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Williamson nimmt Holocaustleugnung nicht zurück

Williamson “Williamson soll in einer Ecke schweigen”, sagt Bischof Bernard Fellay, generaloberer der umstrittenen Bruderschaft “Pius X”. Genau so klingt auch die “Entschuldigung” des Holocaustleugners Williamson. Sinngemäß: “Hätte ich mal lieber nichts gesagt”. Dies ist wohl das resultat der Beratungen mit dem Holocaustleugner David Irving.

Er soll nicht schweigen, sondern Klartext reden. Schwanger oder nicht schwanger? Holocaust oder nicht?

Der Vatikan jedenfalls lässt Williamson abblitzen. Die Entschuldigung erfülle nicht die Vorgaben des Vatikans. Dies zeigt die klare Kante des Vatikans, dass Holocaustleugnung inakzeptabel ist. Andererseits sind dem Vatikan auch die Hände gebunden, denn nach kanonischem Recht ist die Exkommunikation aufgrund der Holocaustleugnung nicht möglich. Im Sinne des Jüdisch-Christlichen Dialogs sollte dies meiner Haltung nach jedoch ermöglicht werden, indem sie zum Beispiel als Häresie geltend gemacht wird. Der Zentralrat der Juden in Deutschland, repräsentiert durch Charlotte Knobloch, fordert daher weitere Schritte.

Möglich wäre es, dass Williamson in Deutschland angeklagt, und per Europäischen Haftbefehl ausgeliefert wird, so Bundesjustizministerin Zypries:

Grundsätzlich fällt das Delikt unter die Regelung des europäischen Haftbefehls. Das heißt, Deutschland könnte einen solchen Haftbefehl ausstellen

Siehe auch: Williamson in London

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Pius-Skandal: Eine protestantische Sicht

Ohne viele Kommentare hier eine schön beschriebene, sicher nicht allgemeingültige, aber schlüssige und mit dem Christentum versöhnende protestantische Sicht auf dieses Ereignis, das in der einen oder anderen Form sicherlich Geschichte schreiben wird.

Hinzu ein sehr wichtiger Artikel von gleicher Stelle: Solidarität mit den Opfern des Holocaust!


Merkel begrüßt Vatikan-Aufforderung an Holocaust-Leugner

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Aufforderung des Vatikans an den Holocaust-Leugner Richard Williamson zur Widerrufung seiner Äußerungen begrüßt.

Dies sei ein "wichtiges und gutes Signal", sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Dies mache deutlich, dass die Leugnung des Holocausts niemals ohne Folgen im Raum stehen bleiben könne. "Nur ohne Antisemitismus kann überhaupt ein gedeihliches Miteinander von jüdischen Gemeinden und christlichen Kirchen gelingen", sagte die CDU-Chefin.

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Genau so sehe ich es auch. Zwar steht noch immer der Antijudaismus und Islamhass der Piusbruderschaft im Raum (Siehe vorheriger Eintrag zum Thema, und dieser Hintergrundartikel), weshalb ich weiterhin den Standpunkt vertrete, dass sie wieder Exkommuniziert werden sollte, jedoch scheint es da auch kirchenrechtliche Schwierigkeiten zu geben. Das klare Signal zeigt jedoch zumindest, dass Vatikan und der Papst Fehler korregieren können – jedenfalls sofern der Druck auch stark genug ist. Wie sich die Geschichte mit den drei weiteren Bischöfen entwickelt, sollte weiterhin beobachtet und kommentiert werden, das ist dann aber wirklich eine innerkirchliche theologische Angelegenheit, in die sich zumindest die Politik nicht unbedingt weiter einmischen sollte.