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Radiobeitrag: Der Sound für Hass und Gewalt

Wie gefährlich ist rechte Musik?
Von Andrea Beer

Die kleine badische Gemeinde Rheinmünster-Söllingen hat ein großes Problem. Denn im Gasthaus Rössle treffen sich regelmäßig Neonazis und veranstalten dort Konzerte für Jugendliche. Das Landratsamt Rastatt hat versucht, die Skinheadkonzerte zu verbieten – doch bisher ohne Erfolg.

Rheinmünster-Söllingen ist ein neuer Schwerpunkt der rechten Szene, das musste Baden-Württembergs Innenminister Rech, CDU, jetzt zugeben. Man wolle versuchen, die Gaststätte zu schließen. Und auch die Bewohner von Rheinmünster fühlen sich zunehmend unwohl, ja sogar bedroht. Jetzt wehren sie sich gegen die Rechten. Gemeinsam mit mehreren Parteien haben sie eine Arbeitsgemeinschaft gegen Neonazis gegründet und vor rund zwei Wochen auch demonstriert – gegen den Wirt des Gasthofs Rössle, der die Konzerte veranstaltet. Und viele befürchten: Bleibt das Rössle ein Anlaufpunkt für Neonazis, kann sich die Szene dort etablieren.

Wie gefährlich ist die rechte Musik für Jugendliche? Darüber sprechen wir in SWR2 Kontext mit dem Rechtsextremismusforscher Martin Langebach von der Uni Düsseldorf.

Quelle: SWR
Länge: ca. 15 Minuten
Direktlink: MP3

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Dokutip: “White Terror”

Die Filmbeschreibung:

Im Laufe der letzten fünf Jahre hat sich innerhalb der radikalen Gruppen der Rechtsextremisten eine bedeutende Wandlung vollzogen. Die Veteranen sind entweder zu alt für den politischen Kampf geworden oder inzwischen verstorben. Neue Ideologen tauchen überall in Europa, Nordamerika und Russland auf. Sie haben nicht immer einen kahl rasierten Schädel und sie haben Unternehmen, Vertriebsfirmen, Musikclubs, Zeitschriften, Verlage oder auch Internetseiten gegründet und alte Symbole durch neue ersetzt.
Als Ergebnis einer zunehmenden Globalisierung, der Auflösung klarer Grenzen und einer rasanten Verbreitung neuer Technologien mussten die USA und Schweden schockiert feststellen, dass ihre Jugend zu rassistischer Gewalt anstachelt, dass diese zunehmend die ganze westliche Welt, aber auch Russland und seine Nachbarländer angesteckt hat. Die über das Internet und eine zunehmende Zahl von Büchern, Pamphleten, Zeitschriften, CDs, Audio- und Videokassetten verbreitete rassistische Propaganda gewinnt eine ständig wachsende Zuhörerschaft. In diesem Zusammenhang scheint die neonazistische Ideologie neue Territorien erobert und einen fruchtbaren Boden für ihre Propaganda gefunden zu haben.
Für ihre Jugend ist die Vergangenheit virtuelle Geschichte, in der das Reale nicht von seiner Nachahmung unterschieden werden kann. Ihre Vorstellungen von der Zukunft sind düster und bedrohlich. Nahezu 60 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind die USA zur Hochburg des Neonazismus geworden.

Die Doku dauert ca. 1,5 Stunden und lässt sich –> hier ansehen.


Razzia bei rechtsextremer Musikszene

Offenbar ist der Polizei ein Schlag gegen einen Rechtsextremen Musikvertriebsring gelungen. Dabei sollen über 50.000 CDs, ein Dutzend Waffen und mehrere Computer sichergestellt worden sein.

"Die Musik bildet das Tor, durch das junge Menschen gelockt werden sollen", sagte der leitende Oberstaatsanwalt Siegfried Mahler. "Musik ist ein wesentlicher identitätsstiftender Faktor der rechten Szene. Durch die Produktion und den Vertrieb von Tonträgern mit rechtsextremistischer Musik werden jährlich mehrere Millionen Euro umgesetzt", sagte Mahler.

Quelle

Wofür diese Gelder beispielsweise verwendet werden, zeigt die folgende Reportage: