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Kopftuch? Was ist eigentlich…

…Mitpachat? Tichel? Sheitel?

“Mitpachat” ist das hebräische Wort für den Jiddischen Begriff “Tichel”. Beides bezeichnet etwa das, was man im arabischen “Hijab” nennt, und auf Deutsch “Kopftuch”. Ein paar Worte zum Ursprung des religiösen Kopftuches(Ich hoffe mal, ich gebe alles korrekt wieder):

Das Kopftuch entspringt einer jüdischen Tradition, nach der die verheiratete Frau ihr Haupthaar bedecken soll. Orthodoxe Juden interpretieren Numeri 5:18 entsprechend. Nach Elberfelder:

Und der Priester stelle das Weib vor Jehova und entblöße das Haupt des Weibes, und lege auf ihre Hände das Speisopfer des Gedächtnisses; es ist ein Speisopfer der Eifersucht; und das fluchbringende Wasser der Bitterkeit soll in der Hand des Priesters sein.

Die Zniut (hebr.: Sittsamkeit, hier ein Satirischer Text) bezeichnet unter anderem Grenzziehungen, was die Bekleidung angeht. Beispielsweise soll die Bekleidungsform nicht zu störenden erotischen Reizen führen. Beginnend mit der Mischna(die ersten Jahrhunderte nach Christus) entwickelte sich die Vorstellung, das weibliche Haar habe als solches eine erotische Ausstrahlung. Dieser Umstand führte zum Haarbedeckungsgebot für verheiratete Frauen. Für “noch zu habende”, also unverheiratete Frauen, gilt dieses Gebot nicht.

Mit den Jahrhunderten entwickelten sich auch regional unterschiedliche Moden und Stile der Haarbedeckung, denn ein bestimmter Stil ist nicht vorgegeben. Es können also auch Hüte oder Kappen sein. Neben Kopftuch und Hüten gibt es daher auch den “Scheitel”, womit keine spezielle Frisur gemeint ist, sondern eine koscher produzierte Perücke. Diese Form der Haarbedeckung ist in Osteuropa entstanden. Ob bzw. in welcher Form diese Art der Haarbedeckung zulässig ist, ist unter orthodoxen Rabbinern umstritten.

Eine weitere Form der Kopfbedeckung nennt sich “Bandana”:

Da die diese Form der Kopfbedeckung keinen speziell jüdischen Ursprung hat, ist sie auch außerhalb des Judentums als beliebtes Modeaccesoire bekannt.

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Alles Kopftuch oder was?


Schüleraustausch zwischen Berlin Mitte und Neukölln

Hier ein kleiner Beitrag zu einem sehr nachahmungswürdigen Projekt, das vom Jüdischen Museum Berlin angestoßen wurde.


Antisemitismus nach EU-Definition

Ziel dieses Dokuments ist es, einen praktischen Leitfaden für die Ermittlung von Vorfällen, zur Erhebung von Daten und zur Unterstützung bei der Umsetzung und Durchsetzung der Rechtsvorschriften im Bereich Antisemitismus zu erstellen.

Definition: “Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass auf Juden äußert.Rhetorische und physische Manifestationen von Antisemitismus sind gegen jüdische oder nicht-jüdische Einzelpersonen und / oder ihr Eigentum, gegen die jüdischen Gemeinden und religiöse Einrichtungen gerichtet.”

Darüber hinaus können sich solche Symptome auch gegen den Staat Israel richten, der als jüdische Kollektivität verstanden wird. Antisemitismus beschuldigt häufig Juden, sich zum Schaden der Menschheit zu verschwören und er wird häufig benutzt, um den Juden die Schuld dafür zu geben, “warum die Dinge schief gehen.” Er äußert sich in Sprache, Schrift, Bildern und Maßnahmen und beschäftigt sich mit finsteren Stereotypen und negativen Charakterzügen.

Aktuelle Beispiele von Antisemitismus im öffentlichen Leben, den Medien, Schulen, am Arbeitsplatz und im religiösen Bereich sind – unter Berücksichtigung des allgemeinen Kontexts – insbesondere, aber nicht beschränkt auf:

1.  Aufruf für die Unterstützung oder die Rechtfertigung zur Tötung oder Schädigung von Juden im Namen einer radikalen Ideologie oder einer extremistischen Auffassung von Religion.

2.  Das Aufstellen verlogener, entmenschlichender, dämonisierender oder stereotyper Behauptungen über Juden als solche oder die Macht der Juden als Kollektiv – wie vor allem, aber nicht ausschließlich, die Mythen über eine jüdische Welt-Verschwörung der Juden oder dass sie die Medien, die Wirtschaft, die Regierung oder andere gesellschaftlichen Institutionen kontrollieren.

3.  Anklage von Juden als Menschen, die für reales oder eingebildetes Fehlverhalten, das von einer einzigen jüdischen Person oder Gruppe begangen wird oder auch für Handlungen, die von Nicht-Juden begangen werden, verantwortlich gemacht werden.

4.  Leugnung der Fakten, des Umfanges, der Mechanismen (z. B. Gaskammern) oder der Absicht des Völkermordes an den Juden durch die Hände des nationalsozialistischen Deutschlands und seiner Unterstützer und Komplizen während des Zweiten Weltkriegs (des Holocaust).

5.  Beschuldigung der Juden als Volk oder des Staates Israels, den Holocaust zu erfinden oder zu übertreiben.

6.  Vorwurf an jüdische Bürgerinnen und Bürger, zu Israel oder den angeblichen Prioritäten der Juden weltweit loyaler zu stehen als zu den Interessen ihrer eigenen Länder.

Beispiele für die Art und Weise, in der Antisemitismus sich in Bezug auf den Staat Israel unter Berücksichtigung des allgemeinen Kontexts manifestiert:

1.  Leugnen, dass das jüdische Volk ein Recht auf Selbstbestimmung hat, wie z.B. mit der Behauptung, die Existenz eines Staates Israel sei ein rassistisches Unterfangen.

2.  Anwendung doppelter Standards, indem ein Verhalten wie von keiner anderen demokratischen Nation erwartet oder gefordert wird.

3.  Benutzen der Symbole und Bilder, die mit klassischem Antisemitismus (z.B. Behauptungen, die Juden hätten Jesus getötet oder Blut-Verleumdungen) verknüpft sind, zur Charakterisierung von Israel oder Israelis.

4.  Ziehen von Vergleichen von der aktuellen israelischen Politik zu der der Nationalsozialisten.

5.  Juden kollektiv verantwortlich machen für die Handlungen des Staates Israel.

Allerdings kann Kritik an Israel – wie sie auch gegen jedes andere Land geschieht – nicht als antisemitisch gesehen werden.

Antisemitische Handlungen sind Straftaten, wenn sie so im Gesetz festgelegt sind (zum Beispiel die Leugnung des Holocaust oder die Verteilung von antisemitischem Material in einigen Ländern).

Strafbare Handlungen sind antisemitisch, wenn die Ziele von Anschlägen – ob es sich um Personen oder Sachen wie z. B. Gebäude, Schulen, Kirchen und Friedhöfe handelt – ausgewählt wurden, weil sie jüdisch sind oder als jüdisch wahrgenommen oder mit Juden verknüpft werden.

Antisemitische Diskriminierung ist, Juden die Möglichkeiten und Dienstleistungen zu verweigern, die anderen zur Verfügung stehen und ist in vielen Ländern illegal.

Das sind klare Worte, die eigentlich für alle Europäer gelten sollten. Man könnte jetzt eine lange Liste anfertigen, wo das vielen – auch Großkupferten – egal war. Nur 2 Beispiele aus der jüngeren Zeit.

Naomi Klein, Reporterin und Kommentatorin des Guardian, einer großen, politischen Tageszeitung in England, ruft ganz offen am 10.Januar 2009 zum Boykott gegenüber Israel und seiner Wirtschaft auf:

„Es ist an der Zeit. Es ist überfällig. Die beste Strategie, um die zunehmend blutige Besatzung  zu beenden, ist, Israel zum Ziel einer weltweiten Bewegung zu machen, die auch die Apartheid in Südafrika beendet hat … Der Boykott gegen Südafrika war effektiv, aber Israel wird mit Samthandschuhen angefasst … Die internationale Zurückhaltung muss aufhören.

Boykott ist kein Dogma, es ist eine Taktik. Der Grund, warum diese Strategie ausprobiert werden sollte, liegt auf der Hand: Sie könnte in einem solch kleinen und handelsabhängigen Land funktionieren.”

Da mochten einige Italiener einer linksstehenden Gewerkschaft nicht nachstehen:

Mit einem Appell zum Boykott jüdischer bzw. israelischer Geschäfte in Rom als Vergeltung für die israelische Offensive im Gazastreifen hat der linksradikale Gewerkschaftsverband Flaica Cub für helle Empörung gesorgt. Aufsehen löste ein Communiqué der autonomen Gewerkschaft aus, in dem die Römer aufgefordert werden, nicht in Geschäften im Besitz von Mitgliedern der jüdischen Gemeinde einzukaufen, die in der Ewigen Stadt besonders in der Modebranche aktiv sind.

Boykott gegen Juden und ihre Geschäfte? Kennen wir das nicht irgendwoher?

Das erfüllt mehrere der o.g. Kriterien, auf jeden Fall den der Doppelstandards. Würde irgendjemand auf die Idee kommen, keine türkischen Waren mehr zu kaufen, weil die Türkei nicht immer so nett mit den Kurden umspringt?

Hier die Quelle der Übersetzung/Kommentars, der ich als Agnostiker zutiefst skeptisch gegenüberstehe. Evangelikal eben. Whatever – diese Übersetzung bzw. dieser Kommentar ist ordentlich.
Hier das Original.


Antisemitische Querfronten

Längst müsste sich das Thema Antisemitismus erledigt haben. Denn das, was seit Jahrhunderten an Juden verhasst war, ihre auf ständigem Lernen beruhende intellektuelle und räumliche Beweglichkeit, ihre pragmatische Nähe zum Leben und Menschlichkeit, ihre Eigenverantwortung als Individuen, bis in tiefste Religiosität hinein, und ihr Kosmopolitismus sind längst zur Alltagskultur, gar zur Lebensbedingung in der globalisierten Welt geworden. Die Moderne schätzt, ja fordert die Dinge, für die Juden gehasst wurden. Aber Antisemitismus hatte nie etwas zu tun mit dem Verhalten der Juden; nichts, was sie taten, konnte den Hass verhindern. Erstaunlich aber: Je mehr moderne Gesellschaften selbst gezwungen waren, flexibel, global und pragmatisch zu handeln, desto heftiger wurde der Antisemitismus, der sich aus Beweglichkeit und Kosmopolitismus speiste.

(Hier geht’s weiter…) – Lesen, denken, handeln.

 

Siehe auch:
Flashback – Linker Antisemitismus: "Wir haben das nicht ernst genommen"

Extern:
Regisseur Lanzmann "schockiert" über Krawalle bei Israel-Film


Pastörs: Die “Judenrepublik” Deutschland

Panorama dokumentierte die Hetzrede von Udo Pastörs, am politischen Aschermittwoch in der er Deutschland als “Judenrepublik” bezeichnete.

Der NPD-Blog berichtete bereits darüber, laut Klarmann wird bereits gegen ihn ermittelt, ebenso laut Endstation-Rechts, wo auch berichtet wurde, dass Pastörs diesbezüglich rechtlich gegen Altermedia vorgehen möchte. Hier nun die (nicht alle) Worte von Pastörs, die Belegen, dass er dies tatsächlich sagte:

Information via NPD-Blog


Interessant: Koscher und Halal speisen – Unterschiede und Gemeinsamkeiten.

Anlässlich dieses Themas auf Politischkorrekt wurden auf Politically Correct Islamische Speisevorschriften den Jüdischen Speisevorschriften gegenübergestellt. Interessant sind Gemeinsamkeiten bei der Fleischzubereitung, aber auch unterschiede bei Nahrung aus dem Meer.

Interessant wäre dann als drittes noch, warum es im Christentum keine derartigen Speisevorschriften gibt:

Erst der römische Bischof Eleuterius (auch Eleuter)( (175-189 n. Chr.) hob die jüdischen Speisevorschriften auf. Bis dahin wurden sie von den Christen noch befolgt. Er steht in dr Papstliste an 12. Stelle nach Petrus, aber damals gab es die Bezeichnung Papst noch nicht. Sonst weiß man über Eleuter fast nichts, und die Namensfolge in jener Zeit gilt als ungesichert.
Jesus zeigte zuerst, dass die Gesetze der Schriftgelehrten keine große Bedeutung haben, weil sie Menschengebote sind (Mk 7,7). Manchmal würden ihre Anweisungen sogar den Geboten Gottes widersprechen (Mk 7,8-13).
Danach erklärte er, dass der Mensch im religiösen Sinne nicht unrein wird, wenn er mit ungewaschenen Händen isst. Er würde vielmehr durch seine bösen Gedanken unrein (Mk 7,20-23). Damit wollte er den Pharisäern klar machen: Religiöse Gebräuche und gute Taten haben keinen Wert, wenn die Einstellung nicht stimmt.
Durch eine falsche Übersetzung von Mk 7,19 entsteht jedoch der Eindruck, Jesus hätte damit auch alle alttestamentlichen Speisevorschriften (3 Mo 11) für ungültig erklärt (Luther: „Damit erklärte er alle Speisen für rein"; Die Gute Nachricht: „Damit erklärte Jesus, dass alle Speisen vor Gott rein sind").
Im frühen Christentum bereits wurden so gut wie alle Schriften verfälscht, der eigenen Lehre angepasst, und sogar eigene Schriften für alt ausgegeben. Es gibt keinen wirklichen Hinweis darauf, dass Jesus den Verzehr von Schweinefleisch erlaubte.
Hätte Jesus dies tatsächlich getan, wäre er auf der Stelle von den Juden gesteinigt worden. Für die Juden war Schweinefleisch kein Nahrungsmittel.
Die Speisevorschriften in 3 Mo 11 hat Gott seinem Volk nicht gegeben, um sie einzuschränken, sondern um sie vor Schädlichem zu bewahren. Die medizinische Forschung hat beispielsweise die Richtigkeit des Schweinefleischverbotes bewiesen (Gefahr der Leberzirrhose, Trichinose, Furunkel, Abszesse, Pickel, Hautausschläge, vorzeitige Abnutzung der Gelenkknorpel und Bandscheiben, Arteriosklerose, Anfälligkeit für Grippe, Krebs). Gott weiß als unser Schöpfer und Arzt ( 2 Mo 15, 26) am besten, was für uns gesund ist und was nicht. Wer seine Ratschläge befolgt, wird vor manchem bewahrt.
Außerdem macht es in einer wüstenähnlichen Gegend keinen Sinn, Nahrungstiere zu halten, die ein Nahrungskonkurrent des Menschen sind. Was Schweine essen, kann auch der Mensch essen. Um 1 Kilo Schweinefleisch zu produzieren, muss ein Schwein etwa 10 Kilo Futter fressen. Das wäre als höchst unökonomisch in Landschaften mit schwacher Vegetation.
Dieses Argument gegen Schweinefleisch fiel in Europa weg. Vielleicht deswegen erlaubte man sich den "Genuss".

Alle Angaben ohne . (Quelle)

Zum Nachlesen der einzelnen Bibelstellen empfehle ich die Volxbibel. Sie ist zwar dem Original noch weniger ähnlich als der Rest, jedoch einigermaßen Locker-flockig geschrieben.