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Sehenswert: Serdar Somuncu bei Lanz

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Radiobeitrag über PI-News und Moslemfeindlichkeit

Aus: “HR2 – Kultur, der Tag”


Sarrazin wurde widerlegt

Sarrazin wurde widerlegt, hier das Dossier.

Und es ist nicht das erste mal.
– der IDW Die Bertelsmann-Stiftung tat es bereits
– Die Linkspartei tat es(PDF) ebenfalls schon

Sarrazin lügt wohl, wenn es so einfach ist.


Wer sind die Sarrazinesen?

Sehr interessant, hier gefunden.

Es wurde ein Psychogramm des durchschnittlichen Sarrazin-Fans erstellt. Es zeigen sich hierbei leicht autistische Züge.

Er ist ein Mann, das allerwichtigste in seinem Leben ist beruflicher Erfolg. Er mag die taz nicht sonderlich, die BILD schon eher. Die „Welt“, „Zeit“ und „FAZ“ mag er wirklich, darunter ganz besonders die Sonntagsausgabe der FAZ. Die FAZ hatte, um auch diese zu charakterisieren, im Jahre 2007 als letzte Zeitung die Frakturschrift abgeschafft. Der Sarrazin-Fan ist ein Mauerblümchen. Am wohlsten fühlt er sich zu Hause, Veränderungen in der Lebensführung mag er gar nicht. Er hält sich lieber an eingeschliffene Gewohnheiten. Wirklich Trendbewusst ist er nicht. Er will zwar wissen, was „in“ ist – aber er will es eben nur wissen. In seiner Freizeit ist er nicht sonderlich aktiv. An den Segnungen des Lebens möchte er eher nicht teilhaben, denn er ist sehr vorsichtig. Risiken geht er keine ein, Neues probiert er nicht aus. Zur Selbstbelustigung greift er zu Kabarett- und Satiresendungen und konsumiert Boulevardstücke und Volks- und Bauerntheater. Der Autor der Süddeutschen ist merkbar verblüfft, da die kaum vorhandene Wagnisbereitschaft des Sarrazin-Lesers nicht mit seiner Orientierung am beruflichen Erfolg harmoniert. Es passt einfach nicht zusammen.

Möglicherweise liegt ja genau in diesem Widerspruch die eigentliche Unzufriedenheit der Sarrazinesen begründet.

Es stellt sich jedoch noch eine weitere Frage… Es wurden für die Untersuchung ausschließlich Käufer des Buchs herangezogen, und…

der Unterstellung, er [der Käufer] könne sich „nur das Nötigste anschaffen“, widerspricht er entschieden

was er mit dem Kauf dieses Buches beweist. Aber was ist mit den anderen? Mit denen, um die es im Buch geht, die sich also tatsächlich „nur das Nötigste anschaffen“ können? Und was ist mit vielen, die aus Prinzip nicht bereit sind, Sarrazin finanziell unter die Arme zu greifen? Sie raubmordkopiertenfanden es irgendwo im Internet, und trugen daher nicht zum oben gezeigten Psychogramm bei. Das weiß man auch bei der taz:

Was also tun? Nun, man könnte sich das Buch unentgeltlich aus dem Netz herunterladen. Ein Freund sagte, es hätte ihn fünf Minuten gekostet.


Der Vergleich

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Was wurde schon – auch in verächtlichem Ton – über den Vergleich zwischen Islamophobie und Antisemitismus[S.2] gestritten – es wurde aneinander vorbeigeredet, hysterisch wurde versucht, an der Reputation einzelner Protagonisten zu kratzen. Dies reichte bis hin zu einer “kleinen Eskalation” im deutschsprachigen Feuilleton, die auch tatsächlich zu einer Versachlichung führte(die wiederum streckenweise durch Sarrazin torpediert wurde). Sowohl die Grenzen von Vergleichsmöglichkeiten als auch tatsächlich vergleichbares wurde herausgearbeitet. Dennoch können sich auch viele derer, die ein Problem in antimuslimischen Ressentiments sehen, nicht mit dieser Betrachtungsweise anfreunden. Die Sorge: Allzu groß ist die Gefahr einer Gleichsetzung und damit einer indirekten Marginalisierung des Antisemitismus im allgemeinen bis hin zur indirekten Rechtfertigung der Shoa. Hierzu würde es tatsächlich reichen, Gemeinsamkeiten hervorzuheben und zugleich die Unterschiede auszublenden oder gar zu leugnen.

Dankenswerterweise hatte dies ein rechtsradikales Magazin schon sehr frühzeitig zu Ende gedacht, und diese Sorge somit bestätigt.

Hieraus kann man nur den einen Schluss ziehen, dass mit derartigen Vergleichen, bei allem Sinn, den sie ergeben, sehr umsichtig umzugehen ist. Die durch einen Vergleich beschreibbaren Unterschiede sind den Gemeinsamkeiten mindestens gleichrangig. Letztlich kann sich hierbei auch herausstellen, dass andere Feindfiguren, wie beispielsweise der Antiziganismus, Zuschreibungen enthalten, die viel gewichtigere Parallelen mit der Moslemfeindlichkeit aufweisen, die im Antisemitismus jedoch nicht vorkommen. Gleichsam gilt dies auch für andere Feindbilder. Der Punkt ist der, dass überhaupt verglichen wird, und Schlüsse aus der Historie gezogen werden.

Auf Welt-Online stellt daher ein Autor die These auf:

Islamophobie ist nicht das Gleiche wie Antisemitismus. Die Vorbehalte gegen Muslime erinnern eher an die Katholophobie, die es bis ins 20. Jahrhundert gab.

Er wirbt hierbei fernab von Unterstellungen “böser Absichten” für eine Vergleichende Betrachtung der Islamfeindlichkeit mit dem historischen Antikatholizismus. Den Vergleich mit dem Antisemitismus hält er nicht für hilfreich, denn:

Antisemiten glauben, dass Juden gleichzeitig erbärmlich und unglaublich mächtig sind, dass sie die Weltpresse kontrollieren, dass sie hinter dem Bolschewismus und dem Kapitalismus zugleich stecken(…)

Hier ist dennoch anzumerken, dass im moslemfeindlichen Kerndiskurs häufig ebenso Verachtung gegenüber einer imaginierten Presseverschwörung mitschwingt, mitsamt der Theorie, die Presselandschaft sei von den “Feinden” beherrscht, die eine “Umvolkungspropaganda” betrieben. Je nach politischer Ausrichtung sind es “Gutmenschen, 68er, K—Gruppen”(sagt Ulfkotte), oder eben “die Zionisten”(sagen Nazis). Aber es ist wirklich in der Tat so: niemand sagt, “die Moslems” steckten leitend hinter “der Presse”.

Weiter führt er aus:

(…)der laut zeternde Feind des Islam, der seinen Hass im Internet kundtut, glaubt nicht, die Muslime hätten mit List den Börsencrash des Jahres 2008 inszeniert, um sich zu bereichern. Solche besonders perfiden Gemeinheiten bleiben für die Kinder Israels reserviert.

Und das, Obwohl Schariabanken am stabilsten aus der Krise getreten sind, und vielfältig laut und positiv über dieses System nachgedacht wurde. Stoff für Verschwörungstheorien hätte es also durchaus gegeben. Eine solche Genialität und Boshaftigkeit traut der Moslemfeindliche Diskurs einer Kultur, die als “minderwertig” markiert wird, jedoch nicht zu. Während der Antisemitismus das Volk “von oben und von innen her” bedroht sieht, sieht die Moslemfeindlichkeit das Volk “von unten und von außen her” bedroht.

Hier ergeben sich dann tatsächlich interessante Parallelen zum angelsächsischen Antikatholizismus, von denen der Autor dann auch einige beschreibt. Ob diese Parallelen in sich schlüssig sind, ist offenbar ebenso umstritten. Es gibt Stimmen, die sich gegen jeden Vergleich aussprechen.

Es gibt zudem Stimmen, die sich für eine genauere Differenzierung des islamkritischen Milieus aussprechen. Islamkritik ist eben nicht gleich Islamkritik. Eine Verurteilung von Islamistischen Terroranschlägen durch autochtone deutsche Muslime kann schwerlich als Islamkritik oder gar “Islamophobie” bezeichnet werden. Vielmehr ist dies ein Ausdruck einer Verteidigung des Islam gegenüber extremistischen Tendenzen.

Generell ist es daher geboten, diskursive Elemente zu ordnen und unterschiedlich mit ihnen umzugehen, wie es Micha Brumlik in der Taz fordert. So gibt es:

1. feindselig verwendete „Realistische Behauptungen über Fremdgruppen“; 2. „Fremdenfeindliche Behauptungen, die ein sozial bedrohliches Verhalten sämtlichen ihrer Mitglieder einer Gruppe zurechnen, die aber nur auf dem Verhalten einer Minderheit dieser Gruppe basieren“, sowie 3. „Chimärische Behauptungen, die mit Gewissheit Charakteristika, die empirisch nie beobachtet wurden … einer Fremdgruppe und allen ihren Mitgliedern zuweisen.“

Es muss also genau hingesehen werden, ob in einer konkreten Argumentation Islamkritik, Islamfeindlichkeit oder Islamophobie vorliegt, was jedoch manchmal kaum möglich ist:

Es wäre bei Aussagen, die eventuell zu pauschal als „Islamophobie“ bezeichnet werden, im Einzelfall zu prüfen, ob es sich dabei um realistische Behauptungen, unzulässige Generalisierungen oder um wahnhafte Hirngespinste handelt. Terminologisch ließe sich dann zwischen „Islamkritik“, „Islamfeindlichkeit“ und „Islamophobie“ unterscheiden. Der Erfolg von Sarrazins Machwerk lässt sich dann aus seiner brisanten Mischung erklären, daraus, dass es neben der generalisierenden „Islamfeindlichkeit“ eben auch einige Elemente seriöser „Islamkritik“ enthält sowie – vor allem in den letzten Abschnitten des Buches unter dem Deckmantel der Satire – klinische Islamophobie verbreitet.

Es muss also darum gehen…

unterschiedliche Formen gruppenbezogener Menschenfeindschaft (…) daraufhin zu untersuchen, wie sich bei ihnen realistische Beobachtungen, unzulässige Generalisierungen und klinische Wahnvorstellungen mischen.

Dieser Ansatz ist für das gesamte Spektrum der Feindbilder sehr sinnvoll. Hierbei sind nicht allein die innerhalb der deutschen Gesellschaft existenten Feindbilder gemeint, sondern auch Feindbilder, die in anderen Ländern durch Mehrheiten gepflegt werden, z.B. die türkische Kurdenfeindlichkeit, die ägyptische Koptenfeindlichkeit, die niederländische Moffenfeindlichkeit, die Homophobie in Uganda, die protestantische Katholikenfeindlichkeit in den USA, und selbstverständlich auch der islamisch unterfütterte Antisemitismus.

Die Mischung aus Realismus, Feindschaftlich-generalisierender Unterstellung und Phobie ist jeweils eine völlig andere. In allen Fällen gilt es jedoch, die phobischen Zuschreibungen klar zurückzuweisen, Generalisierungen richtigzustellen und sich konstruktiv mit realistischer Kritik auseinanderzusetzen. Die komplexeste Aufgabe liegt dabei im Umgang mit Schriften, die alle drei Elemente vermischen. Es ist zu erwarten, dass die Zahl diesartiger Schriften zunehmen wird.


Berliner Anschlagsserie und die „Integrationsdebatte“

In Berlin kommt es seit Monaten immer wieder zu Anschlägen auf Moscheen. Politiker sehen darin eine folge der „Integrations“-Debatte.

Sechs Anschläge sind hierbei gezählt, die Polizei geht jedoch von einer höheren Dunkelziffer aus. Vor einer Woche hieß es noch, es seien „Einzelfälle“.

Gerade die massive „Deutschland schafft sich ab“-Werbekampagne von Bild und Spiegel, die propagierte, der „Stolz, Deutscher zu sein“ solle als etwas erstrebenswertes betrachtet werden, und die Anwesenheit von Muslimen bzw. Menschen aus dem „Islamischen Kulturraum“ solle zugleich prinzipiell als Gefahr für das Land betrachtet werden, sowie hysterische Reaktionen, wenn sich Vertreter von Minderheitenorganisationen mahnend zu Wort melden, führen zwangsläufig dazu, dass rechtsorientierte Jugendliche eine gesellschaftliche Legitimation für Gewalttaten sehen.

So verwundert es auch nicht, dass das Opfer des rechtsextremen Mordes in Leipzig ein Christ war, kommt es schließlich aus einem mehrheitlich von Muslimen bewohnten Land, dem Irak. Diejenigen, die ein entsprechendes Ressentiment pflegen, fragen nicht danach, ob eine Personen wirklich Muslimisch ist. Wer Muslim ist, entscheidet der Täter. Werden Personen aufgrund der Physiognomie in die Kategorie „Orientalisch“ eingeordnet, spielt sich im Kopf das gesamte Muslimfeindliche Zuschreibungsprogramm ab. Ähnlich war es auch bezüglich eines rechtsextremen Mordes in Dresden, als der Täter die ägyptische Pharmazeutin unzutreffend als „Islamistin“ und „Terroristin“ beschimpfte, weil die Physiognomie, das Kopftuch oder beides aus Sicht des Täters bereits als „Beweis“ dafür ausreichte.

Anschläge auf symbolische Einrichtungen können ebenfalls auf das gesellschaftliche Klima zurückgeführt werden. Auch hierbei glauben Täter an einen gesellschaftlichen Rückhalt. Der Mechanismus ähnelt dem, der im Rahmen typisch übertriebener öffentlicher Diskurse rund um den Nahostkonflikt die Wahrscheinlichkeit antisemitischer Anschläge auf Synagogen steigen lässt. Aber auch rassistisch aufgeladene „Integrationsdebatten“ können eine solche Wirkung entfalten.

Daher ist es auch kein Wunder, wenn Moscheen auch folgendermaßen beschmiert werden:

In einem Fall wurde ein muslimisches Gebetshaus mit den Worten „Ihr Juden“ beschmiert.

Hier stellt sich schon die Frage, ob Apologeten der „Islamkritik“ wissen, was sie da tun.


Radiobeitrag: „Eine Gefahr für die Demokratie“

Die Berliner Soziologin Prof. Dr. Juliane Karakayali vom Netzwerk für kritische Migrationsforschung über die deutsche Integrationsdebatte und die kritische Stellungnahme „Demokratie statt Integration“.

Kurzbeschreibung:

„Die Rede von der Integration ist eine Feindin der Demokratie.“ Während eine Unzahl von Deutschen sich ihre Gedanken über Integration machen, während sie mal mehr mal minder rassistisch darüber sinnieren, ob und wie die Eingliederung von ImmigrantInnen bewerkstelligt werden könnte, formuliert eine Gruppe von WissenschaftlerInnen, KünstlerInnen und PolitaktivistInnen eine Stellungnahme, die die Integrationsdebatte in ihrer gegenwärtigen Form gänzlich ablehnt. Mehr über das Statement in einem Gespräch mit der Berliner Soziologin Juliane Karakayali.

Diese Radiosendung stammt von freie-radios.net und unterliegt einer CC-Lizenz. (Quelle)

Der Text „Demokratie statt Integration“ ist in Deutscher, Englischer und Türkischer Sprache verfügbar.


Hagen Rether – die Angst vor dem Islam

 

Hagen Rether in der Sendung „Neues aus der Anstalt“ am Abend des 16.11.2010.


Stimmen aus dem deutschen Untergrund

Ihr Applaus, Herr Sarrazin!

Die Muslime wollen uns umbringen, der Islam macht dumm, der Präsident der Türken heißt Christian Wulff: ISLAM-HASSER fühlen sich bestätigt, seit die sogenannte Integrationsdebatte läuft. Stimmen aus dem deutschen Untergrund

Der Zwischenruf aus Berlin von HANS-ULRICH JÖRGES

Wo der Schweinehund knurrt, lautete der Titel meiner Kolumne vor zwei Wochen. “Niemals seit der Judenverfolgung wurden Menschen in Deutschland so pauschal, so grobschlächtig und so verletzend ausschließlich nach ihrem Glauben beurteilt und herabgewürdigt“, schrieb ich über den Umgang mit den Muslimen. Diese Kolumne (www.stern.de/integration) hat viele Zuschriften ausgelöst, die einen schockierenden Eindruck vermitteln von der Stimmung nach Thilo Sarrazin. Also schweige ich diese Woche und lasse einige Verfasser zu Wort kommen. Keiner von ihnen scheint sich übrigens darüber im Klaren gewesen zu sein, wie sehr er den Titel meiner Kolumne bestätigt hat.

„Die meisten Deutschen wollen nun mal keine Nachbarn, deren Bibel, der Koran, sie Dutzende Male dazu auffordert, alle Ungläubigen, also uns, die christlichen, jüdischen oder atheistischen Deutschen, gnadenlos umzubringen.“

„Der Islam erklärt seit Anbeginn alle Nicht-Moslems für minderwertig und tötbar.“

„Lesen und verstehen Sie den Islam – nicht den kleinen, dummen oder von mir aus intelligenten Muslim – nein, das faschistische, menschenverachtende Buch des Koran. Auch Sie sind doch nur ein Untermensch, den man töten müsste, wenn er nicht konvertiert.“

„Für mich sind Sie ein Verräter am eigenen Volk.“

„Jetzt reiht er sich ein in die Riege der dummen oder verbrecherischen Moslemversteher!“

„Am besten, Sie verpissen sich in die Türkei. Oder in ein anderes Islamistenland. Zusammen mit Ihrem Busenfreund Wulff. Ein dreifaches Hoch auf Dr. Thilo Sarrazin!!!!!“

„Widerlicher Vaterlandsverräter. Die Moslems werden deinen Fladenbrotkopf auch absäbeln. Alle gläubigen Moslems, die nach dem Koran leben, sind potenzielle Mörder.”

„Aber nichts für ungut. sollten Sie mal unter kriminellen und tötenden Migranten-kindern leiden, dann können Sie Ihren Kommentar ja mal modifizieren.“

„Sie werden wohl auch erst wach, wenn der Rotweingürtel brennt.“

„Wie bei Stalin. Wir groß muss der Gulag eigentlich sein, damit Herr Jörges ein entspanntes Leben führen kann?“

„Wie ja auch die bisherigen ,Politiker’ und ‚Politikerinnen‘, türkischstämmig, in den Parteien deutlich zu verstehen geben: Sie vertreten nur türkische Interessen.“

„Lesen Sie den Koran… und Sie werden wissen: Es gibt keine Integration!“

„Man ist, als nicht ganz so gut situierter Mensch, der sich keine Stadtrandlage mit Mauer ums Grundstück leisten kann, immer wieder bestürzt, wie blauäugig gebildete Menschen wie Sie mit der Islamischen Ideologie verfahren und in typischer Appeaser-Manier versuchen, gewaltbereite Islamisten von der großen Masse der angeblich so friedlichen Moslems abzutrennen. Mit Verlaub, das ist genauso unsinnig, wie zu behaupten, man müsse zwischen guten und schlechten Nazis unterscheiden, um diese Ideologie … zu verteidigen.“

„Ich hoffe, die Zelten ändern sich und Leute wie Sie verlieren an Einfluss und wie andere vielleicht auch ihren Job.”

„Wir können Herrn Sarrazin nicht dankbar genug sein, dass er sich dafür opferte, dass die innere Mauer der politischen Korrektheit, mit der Sie und Ihre Kollegen mit DDR-Methoden die Menschen über Jahrzehnte umzingelten und in Schach hielten, durchbrochen Wurde. (…) Ja: Die Luft der Freiheit weht. Endlich!“

„Sagt Ihnen das ,arabische Modell‘ im deutschen Gebrauchtwagenhandel etwas? In meinem Bekanntenkrei wundert sich nur jeder, wie die vielen fliegenden Autohändler von diesen Schrottkisten leben können, dabei sogar Rollen von Euroscheinen in der Hosentasche haben.“

„Jetzt wird Tacheles geredet und hoffentlich bald einmal Tacheles getan! Erbdummheit? Tja, ob Sie’s nun glauben oder nicht, aber die entwickelt sich zwangsläufig, wenn, wie bei den Mohammedanern statistisch erwiesen, beinahe jeder Zweite mit einem Familienmitglied verheiratet ist. (…) Islam macht dumm.“

„Ich werde das Gefühl nicht los, dass vielleicht – wie in die europäische Wirtschaft – auch arabisches öl-Geld in deutsche Medien, Kirchen, Institutionen etc. geflossen ist.”

„Und dann auch noch Wulff … Natürlich kann man den Eindruck bekommen, er wäre nur der Präsident der Türken.“

„Das Fluten Deutschlands mit muslimisch osmanischen Fremdlingen raubt den autochthonen Deutschen ihre nationale Identität, sie werden kulturell entkernt und letztlich zu den künftigen Indianern Europas gemacht.“

Das alles wird man doch noch mal sagen dürfen…Oder, Herr Sarrazin?


Hier ist der Artikel, auf den sich die inhaltsbestätigenden Reaktionen beziehen. Auch zu diesem Artikel, der lediglich die Leserbriefe kommentarlos abdruckt, gab es PIsche Reaktionen. Einige davon gibt es hier bei Dybth zu lesen. Es geht bei PI & co. offensichtlich um nichts anderes, als um die Kultivierung von Verdummung und Hass.


Antisemitismus und Moslemfeindlichkeit befruchten sich gegenseitig

„Antisemitismus ist in der Mitte der Gesellschaft salonfähig geworden.“, sagt Kramer.

Dieser Trend habe sich ausgerechnet durch die Sarrazinische Debatte bestätigt.

“Im Bereich des Rechtsextremismus wird der Hass auf alle, die als ‚fremd‘ bezeichnet werden, immer deutlicher artikuliert. Das enthemmt auch rechtsextremistische Antisemiten, die sich in ihrem braunen Gedankensumpf bestätigt sehen”

Just in die Zeit beispielsweise, als Sarrazins Thesen von der Bildzeitung propagiert wurden, und sich Neonazis hierbei endlich bestätigt fühlten, dass “man wohl noch sagen dürfe”, fiel auch die Einweihung einer Synagoge in Mainz. Leserreaktionen bei der Welt-Online zeigten vor allem eines: Von Hemmungen war nichts zu spüren.

Einige Wochen später wurde dann auch ein Brandanschlag auf diese Synagoge verübt. Das Pikante: die Medienberichterstattung war sehr zögerlich – ähnlich zögerlich ging es beim Mord an einen Iraker in Leipzig zu. Man war wohl noch zu sehr damit beschäftigt, die Richtigkeit des sarrazinischen Ideologems von wertvoller und unwerter Zuwanderung zu propagieren, anstatt sich einmal damit zu beschäftigen, welchen Einfluss derartige Diskurse auf die üblichen Verdächtigen ausüben.

Dass Antisemitismus nicht völlig sauber von “Israelkritik” getrennt werden kann, zeigte im Mai dieses Jahres ein ”israelkritischer” Anschlag auf eine Synagoge in der Lutherstadt Worms. In einem Bekennerschreiben hieß es: “Sobald ihr nicht den Palästinenser Ruhe gibt, geben wir euch keine Ruhe!!!”. Auch hier war die Medienberichterstattung zunächst sehr zögerlich.

Manche vermuteten – aufgrund der Rechtschreibung – dass es sich bei letzterem nicht um Antizionisten der Naziprägung handelt, sondern vielleicht um einen Antizionisten islamistischer Prägung. Puh, Glück gehabt. Es war wahrscheinlich eh keiner von uns. Die Kritikwürdigkeit eines solchen Reflexes muss hoffentlich nicht näher erläutert werden. Dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass es natürlich einen Antisemitismus islamistischer Lesart gibt, der bis in die Alltagskultur mancher Menschen vordringt. Nach dem Vorfall mit der “Free Gaza”-Flottille und insbesondere der Mavi Marmara und ihren z.T. klar antisemitischen Jihadisten zeigte sich dies am deutlichsten. Daher betont Kramer:

dass es eine „wild wuchernde antisemitische Szene in islamistisch-fundamentalistischen Kreisen“ gebe. Dort gehöre „Judenhass zum guten Ton – und zwar völlig ungeniert“. Kramer fügte hinzu: „Je offener diese Ideologie gepredigt wird, umso größer ist auch die Gefahr, dass sie vor allem junge Menschen beeinflusst und für legitim gehalten wird.“

Ein Punkt vergisst er hier jedoch, der ebenfalls eine Rolle spielt: Ein solcher Antisemitismus kann sich auch durch die Herstellung falscher Kausalitäten speisen und Resultat einer Art Querfront sein:

  1. Zum einen natürlich, wenn es direkt um Israel geht. Beispielsweise aber auch dann, wenn berechtigte Kritik an grassierender Moslemfeindlichkeit dazu missbraucht wird, um antiisraelische oder antiamerikanische Vorurteile zu bestätigen. Dies passiert auf Islamistischer, aber teils auch auf links-antiimperialistischer Seite, und teils sogar auf Seiten der Neonazis. Moslemfeindlichkeit wird hierbei nicht selten austauschbar als von zionistischen, kapitalistischen und/oder imperialistischen Kräften geschürt dargestellt, die einzig dazu dienen solle, irgendwelche Kriege vorzubereiten. Das geht dann teils bis hin zu abstrusen 911-Verschwörungstheorien inklusive Reichstagsbrandvergleichen.

    Dies wirkt katalysatorisch auf Jugendliche. Die real vorhandene Moslemfeindlichkeit kann bei betroffenen mittelbar eine antisemitische Grundhaltung erzeugen, sofern sie solchen Verschwörungstheorien folgen.

  2. Ähnlich problematisch ist es daher auch umgekehrt, wenn einige Strömungen, die aus Doitschnationalen oder christlich-fundamentalistischen Gründen der Moslemfeindlichkeit fröhnen, diesen Hass durch eine Israelfreundlichkeitsmaske mit einem Davidstern versehen, wie z.B. PI und bis vor einiger Zeit noch Pro-NRW und Pro-Köln, um sich von den nicht weniger Xenophoben “Kacknazis” abzugrenzen. Auf diese Weise werden jedoch genau die “Zusammenhänge” suggeriert, die es zwar so nicht gibt, auf die sich dann unter #1 genannte Verschwörungsfuzzis gerne berufen, und “den Juden”/”den Zionisten”/”den Amerikanern” o.ä. “die Macht nachzuweisen”, von der ihr Bauch ja immer schon ahnte, dass sie sie hätten.

Wie es konkret aussieht, wenn solche Theorien vorgesponnen werden, sieht man beispielhaft hier bei einem islamistischen YouTube-Video. Theorien, die nahezu identisch in Nazikreisen und erfolgreich verquerfronteten “Antiimperialistischen” Kreisen zu finden sind.