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Gleich zu gleich gesellt sich gern

Was haben…

…gemeinsam?

Sie sind alle zu einer gemeinsamen Veranstaltung geladen, die am 6. Dezember in Berlin stattfinden soll. Als gemeinsamer Nenner kann wohl aus gutem Grund der Antisemitismus und allerlei anderer Nazikompatibler Kram vermutet werden.

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“Heimspiel” für Pro-NRW

Wer sich schon immer fragte, wo die rechtsextremen von Pro-NRW etc. ihr ideologisches Futter herbekommen, wird heute fündig:

Ein ideologisches Heimspiel für Pro-NRW ist der Kongress “Synthèse nationale”(BnR) gewesen, auf dem sich Markus Wiener zusammen mit seinen politischen Artgenossen aufhielt. Bei Hagalil ist es noch etwas ausführlicher.

Neben dem äußersten rechten Rand der französischen Parteienlandschaft(PdF, NDP, MNR) waren auch Vertreter der gewaltbereiten GUD (Groupe Union Défense) anwesend. Über diese findet sich im Guardian:

Both the GUD and UR, founded in 1998, are rabidly racist, anti-semitic and anti-American, declared enemies of „global, cosmopolitan finance“, supportive of the September 11 attacks and believers in la Franceblanche .

Ebenso war das “Jeunesses nationalistes révolutionnaires (JNR)” anwesend, eine Gruppierung mit einem “Nationalrevolutionären” Selbstverständnis, und allerlei andere Rechtsextreme.

 
Einige der Inhalte des Kongresses:

Auf die Frage „Wie die Invasion bekämpfen?“(Bei heutigen Rechtsextremen sind “Invasion” und “Zuwanderung” synonym gebrauchte Begriffe) gab es wohl die zu erwartenden Antworten:

– Entzug der Staatsbürgerschaft
– Abschiebung
– und eben die mittlerweile ebenso klassische rechtsextreme Forderung: Entsolidarisierung, also Ausschluss aus dem Sozialsystem.

Ein direktes Zitat von BnR:

Der NS-nahe Rassenideologe Pierre Vial (Mitglied der NDP, Chef des Zirkels „Terre & Peuple“; „Volk und Erde“) führte auf der Abschlussveranstaltung am Abend aus: „Auf die Frage ,Wie gegen die Invasion kämpfen?’ habe ich eine Antwort. Einen Namen: Charles Martel. Eine Antwort: den Krieg. Den ethnischen Krieg.“

und ein ganzer Absatz:

Bei der Abschlussrunde stachen unter anderem die Ausführungen des Rassenideologen Pierre Vial und des 34-jährigen Generalsekretärs des PdF, Thomas Joly, hervor. Joly sprach sich dafür aus, dass die rechten Partei zwar Wahlen als „Tribüne“ benutzen, aber auf keinen Falle auf eine vor allem an Wahlen orientierte Strategie setzen sollten: Sie dürften sich „nicht ins System integrieren“, sondern ihr Ziel müsse sein, „das System zu stürzen“. Die Vertreter der etablierten Kräfte, fügte er hinzu, würden „dann wohl nach New York oder nach Tel Aviv ins Exil gehen“. Thomas Joly grüβte vom Redner-Mikrophon auch ausdrücklich das „Unterstützungskomitee für Vincent Reynouard“, das im Saal einen Stand hatte. Reynouard ist wegen zahlreicher Vorfälle öffentlicher Holocaustleugnung seit einem knappen halben Jahr inhaftiert.

Wie bereits gesagt, ausführlicher ist das Ereignis bei Hagalil beschrieben und sehr lesenswert.

Unterm Strich wird deutlich, dass Pro-Köln und Pro-NRW nicht wirklich zu Bemühungen bereit ist, sich vom Nationalsozialistischen Bereich des Rechtsextremismus zu distanzieren. Im Gegenteil. Allerdings ist dies nichts neues.


PI halt

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Seit Ewigkeiten schaue ich nur noch stichprobenartig bei diesem Praktisch Irrelevanten Blog vorbei.

Einmal gelurkt, schon fällt dieser Kommentar auf. Allerdings nicht den dortigen Kommentarmitschreibern. Entweder es sind übertolerante Gutmenschen, oder sie sind einfach nur zu blöd um zu kapieren, was da steht. Ich tippe auf letzteres.


Die Schwierigkeit von Vergleichen

Moslemfeindlichkeit und Antisemitismus

Vergleiche hier, vergleiche dort. Sie sind nützlich. Es ist auch nützlich, unterschiedliche Ressentiments miteinander zu vergleichen, z.B. Die Moslemfeindlichkeit mit dem Antisemitismus. Das Ergebnis eines Vergleichs ähnlicher Dinge ist immer die Erkenntnis, dass es Gemeinsamkeiten, aber eben auch Unterschiede gibt. Logisch.

Falsch ist es jedoch, aus welcher Motivation heraus auch immer, derartige Vergleiche anzustellen, um primär die Gemeinsamkeiten zweier Phänomene in den Vordergrund zu stellen. Dies kann, ob beabsichtigt oder nicht, dem Zweck der Gleichsetzung dienen. Beispielsweise um andeuten zu können: “Seht her, das ist ja das selbe! Das eine genau so schlimm wie das andere!” Dies kann in mehrlei Hinsicht gefährlich sein. Einerseits besteht die Gefahr einer niedrigschwelligen Verharmlosung. Zudem kann eine Ineinssetzung suggerieren, dass sich auch der Umgang mit den problematisierten Ressentiments gleichen müsse. Bei genauerer Betrachtung jedoch unterscheiden sie sich in einigen derjenigen Punkte, die Aufschluss darüber geben, mit Wem man es zu tun hat, was er will, und mit welchen Strategien man ihm begegnen sollte. Ebenso wichtig sind daher die Unterschiede zwischen den Phänomenen.

Ein Vergleich ist also gut und richtig, um Feindbildkonstruktionen zu erforschen, schlicht damit das neu aufgetretene Feindbild überhaupt als solches erkannt wird. Gleichsam ermöglicht der Vergleich jedoch, was nicht weniger wichtig ist, auf elementare Unterschiede hinweisen zu können. Beispielsweise bezüglich der Motivation des Täters:

  • Unterstellt man Antisemiten die gleichen Motivationen wie Moslemfeinden, dann unterstellt man ihnen damit, sie würden Juden lediglich hassen, solange sie in Deutschland anwesend sind. Eine Ausreise würde demnach genügen, um den Hass abzubauen. Das wäre eine grobe Verharmlosung des Antisemitismus, denn der Antisemitismus richtet sich gegen Juden, weil sie existieren.
  • Unterstellt man umgekehrt Moslemfeinden eine Motivation, die der des Antisemiten gleicht, dann unterstellt man ihnen wiederum, über einer Milliarde Menschen übel zu nehmen, dass sie existieren. Dies wäre eine Übertreibung, die den Antisemitismus wie ein vernachlässigbares Phänomen erscheinen lässt. In der Praxis zeigt sich, dass Moslemfeinde überhaupt keine derartigen Ambitionen hegen. Ganz im Gegenteil.

Ergebnis dieses Vergleichs:
Trotz Ähnlichkeiten bezüglich der Feindbildkonstruktion verbietet sich eine Gleichbehandlung bezüglich der Motivationslage kategorisch.

Gewaltbereiter Islamismus und Faschismus

In einer anderen Weise kann auch der Vergleich zwischen gewaltbereitem Islamismus und dem Faschismus schwierig sein, der ganz gerne mal die Runde macht. Es lassen sich Ähnlichkeiten im Konstrukt ausmachen, ebenso jedoch auch Unterschiede, die darauf hindeuten, dass beide Phänomene nicht gleich behandelt werden können.

Mit diesem Thema beschäftigt sich der Artikel “Von Nazis und Islamisten”.

Es gibt Gemeinsamkeiten, die zeigen, dass ein Problem existiert:

Der gewaltbereite islamische Fundamentalismus macht mit dem Islam, was der Nationalsozialismus mit dem deutschen Patriotismus gemacht hat. Beide sind eine leichte Beute für Demagogen, denn es gibt keine allgemein akzeptierte Autorität, die über den richtigen, guten Patriotismus oder Islam entscheidet. Beide scheren sich nicht um das Leben ihrer Anhänger. Beide fühl(t)en sich gedemütigt, bedrängt, sehn(t)en sich nach dem Retter. Beide kultivier(t)en in diesem Klima den Hass auf die Juden. Beide bringen ein intellektuelles Klima hervor, in dem das Ressentiment blüht, der Dekadenzvorwurf, die Verschwörungstheorie, die Wahnidee von kultureller Reinheit, die Welteroberungsfantasie, apokalyptische Visionen und Ängste.

Aber auch wesentliche Unterschiede.

Vor einem neuen Faschismus hüten wir uns durch die Einhegung und politische Entschärfung patriotischer Gefühle, durch den weitgehenden Verzicht auf patriotische Diskurse als Mittel innenpolitischer Polarisierung.

Und dies funktioniere bei Religionen eben nicht, da Religiöse Identifikation inhaltlich über die nationale Identifikation hinausgeht, und in aller Regel nicht geographisch gebunden ist. Das ist nur einer der Unterschiede. Es gibt auch weitere, die im Artikel angedeutet werden.

Wer also glaubt, durch Begrifflichkeiten wie “Islamfaschismus” zu suggerieren, man könne den gewaltbereiten Islamismus auf eine Weise eindämmen, wie es mit dem Nationalsozialismus vorgemacht wurde, nämlich durch Aufgriff der Kriegsrethorik und der praktischen Demonstration der real vorhandenen militärischen Macht, läuft ebenso auf dem Holzweg wie jene, die glauben und behaupten, dass Moslemfeindlichkeit lediglich eine aktualisierte Form des Antisemitismus sei. Hätte die Gleichbehandlung einen realen praktischen Nutzen, dann wären sowohl Moslemfeindlichkeit als auch gewaltbereiter Islamismus bereits Themen für die Geschichtsbücher.

Was den Islamismus angeht, so bietet der Artikel dennoch Vorschläge.

Das Wohlstandsversprechen des Westens muss eingehalten werden, denn auch hierdurch definiert er sich gegenüber der (auch islamischen)Außenwelt. Wenn islamisch geprägte Staaten also, nachdem sie sich dem Westen (partiell) zuwandten, wirtschaftlich auf der Stelle treten und ihren ärmsten keinen im Vergleich zur vorherigen Situation bescheidenen Wohlstand bieten, wird dies in der Bevölkerung antiwestliche oder sogar islamistisch-extremistische Kräfte mobilisieren.

Für die Türkei hieße dies beispielsweise, dass im Rahmen des EU-Integrationsprojektes nicht Konzessionen bezüglich historischer Fakten zu den Dingen höchster Priorität gehören. Druck auf eine zukünftige türkische Regierung, einen klug definierten Teil der horrenden Militärausgaben sukzessiv zugunsten eines gerechteren Sozialsystems umzuschichten, könnte bei ärmeren Teilen der Bevölkerung bewirken, dass das pseudosoziale Gebaren von gewaltbefürwortenden Islamisten nicht auf fruchtbaren Boden trifft. Hierbei wäre jedoch auch zu beachten, welche Partei gerade die Regierung stellt, und wo sie der Bevölkerung gegenüber den Ursprung der sozialen Veränderung verortet.


Dokutip: “White Terror”

Die Filmbeschreibung:

Im Laufe der letzten fünf Jahre hat sich innerhalb der radikalen Gruppen der Rechtsextremisten eine bedeutende Wandlung vollzogen. Die Veteranen sind entweder zu alt für den politischen Kampf geworden oder inzwischen verstorben. Neue Ideologen tauchen überall in Europa, Nordamerika und Russland auf. Sie haben nicht immer einen kahl rasierten Schädel und sie haben Unternehmen, Vertriebsfirmen, Musikclubs, Zeitschriften, Verlage oder auch Internetseiten gegründet und alte Symbole durch neue ersetzt.
Als Ergebnis einer zunehmenden Globalisierung, der Auflösung klarer Grenzen und einer rasanten Verbreitung neuer Technologien mussten die USA und Schweden schockiert feststellen, dass ihre Jugend zu rassistischer Gewalt anstachelt, dass diese zunehmend die ganze westliche Welt, aber auch Russland und seine Nachbarländer angesteckt hat. Die über das Internet und eine zunehmende Zahl von Büchern, Pamphleten, Zeitschriften, CDs, Audio- und Videokassetten verbreitete rassistische Propaganda gewinnt eine ständig wachsende Zuhörerschaft. In diesem Zusammenhang scheint die neonazistische Ideologie neue Territorien erobert und einen fruchtbaren Boden für ihre Propaganda gefunden zu haben.
Für ihre Jugend ist die Vergangenheit virtuelle Geschichte, in der das Reale nicht von seiner Nachahmung unterschieden werden kann. Ihre Vorstellungen von der Zukunft sind düster und bedrohlich. Nahezu 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind die USA zur Hochburg des Neonazismus geworden.

Die Doku dauert ca. 1,5 Stunden und lässt sich –> hier ansehen.


8. Mai – Tag der Befreiung

Rund jeder zweite Bundesbürger kennt die Bedeutung des 8. Mai nicht. Möglicherweise kann man dem auf etwas emotionalerer Ebene als bisher nachhelfen.

Erfreulich ist dennoch eine Entwicklung:

Für die überwältigende Mehrheit der Deutschen (85 Prozent) ist der 8. Mai auf Nachfrage eher ein Tag der Befreiung als ein Tag der Niederlage – letzteres sehen nur noch 7 Prozent. In den vergangenen 15 Jahren ist der Anteil der Bürger, die den 8. Mai als Tag der Befreiung sehen, laut der Umfrage deutlich angestiegen: 1995 lag der Wert bei 72 Prozent. Für 11 Prozent war es damals ein Tag der Niederlage.

An den Werten von 7 bzw. 11% lässt sich jedoch leider nicht die Zahl der für rechte Positionen empfänglichen Personen festmachen. Fremden- und Minderheitenfeindlichkeit, Chauvinismus und Sozialdarwinismus sind leider Quer durch sämtliche Gesellschaftsgruppen anzufinden und teils noch immer institutionell verankert.


Die Vergangenheitsbewältigung

Die Behauptung, die Bundesrepublik habe ihre Vergangenheit mustergültig aufgearbeitet, spotte jeder Beschreibung, sagte Kramer demnach: "Das betrifft sowohl die Verfolgung der Täter als auch die Entschädigung der Opfer." Es sei geradezu absurd, wenn hochbetagte Überlebende des Holocaust juristisch um ihre Entschädigung kämpfen müssten, "aber ihre Mörder in Deutschland gut versorgt ihren Lebensabend verbringen". Auch sei es in hohem Maße unglaubwürdig, Täter der DDR-Stasi zu verfolgen und bei Nazi-Verbrechen wegzuschauen.

(Quelle)

Angesichts des grassierenden Neonazismus in einigen ostdeutschen Regionen muss zwar die Vergangenheitsbewältigung innerhalb der DDR, die sich wohl auf ein “Wir sind die guten, die anderen waren die Verbrecher” zuspitzen lässt, sehr kritisch hinterfragt werden – das gleiche gilt auch für den Westen.

Wesentlich ist hierbei die Verfolgung der Täter – allerdings nicht einzig mit Blick auf ihre Schuld, sondern – ganz wichtig – auch mit Blick auf ihr politisches Wirken nach dem Krieg. Wo und wie hatte beispielsweise der Österreicher Herbert Schweiger gewirkt, und wie verhalten sich diejenigen politischen Strömungen, in denen er gewirkt hatte, aktuell zum dritten Reich, zum Nationalsozialismus und zu aktuellen Themen?

Die Tatsache, dass die Nationalsozialisten schon damals bereits vorhandene Stimmungen aufgriffen und propagandistisch zuspitzten, um an Relevanz zu gewinnen, sollte Anlass zur Wachsamkeit in der Gegenwart sein. Heute sind die gesellschaftlichen Stimmungen und Diskurse andere als damals, gesellschaftsübergreifend anschlussfähige Feindbilder unterscheiden sich in Teilen ebenfalls. Die Neo-Nationalsozialisten (ob weichgespült oder offen bekennend) greifen eben diese auf. Ein Blick ins benachbarte Ausland reicht bereits aus, um diese Entwicklung wahrzunehmen. Zwei Beispiele sind die Österreichische FPÖ, die (sowohl personell als auch programmatisch) indirekte Nachfolgepartei der NSDAP aus Österreich, sowie der von Nazisympathisanten gegründete und geführte Vlaams Blok(benannte sich in “Vlaams Belang” um).

Die Gefährlichkeit dieser Parteien besteht insbesondere darin, dass sie Ihre Absichten nicht offen in vom Nationalsozialismus geprägten Duktus artikulieren, sondern Versatzstücke der Ideologie teils mehr teils weniger stark verklausuliert in den Partei- und Wahlprogrammen sowie in Äußerungen von Wählern bis hin zur “Führerebene”(Strache/Haider) entsprechende Bekenntnisse zu finden sind. Sehr viel Wert legen diese – man muss es so sagen – Neo-Nationalsozialisten darauf, dass die Sprache möglichst keine Gemeinsamkeiten mit der Sprache der Nazizeit aufweist, welche grundsätzlich negative Assoziationen weckt. Zugleich bleibt eine ideologische Tendenz in diese Richtung erhalten, weshalb die FPÖ für offen bekennende Neonazis ohne größere Vorbehalte wählbar ist.Die in den Programmen stellenweise Betonung individueller Freiheit steht bei der FPÖ grundsätzlich im Widerspruch zur wiederholt betonten Freiheit der “Volksgemeinschaft”. Dieser Widerspruch wird in der Realpolitik zu Lasten der individuellen Freiheit aufgelöst. Diskriminierung existiert laut FPÖ-Parteiprogramm ausschließlich “auf Grund bestimmter Werthaltungen und politischer Einstellungen”. Der Begriff “Rassismus” wird nirgends erwähnt.

Hingegen ist im Parteiprogramm der FPÖ vielfach von der “Freiheit” und “Selbstbestimmung” im Bezug auf das “Volk” die Rede, welches als “Organische Einheit” bezeichnet wird. Auch die Betonung des und ein indirektes Bekenntnis zum “Deutschen Volk” fehlt nicht, im Wahlprogramm schlägt sich sogar eine Bevorzugung nieder.

Die Sicht auf Europa ist maßgeblich von der Vorgabe des Altnazis Herbert Schweiger mit seinem angestrebten “Europa der Vaterländer” geprägt. Es wird also eine Vielstaaterei nach Ethnischen Gesichtspunkten angestrebt, der die Blut & Boden-Ideologie zugrundeliegt.

Nicht nur hierin sind sich sämtliche rechtsextremen Parteien Europas einig, von der FPÖ über Pro-NRW, NPD und Vlaams Blok bis hin zur BNP. “Überfremdung”, “Ausländer” und “Islamisierung” sind weitere gemeinsame Themen. Zumindest die FPÖ deutet analog zur NPD dem “Raffenden Kapital” das “Schaffende Kapital” entgegen, was etwas anders verklausuliert angedeutet wird. “Internationales” Kapital gilt als unerwünscht, “Nationales” Kapital hingegen nicht.

Ganz grundsätzlich lässt sich feststellen, dass sich im Parteiprogramm der FPÖ überaus viele Parallelen zum sehr knapp und sehr allgemein gehaltenen Programm der NPD finden, jedoch auf regionale Begebenheiten und Befindlichkeiten zugeschnitten. Z.B. klafft aufgrund des Fehlens einer FDP-Schwesterpartei in Österreich eine ideologische Lücke, in die die FPÖ Mimikryseitig gestiegen ist. Man könnte fast vermuten, die NPD formuliere ein katalysatorisches Meta-Programm, das von vordergründig nicht in Verbindung stehenden “Außenstellen” regional angepasst wird. Die Verbindungen von Herbert Schweiger sowohl zur NPD als auch zur FPÖ sind ein gewichtiges Indiz dafür, das auch in zehn Jahren nicht an Bedeutung verlieren wird.

Unter diesen Gesichtspunkten sind auch Pro-NRW und die Republikaner sowie deren Kontakte zur FPÖ zu beurteilen.

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Doku: “Eine Gefahr für unser Land”

Die Doku zu “Die Grenze” war sehr interessant und bestätigt im Prinzip genau das, was man sieht, wenn man diese Szene auch nur oberflächlich betrachtet. von “Dee Ex” bis “Landser” – das Ziel ist das selbe.

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PI-NEWS: “White Pride World Wide” nur zwei Klicks entfernt

Beim Störungsmelder wird aktuell die Islamfeindliche Website “PI-News” behandelt.

Warum PI-News rechtsextrem ist:

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(Quelle)

Ich weiß ja nicht, was PI-News Leser, “Spürnasen” und die “Redaktion” sonst noch alles lesen, ganz offenkundig lesen sie aber die Quelle, auf die sich PI-News hier bezieht:

hxxp://www.eutimes.net/2009/11/shocking-report-reveals-that-92-of-gang-rapists-in-london-are-non-white/

Diese wiederum hat lediglich eine 1:1-Kopie eines Artikels der rechtsextremen BNP online gestellt, die vermutlich schon 2004 eine rassistische Kampagne aufgrund einer älteren Erhebung startete:

4. Racist misrepresentation and exploitation of the issue of rape

Project Sapphire previously investigated “group rape”, i.e. gang rape. The police focus on gang rape has put forward a racist agenda promoted by the media. In January 2004, Scotland Yard claimed that gang rape is mostly perpetrated by “lawless” young Black men against white women. According to the Observer, Project Sapphire insisted their initiative had nothing to do with race. As the police are repeatedly found to be institutionally racist, they are not in a position to judge. When the victim is a woman or child of colour, sexism and racism combine against her. For example, a young Black woman who reported rape and assault by two men, whom she accompanied because one was a trusted family friend, complained to us that the police grilled her about her sexual history, pursuing one man’s story that she was paid for sex. Yet it should have been obvious from her physical injuries that she had been violently attacked.

Mit “nicht-weiß” meint die BNP im übrigen: Schwarz.

Die BNP ist übrigens nicht in der Lage, auffindbare Quellen zu nennen. Das Sapphire-Projekt bietet online keinerlei Informationen zum Thema an. Diese “Statistik” ist nirgends zu finden.

Darum soll es auch nicht gehen. Interessant ist die Website, auf die sich PI-News selbst bezieht:

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Interessant sind hierbei nicht nur die Meldungen der Website, bei denen es sehr häufig um “White Nationalists” geht, sondern die Linkliste, um die Ausrichtung der PIschen Quelle zu veranschaulichen:

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Es handelt sich hierbei entweder um Websites mit einem klar erkennbaren Nationalsozialistischen Spin, oder um Websites mit klar antisemitischer Ausrichtung. Nach einem Klick auf den “Stormfront”-Link prangt oben links im Browser folgendes Symbol, allerdings nicht durchgestrichen:

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Weiter unten auf der von PI-News verlinkten Website findet sich ein Link zu einem antisemitischen 911-Verschwörungstheorie-Film.

Bin ich wirklich ganz alleine, wenn ich bei PI-News an folgendes Bild denke?

Siehe auch:
Die geheuchelte Israelsolidarität von Pro-Köln

Ergänzung (28.11.09, 16:37 Uhr):

Es gibt wohl doch eine Quelle mit den Zahlen. Die muss man sich allerdings erst einmal aufwändig suchen. Angegeben hatte sie keine der rechtsextremen Websites(wohl ganz bewusst):

http://www.mpa.gov.uk/committees/sop/2009/091105/07/#h1000

Die Zahlen gibt es also, sie sagen jedoch etwas anderes aus, als die Überschriften und der Inhalt von BNP, den Neonazis und PI suggerieren:

Based on accounts supplied by victims and witnesses, the breakdown for offences with three or more suspects since 2003/4 to 2008/9, is as follows:
groups of all white suspects have dropped from 11% (eight offences) to 8% (seven offences).

Where there are groups of mixed ethnicity, this has risen from 14% (10 offences) to 24% (22 offences).

Groups of all black suspects have dropped from 44% (31 offences) to 32% (30 offences).

Von der BNP usw. werden kurzerhand alle Mitglieder gemischter Gruppen(also solcher Gruppen mit schwarzen *und* weißen Mitgliedern) komplett den „nicht-weißen“ zugeordnet, und verschwiegen, dass der Gesamtanstieg insbesondere bei diesen gemischten Gruppen zu finden ist. Eine gemischte Gruppe ist es nach dieser Statistik z.B. schon, wenn zwei Weiße und ein Schwarzer zusammen kommen.

Man versucht dort also, Schwarzen eine ganz besondere(natürliche?) Neigung zur Gruppenvergewaltigung zu unterstellen, und weiße besonders als Opfer bzw. homogen(!) weiße Gruppen als Nicht-Täter herauszuheben.


Fundstück – Sieg Fail!

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