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Linksextremismus in Hessen nimmt dramatisch zu!

  • Die schlechte Nachricht: in Hessen geht nach Ansicht des Verfassungsschutzes die Anzahl der Linksextremisten nach oben.

    Die gute Nachricht: das geht auf die wachsende Anzahl der Mitglieder der Linkspartei zurück.

    Und dieser Bouffier ist immer noch im Amt. Unglaublich.

    Bouffier sagte, die Linke verfolge "weiterhin Ziele, die mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung nicht vereinbar" sei. Als Beleg nannte Eisvogel "offen extremistische Zusammenschlüsse" wie die Kommunistische Plattform oder das Marxistische Forum. Auch die Vernetzung der Linken "mit anderen linksextremistischen Organisationen und Parteien" wie der DKP oder der Roten Hilfe spricht aus Sicht des Geheimdienstes für diese Einschätzung. Eisvogel sagte, 13 der 25 Vorstandsmitglieder der hessischen Linken seien in einer extremistischen Arbeitsgemeinschaft oder in einer anderen linksextremistischen Organisation aktiv.

  • Kann man sich gar nicht ausdenken. Die Rote Hilfe! Und die DKP? Ernsthaft? Von denen geht eine Gefahr aus? Da geht ja von der Polizei mehr Schaden aus!

    Wenig überraschend kommt dann auch diese Beobachtung:

    nur in Bundesländern mit schwarz-gelben Regierungen werde die Linke vom Verfassungsschutz beobachtet.

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Ich hoffe mal, Fefe, der meines Wissens nach den größten politischen Blog Deutschlands unterhält, verzeiht mir diesen Fullquote.

PS: Ich bin kein Freund der Linkspartei oder anderen ähnlich gelagerten Parteien. Aber das Geheule wird immer lächerlicher.

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“Aber Linke und Ausländer sind viel schlimmer”

Häufiger Fall:

Immer dann, wenn rechtsextreme Gewalt thematisiert wird, kommt es zur scheinbar niederschmetternden “Gegenfrage”, wie viele deutsche denn im selben Zeitraum unter Gewalttaten von Ausländern leiden mussten, oder die Behauptung, dass Linksextreme Gewalt viel häufiger vorkomme. Da bei solchen Gegenfragen viele mangels Zahlenkenntnissen auf dem Schlauch stehen, hier eine kleine “Argumentationshilfe”.

Rechtsextreme Gewalttaten sind aufgrund der politischen Dimension nicht einfach pauschal mit von Ausländern begangenen Gewalttaten vergleichbar. Zahlen zu politisch motivierter Gewalt können den jeweiligen Verfassungsschutzberichten entnommen werden.

Als Beispiel seien hier drei für die genaue Betrachtung maßgeblichen Tabellen des vorläufigen Verfassungsschutzberichtes 2008 angeführt. Eine Kurzzusammenfassung:

Politisch motivierte Gewalttaten Rechts: 1.042
Politisch motivierte Gewalttaten Links: 701
Politisch motivierte Gewalttaten Ausl.: 113

Hier Screenshots der drei Seiten(für die größere Version einfach anklicken):

PMK-Rechts 2008 PMK-Links 2008 PMK-Ausländer 2008

Angemerkt sei hierbei auch, dass bei “PMK-Ausländer” Sowohl linksextremistisch, als auch rechtsextremistisch und islamistisch motivierte Straftaten eingeordnet werden, sofern der Täter ein Ausländer ist.

Aber nun zu Gewalt im allgemeinen. Oftmals wird ja nicht nur in Nationalistischen, sondern zum Teil auch in konservativen und auch in sozialdemokratischen Kreisen gesagt, dass “Ausländer” besonders zur Gewalt neigen. Gerade eben fand ich einen Artikel der eher konservativen WELT zum Thema “Jugendgewalt”, den ich hier auszugsweise zitiere, und die Überschrift zeigt schon genau, welche Assoziation viel zu häufig fälschlicherweise gezogen wird(Hervorhebungen von mir):

Problem: Migrationshintergrund

Und die zweite besorgniserregende Nachricht: Der Studie zufolge begehen Jugendliche mit Migrationshintergrund häufiger Gewalttaten als deutsche Jugendliche. Bei den Mehrfachtätern erreichen demnach Jugendliche aus dem früheren Jugoslawien mit 9,4 Prozent den höchsten Wert, gefolgt von Türken mit 8,3 Prozent. Jugendliche aus Asien (2,6 Prozent) und Deutschland (3,3, Prozent) werden am seltensten mehrfach gewalttätig. Die Unterschiede würden aber komplett ausgeglichen, wenn man Jugendliche unterschiedlicher Herkunft mit denselben familiären, schulischen und sozialen Rahmenbedingungen vergleiche. Oder anders ausgedrückt: Verwahrlosung und Gewalt sind keine ethnischen, sondern soziale Probleme.

Das heißt: Ein irgendwie gearteter ethnischer oder kultureller Hintergrund ist kein Auslöser von Gewaltbereitschaft, obgleich in solchen Milieus nicht selten eine Bezugnahme auf den jeweiligen Hintergrund stattfindet. Das gilt für Teile des Rechtsextremistischen Spektrums ebenso. Einen möglichen Grund hatte Schopenhauer bereits erwähnt:

Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz, denn er verräth in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz seyn könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen theilt (…) Jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz seyn könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu seyn.

– Arthur Schopenhauer in den Parerga und Paralipomena

Das gleiche Phänomen findet sich auch ohne weiteres bei anderen Merkmalen der Massenselbstidentifikation wieder, z.B. bei Religionen oder Nationen übergreifenden kulturellen Hintergründen.

Man sollte gerade deswegen auch (aber nicht nur) beleuchten, welchen Einfluss Musik gerade bei heranwachsenden männlichen Jugendlichen ausübt, wenn sie einen solchen Stolz schürt, und zugleich Assoziationen weckt, welche das gesellschaftliche Ideal eines erfolgreichen Menschen entwerfen, vermitteln und bewerben, das dann letztlich den Alltag zumindest mit bestimmt.

Beispiel: