Schlagwort-Archive: Moslemfeindlichkeit

Emnid-Studie: Mehrheit der Deutschen sieht Muslime negativ

Die Studie ergab, dass sich 40 Prozent der Westdeutschen und 50 Prozent der Ostdeutschen durch fremde Kulturen bedroht fühlen. Weniger als fünf Prozent der Deutschen, aber mehr als 20 Prozent der Dänen, Franzosen und Niederländer halten der Studie zufolge den Islam für tolerant. Obwohl ihre Länder heftige Konflikte mit ihrer muslimischen Minderheit erlebten, hat eine klare Mehrheit dort ein positives Bild von Muslimen. In den alten Bundesländern denken dagegen nur 34 Prozent positiv über Muslime, in Ostdeutschland 26 Prozent.

via Emnid-Studie: Mehrheit der Deutschen sieht Muslime negativ | Gesellschaft | ZEIT ONLINE.

-> Ausführliche Beschreibung der Studie(PDF)

Nachtrag:

DerWesten berichtet auch, und nennt einige Gründe:

– Ein wichtiger Grund sind persönliche Erfahrungen mit Muslimen.

– Ein anderer Grund sind historische Prägungen.
Für die Niederlande, so Pollack, sei Toleranz fester Baustein der nationalen Identität. Die Kolonialmacht Frankreich hat seit Jahrhunderten Erfahrungen mit multikulturellen Fragen. Gut ausgebildete Nachfahren muslimischer Einwanderer aus Nordafrika seien hier seit Jahrzehnten im Alltag präsent. Ihr Vorteil: Sie können die französische Sprache bereits aus den Herkunftsländern im Maghreb – „das ist anders als bei den Türken in Deutschland“.

– Als dritten Grund haben die Forscher den Vorsprung in der Integrationsdebatte ausgemacht – nach den brennenden Banlieues von Paris, nach dem dänischen Karikaturenstreit und den Morden an dem islamkritischen Politiker Pim Fortuyn und dem Regisseur Theo van Gogh in den Niederlanden. „Hier sind die Debatten aufgrund dieser Ereignisse früher angelaufen“, sagt Pollack, und ist überzeugt: Aus einer integrationspolitischen Krise kann ein Land lernen – zum Beispiel, genauer hinzuschauen.

Eine weitere Sache, die nicht minder besorgniserregend ist:

Etwas ratlos stehen die Forscher vor der hohen Ablehnung von Juden – fast 30 Prozent der Deutschen bekennen sich dazu.

Werbeanzeigen

Wiederholter Brandanschlag auf Berliner Moschee

Und täglich grüßt das Murmeltier.

Unbekannte hatten am Freitagmorgen versucht, die Sehitlik-Moschee in Brand zu setzen. Am Tatort wurde unter anderem eine Propangasflasche gefunden, die möglicherweise zur Explosion gebracht werden sollte. Die Flammen waren von einem Mitarbeiter der muslimischen Gemeinde nach 6 Uhr entdeckt worden und konnten schnell gelöscht werden. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Berlins größter Moscheebau war in den vergangenen Monaten wiederholt Ziel von Brandanschlägen, die bislang nur geringem Sachschaden verursachten.

via Zentralrat der Juden – Knobloch verurteilt Anschlag auf Sehitlik-Moschee – Berlin Aktuell – Berliner Morgenpost – Berlin.


Wilfried Schmickler über Rassismus

[Youtube=http://www.youtube.com/v/AEM6rGf5ZzQ]

Zum 200. Jubiläum der Mitternachtsspitzen – ein Resümee von Wilfried Schmickler. Themen: Rassismus, Moslemfeindlichkeit, Denkfähigkeit und Lernfähigkeit

DirektTube


Stimmen aus dem deutschen Untergrund

Ihr Applaus, Herr Sarrazin!

Die Muslime wollen uns umbringen, der Islam macht dumm, der Präsident der Türken heißt Christian Wulff: ISLAM-HASSER fühlen sich bestätigt, seit die sogenannte Integrationsdebatte läuft. Stimmen aus dem deutschen Untergrund

Der Zwischenruf aus Berlin von HANS-ULRICH JÖRGES

Wo der Schweinehund knurrt, lautete der Titel meiner Kolumne vor zwei Wochen. “Niemals seit der Judenverfolgung wurden Menschen in Deutschland so pauschal, so grobschlächtig und so verletzend ausschließlich nach ihrem Glauben beurteilt und herabgewürdigt“, schrieb ich über den Umgang mit den Muslimen. Diese Kolumne (www.stern.de/integration) hat viele Zuschriften ausgelöst, die einen schockierenden Eindruck vermitteln von der Stimmung nach Thilo Sarrazin. Also schweige ich diese Woche und lasse einige Verfasser zu Wort kommen. Keiner von ihnen scheint sich übrigens darüber im Klaren gewesen zu sein, wie sehr er den Titel meiner Kolumne bestätigt hat.

„Die meisten Deutschen wollen nun mal keine Nachbarn, deren Bibel, der Koran, sie Dutzende Male dazu auffordert, alle Ungläubigen, also uns, die christlichen, jüdischen oder atheistischen Deutschen, gnadenlos umzubringen.“

„Der Islam erklärt seit Anbeginn alle Nicht-Moslems für minderwertig und tötbar.“

„Lesen und verstehen Sie den Islam – nicht den kleinen, dummen oder von mir aus intelligenten Muslim – nein, das faschistische, menschenverachtende Buch des Koran. Auch Sie sind doch nur ein Untermensch, den man töten müsste, wenn er nicht konvertiert.“

„Für mich sind Sie ein Verräter am eigenen Volk.“

„Jetzt reiht er sich ein in die Riege der dummen oder verbrecherischen Moslemversteher!“

„Am besten, Sie verpissen sich in die Türkei. Oder in ein anderes Islamistenland. Zusammen mit Ihrem Busenfreund Wulff. Ein dreifaches Hoch auf Dr. Thilo Sarrazin!!!!!“

„Widerlicher Vaterlandsverräter. Die Moslems werden deinen Fladenbrotkopf auch absäbeln. Alle gläubigen Moslems, die nach dem Koran leben, sind potenzielle Mörder.”

„Aber nichts für ungut. sollten Sie mal unter kriminellen und tötenden Migranten-kindern leiden, dann können Sie Ihren Kommentar ja mal modifizieren.“

„Sie werden wohl auch erst wach, wenn der Rotweingürtel brennt.“

„Wie bei Stalin. Wir groß muss der Gulag eigentlich sein, damit Herr Jörges ein entspanntes Leben führen kann?“

„Wie ja auch die bisherigen ,Politiker’ und ‚Politikerinnen‘, türkischstämmig, in den Parteien deutlich zu verstehen geben: Sie vertreten nur türkische Interessen.“

„Lesen Sie den Koran… und Sie werden wissen: Es gibt keine Integration!“

„Man ist, als nicht ganz so gut situierter Mensch, der sich keine Stadtrandlage mit Mauer ums Grundstück leisten kann, immer wieder bestürzt, wie blauäugig gebildete Menschen wie Sie mit der Islamischen Ideologie verfahren und in typischer Appeaser-Manier versuchen, gewaltbereite Islamisten von der großen Masse der angeblich so friedlichen Moslems abzutrennen. Mit Verlaub, das ist genauso unsinnig, wie zu behaupten, man müsse zwischen guten und schlechten Nazis unterscheiden, um diese Ideologie … zu verteidigen.“

„Ich hoffe, die Zelten ändern sich und Leute wie Sie verlieren an Einfluss und wie andere vielleicht auch ihren Job.”

„Wir können Herrn Sarrazin nicht dankbar genug sein, dass er sich dafür opferte, dass die innere Mauer der politischen Korrektheit, mit der Sie und Ihre Kollegen mit DDR-Methoden die Menschen über Jahrzehnte umzingelten und in Schach hielten, durchbrochen Wurde. (…) Ja: Die Luft der Freiheit weht. Endlich!“

„Sagt Ihnen das ,arabische Modell‘ im deutschen Gebrauchtwagenhandel etwas? In meinem Bekanntenkrei wundert sich nur jeder, wie die vielen fliegenden Autohändler von diesen Schrottkisten leben können, dabei sogar Rollen von Euroscheinen in der Hosentasche haben.“

„Jetzt wird Tacheles geredet und hoffentlich bald einmal Tacheles getan! Erbdummheit? Tja, ob Sie’s nun glauben oder nicht, aber die entwickelt sich zwangsläufig, wenn, wie bei den Mohammedanern statistisch erwiesen, beinahe jeder Zweite mit einem Familienmitglied verheiratet ist. (…) Islam macht dumm.“

„Ich werde das Gefühl nicht los, dass vielleicht – wie in die europäische Wirtschaft – auch arabisches öl-Geld in deutsche Medien, Kirchen, Institutionen etc. geflossen ist.”

„Und dann auch noch Wulff … Natürlich kann man den Eindruck bekommen, er wäre nur der Präsident der Türken.“

„Das Fluten Deutschlands mit muslimisch osmanischen Fremdlingen raubt den autochthonen Deutschen ihre nationale Identität, sie werden kulturell entkernt und letztlich zu den künftigen Indianern Europas gemacht.“

Das alles wird man doch noch mal sagen dürfen…Oder, Herr Sarrazin?


Hier ist der Artikel, auf den sich die inhaltsbestätigenden Reaktionen beziehen. Auch zu diesem Artikel, der lediglich die Leserbriefe kommentarlos abdruckt, gab es PIsche Reaktionen. Einige davon gibt es hier bei Dybth zu lesen. Es geht bei PI & co. offensichtlich um nichts anderes, als um die Kultivierung von Verdummung und Hass.


Antisemitismus und Moslemfeindlichkeit befruchten sich gegenseitig

„Antisemitismus ist in der Mitte der Gesellschaft salonfähig geworden.“, sagt Kramer.

Dieser Trend habe sich ausgerechnet durch die Sarrazinische Debatte bestätigt.

“Im Bereich des Rechtsextremismus wird der Hass auf alle, die als ‚fremd‘ bezeichnet werden, immer deutlicher artikuliert. Das enthemmt auch rechtsextremistische Antisemiten, die sich in ihrem braunen Gedankensumpf bestätigt sehen”

Just in die Zeit beispielsweise, als Sarrazins Thesen von der Bildzeitung propagiert wurden, und sich Neonazis hierbei endlich bestätigt fühlten, dass “man wohl noch sagen dürfe”, fiel auch die Einweihung einer Synagoge in Mainz. Leserreaktionen bei der Welt-Online zeigten vor allem eines: Von Hemmungen war nichts zu spüren.

Einige Wochen später wurde dann auch ein Brandanschlag auf diese Synagoge verübt. Das Pikante: die Medienberichterstattung war sehr zögerlich – ähnlich zögerlich ging es beim Mord an einen Iraker in Leipzig zu. Man war wohl noch zu sehr damit beschäftigt, die Richtigkeit des sarrazinischen Ideologems von wertvoller und unwerter Zuwanderung zu propagieren, anstatt sich einmal damit zu beschäftigen, welchen Einfluss derartige Diskurse auf die üblichen Verdächtigen ausüben.

Dass Antisemitismus nicht völlig sauber von “Israelkritik” getrennt werden kann, zeigte im Mai dieses Jahres ein ”israelkritischer” Anschlag auf eine Synagoge in der Lutherstadt Worms. In einem Bekennerschreiben hieß es: “Sobald ihr nicht den Palästinenser Ruhe gibt, geben wir euch keine Ruhe!!!”. Auch hier war die Medienberichterstattung zunächst sehr zögerlich.

Manche vermuteten – aufgrund der Rechtschreibung – dass es sich bei letzterem nicht um Antizionisten der Naziprägung handelt, sondern vielleicht um einen Antizionisten islamistischer Prägung. Puh, Glück gehabt. Es war wahrscheinlich eh keiner von uns. Die Kritikwürdigkeit eines solchen Reflexes muss hoffentlich nicht näher erläutert werden. Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass es natürlich einen Antisemitismus islamistischer Lesart gibt, der bis in die Alltagskultur mancher Menschen vordringt. Nach dem Vorfall mit der “Free Gaza”-Flottille und insbesondere der Mavi Marmara und ihren z.T. klar antisemitischen Jihadisten zeigte sich dies am deutlichsten. Daher betont Kramer:

dass es eine „wild wuchernde antisemitische Szene in islamistisch-fundamentalistischen Kreisen“ gebe. Dort gehöre „Judenhass zum guten Ton – und zwar völlig ungeniert“. Kramer fügte hinzu: „Je offener diese Ideologie gepredigt wird, umso größer ist auch die Gefahr, dass sie vor allem junge Menschen beeinflusst und für legitim gehalten wird.“

Ein Punkt vergisst er hier jedoch, der ebenfalls eine Rolle spielt: Ein solcher Antisemitismus kann sich auch durch die Herstellung falscher Kausalitäten speisen und Resultat einer Art Querfront sein:

  1. Zum einen natürlich, wenn es direkt um Israel geht. Beispielsweise aber auch dann, wenn berechtigte Kritik an grassierender Moslemfeindlichkeit dazu missbraucht wird, um antiisraelische oder antiamerikanische Vorurteile zu bestätigen. Dies passiert auf Islamistischer, aber teils auch auf links-antiimperialistischer Seite, und teils sogar auf Seiten der Neonazis. Moslemfeindlichkeit wird hierbei nicht selten austauschbar als von zionistischen, kapitalistischen und/oder imperialistischen Kräften geschürt dargestellt, die einzig dazu dienen solle, irgendwelche Kriege vorzubereiten. Das geht dann teils bis hin zu abstrusen 911-Verschwörungstheorien inklusive Reichstagsbrandvergleichen.

    Dies wirkt katalysatorisch auf Jugendliche. Die real vorhandene Moslemfeindlichkeit kann bei betroffenen mittelbar eine antisemitische Grundhaltung erzeugen, sofern sie solchen Verschwörungstheorien folgen.

  2. Ähnlich problematisch ist es daher auch umgekehrt, wenn einige Strömungen, die aus Doitschnationalen oder christlich-fundamentalistischen Gründen der Moslemfeindlichkeit fröhnen, diesen Hass durch eine Israelfreundlichkeitsmaske mit einem Davidstern versehen, wie z.B. PI und bis vor einiger Zeit noch Pro-NRW und Pro-Köln, um sich von den nicht weniger Xenophoben “Kacknazis” abzugrenzen. Auf diese Weise werden jedoch genau die “Zusammenhänge” suggeriert, die es zwar so nicht gibt, auf die sich dann unter #1 genannte Verschwörungsfuzzis gerne berufen, und “den Juden”/”den Zionisten”/”den Amerikanern” o.ä. “die Macht nachzuweisen”, von der ihr Bauch ja immer schon ahnte, dass sie sie hätten.

Wie es konkret aussieht, wenn solche Theorien vorgesponnen werden, sieht man beispielhaft hier bei einem islamistischen YouTube-Video. Theorien, die nahezu identisch in Nazikreisen und erfolgreich verquerfronteten “Antiimperialistischen” Kreisen zu finden sind.


"WIR" und die anderen und der alltägliche Rassismus

MartinMarheineckeRassen_nsprop Der Mensch neigt zu Pauschalisierungen. Er ordnet ein, kategorisiert und ordnet zu.
WIR, das sinde DIE Deutschen und DIE Christen.
Die anderen das sind DIE Ausländer, DIE Muslims, DIE Juden.

Dabei spielt es kaum eine Rolle, dass es diese Kategorien, diese Gruppen in Wirklichkeit gar nicht gibt. Die Zuordnung eines Menschen zu einer dieser Gruppen als solches wäre ja auch gar nicht tragisch. Klar, ich bin Deutscher. Ich gehöre zu dieser Gruppe von Menschen. Ich kann weder was dafür, noch ist es mein Verdienst, noch kann ich es verhindern.
Problematisch aber ist, dass mit bestimmten Gruppen bestimmte Klischees, bestimmte Eigenschaften verbunden werden.

"An allem Elend sind die Juden und die Radfahrer schuld." Antwort: "Wieso die Radfahrer?"

Juden sind Geldverleiher, sind raffgierig, geschäftstüchtig, schlagen aus allem Profit.
Wird von "East-Coast-Banker" gesprochen, so ist klar, dass damit Juden gemeint sind. Und Zinsknechtschaft ist fast untrennbar mit dem Judentum verbunden.

"Das ist typisch deutsch": Pünktlichkeit, Ordnung, Gewissenhaftigkeit,  Fleiß.

Ist jeder Deutsche so?

Was ist DER Islam?

Anders als bei der katholischen Kirche, gibt es DEN Islam gar nicht. Es gibt keine islamische "Kirche" und keine Mitgliedschaft in einer solchen, wie beim Katholizismus.
Es gibt zahlreiche, sehr unterschiedliche islamische Gruppen und Organisationen.
Jede von ihnen hat unterschiedliche Gebräuche, Koran-Auslegungen, kulturelle Ursprünge. Der Unterschied zwischen Aleviten und Sunniten dürfte vermutlich weit größer sein, als der zwischen Katholiken und Protestanten.

Und doch: oft reicht schon das dunkle Haar, die braunen Augen, der dunkle Teint, der Bart und das Urteil ist fertig: Ein Muslim.
Und damit sind dann auch eine ganze Reihe von Klischees verbunden: rückständig, unkulturell, frauenunterdrückend, Tierquäler, antichristlich, Terrorist.

Ob dieser Mensch tatsächlich einer muslimischen Gemeinde angehört und welcher, ob er gläubig ist, ob er muslimische Gebräuche praktiziert, ob er im Ramadam fastet, keinen Alkohol trinkt und kein Schweinefleisch isst, wird gar nicht mehr hinterfragt. Es ist Bestandteil der Eigenschaft "Muslim".

Die deutsche Volksgemeinschaft, das sind die Guten. Das sind die, der wir zugehörig sind. Also müssen es die Guten sein.
Und die wünschen sich die Freunde der deutschen Volksgemeinschaft möglichst homogen. Und da passen "die anderen" nicht dazu.

moschee Die stören die Volksgemeinschaft. Sie gefährden die Harmonie, die Gleichförmigkeit, die Regelmäßigkeit, die Symmetrie.

Ein Minarett, eine Moschee stört das gleichförmige Stadtbild, das geprägt ist von Mietshäusern, Geschäften und Kirchtürmen. Auch eine Synagoge ist da fehl am Platz, so wie kürzlich eine Gemeinderätin in Herford befand.
Sie stimmte gegen einen städtischenn Zuschuss zum Bau einer Synagoge, gegen die „Partikularinteressen einer Religionsgemeinschaft“.
Hat diese Frau vergessen, wieviele Milliarden der deutsche Staat jedes Jahr den christlichen Kirchen zuschießt? Oder ist das was anderes, weil die Bezahlung des christlichen Kirchenpersonals durch den Staat auf uralten Verträgen beruht?
Eine junge Reporterin rief Anette Kahane für ein Interview an und fragte dies und das zu Rechtsextremismus. Und dann kam der interessante Teil. In Taucha, Sachsen-Anhalt sei ein Jugendlicher aus einer Besuchergruppe zusammengeschlagen worden. Von irgendwelchen Rechten, sagte sie. Die hätten dabei immer „Du Scheiß-Jude, verpiss dich“ und ähnliches gebrüllt. „Nun, Frau Kahane, was meinen Sie? Ist das schon Antisemitismus?“ „Schon? Ja klar, was denn sonst?!“ sagte diese „Naja“, Neue_Synagoge_Berlin meinte die Reporterin, „aber das Opfer war doch ein Israeli“.

War die Entscheidung der Herforder Stadträtin Antisemitismus? Ach so, ich vergaß zu erwähnen, dass es sich bei dieser Abgeordneten nicht um eine Abgeordnete der NPD oder der sogenannten Pro-Bewegung handelte. Nein, es war ein Mitglied der LINKE.
Linker Antisemitismus? Oder war es "nur" das, was ihre Freundin und Bundestagsabgeordnete der Linken Inge Höger nur Tage zuvor als Crew-Mitglied der Gaza-Flottille vorlebte, als sie mit islamistischen Antisemiten zusammen gegen Israel der Hamas zu Ruhm verhelfen wollte? Wo sind da die Unterschiede?
Nein, Antisemitismus sei das nicht. Das sei Antizionismus. Und das sei nur Kritik an der Politik des Staates Israel, hört man dann immer wieder. Wird da wirklich unterschieden? Zwischen  der Kritik an DEN Juden und der Kritik an dem Staat Israel?
Die Juden sind mal wieder selber schuld. Denn gäbe es den Staat Israel nicht, gäbe es ja auch keinen Grund, ihn zu bekämpfen, gäbe es keinen grund einen Juden – Verzeihung: einen  Israeli – in Deutschland zusammen zu schlagen, gäbe es auch keinen Grund gegen den Bau einer Synagoge zu stimmen.

Die Juden- und Israelfeindlichkeit ist die eine Seite der selben Medaille, auf deren anderen die Islamfeindlichkeit steht.

WIR, die deutsche Volksgemeinschaft muss sich schützen. Sie muss im Vordergrund aller Überlegungen stehen. Und wenn mehrere Millionen Menschen in Pakistan von Seuchen und Tod bedroht sind, so müssen Spenden für den Wiederaufbau eines bei der Überschwemmung bei Görlitz beschädigten Zoos Vorrang vor den Spenden für Pakistan haben. Nunja: sind ja eh nur Muslime dort.

Und weil das Abendland untergehen könnte, können wir es natürlich auch nicht dulden, wenn in unseren Städten Moscheen und muslimische Gemeindezentren gebaut werden sollen, ebensowenig wie Synagogen.

Da wird dann plötzlich von der Trennung von Staat und Religion gesprochen, von "Partikularinteressen einer Religionsgemeinschaft". Dabei aber gleichzeitig gefordert, der Staat solle die christliche Religion schützen. In Wirklichkeit aber ist der deutsche Staat unendlich mit den christlichen Kirchen verfilzt. Auch im aktuellen Koalitionsvertrag ist von der "unverzichtbare(n) Rolle bei der Vermittlung der unserem Gemeinwesen zugrunde liegenden Werte“ bezüglich der christlichen Kirchen die Rede.

Weil die christlichen Kirchen eben zu uns gehören, sind sie Teil des Guten. Und damit sind die anderen – die Juden und die Muslims – logischerweise die Bösen. Jene, die unsere Kultur unterwandern, übernehmen, zerstören wollen, wie das ja auch z.B. Udo Ulfkotte im rechtsesoterischen Kopp – Verlag immer wieder gerne propagiert.

Da spielen Inquisition, Hexenverbrennungen, Unterdrückung der Wissenschaft in den 2000 Jahren christlicher Geschichte auch keine Rolle mehr. Und so werden dann natürlich auch die Erkenntnisse von Aufklärung und Humanismus schnell und bedenkenlos über Bord geworfen.
Die Ausländer haben mehr Rechte als die Deutschen in unserem Lande wird da immer gern behauptet und dabei geflissentlich übersehen, dass die BRD die Antidiskriminierungsrichtlinie der EU nur teilweise umgesetzt hat.
Die ethnische Zugehörigkeit zum "Deutschtum" wird entgegen den verfassungsmäßigen Grundrechten  höher bewertet, als die humanistischen Ideale der unveräußerlichen unteilbaren Menschenrechte.

Wer Muslim ist, ist fast automatisch Islamist und folglich Terrorist. Damit stehen alle Muslims und damit wiederum alle "Zugewanderten" unter Generalverdacht. Und doch haben sie für die deutsche Volksgemeinschaft eine wichtige Funktion. Denn wenn die schlecht sind, müssen wir gut sein.

Wir müssen uns nicht mit uns selbst beschäftigen, wenn wir über "Die Anderen" reden können. Wenn wir über "Ehrenmorde" reden, müssen wir  uns keine Gedanken darüber machen, dass 80 Prozent aller ermordeten Frauen von ihren deutschen, christlichen (Ex-) Partnern oder Familienmitgliedern ermordet werden.

Wenn wir uns darüber aufregen und gleichzeitig beruhigend damit trösten können, dass es ja muslimische Jugendliche waren, die eine jüdische Kinder-Tanzgruppe mit Steinen bewarfen, brauchen wir uns nicht mehr fragen, warum auch schon vor der palästinensischen Intifada jüdische Gemeindezentren und Synagogen von Polizisten bewacht werden mussten.
Der Grund war wohl weniger die „[b]esondere[r] Verantwortung (…) für die jüdischen Gemeinden als Teil unserer Kultur“, sondern  wohl eher die Angst vor schlechter Presse im Ausland, falls die Volksgemeinschaft mal wieder tabula rasa voelkerschau machen will.  Wer so tut, als gäbe es „unsere Gesellschaft“ mit „unseren Werten“ ohne ihre parzellierten Interessengruppen und ihre sozialen Disparitäten, braucht nicht zu sagen, ob Menschen, die einwandern, sich an antisemitischen Stammtischen beteiligen oder lieber philosemitische Sonntagsreden hören sollen – vielleicht sogar aber auch beides. Das Bekenntnis zur „Integration“ muss reichen. Den Rest besprechen wir am Sankt-Nimmerleins-Tag. – Vielleicht bei einem Erfrischungsgetränk im Augsburger Zoo, wo noch im Jahr 2005 – gerade war die Bundesrepublik offiziell zum „Zu-“Wanderungsland geworden – die besonders originelle Idee aufkam, ein „African Village“ zu installieren, in dem Schwarze inmitten anderer kurioser Geschöpfe „die Atmosphäre von Exotik“ vermitteln sollten. Im Zoo. (http://www.lifeinfo.de/inh1./texte/aktuelle_news14.html) Mit ähnlichen "Völkersachauen"  waren schon im 19. Jahrhundert Menschen anderer Kulturen unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit zu Schauobjekten degradiert worden.

Für den alltäglichen Rassismus spielt es keine Rolle, dass es DEN Deutschen, DEN Muslim, DEN Juden, DEN Ausländer gar nicht gibt.

0_big Es geht dabei darum, sich selbst über die Ausgrenzung der ANDEREN als Zugehöriger zu DIESER Volksgemeinschaft, zur DEUTSCHEN Volksgemeinschaft definieren zu können.
Die eigene Zugehörigkeit zur deutschen Volksgemeinschaft, das Verlangen nach einer homogenen Gesellschaft, die durch gleiche Interessen – deutsche Interessen – gekennzeichnet ist, verleugnend, dass es in dieser Gesellschaft unterschiedliche Interessen gibt, die unabhängig von Volks-, Ethnie- und/oder Religionszugehörigkeit sind,  ist es, die den alltäglichen Rassismus schafft. Es ist die Grundlage für Faschismus, für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

(Quelle: Portal Antifaschismus2 – Lizenz: CC)


Islamophobie vs. Antimuslimismus

In der taz schreibt Armin Pfahl-Taughber  einem Kommentar, der im wesentlichen aussagt, was ich bereits zu beschreiben versuchte.

Im Kommentar Das reine Ressentiment – Eine Ablehnung des Islam beinhaltet noch keine Ablehnung von Muslimen plädiert er dafür, das Ressentiment gegen Muslime als Angehörige einer Gruppe mit einem trennscharfen Begriff zu umschreiben, der sich inhaltlich von Religionskritik unterscheidet. Der Begriff “Islamophobie” setze beides in Eins. Inhaltlich ist er aus verschiedenen Gründen nicht geeignet, zwischen dem homogenisierenden Ressentiment gegen eine sehr heterogene soziale Gruppe und (u.a. berechtigter) Kritik an konkreten Verhaltensweisen, die den gesellschaftlichen Wertekonsens strapazieren, zu trennen. Eine solche Trennung sei jedoch notwendig.

Diese Nichtunterscheidung wird beispielsweise durch islamistische Gruppen gerne genutzt, da sie verständlicherweise kein Interesse an einer solchen Trennung haben. Sachlich vorgetragene und gut begründete Kritik an der Art und der Folgen spezieller Religionsauffassungen, die in Teilen den Werten des Grundgesetzes widersprechen(z.B. Salafismus), kann durch die Aufrechterhaltung der begrifflichen Unschärfe schon vor der Äußerung mit einer Aura des Illegitimen versehen werden.

Auf der anderen Seite, und das beleuchtet Pfahl-Taughber nicht, ist die inhaltlich identische begriffliche Unschärfe auch von xenophoben und rassistischen Gruppierungen erwünscht (wird dort allerdings auf den Begriff “Islamkritik” angewandt), aus genau dem umgekehrten Grund: Sie erhoffen sich dadurch, dass die Akzeptanz legitimer Religionskritik auch zur Akzeptanz von xenophoben oder gar rassistischen Denkmustern führt. Ein Scharnier zwischen legitimer Kritik und Xenophobie befindet sich z.B. dort, wo eine inhaltliche Religionskritik mit Generalisierung (“die Moslems begehen Ehrenmorde”) oder Essenzialisierung(“Insgeheim sind alle gläubigen Moslems Islamisten”) einhergeht. Noch deutlicher wird es, wenn im Rahmen einer vermeintlichen “Islamkritik” eine religionsunabhängige Gruppierung nach “Südländer”, “Araber”, “Orientale” o.ä. vorgenommen wird. In solchen Einordnungen finden sich die Anknüpfungspunkte für den klassischen Rassismus, der sich nicht gegen zweifelhaftes Sagen und Tun einzelner wendet, sondern ein Ressentiment gegen Menschen offenbart, weil sie als Teil einer als “fremd” markierten Gruppe klassifiziert werden – gänzlich unabhängig vom individuellen Verhalten.

Ein paar Auszüge aus dem Kommentar:

Zum Islamophobiebegriff schreibt er:

Aber ist dieser Begriff brauchbar, um im Sinne der Vorurteilsforschung ein spezifisches Ressentiment gegen Muslime zu fassen? Schließlich gibt es einen klaren Unterschied zwischen fremdenfeindlich motivierter Hetze und einer – oft menschenrechtlich begründeten – Kritik am Islam und den Muslimen.

(…)

Bis in die Gegenwart wird der Begriff in diesem Sinne durch islamische und islamistische Organisationen wie die Islamic Human Rights Commission in Großbritannien instrumentalisiert, die fast jede kritische Stimme mit diesem Schlagwort belegt.

Nicht letzteres sei das für die Vorurteilsforschung zu behandelnde Problem, sondern ersteres:

Es handelt sich vielmehr um Vorurteile gegen Individuen, die – ganz unabhängig von deren Einstellungen und Handlungen – allein auf der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe beruht. Es geht dabei also nicht um die Haltung gegenüber einer spezifischen Religion, sondern um die Einstellung gegenüber einer bestimmten Menschengruppe.

(…)

Denn warum muss die Ablehnung aller Praktiken und Symbole des Islam bereits für eine Feindseligkeit gegenüber allen Muslimen sprechen? Auch Atheisten und andere können zu so einer Einstellung kommen, wenn sie sich einem anderen Glauben oder einer säkularen Weltanschauung zugehörig fühlen.

(…)

Besser sollte man vielleicht von "Antimuslimismus" oder "Muslimenfeindschaft" sprechen. Diese beiden synonymen Begriffe zielen auf die Feindseligkeit gegenüber Muslimen als Muslime ab.


Was keinen mehr interessiert…

Das scheint heutzutage schon kein Aufreger mehr zu sein:

Unbekannte haben am Sonntagabend in Berlin-Wedding einen Wildschweinkadaver vor einem muslimischen Gebetsraum abgelegt.

(Quelle)

Doch, einige interessiert es. In der Quelle sind nämlich Kommentare abgegeben worden. Ich kopiere mal nur einen:

image

Auch bei ShortNews war das Thema angekommen – und dort kommt im Kommentarbereich bei einigen eine große Freude über dieses Ereignis zum Ausdruck – allerdings nicht ganz ohne Widerspruch.

Anders z.B. hier:

image 

Und nein, bei Shortnews läuft all derartiges tendenziell eher unter “Meinungsfreiheit”. Eine Außnahme: Um pauschalisierte negative Äußerungen über Deutsche kümmert sich die Moderation schnell.

Zur Minute ist ein Sarrazin-Artikel auf ShortNews gelandet. Bei Gelegenheit trage ich einige der dortigen Kommentare nach.

Siehe auch:
Bei ShortNews tobt der braune Online-Mob
Der braune Online-Mob bei ShortNews – Die Zweite


Treffen der Rechtsextremen in Japan

Japan (Tokio) – An einer internationalen rechtsextremen Konferenz in Japan nehmen unter anderem Vertreter des Front National, der FPÖ, der britischen BNP, der ungarischen Jobbik, des Vlaams Belang sowie aus der Ukraine und Portugal teil.

(Quelle)

Und da sag noch einmal jemand, die FPÖ sei nicht rechtsextrem.

Nachtrag: Hier gibt es ausführlichere Informationen zum Thema.


Anschlag auf Moschee in Korbach

Noch am 23. Juli war die Lage unklar:

Ein Brandanschlag auf eine Moschee in Korbach wurde durch die Aufmerksamkeit von Passanten vereitelt. Wie die örtliche Polizei mitteilte, habe ein 30-jähriger alkoholisierter Mann versucht, die DITIB-Beyazit-Moschee mit einer Spiritus-Flasche in der Hand in Brand zu setzen. Moschee-Vereinsvorsitzender Yasin Sümer erklärte dazu: „Wir leben seit 1978 gern und friedlich in dieser Stadt. Uns ist bisher nicht Derartiges passiert“.

Heute ist klar: Der “islamkritische” Anschlag wurde von einem Neonazi im Internetforum der Kameradschaft “Sturm 18” angekündigt, und dann auch begangen.

Nachdem ein Kamerad mit dem bezeichnenden Alias-Namen „Odins Erbe“ die Frage „Wie viele Moscheen gibt es in deiner Stadt?“ aufgeworfen hatte, reagierte Thorsten K. unmissverständlich: „Heil dir“, schrieb der einschlägig polizeibekannte Mann, „wohne leider neben einer, aber nicht mehr lange“.

Diese Drohung tippte er am 19. Juli um 17.19 Uhr in seinen Computer. Sieben Stunden später entzündete Thorsten K. vor der Korbacher Moschee eine Flasche mit Spiritus. Nur weil ein Nachbar zufällig aufmerksam wurde, konnte der Brandanschlag vereitelt werden. „Über die Motive der Tat“, berichtete danach die Polizei, „können noch keine Aussagen getroffen werden“. Der Mann habe aber „erheblich unter Alkoholeinfluss“ gestanden – offenbar weil er sich vor der Tat mit seiner Freundin gestritten und sich betrunken habe.

Seine Kameraden im Internet-Forum wissen es genauer: „Der lebt nur aus, was alle denken“, schreibt einer. Thorsten K. habe es mit dem Anschlag halt bloß nicht richtig hingekriegt, aber immerhin: „Er hats gemacht.“ Und ein anderer wünscht sich, dass der Angriff erfolgreich gewesen wäre „und da jetzt nur noch ein Aschehaufen steht“.

Die Bezeichnung “Sturm 18” bezieht sich hierbei auf eine rechtsextreme Band, die mit Texten wie „Wir werden Terroristen sein, […] wir räumen hier auf, wir räuchern sie aus, macht der Rattenbande den Garaus“ zum Mord aufrufen. Hieraus kann auch ein ideologischer Zusammenhang mit “Combat 18” hergestellt werden. Näheres dazu in diesem Video: