichstagsbrand diente den Nationalsozialisten dazu, die Reichstagsbrandverordnung zu erlassen, mit deren Hilfe sodann die Grundrechte in Deutschland außer Kraft gesetzt wurden. Sofort im Anschluß wurden Tausende verhaftet und verschwanden für immer. Bis heute ist umstritten, ob die Nazis das Feuer zu diesem Zweck nicht selbst legten oder zumindest dabei halfen; diese These kann nicht bewiesen werden, sie ist aus verschiedenen Gründen aber auch nicht gänzlich von der Hand zu weisen. In jedem Fall kam der Brand den Nazis sehr zupaß und wurde von ihnen brutal ausgenutzt.
Welche wie auch immer geartete Parallelen sollten sich da zum Fall Alex W. auftun, außer für einen wirklich kranken oder aber wirklich perfiden Menschen?
Unter anderem auch aus diesem Grund hinterließ der Artikel wohl bei so vielen einen so üblen Beigeschmack: er rückt unseren gegenwärtigen Staat in die Nähe des NS-Regimes. Vielleicht wollte er am Rande sogar unterstellen, daß Kritikern/Gegnern des Islam bald ähnliches geschehen werde wie weiland, nach dem Brand im Reichstag, den Angehörigen der KPD und anderen Regimefeinden?
Darüber hinaus suggerierte der Artikel auch in plumper und amoralischer Verkennung der Umstände, daß Alex W., welcher eine Frau unvermittelt niedergestochen hat, wohl bloß ein armer “Sündenbock” sei. Das ist er aber gewiß nicht: nach allem, was ich bisher gelesen habe, hatte Alex W. bereits in Rußland erhebliche psychische Probleme; es ist deshalb gut möglich, daß er schulunfähig war oder in seiner Schuldfähigkeit eingeschränkt. Falls das gewesen sein sollte, wird das vor Gericht Beachtung finden. Ein “Sündenbock”, den man unter Drogen gesetzt und in einem Scheinprozeß zum Tode verurteilt hat, das ist er jedoch in jedem Fall nicht! – Und wer etwas anderes behauptet, argumentiert nicht nur völlig verblendet und gegen offenkundige Tatsache, sondern der muß sich von mir auch sagen lassen, daß es ihm wohl am gebotenen Anstand fehlen dürfte!
Was den Prozeß angeht, anläßlich dessen Alex W. erst zum Mörder wurde, mag man sich fragen, ob damals nicht aus fragwürdigen Gründen ein Exempel an ihm statuiert werden sollte (womöglich sogar gegen den Willen der Geschädigten, Marwa El-Sherbini, welche offenbar gar nicht unbedingt eine Bestrafung von W. wegen seiner beleidigenden Äußerungen wünschte). Das ist etwas, worüber man nachdenken darf und sollte; man sollte auch über die weltweiten Reaktionen nachdenken dürfen, die dieses Verbrechen ausgelöst hat. Man sollte darüber nachdenken, warum sich deutsche Politiker in diesem Fall genötigt sahen, einer ausländischen Regierung zu kondolieren und sich bei einer ganzen Religionsgemeinschaft zu entschuldigen. Man sollte v.a. auch darüber nachdenken, wie es möglich war, daß sich ein solches Verbrechen überhaupt in einem deutschen Gerichtsaal ereignen konnte, vor den Augen eines Richters. Bei alledem sollte man aber eines nie vergessen:
daß hier eine junge, unschuldige Frau vor den Augen ihres Kindes und im Beisein ihres Ehemannes brutal abgestochen wurde.
Weil sie Muslimin war, war sie jedoch weder mehr noch weniger wert als jede andere Frau in diesem Land! Wer das bestreitet oder sich dem auch nur annähert, der kann nicht mehr behaupten, daß er mit dem GG noch irgendetwas am Hut habe!
Es erfüllt mich deshalb mit Ekel, wenn ich mitansehen muß, wie der Tod dieser jungen Frau instrumentalisiert wird. Mit noch größerem Ekel aber erfüllt es mich, wenn der Tod dieser Frau relativiert wird, wenn man ihn zu entschuldigen versucht, indem man dem Opfer offenkundig menschliche Qualitäten abzusprechen versucht und es auf ein politisches Subjekt reduziert (Letzteres ist beiderseits des Mittelmeeres geschehen).
Das Widerlichste überhaupt ist es aber, wenn man einen Mord wie diesen zugleich zu instrumentalisieren und zu relativieren versucht, und genau das ist im Rahmen des besagten Artikels geschehen, der jetzt getiligt wurde.
Insofern war es richtig, daß die Mehrheit der PI-Community mit scharfen Worten gegen den Artikel protestiert hat. PI hätte diesen Artikel niemals veröffentlichen dürfen! Ihn zu löschen schafft diesen Fehler freilich nicht mehr aus der Welt; er wird bleiben und sollte auch im Gedächtnis bleiben, aber die Löschung zeugt zumindest von der Einsicht, hier einen Fehler gemacht zu haben – eine Einsicht, die Ihnen offenkundig abgeht!
Daß dieser Vergleich geschmacklos, widerwärtig, hohl und unbrauchbar war, das war von vorneherein von solcher Evidenz, daß es meiner obigen Ausführungen gar nicht bedurft hätte, um dies zu begründen. Es ließen sich i.ü. noch viele weitere Gründe anführen. Aber wissen Sie was: etwas Weiteres ist evident und deshalb spare ich mir weitere Worte:

nämlich daß derjenige, der diesen Vergleich treffend und gelungen findet, den Mord in Wirklichkeit wohl mit großer Wahrscheinlichkeit goutiert — und zwar allein deshalb, weil es eine Muslimin getroffen hat.

———

Sehr schön und ehrlich gesprochen – Das offenbart eine recht differenzierte Betrachtungsweise zum Themenkomplex. Falls lobotomium, oder jemand, der/die es ähnlich sieht, ein ausführliches Grundsatzstatement zum Islam, zum Islamismus, zum Terrorismus, zur Krimalität, usw. – aber eben vielleicht auch zu Auswüchsen des Antiislamismus, die hier beschrieben wurden, veröffentlichen und zur allgemeinen Diskussion stellen möchte(im Rahmen der Netiquette und der Gesetzgebung natürlich), würde ich mich über eine Kontaktaufnahme freuen. Es würde nicht nur mich interessieren. Der o.g. Beitrag ist aber auch sinnvoll und vernunftorientiert genug, um ihn für sich allein im öffentlichen Raum stehen zu lassen. PI-News ist nämlich eine Sache(in meinen Augen eine sehr schlimme) – ein Mord jedoch hat eine völlig neue Qualität. Und damit müssen(!) Islamkritiker sowie Islamhasser und Islamophobe gleichermaßen verantwortungsvoll umgehen.

Hintergrund: