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Radiobeitrag zur Mügelner Fußballnation

Radiobeitrag über die Vorkommnisse in Mügeln – inklusive Originalaufnahmen.

Die Originalmitschnitte zeigen Mügelner Emotionen und damit die selbstverständliche Volksgemeinschaft und den selbstverständlichen Hass. Man könnte ja fast vorschlagen, Fankooperationen mit St. Pauli und weiteren geneigten Vereinen zu schließen.

Man kann es nicht anders sagen: Das ländliche Sachsen ist zurückgeblieben, und sollte viel stärker ins Visier genommen werden, als bisher.

Update:

Ein Radiobeitrag vom MDR schätzt daher die positive Rolle des RSL für Sachsen meiner Meinung nach korrekt ein.

Es gibt auch Hoffnungsschimmer. Greschner kündigt an, dass darüber nachgedacht wird, ob sich der Verein stärker gegenüber Antisemitismus und Rassismus positionieren wird. Es ist zu wünschen, dass es nicht beim Nachdenken bleibt.

Definitiv wurde angekündigt: „Alle betreffenden Personen erhalten bei uns ein lebenslanges Stadionverbot!“ – sofern sie identifiziert werden. Ob dies durch die Polizei tatsächlich geschieht, bleibt noch abzuwarten. Es ist schließlich Sachsen, wo Polizisten auch mal versetzt werden, wenn sie bei der Aufklärung rechtsextremer Straftaten allzu erfolgreich sind. Vor Ort jedenfalls wurden keine Personalien der Nazis aufgenommen.

Siehe auch:
Mügelner Nationalismus und Antisemitismus im Fußball

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Mügelner Nationalismus und Antisemitismus im Fußball

Bericht des Spiegel(Fettschrift von mir):

Zu einem Spielabbruch kam es am Samstag in der Leipziger Bezirksklasse Staffel 2. Die Spieler von Roter Stern Leipzig weigerten sich, die Partie bei Mügeln-Ablaß in der zweiten Hälfte beim Spielstand von 2:0 für das Heimteam fortzusetzen, da sie sich von Teilen des Publikums antisemitisch beschimpft sahen. Nach Auskunft von Roter Stern hatten Zuschauer, die der Mügelner Anhängerschaft zuzurechnen seien, schon vor dem Anpfiff antisemitische und nationalistische Gesten gezeigt.

Die Polizei war wegen der Brisanz der Partie präsent, konnte die Aktionen der mutmaßlich rechtsradikalen Zuschauer aber nicht verhindern. Die Polizei Mügeln wollte zu den Vorfällen keine nähere Auskunft geben. "Der Einsatz läuft noch", hieß es auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Bereits am 24. Oktober 2009 war es bei der Partie von Roter Stern in Brandis zu Ausschreitungen gekommen. Damals griffen Neonazis RSL-Fans mit Eisenstangen an und verletzten zwei von ihnen schwer. Der Schiedsrichter hatte die Partie bereits nach zwei Minuten abgebrochen.

Der MDR schreibt:

Allerdings war die Partie in der 28. Minute schon einmal unterbrochen worden. Grund war ein Polizeieinsatz im RSL-Fanblock. Der genaue Anlass ist jedoch noch unklar. Nach Angaben Fröbischs wurde den Spielern gesagt, die Beamten hätten nur die Personalien eines Zeugen feststellen wollen. Es sei aber auch vom "Verdacht einer Straftat" die Rede gewesen. Bei den antisemitischen Gesängen ist die Polizei laut Fröbisch deshalb nicht eingeschritten, weil alles gefilmt worden sei. Die Beamten hätten gesagt, die Aufnahmen würden später ausgewertet. Nach ihren Informationen wurde eine Person wegen eines Hitlergrußes festgenommen.

Die Polizei hat für Sonnabend eine Presseerklärung angekündigt.

Jan Greschner vom SV Mügeln-Ablaß zeigt hierbei nicht gerad Entschlossenheit, wenn es darum geht, sich intensiver mit der Problematik des Faschismus in den eigenen Reihen zu befassen. Zwar distanziert er sich deutlich von den Geschehnissen, übt sich(PDF) dann jedoch in der…

– Externalisierung des Problems: “…nationalsozialistischen Gesängen der besagten, vom Verein abzugrenzenden Gruppe…”

– und der Schuldumkehr: “…,dass die Spieler des SVMA sowohl im Hinspiel, als auch während des heutigen Rückspiels als Nazis bezeichnet wurden.“

Darauf folgend schreibt er, an den RSL gerichtet: “Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!”

So geht das nicht. Der SV-Mügeln-Ablaß hat mit Nachdruck auf seine Fans einzuwirken, und ihnen keine vorschnellen, kostenlosen Ablassbriefe zu erteilen.

Aktuelle Informationen zum Thema dürfte es auf dem Twitter-Channel des Leipziger Fußballclubs geben:

http://twitter.com/rsl99

Mügeln… Mügeln!? Da war doch was… Die Mügelner VolksDorfgemeinschaft. Es wird Zeit, sich noch einmal in Erinnerung zu rufen, was für eine Stadt Mügeln eigentlich ist.

 

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Fall Mannichl: Spekulationen widerlegt, Spekulationen gehen weiter.

Die polizeilichen Ermittlungsstellen sahen sich kurz nach dem Anschlag auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl gezwungen, von Rechtsextremisten ausgehenden Spekulationen nachzugehen, nach denen der Täter aus dem familiären Umfeld käme. Diese haben sich nun als Haltlos erwiesen (taz-Artikel, etwas kürzer). Ein Neonazi-Hintergrund ist noch immer am wahrscheinlichsten.

Dabei ist die Variante, dass es sich bei dem Täter um einen Neonazi handelt, immer noch die wahrscheinlichste; auch die Soko schließt das weiterhin nicht aus. Da es sich offenkundig nicht um eine Beziehungstat handelt, hatte Mannichl keinen Grund, die Worte des Angreifers zu erfinden: "Grüße vom nationalen Widerstand" richtete der demnach aus und sagte, "du trampelst nimmer auf den Gräbern unserer Kameraden herum." Die NPD und rechte „Kameradschaften“ hatten gegen den Polizeichef gehetzt, unter anderem, weil er bei einer Feier auf dem Grab eines Soldaten gestanden haben soll.

Aber es kann nicht sein, was nicht sein darf: Denn was sagen die Rechtsextremen nun? Nicht etwa “Mea culpa” oder betretenes Schweigen, sondern sie wiederholen ihre Behauptung, das Opfer lüge, oder er selbst oder seine Frau sei Täter/in. Am einfachsten ist für sie natürlich die Behauptung einer “Medienhetze” oder aber einer “Verschwörung”. Alle lügen sie natürlich, abgesehen von den Rechtsextremen. Die waren ja schließlich dabei und wissen genau, was passiert ist und was nicht. Dieser Eindruck entsteht jedenfalls, wenn man sie so schreiben liest.

Ein Auszug aus einem Eintrag auf Altermedia/Störtebecker-Netz:

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Es wird also zunächst behauptet, man habe Wochenlang ohne Anhaltspunkte im rechtsextremen Milieu nach dem Täter gesucht. Später im Artikel räumt man ein, dass es doch einen Anhaltspunkt gibt, die Aussage des Passauer Polizeichefs. Diese wird jedoch von rechtsextremen nicht als Anhaltspunkt anerkannt, und in erster Linie darauf stützt sich letztlich das gesamte rechtsextreme Bild zu diesem Fall.

Hier einige ausgewählte Kommentare von Altermedia:

Sympathie für den Täter…

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Wirres Zeug…

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[ironie]Es kann jeder gewesen sein, nur kein Nazi. Und bestimmt war er es selbst. Nazis sind schließlich die friedliebensten Menschen überhaupt, daher kann es kein “Kamerad” gewesen sein. Irgendjemand, aber Nazis tun derartiges einfach nicht, denn schließlich sind es Pazifisten.[/ironie] Und nochmals: Es wird in alle Richtungen ermittelt. Dennoch haben Nazis weiter zu mosern. Das werden sie wohl auch noch weiter tun, solange sie unter Verdacht stehen.

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Ein Propagandaopfer…

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Im Fall Mügeln hatte die schlichte Wiederholung von Lügen und Gerüchten in Internetforen und YouTube-Videos jedenfalls funktioniert. Irgendwann schlossen viele einen rechtsextremen Hintergrund der Hetzjagd eher aus und beschuldigten die Opfer(Gegen die dann ermittelt wurde – natürlich Freispruch.) Eines Tages kamen neue Erkenntnisse zutage, nur scherte es dann niemanden mehr, auch nicht die zuständigen Ermittlungsbehörden, denen Ermittlungspannen zugunsten von Rechtsextremen nachgesagt wurden:

Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5

Noch heute glauben viele, dass dort keine Nazis am Werk waren, und exakt die gleiche Methode wenden Nazis im Fall Mannichl an.